Artikel-Schlagworte: „Kirchenfinanzierung“

Staat und Kirchen im Kt. BE: Status quo mit administrativen Retouchen

Freitag, 27. März 2015

Pressemitteilung

In seinem heute publizierten Bericht spricht sich der Regierungsrat nur für administrative Reformen aus – das Berner Kirchenrecht soll im Kern nicht angetastet werden. Die Löhne der Pfarrpersonen sollen also nach dem Willen der Regierungsrats weiterhin durch die Allgemeinheit und nicht durch die Kirchenmitglieder bezahlt werden.
Die Freidenker-Vereinigung geht davon aus, dass der Regierungsrat mit den vorgeschlagenen Retouchen lediglich die Argumentationslage für bevorstehende Grundsatzdebatten verbessert will: Es ist nämlich absehbar, dass die derzeit noch komfortable politische Mehrheit von Kirchenmitgliedern innert einer Generation dahinschwinden wird – dann wird auch der Kanton Bern um wirkliche Reformen nicht mehr herumkommen.

Der Regierungsrat schlägt vor, die Kirchen im Bereich Personalwesen in die Selbstverantwortung zu entlassen, was immerhin eine Stellenreduzierung in der kantonalen Verwaltung von zwei Vollzeitstellen zur Folge haben würde. Er will aber an der Gemeindestruktur und der kantonalen Aufsicht nichts ändern.

Das heisse Eisen der historischen Rechtstitel will der Regierungsrat nicht anfassen, sondern allenfalls in ein neues System von Kirchenbeiträgen an die Landeskirchen überführen. Die heutigen Pfründe sollen also nicht angetastet werden, auch die Kirchensteuer der juristischen Personen nicht. Lediglich auf der Verwendungsseite sieht der Regierungsrat Zweckbindung und etwas mehr Transparenz vor.

Auch das zweite heisse Eisen lässt der Regierungsrat unangetastet: Die Frage der Gleichstellung von anderen Religionsgemeinschaften will er dem politischen Prozess nicht zumuten. Er bevorzugt den vom Freiburger Professor René Pahud-De-Mortanges propagierte Weg der Nutzung rechtlicher Freiräume der Behörden, um Religionsgemeinschaften Privilegien ohne vorgängige Anerkennung zu gewähren.

Die Freidenker-Vereinigung der Schweiz kritisiert auch den gleichzeitig präsentierten Bericht der Firma Ecoplan. Er basiert wiederum auf dem von uns schon 2010 kritisierten Ansatz, die öffentlichen Finanzierung der Kirchen durch Aufrechnung deren Leistungen in Form von Arbeitsstunden und Durchschnittslöhnen zu rechtfertigen. Wenn ihre Leistungen tatsächlich so bewertet werden könnten, dann müssten die Kirchen aus ureigenem Interesse ein System mit Leistungsaufträgen nicht fürchten: Gemäss dem fragwürdigen Ergebnis von Ecoplan sind ihre Leistungen nämlich sogar unterbezahlt!

http://www.rr.be.ch/rr/de/index/der_regierungsrat/der_regierungsrat/aktuell.meldungNeu.aktuellBox.html/portal/de/meldungen/mm/2015/03/20150326_1644_acht_leitsaetze_alsbasisfuerdietotalrevisiondeskirchengesetzes

Kirchlicher Wohnraum steht leer

Mittwoch, 28. Mai 2014

Von den Medien erst nach der Zürcher Abstimmung entdeckt: Eine zweistöckige Wohnung in Höngg steht seit einem Jahr leer. Sie gehört der Kirche. Weil deren Mitgliederzahlen stetig abnehmen, stehen mehr und mehr Pfarrhäuser leer.
http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/region/7ZimmerWohnung-steht-seit-einem-Jahr-leer-/story/17748855#mostPopularComment

Kt. ZH: Orthodoxe wollen an den staatlichen Geldtropf

Mittwoch, 21. Mai 2014

Die orthodoxen Kirchgemeinden im Kanton Zürich gründen einen Dachverband. Dies soll der erste Schritt auf dem Weg zur staatlichen Anerkennung sein.

http://landbote.ch/detail/article/orthodoxe-wollen-anerkennung/gnews/99270827/

Kantonsrat Schaffhausen kürzt Beitrag an Landeskirchen

Dienstag, 20. Mai 2014

Die Schaffhauser Landeskirchen erhalten ab 2015 weniger Geld, obwohl die Stimmberechtigten eigentlich Nein zu einer Beitragskürzung gesagt hatten. Der Kantonsrat hat am Montag mit 49 zu 2 Stimmen eine Vorlage der Regierung angenommen und den Staatsbeitrag um 400’000 Franken reduziert.
http://www.toponline.ch/schaffhausen/detail/art/kantonsrat-schaffhausen-kuerzt-beitrag-an-landeskirchen-001667002/

Kt. SH: Kirchen soll doch Geld gestrichen werden

Mittwoch, 9. April 2014

Der Regierungsrat nimmt einen neuen Anlauf, um den Landeskirchen Geld zu streichen. Nun sollen sie 400’000 Franken weniger erhalten, den Teuerungsausgleich aber weiterhin bekommen. Dies war der umstrittene Punkt in der Volksabstimmung.
http://www.srf.ch/news/regional/zuerich-schaffhausen/schaffhauser-kirchen-soll-doch-geld-gestrichen-werden

