Artikel-Schlagworte: „Achse der Religiösen“

Achse der Religiösen: Rom – Teheran

Mittwoch, 17. November 2010

Der Päpstliche Rat für den interreligiösen Dialog und sein iranisches Pendant veröffentlichen eine Zusammenfassung der Ergebnisse der Arbeiten des christlich-islamischen Kolloquiums in Teheran (9.-11. November)

Rom (kath.net/as) Vom 9. bis 11. November fand in Teheran (Iran) das 7. „Kolloquium“ zwischen dem Zentrum für den interreligiösen Dialog der „Organisation für die Kultur und die islamischen Beziehungen“ und dem Päpstlichen Rat für den Interreligiösen Dialog statt. Dem Kolloquium standen gemeinsam der Präsident des Rates, Kardinal Jean-Louis Tauran, sowie der Präsident der iranischen Organisation für die Kultur und die islamischen Beziehungen, Mohammad Baqer, vor.

Auf der Grundlage der von Gelehrten beider Seiten vorgelegten Relationen setzten sich die Teilnehmer am Kolloquium mit dem Thema „Religion und Gesellschaft heute: christliche und muslimische Perspektiven“ auseinander. Dabei wurden drei Unterthemen untersucht: 1. Religion und Zivilgesellschaft: die philosophische und theologische Perspektive; 2. Religion und Zivilgesellschaft: die historisch-rechtliche Perspektive; und 3. Religion und Zivilgesellschaft: aktuelle Probleme und Chancen.

Als Ergebnis der Arbeiten wurde, wie der Vatikan am heutigen Dienstag bekannt gab, das Folgende festgehalten:

1. Die Gläubigen und Religionsgemeinschaften haben auf der Grundlage ihres Glaubens an Gott eine spezifische Rolle, die sie in der Gesellschaft auf der Ebene der Gleichheit mit den anderen Bürgern entfalten.

2. Die Religion besitzt eine ihr innewohnende soziale Dimension, zu deren Achtung der Staat verpflichtet ist. Deshalb darf die Religion auch im Interesse der Gesellschaft nicht in die Sphäre des Privaten ausgegrenzt werden.

3. Die Gläubigen sind dazu aufgerufen, an der Suche nach dem Gemeinwohl mitzuarbeiten, dies auf der Grundlage einer festen Beziehung zwischen Glauben und Vernunft.

4. Es ist notwendig, dass Christen und Muslime wie auch alle anderen Gläubigen und Menschen guten Willens zur Antwortfindung auf die heutigen Herausforderungen zusammenarbeiten, indem sie die moralischen Werte, die Gerechtigkeit und den Frieden fördern sowie die Familie, die Umwelt und die natürlichen Ressourcen verteidigen.

5. Der Glaube erfordert aufgrund des ihm eigenen Wesens Freiheit. Deshalb muss die Religionsfreiheit als der menschlichen Würde innewohnendes Recht immer von den Einzelpersonen, den sozialen und staatlichen Instanzen respektiert werden. Bei der Anwendung dieses Grundprinzips muss der historisch-kulturelle Hintergrund einer jeden Gesellschaft in Betracht gezogen werden, insofern dieser nicht im Widerspruch mit der Menschenwürde steht.

6. Die Erziehung der jungen Generationen muss auf der Suche nach der Wahrheit, auf den geistlichen Werten und der Förderung der Erkenntnis gegründet sei.

http://www.kath.net/detail.php?id=28936

Kt. SG: Ethikgruppe oder staatlich finanzierte Religionslobby?

Sonntag, 29. August 2010

“Die Ethikgruppe des Kantonsrates St.Gallen besteht seit dem Jahr 2000. Ihr gehören rund 30 <von 120, Erg. der Red.> Kantonsrätinnen und Kantonsräte aller Parteien an. Die Co-Präsidenten der Ethikgruppe sind Felix Bischofberger, Altenrhein, und Monika Lehmann, Rorschacherberg. Gemäss Statut prüft die Ethikgruppe Sachvorlagen und politische Fragen aller Art unter dem Blickwinkel der Ethik, namentlich der christlichen Ethik. Sie ist ein Forum für die Meinungsbildung der Mitglieder, die sich dann in den Fraktionen, in den vorberatenden Kommissionen und im Kantonsrat gezielt für Anliegen der Ethik einsetzen.”  http://www.sg.ch/news/1/2010/08/ethikgruppe_des_kantonsrates.html

Jährlich trifft die Ethikgruppe die Religionsvertreter des Kantons, das heisst Bischof Markus Büchel, Kirchenratspräsident Dölf Weder, Rabbiner Hermann Schmelzer und den Präsidenten des Dachverbandes islamischer Gemeinschaften in der Ostschweiz, Hisham Maizar.

