Artikel-Schlagworte: „Vatikan“

Wie sich der Vatikan mit Mussolinis Millionen ein Immobilienimperium schuf

Donnerstag, 24. Januar 2013

Als der Heilige Stuhl das faschistische Regime Italiens anerkannte, bedankte sich Diktator Mussolini mit einem Millionengeschenk. Der Vatikan legte das Geld an, nutzte ausländische Steuerparadiese und Briefkastenfirmen – mit Erfolg: Es entstand ein Vermögen im Wert von mehr als 500 Millionen Pfund: http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/guardian-vatikan-hat-dank-mussolini-millionen-immobilienimperium-a-879256.html

“Institut für die religiösen Werke” unter Geldwäscheverdacht

Dienstag, 21. September 2010

Sie heisst offiziell “Institut für die religiösen Werke” – doch jetzt gerät die Vatikanbank in den Fokus der Justiz. Laut Agenturberichten ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen den Chef der päpstlichen Hausbank. Der Verdacht: Geldwäsche.

Ins Blickfeld der Ermittler gerieten zwei Kontobewegungen, die vom Kontrollorgan der italienischen Nationalbank bereits am 15. September blockiert wurden. Die IOR hatte die Bank Credito Artigiana angewiesen, zwei Überweisungen von insgesamt 23 Millionen Euro an die Banca del Fucino und an die JP Morgan Frankfurt zu tätigen.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,718679,00.html#ref

Schweizer Bischof wird Ökumeneminister im Vatikan

Mittwoch, 30. Juni 2010

Kurt Koch wird weltweite Bekanntheit erlangen. Der Basler Bischof wird als Nachfolger des deutschen Kardinals Walter Kasper ein Spitzenamt übernehmen, das wie kaum ein anderes im Fokus der Öffentlichkeit steht. Als Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen wird Koch an Papstes Stelle den Kontakt mit anderen Kirchen und christlichen Weltgemeinschaften pflegen, vor allem mit den 14 orthodoxen Kirchen. Vielen ist aufgefallen, wie vehement der Bischof in letzter Zeit für Papst Benedikt Partei ergriffen hat. Dabei war Koch in den Achtzigerjahren als reformorientierter und durchaus romkritischer Theologieprofessor bekannt geworden.

Weiterlesen im Tagesanzeiger.

Vatikan: keine Immunität bei Missbrauchsklagen

Dienstag, 29. Juni 2010

Als souveräner Staat kann der Vatikan in den USA normalerweise nicht vor Gericht gezogen werden. Doch im Skandal um pädophile katholische Priester gilt dies nicht. Der Supreme Court bestätigte somit die Entscheidung eines Bundesgerichts, das die Immunität des Heiligen Stuhls in dem Missbrauchsverfahren aufgehoben hatte.

Weiterlesen in der NZZ.

IHEU verlangt UNO-Kontrolle über den Vatikan

Dienstag, 16. März 2010

Keith Porteous Wood, IHEU-Repräsentant beim UNO-Menschenrechtsrat, sagte in seiner Rede am 16.3.2010: “Wieviele Fälle von klar belegtem Kinsmissbrauch braucht es noch, bis die UNO den Vatikan zur Einhaltung seiner Pflichten ruft? (…) Der Vatikan hat die UNO-Kinderrechtskonvention unterzeichnet, aber etliche Artikel ausbedungen und ist zudem seit 12 Jahren Rückstand mit der Berichterstattung. (…) Die IHEU hat bereits im September 2009 darauf hingewiesen.

Die IHEU verlangt im Umgang mit Missbrauchsfällen, dass

  1. der Vatikanstaat, dem die Missbrauchsfälle gemeldet werden, unter die Justiz der Kinderrechtskonvention gebracht wird,
  2. die Akten gegenüber staatlichen und UNO-Untersuchungsbehören offengelegt werden und
  3. die Vertreter des Vatikans angewiesen werden, mit den staatlichen Rechtsbehörden zu kooperieren – weltweit.”

Papst beleidigt säkulare Humanisten

Donnerstag, 9. Juli 2009

Als erstes fällt bei diesem Dokument auf, dass die Begriffe Liebe und Wahrheit besonders häufig vorkommen. In dem er diese beiden Begriffe immer wieder durcheinanderbringt und neu interpretiert zeigt er uns dabei aber nur, wie wenig er von beiden Dingen versteht. In dieser Beziehung unterscheidet er sich auch nicht von anderen Sektenführern und Gurus. Floskeln wie “Nur in der Wahrheit erstrahlt die Liebe und kann glaubwürdig gelebt werden” oder “Da die Liebe voll Wahrheit ist, kann sie vom Menschen in ihrem Reichtum an Werten begriffen, zustimmend angenommen und vermittelt werden” belegen deutlich, dass er die Begriffe Liebe und Wahrheit zu einem undefinierbaren pseudophilosophischen Interpretationsbrei verschmelzt.

