Archiv für die Kategorie „Religionspolitik“

Feiertage: modernisieren oder durch mehr Ferientage ersetzen

Mittwoch, 4. Oktober 2017

Der Artikel in der Aargauer Zeitung vom 3. Oktober zum Umgang mit Feiertagen stiess auf grosse Resonanz. Der Blick doppelte noch am selben Tag nach und heute Mittwoch folgt nun ein Artikel auf 20 Minuten, der im Anriss auf der Front «Freidenker wollen die Feiertage abschaffen» die von Andreas Kyriacou geäusserte Position verkürzt wiedergibt.

Andreas Kyriacou wurde im Frühjahr 2017 von der ökumenisch-interreligiös ausgerichteten Zeitschrift aufbruch angefragt, einen Text zum Umgang mit den religiösen Feiertagen zu verfassen. Er erschien in der Juni-Ausgabe:

Die religiösen Feiertage sind längst säkularisiert, tragen wir dem auch gesetzlich Rechnung!

Sie sind beliebt, die Feiertage, die an Ereignisse der christlichen Religionslehre erinnern sollen. Die Beliebtheit hat heute allerdings vornehmlich mit dem Freiraum zu tun, die sie uns bieten – wir können privaten Interessen nachgehen oder uns mit Freunden oder Familienangehörigen treffen. Das Bedürfnis, die Tage mit religiösen Inhalten zu füllen, ist hingegen am Schwinden. Gemäss Erhebungen des Bundesamtes für Statistik nehmen 60 Prozent der Katholiken und über 70 Prozent der Reformierten höchstens fünfmal im Jahr an einem Gottesdienst teil, über ein Fünftel der Kirchenmitglieder verzichtet sogar ganz auf deren Besuch. Dies und die stetig steigende Zahl der Konfessionslosen sollte Auswirkungen auf den gesetzlichen Umgang mit diesen Tagen haben.

Etliche Kantone geben einigen religiösen Feiertagen einen besonderen Stellenwert und verbieten dann nichtreligiöse Anlässe, im Kanton Zürich gehören dazu auch Sportveranstaltungen im Freien. Derlei anachronistische Verhaltensverbote gehören abgeschafft. Feiertage wie Auffahrt, Pfingsten oder der Bettag, bei denen die meisten die religiöse Bedeutung kaum mehr kennen, geschweige denn ihre Tagesplanung danach ausrichten, sollten in Gesetzestexten überhaupt nicht mehr als spezifisch religiöse Feiertage gelten. Will man die Zahl der Feiertage, die Arbeitstätigen zustehen, erhalten, wäre ein Ansatz im Stil der Englischen Bank Holidays eine gute Möglichkeit. Ostern und Weihnachten sollen ruhig offizielle Feiertage bleiben, wer sie wie nutzen will, soll einfach jeder frei entscheiden dürfen.

Die Möglichkeit, Feiertage künftig wie Englische Bank Holidays zu behandeln, besprach Andreas Kyriacou auch mit Sacha Ercolani von der Aargauer Zeitung, der den Vorschlag in seinen Artikel aufnahm:

Dies würde bedeuten, dass einige vereinbarte Tage im Jahr als arbeitsfrei gelten. Laut Kyriacou könnten es Tage sein, die auf religiöse Feiern zurückgehen, aber ebenso weltliche Feiertage wie der 1. Mai oder der 1. August. Fallen sie auf ein Wochenende, gelte der Montag darauf als arbeitsfrei. «Sie wären arbeitsrechtlich wie andere Sonntage zu behandeln. Personen, die an diesem Tag arbeiten müssen, können den Tag also kompensieren», so Kyriacou. «Tanz- oder andere Verbote sollte es an solchen Tagen selbstredend nicht geben.»

Es geht also um zwei Varianten: entweder Feiertage wie den Pfingstmontag belassen bzw. in einen «Bank Holiday» umwandeln oder sie als verordnete Freitage aufgeben und stattdessen die Zahl der Ferientage entsprechend erhöhen.

Was aber relevanter ist: die Verhaltensverbote an den so genannt «hohen Feiertagen» müssen weg: selbstredend soll jeder den Pfingstsonntag oder den Bettag zum Kirchenbesuch oder zur Suche nach innerer Ruhe nutzen können. Es gibt aber keinen Grund, anderen zu verbieten, an diesen Tagen zu tanzen oder Fussball zu spielen.