Bern: Jede zweite Stadtkirche wird überzählig sein

Montag, 24. Februar 2014

Bei den Reformierten der Stadt Bern ist ein radikaler Reformprozess angelaufen. Dieser ist unabwendbar; bliebe alles beim Alten, wären die Kirchgemeinden schon bald bankrott. Aber es geht nicht bloss um Abbau, sondern um Konzentration und neue Chancen.

http://www.derbund.ch/bern/stadt/Jede-zweite-Stadtkirche-wird-ueberzaehlig-sein/story/30732910

Kt. GR: Zwangskirchensteuern für Firmen vorläufig bestätigt

Sonntag, 9. Februar 2014

Medienmitteilung

Die Freidenker nehmen das Bündner Abstimmungsergebnis zur Kenntnis. Dem Anliegen, die Kirchenfinanzierung den Realitäten des 21. Jahrhunderts anzupassen, haben immerhin 26.4% der Bündner Bevölkerung zugestimmt – ein Achtungserfolg für die jungen InitiantInnen, die nicht einmal  von der “liberalen” Mutterpartei unterstützt wurden. Die Kirchen hingegen haben mit den 73.6% Ja-Stimmen ihre Mitgliederbasis von 78.5% nicht voll mobilisieren können. Aber nicht nur die Kirchen bleiben unter ihrem nominellen Potenzial. Auch der Grosse Rat konnte die Stimmenden nicht voll überzeugen: Im Oktober 2013 hatte er das Anliegen sogar mit 95.7% der Stimmen zur Ablehnung empfohlen.
Angesichts der Überalterung und des Mitgliederschwunds bei den “Landeskirchen”, dürften sich die Mehrheiten in den nächsten 10-15 Jahren wenden.
Die nächste Abstimmung zur gleichen Thematik folgt im Mai 2014 im Kanton Zürich. Dort beträgt das derzeitige Mitgliederpotenzial der “Landeskirchen” 59.5%. Ein beachtlicher Anteil der durch Zuwanderung wachsenden katholischen Bevölkerung ist jedoch nicht stimmberechtigt.

Kt. SO: Regierungsrat beantragt Kürzung der Kirchenbeiträge

Samstag, 8. Februar 2014

Der Regierungsrat beantragt im Massnahmenplan 2014, vom Ertrag der Finanzausgleichssteuer (der juristischen Personen) nur noch 10 Mio. Franken an die Kirchgemeinden zu verteilen. Der Rest – 2,4 bis 2,9 Mio. pro Jahr – soll als «Sanierungsbeitrag» an den Kanton fliessen. Nächsten Monat entscheidet der Kantonsrat.
Limmattaler, 08.02.2014

Kt. BE: Abbau von Pfarrstellen

Montag, 27. Januar 2014

Im Kanton Bern müssen bei den Kirchen in den nächsten Jahren insgesamt fünf Millionen Franken eingespart werden. Der Regierungsrat plant deshalb den Abbau von rund 30 Pfarrstellen. Weil das Budget für die Kirchen vor allem aus den Pfarrerlöhnen bestehe, komme der Regierungsrat nicht darum herum, Stellen abzubauen, sagte Neuhaus. Bei den evangelisch-reformierten Kirchen sollen 25 Stellen wegfallen, der Rest soll bei den römisch- und christkatholischen Kirchen eingespart werden. Im Kanton Bern gibt es rund 350 reformierte Pfarrstellen, die aus allgemeinen Steuermitteln finanziert werden.
http://www.bernerzeitung.ch/region/kanton-bern/Vor-allem-Berner-Kirchen-auf-dem-Land-von-Stellenabbau-bedroht/story/15218232

Kath. Kirche: Lohnklassen und Unterschiede

Freitag, 17. Januar 2014

Auch in der Kirche sind die Lohnunterschiede überraschend gross. Während der 47-jährige Basler Bischof Felix Gmür 170 000 Franken im Jahr verdient, kommt sein Amtskollege Vitus Huonder (71), Bischof von Chur, auf ein Jahreseinkommen von gerade mal 95 000 Franken. Beim Bistum Basel verteidigt man das Salär des Bischofs. Dieses sei «in Ordnung so», wie Bistumssprecherin Adrienne Suvada auf Anfrage sagt. «Im Vergleich zu anderen Branchen ist es sogar eher gering.» Hinzu komme, dass das Bistum Basel grösser sei als jenes in Chur und so der Aufwand und die Verantwortung des Bischofs auch entsprechend grösser seien.
So viel verdienen die verschiedenen Kirchenangestellten im Kanton Luzern. Quelle: Römisch-katholische Landeskirche des Kantons Luzern. Zoom

So viel verdienen die verschiedenen Kirchenangestellten im Kanton Luzern. Quelle: Römisch-katholische Landeskirche des Kantons Luzern. (Grafik: Oliver Marx)
Löhne bis weit über 200 000 Franken

Im Bistum Chur kommentiert man dies nicht. Übermässig hohen Vergütungen für Kirchenpersonal steht man aber grundsätzlich skeptisch gegenüber. Der regionale Generalvikar in Zürich beispielsweise ist laut Giuseppe Gracia, Sprecher des Bistums Chur, in der Lohnklasse 25 eingeteilt, welche Löhne von 141 000 bis 213 000 Franken vorsieht. «In Zürich bezeichnet man diese hohen Löhne als marktgerecht», sagt Gracia. «Dies ist aber keine kirchliche Kategorie und nicht unsere Meinung.»

http://www.luzernerzeitung.ch/nachrichten/schweiz/schweiz-sda/Loehne-der-Bischoefe-klaffen-weit-auseinander;art46447,327703