Archiv für die Kategorie „Statistik“

“Religion lindert die Angst vor dem Tod?” – Weltweite Studie zu einem wenig erforschten Thema

Freitag, 31. März 2017

Artikel auf spiegel.de vom 29.03.2017:

Wenn am Ende das Paradies wartet, kann die Reise in den Tod gar nichts so schlimm werden. Eine gängige Theorie besagt, dass religiöse Menschen weniger Angst vorm Sterben haben. Das einzige Problem an der Schlussfolgerung: So richtig solide nachgewiesen wurde bislang nicht, dass Gläubige es mit dem Gedanken ans Sterben einfacher haben.



Jetzt werteten Forscher um Jonathan Jong von der Coventry University und Kollegen hundert Fachartikel zum Thema aus, die zwischen 1961 und 2014 erschienen sind. Die Arbeiten enthielten Daten von 26.000 Menschen weltweit. Demnach kann ein fester Glaube tatsächlich die Angst vor dem Tod abschwächen. Allerdings kommt es auf die Motivation an, die hinter dem Glauben steckt. Und auch Atheismus kann die Angst vor dem Tod lindern.

Zunächst zu den Gläubigen: Die Forscher fanden einen leichten Zusammenhang zwischen Religiosität und weniger Todesangst. Je gläubiger die Menschen waren, desto weniger Angst hatten sie vor dem Tod, berichten die Forscher im Fachmagazin “Religion, Brain and Behavior”. Dabei war es egal, ob Religion als Glaube an Gott, an ein Nachleben oder religiöses Verhalten wie Kirchgänge oder regelmäßiges Beten definiert war.

Allerdings stellten die Forscher einen Unterschied zwischen Menschen fest, die aus eher pragmatischen Gründen, etwa wegen des sozialen Umfelds, eine Religion praktizierten und jenen, die tatsächlich tief gläubig waren. Die Tiefgläubigen hatten demnach weniger Angst vor dem Tod als die Zweckgläubigen.

Aber auch Atheisten kommen offenbar besser mit dem Gedanken ans Sterben klar als solche, die Religion etwa aus sozialen Gründen praktizieren. Elf der untersuchten Studien prüften die Theorie, ob einerseits Atheisten und Tiefgläubige am wenigsten Angst vor dem Tod haben und andererseits Menschen, die sich in ihrer Überzeugung nicht sicher sind, am meisten. Zehn dieser elf Untersuchungen bestätigten die These.

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“Ziemlich buntes Licht” – Studie der Uni Luzern zur Religionsvielfalt im Kanton Luzern

Montag, 16. Januar 2017

“200 Wege, um zu Gott zu finden” – Artikel auf luzernerzeitung.ch vom 16.01.2017

Luzern ist ein tief katholischer Kanton – daran hat sich in den letzten 150 Jahren nichts geändert. Das heisst allerdings nicht, dass es nur eine Kirche gab und gibt. Im Gegenteil: Seit Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden über 200 religiöse Gruppen und Gemeinschaften im Kanton. Einen Überblick über die Geschichte und Entwicklung dieser Gemeinschaften bietet das Projekt «Religionsvielfalt im Kanton Luzern» des religionswissenschaftlichen Seminars der Universität Luzern.

Ein Blick auf die interaktive Karte (siehe Hinweis) zeigt: Religionsvielfalt im Kanton Luzern heisst zunächst einmal Christentum im Plural. 79 Prozent der Wohnbevölkerung gehören dem Christentum an. Sie teilen sich ­jedoch in römisch-katholische, evangelisch-reformierte, freikirchliche, christkatholische, ­orthodoxe, altorientalische und weitere Gemeinschaften auf.

Ebenfalls augenfällig: Gemeinschaften nicht-christlicher Religionen sind fast nur in der Stadt und Agglomeration Luzerns anzutreffen. «Wir haben ein gewisses Stadt-Land-Gefälle zwar erwartet, diese Deutlichkeit ist allerdings schon bemerkenswert», sagt Martin Baumann, Leiter des Religionswissenschaftlichen Seminars. So ermittelten die Forscher innerhalb der Agglomeration Luzerns etwa zwölf buddhistische, acht islamische und je zwei hinduistische und jüdische Gruppen und Gemeinschaften.