Mitglieder

Präsidenten:
Bischofberger Felix, Thal
CVP, katholisch
Lehmann-Wirth Monika, Rorschacherberg, CVP,

Mitglieder
Klee-Rohner Helga, Berneck, FDP
Kündig-Schlumpf Silvia, Rapperswil-Jona
Grüne

Tätigkeit

www.tagblatt.ch – Kopftuchverbot: Ethikgruppe für Dialog mit den Muslimen

Kritik

Mit ihrer öffentlichen Verlautbarung über das Kopftuchverbot überschreitet die Ethikgruppe ihr Ziel “Forum für die Meinungsbildung der Mitglieder, die sich dann in den Fraktionen, in den vorberatenden Kommissionen und im Kantonsrat gezielt für Anliegen der Ethik einsetzen”. Sie erhebt sich zum eigenständigen Politikberatungsgremium und wird in ihrer einseitig christlichen Ausrichtung zur staatlich finanzierten Religionslobby.

Achse der Religiösen?

Mittwoch, 7. Oktober 2009

Tony Blair ruft zum Kampf gegen die Säkularen

In seiner Rede “A Globale Agenda for Chage” sagte Tony Blair, der als erster “Europäischer Präsident” gehandelt wird:

“We face an aggressive secular attack from without. We face the threat of extremism from within.” Arguing that there was “no hope” from atheists who scorn God, he said the best way to confront the secularist agenda was for all faiths to unite against it. “Those who scorn God and those who do violence in God’s name, both represent views of religion. But both offer no hope for faith in the twenty first century.”

http://tonyblairoffice.org/2009/10/this-is-the-full-text.html

Achse der Religiösen?

In der Schweiz gibt es seit Mitte Mai 2006 einen “Rat der Religionen”. Aus sechs Männern besteht er derzeit, dieser Rat, der anstelle des Kampfes den Dialog der Religionen in der Schweiz vorantreiben will, oder eine Achse der drei abrahamitischen, monotheistischen Religionen?

Würden die religiösen Chefs einfach unter sich parlieren und den inter-religiösen Dialog und Frieden pflegen, wäre nichts dagegen einzuwen-den.

Problematisch wird es jedoch, wenn sie sich als religionspolitische Kraft formieren und sich der Politik als ethisch-religiöse Instanz anbieten.

Problematisch erstens, weil sie unter dem Namen “interreligiöser Dialog” nur jenen innerhalb der abrahamitischen Religionen verstehen – andere Religionen und Weltanschauungen wie etwa den Buddhismus oder auch die Freidenker ausschliessen.

Problematisch zweitens, weil sie auf diese Weise ihre (schwindende) politische Macht in einer Achse bün-deln und Einfluss nehmen wollen. Hier drohen letztlich amerikanische Verhältnisse, indem die Zugehörigkeit zu einer bekennenden Kirche zur Voraussetzung für eine PolitikerInnen-Laufbahn werden könnte. Problematisch drittens, weil sie – als teilweise staatlich finanzierte Kirchen – Religionspolitik betrieben wol-len und wohl bald die Initiative für einen Religionsartikel in der Bundes-verfassung lancieren werden – auch mit unseren Steuergeldern!

Problematisch schliesslich, weil sie sich der Politik und der Öffentlichkeit nicht nur als religiöse sondern auch als ethische Instanz anbieten und sich auf die alte und haltlose Behauptung, dass es keine Ethik ohne Religion geben kann, stützen.

Alles in allem eine problematische Sache… Möglicherweise neutralisieren sich die Vertreter in endlosen Debatten und wenig aussagekräftigen Pressecommuniqués. Möglicherweise wird der Rat der Religionen auch instrumentalisiert für die Lobbyarbeit der Juden in Sachen Schächtungsverbot und der Muslime in Sachen öffentlich-rechtliche Anerkennung, muslimische Friedhöfe und staatliche Imam-Ausbildung.

Schlechtestenfalls stehen wir am Anfang einer neuen Runde im Kampf zwischen Religion und Aufklärung, der derzeit auch weltweit aufscheint, wenn in einem Brief der iranische Präsident den amerikanischen in einer religiösen Sprache öffentlich zum Kampf gegen die freiheitlichen Ideale der “Gottlosen” aufruft – zur internationalen Achse der Religiösen.

