10 (An-)Gebote

Die 10 (An-)Gebote des Evolutionären Humanismus

von Michael Schmidt-Salomon

Vorbemerkung Diese zehn „Angebote“ wurden von keinem Gott erlassen und auch nicht in Stein gemeisselt. Keine „dunkle Wolke“ sollte uns auf der Suche nach angemessenen Leitlinien für unser Leben erschrecken, denn Furcht ist selten ein guter Ratgeber. Jedem Einzelnen ist es überlassen, diese Angebote angstfrei und rational zu überprüfen, sie anzunehmen, zu modifizieren oder gänzlich zu verwerfen.

  1. Diene weder fremden noch heimischen „Göttern“ (die bei genauerer Betrachtung nichts weiter als naive Primatenhirn-Konstruktionen sind), sondern dem großen Ideal der Ethik, das Leid in der Welt zu mindern! Diejenigen, die behaupteten, besonders nah ihrem „Gott“ zu sein, waren meist jene, die dem Wohl und Wehe der realen Menschen besonders fern standen. Beteilige dich nicht an diesem Trauerspiel! Wer Wissenschaft, Philosophie und Kunst besitzt, braucht keine Religion!
  2. Verhalte dich fair gegenüber deinem Nächsten und deinem Fernsten!
    Du wirst nicht alle Menschen lieben können, aber du solltest respektieren, dass jeder Mensch – auch der von dir ungeliebte! – das Recht hat, seine individuellen Vorstellungen von „gutem Leben (und Sterben) im Diesseits“ zu verwirklichen, sofern er dadurch nicht gegen die gleichberechtigten Interessen Anderer verstösst.
  3. Habe keine Angst vor Autoritäten, sondern den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!
    Bedenke, dass die Stärke eines Arguments völlig unabhängig davon ist, wer es äussert. Entscheidend für den Wahrheitswert einer Aussage ist allein, ob sie logisch widerspruchsfrei ist und unseren realen Erfahrungen in der Welt entspricht. Wenn heute noch jemand mit „Gott an seiner Seite“ argumentiert, sollte das keine Ehrfurcht auslösen.
  4. Du sollst nicht lügen, betrügen, stehlen, töten – es sei denn, es gibt im Notfall keine anderen Möglichkeiten, die Ideale der Humanität durchzusetzen!
    Wer in der Nazidiktatur nicht log, sondern der Gestapo treuherzig den Aufenthaltsort jüdischer Familien verriet, verhielt sich im höchsten Masse unethisch – im Gegensatz zu jenen, die Hitler durch Attentate beseitigen wollten, um Millionen von Menschenleben zu retten. Ethisches Handeln bedeutet keineswegs, blind irgendwelchen moralischen Geboten oder Verboten zu folgen, sondern in der jeweiligen Situation abzuwägen, mit welchen positiven und negativen Konsequenzen eine Entscheidung verbunden wäre.
  5. Befreie dich von der Unart des Moralisierens!
    Es gibt in der Welt nicht „das Gute“ und „das Böse“, sondern bloß Menschen mit unterschiedlichen Interessen, Bedürfnissen und Lernerfahrungen. Trage dazu bei, dass die katastrophalen Bedingungen aufgehoben werden, unter denen Menschen heute verkümmern, und du wirst erstaunt sein, von welch freundlicher, kreativer und liebenswerter Seite sich die vermeintliche „Bestie“ Homo sapiens zeigen kann.