>>Zum Artikel auf luzernerzeitung.ch

Deutschland: Konfessionsfreie stellen mit 36% der Bevölkerung 2015 grösste “weltanschauliche Gruppe” – Aktuelle Zahlen der “Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland”

Dienstag, 20. Dezember 2016

In den letzten vier Jahrzehnten haben die beiden christlichen Großkirchen empfindliche Mitgliederverluste hinnehmen müssen: 1970 waren (in der damaligen Bundesrepublik) 92,3 Prozent der Bevölkerung Protestanten (47,7 Prozent) oder Katholiken (44,6 Prozent). 1987 hatte sich der Anteil der Kirchenmitglieder auf 84,5 Prozent reduziert, wobei die Evangelische Kirche Deutschlands (EKD) mit 41,6 Prozent sehr viel stärkere Verluste verkraften musste als die römisch-katholische Kirche, deren Mitglieder damals 42,9 Prozent der Bevölkerung stellten. Mit der deutschen Einheit verringerten sich die Anteile der beiden Amtskirchen weiter, da die Bürgerinnen und Bürger in den „neuen Ländern“ mehrheitlich konfessionsfrei waren. Dennoch gehörten 1990 noch über 72 Prozent der Bevölkerung der römisch-katholischen oder evangelischen Kirche an. Seither ist der Anteil der Katholiken und Protestanten noch einmal beträchtlich gesunken. Im Jahr 2015 waren nur noch 56 Prozent der in Deutschland lebenden Menschen in einer der beiden Großkirchen organisiert, nämlich 28,9 Prozent in der römisch-katholischen und 27,1 Prozent in der evangelischen Kirche (EKD).

Halten die gegenwärtigen Trends an, dürfte bereits in etwa zehn Jahren die 50-Prozent-Marke unterschritten sein, also mehr als die Hälfte der Bevölkerung keiner der beiden Großkirchen mehr angehören. Ansteigen werden hierdurch die Bevölkerungsanteile der anderen „Weltanschauungsgruppen“, vor allem der Konfessionsfreien, die schon 2015 mit 36 Prozent die größte Gruppe in Deutschland stellten, sowie die konfessionsgebundenen Muslime, deren Bevölkerungsanteil 2015 nach fowid-Berechnungen bei 4,4 Prozent lag. Zuwächse wird es wohl auch bei den Mitgliedern anderer Religionsgemeinschaften (u. a. Orthodoxe Kirchen, Freikirchen, Juden, Hindus und Buddhisten) geben, die 2015 auf einen Bevölkerungsanteil von 3,6 Prozent kamen.

>>Zum Artikel auf fowid.de

Jahresbericht 2015 – “Infosekta.ch”

Montag, 24. Oktober 2016

“Beispiele aus der Beratertätigkeit und neuer Anfragerekord zu den Zeugen Jehovas” (weiterlesen…)

“Rasantes Wachsen der Konfessionslosen seit der Jahrtausendwende” – Studie zur Religionslandschaft Schweiz

Montag, 7. Dezember 2015

Kat.ch vom 06.12.2015″St. Gallen, 6.12.15 (kath.ch) Wegen der Einwanderung konnte sich der Anteil der römisch-katholischen Bevölkerung in der Schweiz gut halten und ist aktuell am höchsten. Die evangelisch-reformierte Kirche, aktuell an zweiter Stelle, verlor seit den 1950er-Jahren fast ein Drittel ihrer Gläubigen. Die Zahl der Konfessionslosen verdoppelte sich seit der Jahrtausendwende. Diese und weitere Fakten zeigt eine aktuelle Studie des Schweizerischen Pastoralsoziologischen Instituts (SPI) in St. Gallen.” - kath.ch vom 06.12.2015

>>Zum Artikel

Kt. AG: 2014 Kirchenaustrittsrekord

Freitag, 5. Juni 2015

2014 hat sich die Lage gegenüber dem Vorjahr nochmals zugespitzt, wie die Zahlen im aktuellen Jahresbericht zeigen. Über 3000 Mitglieder haben die Kirche verlassen – ein neuer Negativrekord.
http://www.aargauerzeitung.ch/aargau/kanton-aargau/der-reformierten-kirche-im-aargau-laufen-die-mitglieder-davon-129207921

