Archiv für die Kategorie „Sekten“

11. 11. 14.30 Uhr Olten: Vortrag von Sektenexpertin Katharina Meredith

Donnerstag, 9. November 2017

Kinder und Eltern in totalitären Gemeinschaften: Wenn Glaubenssysteme Angst und Druck erzeugen und somit die Familieneinheit zerstören

Nicht alle Kinder wachsen mit der Möglichkeit auf, sich frei entwickeln und ihren eigenen Weg gehen zu dürfen. Was für Folgen kann es haben, wenn Eltern an eine unsichtbare Macht oder einen lebendigen Guru glauben? Wenn sie in ein System geraten, in dem sie enormen Druck ausgesetzt werden und anfangen unter Endzeitängsten zu leiden? Was verändert sich in der Familie und in der Eltern-Kind-Bindung?

Wenn Eltern extremen religiösen, esoterischen oder politischen Gruppierungen beitreten, werden sie bald mit Nachdruck aufgefordert, ihre Kinder im Sinne dieser „höheren Macht“ zu formen. Die Eltern richten ihren Blick nach oben, in geistige Welten, sowie in die versprochene Zukunft und verlieren den Blick für das Kind, das sie im Hier und Jetzt dringend braucht. Diese Lücke füllt die neue Gemeinschaft und übernimmt nach und nach die Erziehung des Kindes.
Familiäre Beziehungen stehen in Konkurrenz zu den Hierarchien der Gruppe und den narzisstischen Ansprüchen von Gruppenführern. Daher werden diese systematisch zerstört. Für Kinder verändert sich die ganze Welt. Sie suchen Sicherheit, Schutz und Trost bei ihren Eltern, werden aber plötzlich von ihnen abgewiesen und müssen sich mit einer angstmachenden Ideologie sowie einem neuen sozialen Umfeld auseinandersetzen.

Bald werden die Gruppe und die Ideologie ihr neuer Halt. Sie tun alles, dem Idealbild der Gruppe zu entsprechen, auf Kosten ihrer eigenen Individualität, denn nur Anpassung wird belohnt. Wenn dies nicht gelingt, werden sie oft von den eigenen Eltern als Gefahr für das Überleben der Gruppe und der Stellung der Eltern in ihr gesehen und ausgeschlossen. Die Eltern glauben, im Interesse der Kinder zu handeln, während sie diese willig missbrauchen oder misshandeln um ihnen als auch sich selbst einen Platz im Paradies zu sichern.

Katharina Meredith bietet Beratung und Psychoedukation rund um das Thema Zwang und Manipulation in Glaubensgemeinschaften und Extremismus an.

Sie hat einen Bachelor in Psychologie, Training als Selbsthilfegruppenleiterin für Häusliche Gewalt und arbeitet mit InfoSekta in der Schweiz und der International Cultic Studies Association in den USA zusammen. Außerdem bietet sie Seminare und Kurse für Sektenaussteigern. Sie leitet je eine Webseite auf Englisch und Deutsch und zwei Blogs mit einem starken Fokus auf die Bindung zwischen Eltern und Kindern innerhalb abgeschotteten Gruppen und den schwierigen Übergang ins normale Leben.

Katharina Meredith wurde 1982 in Deutschland geboren, verließ ihre Heimat mit 10 Jahren, als ihre Eltern einer esoterischen Sekte beitraten und wuchs unter anderem in Belize, Mittelamerika auf. Nach ihrem Ausstieg 2012, verbrachte sie 12 Jahre in der USA. Seit Anfang 2015 wohnt sie mit ihrem Mann und zwei Kindern in der Schweiz. Sie bietet Beratung und Psychoedukation rund um das Thema Zwang und Manipulation in Glaubensgemeinschaften und Extremismus an.

“Der Zorn Gottes” – Wie christliche Sekten Kinder misshandeln

Sonntag, 16. April 2017

Artikel auf huffingtonpost.de:

Ein Kind will nicht beten. Und kassiert von seinen Eltern dafür Schläge.
Ein Kind bittet um ein Eis. Und bekommt von seinen Eltern eine gescheuert.
Ein Kind hört von seinen Eltern, dass die Welt untergehen wird. Und nässt in der Nacht aus lauter Angst ein.
Das deutsche Recht nennt so etwas Kindesmisshandlung. Einige fundamentalistische Christen nennen so etwas Gottes Wille.