  6. Immunisiere dich nicht gegen Kritik!
    Ehrliche Kritik ist ein Geschenk, das du nicht abweisen solltest. Durch solche Kritik hast du nicht mehr zu verlieren als deine Irrtümer, von denen du dich besser heute als morgen verabschiedest. Habe Mitleid mit jenen Kritikunfähigen, die sich aus tiefer Angst heraus als „unfehlbar“ und ihre Dogmen als „heilig“ (unantastbar) darstellen müssen. Sie sollten in einer modernen Gesellschaft nicht mehr ernst genommen werden.
  7. Sei dir deiner Sache nicht allzu sicher!
    Was uns heute als richtig erscheint, kann schon morgen überholt sein! Zweifle aber auch am Zweifel! Selbst wenn unser Wissen stets begrenzt und vorläufig ist, solltest du entschieden für das eintreten, von dem du überzeugt bist. Sei dabei aber jederzeit offen für bessere Argumente, denn nur so wird es dir gelingen, den schmalen Grat jenseits von Dogmatismus und Beliebigkeit zu meistern.
  8. Überwinde die Neigung zur Traditionsblindheit, indem du dich gründlich nach allen Seiten hin informierst, bevor du eine Entscheidung triffst!
    Du verfügst als Mensch über ein ausserordentlich lernfähiges Gehirn, lass es nicht verkümmern! Achte darauf, dass du in Fragen der Ethik und der Weltanschauung die gleichen rationalen Prinzipien anwendest, die du beherrschen musst, um ein Handy oder einen Computer bedienen zu können. Eine Menschheit, die das Atom spaltet und über Satelliten kommuniziert, muss die dafür notwendige Reife besitzen.
  9. Geniesse dein Leben, denn dir ist höchstwahrscheinlich nur dieses eine gegeben!
    Sei dir deiner und unser aller Endlichkeit bewusst, verdränge sie nicht, sondern „nutze den Tag“ (Carpe diem)! Gerade die Endlichkeit des individuellen Lebens macht es so ungeheuer kostbar! Lass dir von niemandem einreden, es sei eine Schande, glücklich zu sein! Im Gegenteil: Indem du die Freiheiten geniesst, die du heute besitzt, ehrst du jene, die in der Vergangenheit im Kampf für diese Freiheiten ihr Leben gelassen haben!
  10. Stelle dein Leben in den Dienst einer „grösseren Sache“, werde Teil der Tradition derer, die die Welt zu einem besseren, lebenswerteren Ort machen woll(t)en!
    Eine solche Haltung ist nicht nur ethisch vernünftig, sondern auch das beste Rezept für eine sinnerfüllte Existenz. Es scheint so, dass Altruisten die cleveren Egoisten sind, da die grösste Erfüllung unseres Eigennutzes in seiner Ausdehnung auf Andere liegt. Wenn du dich selber als Kraft im „Wärmestrom der menschlichen Geschichte“ verorten kannst, wird dich das glücklicher machen, als es jeder erdenkliche Besitz könnte. Du wirst intuitiv spüren, dass du nicht umsonst lebst und auch nicht umsonst gelebt haben wirst!

