Archiv für die Kategorie „Statistik“

Jeder fünfte Stadtzuger ist konfessionslos

Mittwoch, 25. Januar 2012

Immer mehr Menschen ohne Konfession leben im Kanton Zug. In der Stadt Zug ist es beispielsweise jeder Fünfte, der keiner der beiden Landeskirchen angehört. Das hat diverse Gründe: Einerseits ziehen viele Leute von ausserhalb zu, die weder katholisch noch reformiert sind. Auf der anderen Seite sei auch die Zahl der Kirchenaustritte spürbar, wie Andreas Wissmiller, Dekan der Katholischen Kirche Kanton Zug, bestätigt. Im Durchschnitt treten hier pro Jahr 300 Personen aus der Kirche aus

http://www.kath.ch/index.php?&na=11,10,0,0,d,75366

Kirchengänger sterben aus

Donnerstag, 12. Januar 2012

Deutschland

Die Welt
In der Evangelischen Kirche sinkt nicht nur die Zahl der Mitglieder: Nur noch ein Bruchteil geht zum Sonntagsgottesdienst. Sogar an Heiligabend bleiben zwei Drittel zu Hause.
2010 sind im Durchschnitt nur 3,6 Prozent der Protestanten sonntags in die Kirche gegangen, während diese Quote 2009 bei 3,8 und 2000 bei 4,1 Prozent gelegen hatte.

http://www.welt.de/politik/deutschland/article13810418/Protestanten-vergeht-die-Lust-am-Kirchenbesuch.html

Situation in der Schweiz

Die deutsche Statistik entspricht den Zahlen, die in der Schweiz im Juni 2011 publiziert worden sind:

DIE RELIGIÖSEN GEMEINSCHAFTEN IN DER SCHWEIZ : EIGENSCHAFTEN, AKTIVITÄTEN, ENTWICKLUNG
Schlussbericht der National Congregations Study Switzerland (NCSS) im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms 58

Erhebung 2007/2008

Alter und Geschlecht der Teilnehmenden (Seite 24 des Berichtes)

Das durchschnittliche Alter variiert stark je nach religiöser Tradition. Die Kirchgänger/innen in den römisch-katholischen, christkatholischen und evangelisch-reformierten Gemeinschaften weisen ein vergleichsweise hohes durchschnittliches Alter auf. Zwischen 56% und 64% der Partizipierenden sind 60 oder älter. Vor allem Christlich-orthodoxe und muslimische Gemeinschaften verfügen dagegen über besonders hohe Anteile von Personen zwischen 18 und 35 Jahren.

Kt. TI: Reformierte – Statistik und Realität

Samstag, 12. November 2011

Gemäss Volkszählung lebten im Jahr 2000 17’730 Reformierte im Tessin. 2010 sieht die Realität anders aus: Ca. 5’600 Personen sind eingeschriebene Mitglieder in einer der drei Tessiner Kirchgemeinden.

http://epaper2.tessinerzeitung.ch/ee/teze/_main_/2011/11/04/011/

Vom unaufhaltsamen Aufstieg der Konfessionslosen in Basel

Freitag, 4. November 2011

ref.ch
Rund 44 Prozent der Basler Bevölkerung waren Ende 2010 konfessionslos. 19 Prozent sind Protestanten, 16 Prozent römisch-katholisch und knapp 10 Prozent sind Muslime. Die Zahlen veröffentlichte das Präsidialdepartement des Kantons Basel-Stadt am 4. November.

http://www.ref.ch/de/hauptseiten/news/schweiz/#c3411

http://www.drs.ch/www/de/drs/nachrichten/regional/basel-baselland/303681.konfessionslose-nehmen-weiterhin-zu.html