Strukturerhebung 2011-2013, Religion

Donnerstag, 28. Mai 2015

Die Anteile der römisch-katholischen und der evangelisch-reformierten Landeskirchen haben zwischen seit 2000 und 2011-2013 leicht abgenommen (um 4,1 Prozentpunkte bzw. 7 Prozentpunkte), im Gegensatz zu demjenigen der islamischen Glaubensgemeinschaften (+1,4 Prozentpunkte). Der Anteil der jüdischen Glaubensgemeinschaften ist fast identisch, und derjenige der Konfessionslosen nimmt um 10 Prozentpunkte zu.
http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/themen/01/05/blank/key/religionen.html

Mündiger Mensch statt staatliches Dekret

Sonntag, 10. Mai 2015

Der Psychologe und Bildungsforscher Gerd Gigerenzer sagt, dass wir mehr von Statistik verstehen müssen – und gleichzeitig besser auf unsere innere Stimme hören sollen.
http://www.tagesanzeiger.ch/wissen/Menschen-sind-nicht-dumm-aber-man-verdummt-sie/story/21971647

Den Glarner Landeskirchen gehen die Mitglieder aus

Sonntag, 19. April 2015

Bei der römisch-katholischen Glarner Landeskirche ist die Anzahl an Mitgliedern in den letzten 15 Jahren um rund 20 Prozent zurückgegangen, bei der evangelisch-reformierten um rund 22 Prozent in den letzten 25 Jahren. Und: «Eine Trendwende ist derzeit nicht erkennbar», sagt Stefan Müller, Präsident des katholischen Glarner Kirchenrats.
http://www.bote.ch/politik/den-glarner-landeskirchen-gehen-die-mitglieder-aus

Abwendung von Religion im Allzeithoch: Trennung von Staat und Kirche muss endlich angepackt werden

Freitag, 17. April 2015

Medienmitteilung

Die Schweiz figuriert in der kürzlich veröffentlichten WIN/Gallup-Studie unter den 15 am wenigsten religiösen Ländern der Welt. Nur noch 38% der Einwohner bezeichnen sich hierzulande als religiös. Die Freidenker fordern deshalb: Die Politik muss diesen gesellschaftlichen Wandel endlich aufnehmen und Staat und Kirche entflechten und die Religionskunde in der Schule modernisieren.

Der Trend ist klar und unumkehrbar: je jünger, desto unbedeutender die Rolle der Religion. Nur 26 Prozent der 18- bis 24-Jährigen bezeichnet sich in der Schweiz als religiös, bei den 25- bis 34-Jährigen sind es auch nur 30 Prozent. Einzig bei den über 65-Jährigen gibt noch eine knappe Mehrheit von 55 Prozent an, religiös zu sein. Datenblatt Schweiz

Mit der Abnahme der Religiosität verliert auch die gesellschaftliche Rolle der Religionsgemeinschaften an Bedeutung. Die Gründe für ihre Privilegierung durch den weltlichen Staat sind nicht mehr gegeben. Die Aufgabe des Staates ist primär, ihre Kultusfreiheit in den Grenzen des Rechtsstaates sicherzustellen. Dies bedingt keine öffentliche Anerkennung und schon gar keine pauschalen Subventionierungen. Abgeltungen sollen nur für Leistungen erbracht werden, die tatsächlich im Interesse der Allgemeinheit erfolgen, und die keinerlei missionarischen Charakter haben. Die staatlich geschaffene Monopolstellung der Kirchen beispielsweise in der Spitalseelsorge muss beendet werden, denn sie wird den Bedürfnissen der Bevölkerungsmehrheit nicht gerecht.

Insbesondere muss die säkulare Realität unserer Gesellschaft endlich auch im Bildungssystem Berücksichtigung finden, fordert der Präsident der Schweizerischen Freidenker-Vereinigung, Andreas Kyriacou. «Es muss vermittelt werden, dass ethisches Handeln nicht von religiösem Glauben abhängt und dass Kindern aus nicht-religiösen Familien nichts fehlt. Das  Zürcher Schulfach ‘Religion und Kultur’ etwa zeichnet ein Bild, das mit der gesellschaftlichen Realität nichts zu tun hat: Es wird suggeriert, Religion sei omnipräsent und ein Grundbestandteil des Lebens eines jeden Einzelnen. Die Kinder werden so dargestellt, wie sie die Autoren gerne hätten, nicht, wie sie sind.» Das Zürcher Fach müsse deshalb grundlegend überarbeitet werden, fordert Kyriacou. Ethik sei in den Vordergrund zu stellen, die Religionskunde könne in den Geschichtsunterricht eingebettet werden.