Aus:
Michael Schmidt-Salomon
Manifest des Evolutionären Humanismus
Alibri Verlag, Aschaffenburg 2005
S.156-159

Buch bestellen 10 An-Gebote des evolutionären Humanismus

9 Kommentare zu „10 (An-)Gebote“

  1. Markus sagt:

    Hallo Zusammen

    Ich hoffe ich störe nicht wenn ich dazu ein paar kritische Fragen stelle, und würde mich freuen über Ihr Feedback dazu.

    Punkt 1: Naturalistischer Atheismus mit damit verbundener Evolutionstheorie ist im Grunde genommen doch genauso eine Religion wie jede andere auch. Man braucht enorm viel Glauben um die folgenden “Gebote/Glaubensgrundsätze” zu glauben:
    A: es gibt keinen Gott.
    B: Das Universum, alle Planeten, Masse, Energie, Sonnensysteme sind durch puren Zufall entstanden
    C: Das Leben ist durch Zufall entstanden
    D: Lebensformen haben sich durch Mutationen zu komplexeren Lebenformen und Arten weiterentwickelt. Purer Zufall.
    E: Die Religionen sind an allem, oder zumindest am Meisten Leid auf der Welt schuld.

    Wie können Sie all das “Glauben”?

    Punkt 2: Ohne Gott gibt es weder richtig noch falsch. “Ohne Gott ist alles erlaubt” hat Dostojewsky einmal richtig erkannt. Somit ist der Begriff “Fariness” und “Moral”, “Ethisch” etc, kurz gesagt der Inbegriff von Richtig und Falsch, Gut und Böse komplett subjektiv und damit auch komplett unbedeutend oder? Wer kann den sagen dass Hitler, Stalin, die Rote Khmer, Anders Breivik, Muslimische Selbstmordattentäter etc. ethisch unkorrekt handeln wenn es keinen massstab gibt anhand dem man misst? Wenn ich es nun für Gut befinde dass es weniger menschen auf der welt gibt, weil sonst soviel leid entsteht, könnte ich damit ja rechtfertigen z.B. 90 Prozent der menschen zwangssterilisieren lassen, damit viel weniger leid entsteht. oder gleich 90 prozent umzubringen, damit zukünftige generationen weniger leid erfahren. sie sehen wohin das führt? alles ist erlaubt.

    Punkt 3: finde ich gut, ausser dass sie sich gleich selber diskreditieren indem sie die leute (die grösste mehrheit der menschen auf diesem planeten) indirekt als rückständig, widersprüchlich, realitätsfremd und der logik unmächtig bezeichnen die sagen es gäbe einen Gott, und der sei an ihrer Seite. Was ist wenn diese Leute diese Erfahrung real gemacht haben? Ausschliessen dürfen sie diese option als Frei denkende Leute ja nicht, sonst schränken Sie ihr Denken freiwillig ein.

    Punkt 4: Warum soll denn jemand nicht lügen, betrügen, stehlen, töten? Wer sagt denn dass dies falsch sei? Wenn ich nichts weiter bin als ein weiterentwickelter Affe (warum gibt es denn eigentlich noch Affen, haben die irgendwie den Zug verpasst?), und alles ist Zufall, und ich eigentlich nur eine ansammlung Biologischer Zufälle bin, warum soll ich nicht mit allen Mitteln meine Interesse und meine Wünsche durchsetzen? Der Stärkere überlebt, oder? Worauf soll denn dieses von ihnen selbst erdachtes moralische Gebot fundieren? Vielleicht ist es ja nur ihre subjektive Meinung, und meine ist es dass ich mache was ich will? Was ist nun richtiger? und warum?

    Punkt 5: Das ist ein Schöner: befreie dich von der Unart des Moralisierens! Und hier schreiben sie selbst dass es weder absolut gut noch absolut böse gibt! Also schaffen wir jede Moral ab, dann wird endlich das Paradies auf Erden real? Wenn es weder gut noch böse gibt, warum soll ich denn überhaupt anderen menschen helfen? ich habe ja keinen grund dazu! warum soll ich freundlich sein? warum soll “liebenswert” überhaupt gefragt sein? als produkt puren zufalles und der evolution müsste ich mich doch benehmen wie ein wildes raubtier: alle feinde vernichten, möglichst viele nachkommen machen, und in meinem revier meine interessen durchsetzen. Grundsatz: der stärkere gewinnt. immer. oder woher nehmen sie denn den moralischen massstab?

    punkt 6: dem stimme ich absolut und vorbehaltlos zu. sollten sich auch einige evolutionstheoretiker und atheisten zu herzen nehmen, die sich selbst der kritik verweigern :-)

    puntk 7: siehe punkt 6.

    PUnkt 8: siehe punkt 6.

    punkt 9: dem stimme ich fast komplett zu, ausser dass ich mich wundere dass sie mit höchster wahrscheinlichkeit davon ausgehen dass sie nur ein leben haben. warum? wer sagt denn dass es nach dem tod unseres körpers vorbei ist? was ist mit nahtoderlebnissen befasst von patienten die sich selbst, bewiesenermassen bei herzoperationen zugesehen haben, natürlich von der operationssaaldecke aus? eigentlich müssten sie richtig konstatieren “geniesse das leben, es kann sein dass es das einzige ist, und vielleicht ist nach dem tod nichts, oder vielleicht auch doch, wir wissen es ehrlich gesagt zur zeit nicht”. oder nicht?