Der (nicht) gelebte Glaube

Dienstag, 6. September 2011

Migros Magazin
Gemäss einer Studie der Universitäten von Lausanne und St. Gallen mit Zahlen bis 2009 setzten sich die oben ablesbaren Trends weitgehend fort: Die evangelisch-reformierte Kirche verlor kontinuierlich weiter an Gläubigen, bis sie nunmehr noch rund 32% der Wohnbevölkerung umfasst. Dramatischer sah die Entwicklung zuletzt bei der römisch-katholischen Kirche aus: Sie wusste den Bestand von 2000 bis 2005 sogar minim zu steigern, dann brachen die Zahlen aber rapide ein, innert fünf Jahren von gut 38,5% auf gerade noch etwas über 31%. Wie sehr dafür die Missbrauchsskandale oder der neue Papst (mit-)verantwortlich sind, ist unbekannt. Klar ist jedoch, dass auf tieferem Niveau die evangelisch-reformierte Kirchgemeinde in der Schweiz erstmals seit Mitte der 80er-Jahre wieder die grösste ist.

Die Angehörigen anderer Kirchen haben innert zehn Jahren um rund 4% auf neu 12% zugenommen (wobei die Gruppe der islamischen Gläubigen stärker zulegte), am markantesten aber stieg der Anteil der Konfessionslosen, und zwar in dieser Studie im gleichen Zeitraum um über 7% auf nahezu 25%. Allerdings dürften bei diesen Zahlen im Gegensatz zu jenen aus obiger Volkszählung auch Kategorien wie «keine Angabe» oft dazugezählt worden sein.

Ganzer Artikel mit Tabelle: http://www.migrosmagazin.ch/index.cfm?id=45994

Stadt Zürich: Jede zweite Kirche bald überflüssig

Donnerstag, 18. August 2011

Tages Anzeiger
Die 34 Kirchgemeinden in der Stadt Zürich stehen vor Fusionen, um trotz Mitgliederschwund weiter funktionieren zu können. Fast die Hälfte der Kirchen würde damit überflüssig.

Ein Analysebericht der Situation in Reformiert-Zürich erstellt von der Firma Landert Partner kam 2008 zum Schluss, dass es angesichts der heute schon kleinen Kirchgemeinden kaum möglich ist, 34 Kirchgemeinden längerfristig zu finanzieren. Noch sind die Finanzen gesund, zur Hauptsache dank jährlich rund 65 Millionen Franken Steuereinnahmen und Rückstellungen. Die grösste Ausgabe sind die Personalkosten mit rund 27 Millionen Franken für etwa 850 Personen, davon 400 in fester Anstellung, die übrigen im Stundenlohn. 2008 waren es bei den Festangestellten 64 Stellen für Pfarrerinnen und Pfarrer, 60 für Hausdienst, 55 für Sozialdiakonie, 16 für Verwaltung und 13 für Kirchenmusik.Jedes Jahr wendet die Kirche überdies 15 bis 18 Millionen Franken für Renovationen auf und etwa 10 Millionen für den Unterhalt der Kirchen, Kirchgemeinde- und Pfarrhäuser. Angesichts des anhaltenden Mitgliederschwundes und der schrumpfenden Steuereinnahmen bei gleichbleibendem Aufwand für die Kirchen und Kirchgemeindehäuser zeichnet sich ein Finanzierungsproblem ab. Wenn Verband und Kirchgemeinden so weitermachen wie bisher, entsteht bis 2016 ein geschätzter Investitionsbedarf von 100 Millionen Franken.

Ganzer Artikel: http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/stadt/Zu-viele-Kanzeln-fuer-zu-wenig-Glaeubige/story/10025848

Jugendbarometer: “Die Kirche wird zur Event-Agentur”

Sonntag, 14. August 2011

NZZ
58 Prozent der Jugendlichen in der Schweiz glauben an eine höhere Macht. Obwohl 73 Prozent einer christlichen Religionsgemeinschaft angehören, sagen aber nur 43 Prozent, es gebe einen Gott, 29 Prozent weisen den Glauben an eine höhere Macht oder Gott sogar explizit zurück.  «Die Kirche verkommt provokativ formuliert zur Event-Agentur, welche bei zentralen Lebensschwellen die Infrastruktur und den emotionalen Rahmen bietet», schreiben die Studienautoren vom Forschungsinstitut GfS Bern.
Ähnlich ist dies bei den Nichtchristen. Von ihnen geht sogar fast jeder Zweite gar nicht mehr in eine Gebetsstätte. Als Muslime bezeichneten sich bei der Umfrage 3,2 Prozent; bei Erwachsenen lag ihr Anteil laut Volkszählung 2000 bei 4,3 Prozent.