Die Anliegend der FVS sind in diesem Kontext aktueller denn je – und die FVS ist bereit, die Interessen der Konfessionsfreien zu vertreten. Weil dabei mit ungleichen Spiessen gefochten wird, müssen wir noch mehr Unterstützung finden – personell und finanziell. ZV und Geschäftsstelle arbeiten daran.

Reta Caspar in FREIDENKER 6/2006

Keine Duldung von Parallelgesellschaften in der Schweiz!

Montag, 29. Dezember 2008

Pressemitteilung

Den Vorschlag des Freiburger Sozialanthropologieprofessors Christian Giordano, künftig auch in der Schweiz Scharia-Gerichte offiziell anzuerkennen, weist die Freidenker-Vereinigung der Schweiz in aller Schärfe zurück. Auch wenn es stimmen mag, dass solche Strukturen sich bereits heute im Verborgenen entwickeln, ist dies kein Grund, sie staatlich zu fördern. Mit dem gleichen Argument könnte man sonst auch z.B. Mafiagerichte staatlich anerkennen.

Allianz der Religiösen – finanziert durch allgemeine Steuergelder?

Nachdem der Multikulturalismus als Ideologie versagt hat, liebäugelt nun ein Professor – vielleicht nicht ganz zufälligerweise einer katholischen Hochschule – mit dem Rechtspluralismus. Applaus natürlich vom umstrittene Berner Soziologieprofessor Farhad Afshar, der im so genannten „interreligiösen Dialog“ in der Schweiz omnipräsent ist.

Die Landeskirchen und von ihr dominierte Institutionen schmieden unter dem Deckmantel des „interreligiösen Dialoges“ an der Allianz der monotheistischen Religionen gegen die Nichtreligiösen und gegen unliebsame Staatsmonopole wie die Justiz – auch auf aus allgemeinen Steuermitteln finanzierten Lehrstühlen!

Keine Integration durch Religion!

Die FVS spricht sich für eine klare Trennung von Staat und Kirchen / Religionen aus und für eine ebenso klare Integrationspolitik: Integration erfordert einerseits die Bereitschaft der einzelnen Immigrierenden, sich in die hiesige, säkulare Gesellschaft einzufügen und die hier geltenden Gesetze einzuhalten, und andererseits die Bereitschaft der Gesellschaft, integrierungswilligen Menschen gegenüber offen zu sein.

Die FVS ist der Überzeugung, dass die Errungenschaften der Aufklärung Europas heutige Kultur nachhaltig geprägt und viele der klerikalen christlichen Elemente erfolgreich verdrängt haben.

Eine säkulare, pluralistische und demokratische Gesellschaft kann das Gleiche auch mit dem Islam erreichen.

Die Ausübung ihrer angestammten Religion mag zwar in einer ersten Phase gewissen Immigrierenden helfen, in einem fremden Land heimisch zu werden.

Aber: Nicht alle Immigrierenden sind religiös und der Staat soll Religionen nicht fördern. Deshalb darf Integration durch Religion keine staatliche Strategie sein.

Die FVS setzt hier auf die bewährten Werkzeuge Aufklärung und Bildung und auf die gegenseitige Verpflichtung zu Toleranz und Respekt.

Reformierte Presse wettert gegen die Freidenker-Vereinigung

Samstag, 8. November 2008

Pressemitteilung 8.11.2008
Reformierte Presse wettert gegen die Freidenker-Vereinigung

Die „reformierte Presse“ (Nr. 45, 7.11.2008) berichtet über die Kampagne der Freidenker-Vereinigung der Schweiz „Leben ohne Dogma: Ich bin konfessionsfrei!“.

Falsche Behauptung
Im Artikel mit dem Titel „Freidenker-Vereinigung wettert gegen die Kirchen und den Rat der Religionen“ wird vom Sekretär des SCR (irrtümlicherweise) behauptet, die Freidenker-Vereinigung der Schweiz FVS habe um Aufnahme in den schweizer Rat der Religionen SCR gebeten und sei abgelehnt worden.
Behauptung ist nachweislich falsch. Tatsache ist, dass ein Schriftenwechsel zwischen dem SCR und einem ehemaligen Mitglied der FVS stattgefunden hatte, der 2006 den SCR aufgefordert hatte, auch die Freidenker zum Gespräch einzuladen. Es bestand zu keinem Zeitpunkt ein Kontakt zwischen der FVS und dem SCR.
Chefredaktorin Monika Dettwiler hat die falsche Behauptung ohne Nachforschungen abgedruckt und damit ihre Sorgfaltspflicht verletzt.
Das selbst gewählte Motto des SCR „Mehr miteinander statt übereinander zu reden“ wäre auch in diesem Fall zu beherzigen gewesen.