FVS-Präsident zum künftigen Umgang mit religiösen Feiertagen

Dienstag, 3. Oktober 2017

Sasha Ercolani von der AargauerZeitung befragte unseren Präsidenten Andreas Kyriacou zum künftigen Umgang mit Feiertagen:

«Wäre die Inanspruchnahme eines christlichen Feiertags mit einem Gottesdienstzwang verbunden, wären die hohen Feiertage mit Sicherheit im Nu abgeschafft», sagt Andreas Kyriacou, Präsident der Freidenker-Vereinigung der Schweiz. «Dies und die stetig steigende Zahl der Konfessionslosen müssen künftig unbedingt Auswirkungen auf den gesetzlichen Umgang mit diesen Tagen haben.» Kyriacou fordert, dass Feiertage wie Auffahrt oder Pfingsten, bei denen die meisten die religiöse Bedeutung kaum mehr kennen, geschweige denn ihre Tagesplanung danach ausrichten, in Gesetzestexten nicht mehr als spezifisch religiöse Feiertage gelten.»

-> Zum Artikel

Burkaverbot: Initiative kommt zustande

Montag, 18. September 2017

Soll die Burka in der Schweiz verboten werden? Das Volk wird das letzte Wort in dieser Frage haben. | MARIO VEDDER (AP dapd)

Luzerner Zeitung, 13. September 2017

BERN ⋅ Die Volksinitiative für ein Verhüllungsverbot kommt zustande. Zwei Tage vor Ablauf der Sammelfrist hat das Egerkinger Komitee die nötigen 100000 Unterschriften beisammen.

Das Komitee um den Solothurner SVP-Nationalrat Walter Wobmann hat auf den letzten Drücker die nötigen 100’000 beglaubigten Unterschriften erreicht, wie Recherchen unserer Zeitung zeigen. Am nächsten Freitag werden das Komitee die Unterschriften der Bundeskanzlei übergeben. Damit wird das Schweizer Volk über ein Burkaverbot abstimmen können.

Walter Wobmann bestätigte auf Anfrage, dass die Initiative zustande gekommen sei. Er spricht von einem «massiven Schlussspurt» bei der Unterschriftensammlung, der richtig gut verlaufen sei.

Einen grossen Anteil am Zustandekommen der Initiative hat Erwin Lötscher. Der 76-jährige Pensionär aus Willisau im Kanton Luzern steuerte im Alleingang 9700 Unterschriften bei.

Ein Verhüllungsverbot gilt bereits im Kanton Tessin. Das gleiche gilt für Frankreich, Belgien, Holland und Bulgarien. Und ab Oktober werden vollverschleierte Frauen auch in Österreich gebüsst.

Weitere Berichte zum Thema:

“Knapp vor Fristende: Burkaverbot-Initiative kommt zustande” – Tagesanzeiger vom 13.09.2017

Aargauer Zeitung (Videobericht)

“Unglaublich ist die Zahl falscher Unterschriften” – 20 Minuten vom 09.08.2017

“Zwängerei gegen den Vollschleier” – Tagesanzeiger vom 14.09.2017

„Die Burka steht für die Unterdrückung der Frau“ – Der norwegische Autor und Philosoph Jostein Gaarder auf welt24.de

Samstag, 25. März 2017

 

“Panorama” auf welt24.de vom 19.03.2017:

In seinem Roman „Sofies Welt“ gab der Schriftsteller Jostein Gaarder einfache Antworten auf große Fragen. Heute ist der Norweger gegen die Burka, verurteilt aber auch den Hass auf Muslime.
Der norwegische Philosoph und Bestsellerautor Jostein Gaarder („Sofies Welt“, „Das Orangenmädchen“) hat sich klar gegen die Verschleierung von Frauen ausgesprochen. „Ich würde viel dafür geben, wenn die Burka abgeschafft würde – nicht nur in meinem Land, sondern überall“, sagte Gaarder der „Welt am Sonntag“ „Die Burka repräsentiert für mich die Unterdrückung von Frauen.“