http://www.nzz.ch/nachrichten/politik/schweiz/jeder_zweite_jugendliche_glaubt_an_eine_hoehere_macht_1.11899419.html

Spiegel: “Gottlose Trendsetter”

Montag, 1. August 2011
Worin unterscheiden sich Ungläubige von Gläubigen? Atheisten sind gebildeter, toleranter und wissen mehr über den Gott, an den sie selbst nicht glauben.
Barry Kosmin ist ein Marktforscher der etwas anderen Art. Die von ihm untersuchten Kunden konsumieren bei Firmen, die Namen wie Lifechurch.tv oder World Overcomers Christian Church™ tragen. Der Soziologe analysiert die von US-Kirchen angebotenen Souvenirshops, Fernsehsendungen und Gottesdienstleistungen.
Vor allem aber erforscht Kosmin jene Gruppe von Kunden, die sich im Konsumstreik befinden und keine religiösen Produkte nachfragen: die Ungläubigen. “Die Konfessionslosen sind das am schnellsten wachsende Segment auf dem Markt der Weltanschauungen”, sagt Kosmin. “In den vergangenen 20 Jahren hat sich ihre Zahl in den USA auf 15 Prozent verdoppelt.”
http://wissen.spiegel.de/wissen/epaper/SP/2011/30/106.html etwas nach unten scrollen!

CH: Mitgliederzahl der Freikirchen stagniert

Samstag, 30. Juli 2011

NZZ
Der «Markt» der Freikirchen ist hart. Grosse Kirchen haben rund ein Drittel ihrer Mitglieder verloren. Andere müssen darum kämpfen, den Bestand zu halten. Der Boom beschränkt sich auf charismatische Gemeinden. Nur pfingstlerische Gemeinden konnten in den letzten Jahren zulegen

Während der vergangenen Wochen fand die evangelikale Freikirche International Christian Fellowship (ICF) viel mediales Interesse. Mit einer Mischung von trendigem Auftritt und konservativer Botschaft schaffte es die ICF, innerhalb von 15 Jahren einige tausend vor allem junge Anhänger zu gewinnen. Von einem solchen Boom können viele Freikirchen nur träumen. Ein Blick in die Statistiken zeigt, dass es unter den freien Gemeinschaften mindestens so viele Verlierer wie Gewinner gibt.

Gewinner und Verlierer

Abgesehen von einzelnen Trendkirchen konnten in den vergangenen 20 Jahren auf breiter Front einzig die Gemeinden der Schweizerischen Pfingstmission namhaft zulegen. Sie steigerten ihre Mitgliederzahl von rund 5600 auf 9400. Umgekehrt erging es der evangelisch-methodistischen Kirche (EMK). Die lange Zeit grösste Freikirche der Schweiz verlor in den vergangenen zwei Jahrzehnten rund ein Drittel ihrer Anhänger und umfasst heute noch 6500 Personen. Auch die Heilsarmee verzeichnet einen ähnlich hohen Aderlass, während die Chrischona-Gemeinden sowie die freien evangelischen Gemeinden (FEG) ihre Mitgliederzahlen halten konnten.

Dass die Freikirchen insgesamt bestenfalls stagnieren, bestätigt der Religionssoziologe Jürg Stolz von der Universität Lausanne: «Die klassischen Freikirchen haben Mühe, ihre Mitglieder zu halten.» Einen Boom erlebten pfingstlerische und charismatische Gemeinden, bei denen Emotionen und das Erleben des Glaubens im Zentrum stehen. Darunter gebe es neu gegründete Gemeinden wie die ICF. «Ob diese in zehn oder zwanzig Jahren auch noch wachsen, ist fraglich», sagt Stolz. Auch gelinge es diesen Gemeinden nur teilweise, Leute ausserhalb der freikirchlichen Szene anzuwerben. «Ein grosser Teil des Wachstums geht auf Kosten von andern Gemeinschaften.»