Der Artikel erweckt zudem den Eindruck, dass ein Gespräch zwischen der Journalistin und der Geschäftsführerin der FVS stattgefunden hat, was ebenfalls nicht der Fall ist.

Der Artikel zitiert darüber hinaus aus einem E-Mail-Wechsel mit den Co-Präsidenten der FVS, Stefan Mauerhofer – auch hier wieder mit Fehlern und Unterstellungen. So war etwa der Begriff „Kirchengeschädigter“ in der Frage der Journalistin enthalten und nicht vom Antwortenden selber („Stefan Mauerhofer gibt an“) ins Spiel gebracht. Stefan Mauerhofer hat in seiner Antwort geschrieben: „Wir empfinden die Präambel in unserer Verfassung und der Text unserer Nationalhymne als Beleidigung unserer Person.“ und meint damit den Gottesbezug in beiden Texten. Daraus macht die Journalistin: „Wir wollen eine Verfassung ohne Präambel“.

Was ist los in der „reformierten Szene“?

(In Anlehnung an die reformierte Presse, die von der „Humanistenszene“ spricht.)
Die FVS hat sich lediglich erlaubt, im Jahr ihres 100-jährigen Bestehens jene mindestens 11% Konfessionsfreien in der Schweiz auf die Webseite konfessionsfrei.ch aufmerksam zu machen.
Dort werden gezielt Menschen angesprochen, die keiner Konfession angehören und auf dieser Seite mit vollem Namen, Beruf und Wohnort öffentlich dazu stehen und ihre Gründe angeben können. Mittlerweile gibt es etwas über 300 Einträge.
Ziel der Kampagne ist es, dass die Konfessionsfreien, deren Recht auf Religionsfreiheit auch in der Schweiz keine Selbstverständlichkeit ist, dazu zu ermuntern, ihre Rechte geltend zu machen.
Das Entsetzen, das die Journalistin packt, wenn sie auf der Webseite der FVS frei-denken.ch liest
“Formalitäten eines Kirchenaustritts interessieren viele BesucherInnen“ ist nicht nachvollziehbar. Tatsächlich suchen heute Leute, die aus der Kirche austreten wollen, im Internet nach Informationen. Tatsächlich gehen in der Geschäftsstelle der FVS wöchentlich Anfragen ein von Leuten, die bei ihrem Versuch aus der Kirche auszutreten auf Schwierigkeiten stossen – trotz eindeutiger Rechtslage.

Kein Monopol für Ethik und Moral
Seit der Jahrtausendwende stellen wir in der öffentlichen Debatte fest, dass religiöse Kreise – in erster Linie die Katholische Kirche und die Freikirchen das Monopol für Ethik und Moral beanspruchen. Aber auch die reformierte Kirche hat mit ihrem Projekt „Religionsartikel“ das Ziel, dieser – abgesehen von der verunglückten Präambel – neutralen Verfassung wieder zu einem Bekenntnis zur Religion zu verhelfen.

Achse der Religiösen
Auch im „Rat der Religionen“ ist die reformierte Kirche massgeblich daran beteiligt, mit Steuergeldern – auch von Nichtgläubigen (z.B. Zwangskirchensteuern von Juristischen Personen oder aus allgemeinen Steuermitteln) nicht nur den innerreligiösen Dialog herzustellen sondern auf Bundesebene „Ansprechpartner bei ethischen und religiösen Fragen“ zu sein. (Tachles 12. Mai 2006)
In der Medienmitteilung des SCR vom 11. November 2008 steht auch das Ziel „Kontaktstelle zu den Bundesbehörden in nationalen religionspolitischen Fragen“ und die Aussage, dass bereits jetzt ich der SCR zweimal jährlich mit dem Vorsteher des Departementes des Innern trifft.
Bereits bei der Gründung des SCR 2006 hat die FVS von der Achse der Religiösen gewarnt, die in der Schweiz auf nationaler Ebene aktiv wird – voilà.