    punkt 10: gleiche fragen/einwände zu ethik, moral, etc. wenn wir doch nur biomasse sind, die zufälligerweise auf dieser kugel durch raum und zeit strudeln kann man unmöglich je von sinnvollem leben sprechen, oder? es geht dann nur darum einfach möglichst viel spass und bedürfnissbefriedigung zu haben in diesen 80 oder 90 jahren, und was auch immer diese bedürfnisse befriedigt, mach es? wenn du glücklicher bist (respektive mehr endorphine im gehirn willst:-)) wenn du anderen hilfst, geld spendest, gegen akw demonstrierst, strassenhunde fütterst, dann toll! konsequenterweise müsste man aber auch sagen dass wenn du mehr endorphine im gehirn hast wenn du strassenhunde abknallst, leute beklaust, gebäude in die luft sprengst, frauen vergewaltigst um deine gene möglichst breit zu streuen etc, hey mach es, es gibt ja kein gut oder schlecht, kein absoluter massstab, ich kann nur sagen was ich für gut oder schlecht halte, aber das kann ich nicht anderen aufzwängen, ist ja nur meine persönliche meinung. sehen sie den widerspruch? sie sagen es gibt keine moral, und moralisieren sei schlecht, trotzdem verweisen sie auf ethische grundsätze und glauben dass jeder mensch einen moralischen kompass hat, der aber ohne einen Gott nicht erklärbar ist, und ohne Gott auch vollkommen unbedeutend ist, da ja jeder seinen kompass “tunen” kann wie er will.

    Warum halten Sie eigentlich Menschen für Rückständig und Unwissenschaftlich die glauben dass es einen intelligenten Schöpfer gibt der alles gemacht hat? Könnte es sein dass dieser einfach in dem Teil des Universums ist den Sie noch nicht erforscht haben, bildlich gesprochen? Es gibt nämlich so viele Hinweise darauf, dass das Universum Intelligenten Ursprungs ist, dass es viel mehr Glauben benötigt zu glauben dass alles aus nichts entstanden ist, als dass ein unheimlich intelligentes Wesen dahinter steckt. Wenn Sie nur das Produkt einer Reihe von Zufällen sind, welchen Grund haben Sie überhaupt ihrem eigenen Verstand und Urteilsfähigkeit zu trauen? Sie könnten ja auch einfach haluzinieren und in einem komplett irrationalen, unbegreiflichen, ungesetzesmässem universum leben, oder einfach nur in einer computersimulation? Warum also dem eigenen Hirn trauen, wenn wir doch nur weiterentwickelte Tiere sind? Warum sollten wir einen Verstand haben, eine Moral (oder nun doch nicht? :-P ), ein Urteilsvermögen, Rationalität, Logik, etc. denen man trauen kann? Weil uns nichts anderes übrigbleibt? wohl eher nicht…

    sehen sie, die ganze Natur schreit förmlich nach einem Intelligenten Urheber. hier einige beispiele wie voreingenommen viele menschen sind:

    A:information: information benötigt stets einen urheber, das sagt uns unser verstand und unsere beobachtung. wir horchen mit antennen richtung weltall und erhoffen uns ein paar primzahlenmuster zu empfangen und würden diesen (richtigerweise) als beweis für ausserirdisches leben werten. gleichzeitig entdecken wir z.B. DNA stränge von enormer komplexität und informationsgehalt, und sagen “purer zufall, wir sind und sicher”.

    B:Nichtreduzierbare Komplexität: Es gibt viele Beispiele Nichtreduzierbarer Komplexität in der Natur. Das sind Kombinationen von Funktionen die nur eine gesamtfunktion ergeben wenn alle zusammen vorhanden sind. Beispiel Auge: wenn nur Sehzellen da sind, aber keine Pupille, oder nur eine Netzhaut aber keine Sehzellen, oder nur eine Pupille aber keine Sehzellen, etc. funktioniert das auge nicht. Evolution hätte alle funktionen gleichzeitig zufällig hervorbringen müssen. woher nehmen sie nur so viel Glaube?