Max Schläpfer, Leiter der Schweizer Pfingstmission, sieht den Erfolg seiner Gemeinden darin begründet, dass sie konsequent missionarisch ausgerichtet seien und das Evangelium lebensnah verkündigten. «Wir sind überzeugt, dass uns Gott im Alltag hilft», sagt er und weist auf Heilungen von Kranken hin. Allerdings ist sich Schläpfer bewusst, dass einfache Rezepte allein die Gemeinden noch nicht wachsen lassen. «Die Begabung des Gemeindeleiters spielt eine wichtige Rolle.» Bei der Pfingstmission ist das offensichtlich: Einen grossen Teil des Wachstums brachte das Christliche Zentrum Buchegg in Zürich, wo nun jeden Sonntag 2500 Personen den Gottesdienst besuchen.

Gelockerte Bindungen
Zurückhaltend gibt sich der Leiter der Chrischona-Gemeinden Schweiz, René Winkler. Seine Gemeinden konnten in den letzten Jahrzehnten die Mitgliederzahlen auf demselben Niveau behalten. Allerdings sieht die Entwicklung der Chrischona-Gemeinden sehr unterschiedlich aus. Ein Drittel der Gemeinden wächst, ein Drittel stagniert, und ein weiteres Drittel verliert Mitglieder. «Bei uns legen vor allem grosse Gemeinden zu», sagt Winkler.

Als die Trendkirche ICF aufkam, habe die Chrischona Jugendliche an die Jugendkirche verloren. Ganz allgemein sei die Bindung der Mitglieder an freikirchliche Gemeinden heute loser als früher, stellt Winkler fest. «Wenn sich jemand an etwas stört, wechselt er die Gemeinde.» Dabei stünden oft nicht theologische Auseinandersetzungen im Mittelpunkt, sondern Fragen des Gottesdienststils oder der Musik.

Unzufriedenheit sei oft auch bei der EMK der Grund für Abgänge, sagt Markus Bach. Seine Kirche hat in den letzten 40 Jahren mehr als die Hälfte ihrer Mitglieder verloren. «Die EMK will eine Freikirche für alle Altersstufen und Frömmigkeitsstile sein», sagt der methodistische Pfarrer. Auch wenn diese grosse Bandbreite zu Abgängen geführt habe, halte die Kirche an dieser Ausrichtung fest. Eine Schwierigkeit sei, dass die EMK an vielen Orten kleine Gemeinden unterhält. «Die Ansprüche der Gläubigen sind gewachsen», sagt Bach. Heute brauche es für eine attraktive Gemeinde neben einem Pfarrer weitere Mitarbeitende, geeignete Räume und eine Jugendarbeit. «Ein solches Angebot können oft nur grössere Gemeinden bieten.»

Natürliche Stärken
Ob Freikirchen wachsen oder Mitglieder verlieren, hängt für den Soziologen Jürg Stolz allerdings nur teilweise mit dem Frömmigkeitsstil oder dem Angebot zusammen. «Der natürliche Nachwuchs oder die Gebärfreudigkeit der Freikirchlerinnen ist ein ebenso wichtiger Faktor.» Aus diesem Blickwinkel haben die Chrischona-Gemeinden und die Methodisten zumindest langfristig gute Chancen: Ihre Frauen gebären im Durchschnitt knapp zwei Kinder. Die Pfingstler bringen es auf 1,6 Kinder pro Frau, während die weiblichen Mitglieder der heute boomenden Freikirchen wie ICF oder Vineyard nur gerade 0,8 Kinder gebären.

Matthias Herren, NZZ 25. Juli 2011

Kt. SG: Kirchenaustritte 2010

Freitag, 8. Juli 2011

Das Bistum St.Gallen (Kantone St.Gallen und beide Appenzell) verzeichnet einen sehr starken Anstieg an Austritten: 2008 waren es 1068, 2009 1565 und letztes Jahr schnellte die Zahl auf 2115 an.

Aus der Evang.-Ref. Kirche des Kantons SG traten letztes Jahr 1009 Personen aus.

http://zehnder-stgaller.che.newsmemory.com/ 7.7.2011