Dieses Dokument zeigt eigentlich nur, wie sinnleer die katholische Weltanschauung ist. Es ist ein Zeugnis davon, wie wenig man mit vielen schönen Worten sagen kann. Vermischt wird das Ganze mit einer unterschwelligen Ablehnung der Moderne.

Die immer wieder angepriesene katholische oder christliche Soziallehre hat, do wo sie angewendet wird, durchwegs versagt. Die Praxis hat immer wieder gezeigt, dass gerade der Mangel von Entwicklung in katholisch geprägten Ländern der 3. Welt nur überwunden werden kann, wenn man sich von Roms Doktrinen löst.

Richtiggehend anmassend wird das Dokument dort, wo es sich mit dem Humanismus auseinandersetzt. Mit Sprüchen wie “Nur jener Humanismus also ist der wahre, der sich zum Absoluten hin öffnet, …” versucht er den Humanismus zwingend auf ein transzendentes Fundament zu stellen um ihn dann mit seiner christlichen Ideologie zu vereinnahmen. Geradezu lächerlich ist dabei sein Versuch den Humanismus zu christianisieren: “Paul VI. hat uns in Populorum progressio daran erinnert, dass der Mensch nicht in der Lage ist, seinen Fortschritt allein zu betreiben, weil er nicht von sich aus einen echten Humanismus begründen kann. Nur wenn wir daran denken, dass wir als einzelne und als Gemeinschaft dazu berufen sind, als seine Kinder zur Familie Gottes zu gehören, werden wir auch dazu fähig sein, ein neues Denken hervorzubringen und neue Kräfte im Dienst eines echten ganzheitlichen Humanismus zu entfalten. Die große Kraft im Dienst der Entwicklung ist daher ein christlicher Humanismus,…“. Was soll dieses Gerede von einem ganzheitlichen Humanismus. Als ob wir von einem absoluten Herrscher nach Gottes Gnaden eine brauchbare Definition von Humanismus erhalten könnten. Die Selbstüberschätzung und Selbstverkennung sind typisch für Ratzinger. Sie entlarven ihn als armen Ideologen und Möchtegern-Intellektuellen.

Das Absurde und Beleidigende gipfelt aber dann im Satz “Der Humanismus, der Gott ausschließt, ist ein unmenschlicher Humanismus.” Hier hat Ratzinger eine Linie in einer Weise überschritten, welche nicht mehr tolerierbar ist. Solche Aussagen von einem Führer einer Organisation zu hören, welche unschuldige Menschen während Jahrhunderte gefoltert hatte und ermorden liess, ist wohl der Gipfel der Unverschämtheit. Anstatt sich in Demut und Reue zu üben, spielt sich hier der Pontifex Maximus als Erfinder eines angeblich menschlichen Humanismus auf, was sprachlich gesehen nur ein Pleonasmus ist.

Richtig amüsant wird es wieder mit Aussagen wie “…weise Menschen mit tiefen Gedanken, die nach einem neuen Humanismus Ausschau halten, der den Menschen von heute sich selbst finden lässt“. Ob er damit wohl Michael Schmidt-Salomon mit seinem evolutionären Humanismus meint?

Ganz unglaubwürdig wird Ratzinger wieder, wenn er an verschiedenen Stellen das Übernatürliche anspricht. Darin entlarvt sich sein magisches und weltfernes Denken.

Das Fazit der ganzen Übung ist “In Rom nichts neues” und eine besondere Leuchte ist dieser Ratzinger ganz gewiss nicht. Die Welt kann sehr gut auf die Anmassungen und Floskeln eines Ratzingers verzichten.

Stefan Mauerhofer


Ein weiterer Kommentar von Grazia Annen

Beten in der Krise

Pünktlich zum G8-Gipfel meldet sich der Papst zu Wort und bietet uns seine Analyse der Wirtschaftskrise dar. Sein Lösungsrezept lautet lapidar: Liebe und Wahrheit.  In seiner eben publizierten Enzyklika fordert er eine globale Aufsichtsbehörde, die nach den Grundsätzen seiner Heilslehre funktionieren soll. Da es doch unterschiedliche Vorstellungen von Wohlfahrt gibt, beginnen hier schon die ersten Interpretationsprobleme. Mehr…