    C: Fossilbericht: Wäre nun Evolution wahr, müsste es konsequenterweise ein vielfaches mehr an zwischenformen wie z.B. “Halb Fisch-halb Vogel”, oder “halb Pferd halb Schildkröte” oder was auch immer der vorfahre sein soll geben. man findet aber AUSSCHLIESSLICH fertige Arten. Und es gibt Arten die haben sich auch über “lange zeit” nicht weiterentwickelt, sondern die fossilien sehen aus wie die Tiere heute. Wäre die Evolutionstheorie wahr, wäre dies anders. warum können sie trotzdem an die evolutionstheorie glauben?

    D: Beobachtung: Es gibt keine einzige Beobachtung die darauf hinweist dass sich eine Art in eine andere Art entwickeln kann. Genmutationen sind beobachtbar, bewirken aber stets einen Nachteil, respektive ein Informationsverlust, keine Informationszunahme. Darwinismus ist nicht beobachtbar, nicht beweisbar. wie können sie das denn glauben?

    E: Moral: Jeder Mensch hat einen Moralischen Kompass. Jedes Kind weiss dass es falsch ist ein baby zu quälen. Wenn man aber eine absolute Moral voraussetzt muss es einen absoluten Massstab geben. Die Evolutionstheorie vermag den Begriff Moral und Ethik nicht zu erklären, geschweige denn zu Füllen. Woher kommt also Moral, wenn nicht von einem Moralgeber?

    F: Existenz: Warum gibt es etwas, warum gibt es nicht nichts? Noch nie hat ein Mensch beobachtet dass aus nichts etwas geworden ist. Nichtexistenz zu Existenz von Materie, Energie, bis hin zu Leben. Es erfordert sehr viel Glaube dies zu glauben, nicht?

    G: Spiritualität: Die meisten Menschen glauben an Übernatürliches. Atheisten sind eine kleine Minderheit, und gemessen an der Menschheitsgeschichte nur eine Randnotiz. Wenn nun Evolutionstheorie stimmt, und alles spirituelle, göttliche nur eine haluzination ist, dann müsste sie nützlich sein, ansonsten würde es sie schon lange nicht mehr geben. Näherliegend ist, dass die Suche des Menschen nach dem übernatürlichen deshalb so tief in ihm verwurzelt ist, weil er eine Ahnung hat von etwas übernatürlichem, etwas das ausserhalb dieser natur steht, weil er von diesem etwas erschaffen wurde. so wie er eine ahnung hat von einer grundmoral, von richtig und falsch, von endlichkeit, intelligenz, logik, rational, fragend nach sinn und ursprung ist, erforschend ist in der annahme das universum sei erforschbar.

    es gäbe noch sehr viele Aspekte der Natur die gegen ein naturalistisches, atheistisches, evolutionistisches Weltbild sprechen. und ich kenne eigentlich keine die dafür sprechen, ausser dass es menschen gibt, die den vorsatz haben wollen dass es keinen gott gibt, und krampfhaft versuchen das universum ohne ihn zu erklären. dazu verweise ich gerne auf punkt 6 der 10 gebote eures evolutionistischen humanismus. Warum glauben Sie an die Evolutionstheorie?

    Grüsse

    Markus

  2. Michael sagt:

    Hallo und einen schönen guten Tag,
    gibt es irgendwo eigentlich eine Antwort bzw. Kommentierung auf diese ausführlichen “kritischen Fragen” von Markus. Ich denke nicht, das ein derartiger Auswuchs an Unsachlichkeit, Zusammenhanglosigkeit, fehlender Bildung und dogmatischen Gedankenguts unkommentiert bleiben sollte. Gerade in Deutschland haben wir momentan mit rechten Strömungen zu tun, die im Endeffekt alle auf einem derartigen unreflektierten Weltbild beruhen. Und ich bin schwer schockiert über diese Art der “Markusschen” Weltsicht, die sich derart vollkommen jeglichem Humanismus und jeglicher wissenschaftlicher Erkenntnis verweigert.
    Grüße
    Michael