Besorgnis nimmt zu

Und diese radikalen Christen gibt es auch in Deutschland. Sekten-Experten berichten der Huffington Post, dass sie vermehrt Anfragen besorgter Menschen erhalten, die wissen wollen, wie gefährlich neue christliche Gemeinschaften sind. Bei der Sekten-Info in Nordrhein-Westfalen etwa waren 2016 fundamentalistische Christen das Top-Thema, das die Anrufer beschäftigte.
Und immer wieder rufen auch Menschen an, die Hinweise darauf haben, dass radikale Christen ihren Kindern etwas antun. In ihrem neuen Jahresbericht warnt die Sekten-Info ausdrücklich vor der Gefahr.
Am bekanntesten ist wohl der Fall der “Zwölf Stämme”. Die Sekte lebte in Schwaben und Mittelfranken, verweigerte ihren Kindern über Jahre den Schulbesuch. Und ließ dafür die hauseigene Lehrerin prügeln, wenn ein Kind stotterte, etwas falsch vorlas. Bis zu 33 Schläge mit der Rute am Tag erhielten die Kinder.

Je religiöser die Eltern, desto massiver prügeln sie

Die Lehrerin der “Zwölf Stämme” sitzt inzwischen für zwei Jahre hinter Gittern. Ende vergangenen Jahres wurde das Urteil rechtskräftig. Die Behörden haben 2013 40 Kinder in Obhut genommen.
Aber die “Zwölf Stämme” sind nicht die einzigen, die mit der Prügelstrafe für Kinder auffallen.
Sabine Riede, Pädagogin der Sekten-Info Nordrhein-Westfalen, sagt der Huffington Post: “Wir erfahren, dass Kinder in christlich-fundamentalistischen Kirchen häufiger geschlagen werden.”
Das deckt sich auch mit den Erkenntnissen, die der Kriminologe Christian Pfeiffer in Befragungen von Schülern gewonnen hat: Je religiöser die Eltern, desto massiver prügeln sie.
So finden sich in diversen deutschsprachigen evangelikalen Erziehungsratgebern Anweisungen zum Schlagen. Die Schweizer Fachstelle für Sektenfragen, Info Sekta, hat dazu erschütternde Beispiele zusammengetragen. “Kindererziehung nach Gottes Plan” von Gary und Anne Marie Ezzo zum Beispiel werde von vielen Gemeinschaften genutzt und sei eine “systematische Anleitung zu körperlicher und psychischer Misshandlung von Kindern”.

Details zeigen, wie perfide die Anweisungen sind, etwa zur Wahl der richtigen Rute: “Dagegen schmerzen die Schläge eines leicht biegsamen Gegenstandes, ohne dabei Knochen oder Muskeln zu schädigen [...] Verspürt das Kind keinen Schmerz, ist das Instrument wahrscheinlich zu leicht oder zu weich. Bleiben Verletzungen zurück, war der Gegenstand zu hart oder er wurde unsachgemäß verwendet.”

Bis das Kind aufgegeben hat

Der radikal-christliche Autor Michael Pearl schreibt in “Wie man einen Knaben gewöhnt”: “Wenn Sie sich auf ein Kind setzen müssen, um es zu versohlen, dann zögern Sie nicht. Und halten Sie es solange in dieser Stellung, bis es aufgegeben hat.”
Die Sektenbeauftragte Riede verweist außerdem auf Fälle von Misshandlung durch die Organische Christus Generation (OCG), die ihr begegnet sind. “Ihr Gründer Ivo Sasek hat sein eigenes Erziehungskonzept entwickelt”, sagt Riede. “Erziehen mit Vision” heißt das Buch. Darin rate er, die Kinder auch mit der Rute zu züchtigen.
Alles zum Wohl der Kinder natürlich. “Er will alle Kinder vor dem Höllengericht bewahren”, sagt Riede.
Die Pädagogin hält es für “doppelt schlimm”, wenn Schläge mit dem Glauben begründet werden. “Denn die Eltern reden sich damit heraus, dass sie ja gar nicht schlagen wollten, sondern müssten, um die bösen Kinder vor der Hölle zu bewahren. Damit findet eine Täter-Opfer-Umkehr statt. Das Kind hat keine Chance, sich dagegen aufzulehnen.”

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Jahresbericht 2015 – “Infosekta.ch”

Montag, 24. Oktober 2016

“Beispiele aus der Beratertätigkeit und neuer Anfragerekord zu den Zeugen Jehovas” (weiterlesen…)

infoSekta Medienmitteilung zum Gedenktag für die Opfer der Sekte “Zeugen Jehovas”

Montag, 27. Juli 2015

topelement.jpg“Morgen Samstag, den 26. Juli 2014, findet erstmals der “Watchtower Victims Memorial Day” statt – ein weltweiter Gedenktag für die Opfer der Zeugen Jehovas. Initiiert wird der Anlass von der amerikanischen NGO AAWA – Advocates for Awareness of Watchtower Abuses. Die Organisation macht damit auf die verheerenden Folgen der Lehre der Zeugen Jehovas besonders für Familien aufmerksam. In Deutschland organisiert die prominente Aussteigerin Barbara Kohut den Gedenkanlass. “

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