  3. Volker sagt:

    In aller Kürze eine Antwort
    Die Evolutionstheorie ist eine weithin erforschte und anerkannte Erklärung der Entstehung des Lebens auf unserem Planeten und des Weltraums. Daran ernsthaft zu zweifeln setzt eine gehörige Portion Ignoranz voraus. Und es bedingt das Leben in einer Scheinwelt, die nicht anerkennen mag, dass Menschen Wesen sind, die-so beschränkt sie auch sind- durchaus zu grossen Erkenntnissen befähigt sind. Das hat mit einem – von Ihnen unterstelltem – Glauben ungefähr soviel zutun, wie die Behauptung ohne einen imaginären Gott gäbe es nicht richtig oder falsch. Diese in Ihrem Kommentar gleich einer Litanei permanent wiederholten “das kann gar nicht sein, weil es nicht sein darf/kann” – Sätze entbehren jeglicher inhärenten Aussagekraft. Wenn Sie Gründe vorbringen, die den Gesetzen einer logischen Argumentation folgen, bin ich gerne bereit mich mit Ihnen auseinander zu setzen.

  4. Markus sagt:

    Hallo Volker und Michael.
    Nun bringt es uns nicht weiter wenn wir einander vorwerfen in Scheinwelten zu leben, ohne auch nur auf einen einzigen Punkt einzugehen, oder?
    Ich habe eine ganze Reihe von sehr logischen Argumenten und Beobachtungen aufgelistet aus Verschiedenen Fachgebieten, auf die bis jetzt noch niemand auch nur annähernd eingegangen ist. Eine plakatives “es kann nicht sein weil es nicht sein darf” habe ich weder explizit noch implizit genannt, und wäre für mich auch nicht angebracht so zu denken. Ich hoffe Sie machen diesen Fehler ebenfalls nicht?

    Nun, um auf Ihre Nachrichten zu Antworten:
    “die evolutionstheorie sei weithin erforscht und anerkannt”. dazu kann ich nur sagen dass es immer noch eine sehr vage theorie ist, die immer noch auf belastbare Hinweise wartet. Oder haben Sie welche zur Hand?
    Ihre Aussagen/Anfeindungen (Dogmatisch, Fehlende Bildung, Unreflektiert, kann keine logischen Argumente bringen, Erkenntnisverweigerung etc. etc.) sind also die Mittel Ihrer Wahl um Ihren Standpunkt zu verteidigen? Dies bestätigt ja nur meine Beobachtung, nämlich dass “man” gefälligst an die Evolutionstheorie zu glauben hat, und jeder der es nur wagt diese anzuzweifeln wird als “Scheinweltler”, Ignorant, Religiöser Fanatiker, Fundamentalist, Esoteriker, und was man sonst noch alles hört, betitelt, ohne jedoch wirklich mit Argumenten zu antworten. Das ist doch irgendwie peinlich für eine “weithin erforschte und anerkannte” Theorie, wenn man keine Argumente dafür bringen kann, oder? Ich hoffte ein Freidenker würde sich offen verschiedenen Thesen annehmen, und anhand logischer Schlussfolgerung die wahrscheinlichste auswählen.

    In diesem Sinne stelle ich meine Fragen vom ersten Post nochmal, und hoffe dass jemand die Grösse und die Freiheit hat auf diese einzugehen. Die wichtigste von allen: Warum glauben Sie an die evolutionstheorie?
    Und Vorweg: “ist so weil ist so”, und “alles andere ist spinnerei” sind nun wirklich nicht aussagen die eine Debatte gewinnen, eher eine Bankrotterklärung. Ich denke sie stimmen dem zu.

    Ich freue mich von Ihnen zu hören und hoffe jemand findet den Mut wirklich auf meine Fragen einzugehen. Denn es nimmt mich wirklich wunder warum jemand an die Evolutionstheorie glaubt.

    Freiheitliche Grüsse

    Markus

  5. Markus sagt:

    @michael: ich denke auch dass meine Fragen nicht unkommentiert bleiben sollten. Gefällt mir :-)

    Schliesslich habe ich euch dargelegt aus welchen triftigen Gründen ich am Naturalismus zweifle. Über mein “Markussches” Weltbild habe ich noch fast nichts gesagt, ausser dass ich einen Schöpferischen Ursprung vertrete, und dies begründet mit logischen Argumenten.

    Und nun freue mich zu hören wie ihr auf eure “Michaelschen” und “Volkerschen” Weltbilder kommt, natürlich mit “Gründen die den gesetzen einer logischen Argumentation folgen” untermauert. Alles andere wäre ja unsachlich, und eines gebildeten, aufgeklärten, undogmatischen, humanistischen Menschen unwürdig, oder? :-)

    Freie Grüssse
    Markus

  6. Volker sagt:

    Hallo Markus

    ich empfehle Ihnen, um Ihre vage Kenntnis der Evolution aufzuhellen, mal exemplarisch die Lektüre folgenden Buches:

    http://www.orellfuessli.ch/shop/evolution-2684/mehrbilder/evolutionsbiologie/volker_storch/ISBN3-642-32835-0/ID33835429.html

    Wenn Sie unter den Stichworten “Evolution”, “Evolutionsbiologie”, etc. im Internet recherchieren, werden Sie weitere sehr erhellende Informationen finden.

    Freundliche Grüsse

  7. Markus sagt:

    Hallo Volker

    Bist du zufälligerweise Namensvetter einer der Autoren, oder gar der Autor persönlich?
    Vielen Dank auf jeden Fall für den Buchtipp.
    Ich würde sagen meine Kenntniss von Evolution ist schon etwas mehr als nur “vage”, aber ein Molekularbiologe bin ich natürlich nicht, mein Fachgebiet ist Maschinenbau.
    Ich setze mich gerne mit dem Thema auseinander, da die Herkunft von uns Menschen eine der wichtigsten und definierendsten Fragen überhaupt ist.
    Was ich jedoch immer noch vermisse sind Ihre (und aller Anderen Freidenker) persönlichen Antworten auf meine Fragen, und insbesondere die Frage nach einem Beweis oder belastbaren Hinweis für die Evolutionstheorie. Vielleicht findet sich dieser ja im Buch, das wäre jedoch etwas ganz neues! Alle anderen Evolutionstheoriebücher (und ich habe schon einige gelesen) enthielten zwar die Aussagen der Theorie, aber beschränkten sich auf Tautologien und jeglicher Beweis oder eben belastbarer Hinweis dass die Theorie stimmen könnte fehlte stets. Und das muss einen kritischen Denker stören.
    Ich werde mir das Buch besorgen und lesen. Evtl. können Sie mir heute schon sagen auf welcher Seite des Buches denn Beweise oder Hinweise zu finden sind die die Theorie untermauern.

    In der Zwischenzeit kann ich Ihnen im Gegenzug folgende Bücher empfehlen, in denen unter Professoren zu Wort kommen die die Evolutionstheorie aus guten Gründen ablehnen:

    https://www.amazon.de/Darwin-im-Kreuzverh%C3%B6r-Phillip-Johnson/dp/3893979522

    https://www.amazon.de/Die-Akte-Genesis-Wissenschaftler-vorziehen/dp/3856664521/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1476169060&sr=1-1&keywords=die+akte+genesis

    https://www.amazon.de/Wissenschaftler-entdecken-Gott-Eduard-Ostermann/dp/3775133356/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1476168998&sr=8-1&keywords=3775133356

    Das letzte ist interessant, denn es zeigt warum Max Planck, Max Born, Niels Bohr,Albert Einstein,Pasqual Jordan, Werner Heisenberg, Bruno Vollmert, John C. Eccles an einen Schöpfer glaubten… und man kann nun wirklich nicht behaupten dass diese bekannten Persönlichkeiten auf irgendeine Weise Erkenntnissverweigerer, Antiwissenschaftler oder Religiöse Fanatiker waren, oder?

    Spannende Lektüre wünsche ich uns allen :-)

    Markus

  8. Sandra sagt:

    Das ist eine sehr interessante Diskussion. Allerdings ist es doch schon so, dass man nicht lügen, töten, stehlen darf – nicht etwa, weil es ein sogenannter Gott verbietet – sondern, weil man durchdurch die Freiheit und das Leben eines anderen Menschen einschränkt. Dass man andere Menschen achtet, gleich ihres Geschlechts, ihrer Herkunft etc, sagt mir ja nicht die Kirche, sondern der freie Menschenverstand. Wenn ich mir da so manche Religion anschaue, dann wird dort doch genau das Gegenteil praktiziert. Auch der Mensch, die Tiere haben sich weiterentwickelt, was man wohl Evolution nennt. Je nach Lebensraum passt sich das Lebewesen mit der Zeit an. Für mich ist das Evolution. Aber jedem das seine…

  9. Walter sagt:

    Der Evolutionslehre liegt die Weltanschauung von Charles Darwin zugrunde, die unbewiesen und unbeweisbar ist.
    Wir glauben aber daran, weil die einzige Alternative dazu der Schöpfungsakt Gottes ist.
    Wenn man sich aber etwas tiefer mit der Sachlage beschäftigt, wird man sehr schnell merken, dass die Lehre von Darwin auf sehr wackeligen Beinen steht.
    Alle Evolutionstheoretiker klammern sich z.B. an das enorm hohe Alter der Erde – ohne diese Annahme ist eine Evolution biochemisch und mathematisch unmöglich.
    Gerade beim Alter des Menschen ist aber ersichtlich, wie unwahrscheinlich die lange Zeitspanne von 2 Mio Jahren sind, in denen es uns schon geben soll.
    So lange müsste es den Menschen schon geben, um das Auseinanderdividieren der einstigen Gemeinsamkeiten rechtfertigen zu können.
    Affe und Mensch weisen trotz äusserlicher Ähnlichkeit frappante genetische Unterschiede auf.
    Wenn es seit 2 Millionen Jahren Menschen gibt, warum findet man dann nur so wenige Steinwerkzeuge? Das ist bedeutsam, denn Steinwerkzeuge sind im Gegensatz zu anderen Hinterlassenschaften des Menschen überaus haltbar.

    Charles Darwin entwickelte seine Theorie des Ursprungs des Lebens im 19. Jahrhundert. Im Wesentlichen behauptet er, dass durch Vererbung, durch Veränderungen im Erbgut (Mutationen) und durch den Druck der natürlichen Auslese (Selektion) eine fortlaufende Weiterentwicklung des Lebens stattfindet.
    Als Darwin seine Studien veröffentlichte, gab es weder DNA, noch konnte man mit Rasterelektronenmikroskopen und mit Fluoreszenzlichtmikroskopen in die unsichtbare Welt der Zellstrukturen abtauchen.
    Eine Grundvoraussetzung der Evolutionstheorie ist die Einfachheit, sonst kann sie nicht funktionieren.
    Darwin selber hat gesagt:
    »Liesse sich irgendein zusammengesetztes Organ nachweisen, dessen Vollendung nicht möglicherweise durch zahlreiche kleine aufeinanderfolgende Modifikationen hätte erfolgen können, so müsste meine Theorie unbedingt zusammenbrechen.«
    Als sich im letzten Jahrhundert dann plötzlich die technischen Möglichkeiten in der Forschung und Entwicklung explosionsartig vergrösserten, kam man immer mehr ins Staunen.
    Man kann quasi sagen, je mehr man ins Detail geht, umso komplizierter wird es, nicht umso einfacher.

    Darwin gab den Schwachpunkt seiner Theorie zu: Wenn es irgend eine Struktur gibt, die so ungeheuer komplex ist, dass sie nicht schrittchenweise entstanden sein konnte, dann bricht die Evolutionstheorie zusammen.
    Warum fällt es uns (frei-) denkenden Menschen so schwer zu glauben, dass Gott der Urheber und Erhalter aller Materie ist?

Kommentieren


1 × = 5