>>Artikel auf welt24.de lesen

“Lussuria” (Wollust): Das neue Buch des Enthüllungsjournalisten Emiliano Fittipaldi – Sexueller Missbrauch und die Kultur des Schweigens in der katholischen Kirche

Dienstag, 7. Februar 2017

NZZ-online vom 20.1.2017:

Kindsmissbrauch durch Priester

Franziskus’ Lippenbekenntnisse

von Andrea Spalinger, Rom

Kein Papst hat Pädophilie so wortgewaltig verurteilt wie Franziskus. Doch in der Praxis schützt die katholische Kirche auch unter ihm noch immer die Täter in den eigenen Reihen.
Emiliano Fittipaldi ist nicht der Typ von Journalist, der sich einschüchtern lässt. Die Publikation seines Buches über Korruption und Geldverschwendung in der katholischen Kirche hatte dem 42-jährigen Neapolitaner einen Prozess im Vatikan wegen Veröffentlichung geheimer Dokument beschert. Nach Monaten wurde er im Juli schliesslich freigesprochen. Zu dem Zeitpunkt arbeitete der Enthüllungsjournalist bereits an einem neuen, nicht weniger brisanten Buch über sexuellen Missbrauch durch Geistliche und das Versagen der Kirche, dagegen vorzugehen. Am Donnerstag ist das Buch mit dem Titel «Lussuria» («Wollust») erschienen.

Kultur des Schweigens

Fittipaldis Quellen sind diesmal keine Whistleblower und geheimen Dokumente, sondern öffentlich zugängliche Gerichtsakten, Briefe aus Kirchgemeinden und lokale Medienberichte. Daraus zeichnet der Journalist vor allem ein ziemlich düsteres Bild über die Lage in Italien. In den vergangenen zehn Jahren wurden hier 200 Priester wegen Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen angezeigt oder verurteilt. «Die bekanntgewordenen Fälle sind jedoch nur die Spitze des Eisbergs», betont Fittipaldi in einem Gespräch mit der NZZ.

In seinem Buch beschreibt er einzelne Fälle wie jenen eines Priesters aus der Lombardei, der Kinder im Beichtstuhl missbrauchte und 2016 in erster Instanz zu fast fünf Jahren Haft verurteilt wurde. Papst Franziskus und die zuständige Glaubenskongregation verweigerten in dem Fall die Zusammenarbeit mit den Justizbehörden, sie hielten interne Dokumente unter Verschluss. Ein Priester aus Kalabrien wurde 2015 von der Polizei mit einem 17-Jährigen im Auto in einer kompromittierenden Stellung ertappt. Es stellte sich heraus, dass er sich regelmässig mit minderjährigen Prostituierten traf. Wie aus Abhörprotokollen hervorgeht, riet der zuständige Bischof dem Priester, nicht mit den Behörden zu kooperieren. – Während in den USA, in Australien, Irland und Belgien in den letzten Jahrzehnten Skandale aufgedeckt und auch aufgearbeitet wurden, ist sexueller Missbrauch durch Priester in Italien noch weitgehend ein Tabuthema. «In traditionell sehr katholischen Ländern wie Italien, Spanien und einigen südamerikanischen Staaten herrscht bis heute eine Kultur des Schweigens», erklärt Fittipaldi. «Die Opfer und ihre Familien wagen es oft nicht, Fälle zu melden. Oder sie werden nicht ernst genommen.» Lokale Medien berichten zwar über Missbrauchsfälle, und vereinzelt werden Täter rechtskräftig verurteilt. Diese werden dann aber als bedauerliche Einzelfälle hingestellt, und man will nicht wahrhaben, dass ein grundlegendes Problem besteht.

Reine Lippenbekenntnisse

Papst Franziskus hat die «Plage» des Kindsmissbrauchs mit deutlichen Worten verurteilt und eine Null-Toleranz-Politik gegenüber Pädophilen angekündigt. Er hat unter anderem eine Kommission eingesetzt, die Vorschläge zum Schutz von Kindern ausarbeiten soll, und die Schaffung eines Tribunals versprochen, das Geistliche im Fall von Vertuschung zur Rechenschaft ziehen soll.

«Leider waren dies reine Lippenbekenntnisse», kritisiert Fittipaldi. «In der Praxis hat sich die Lage unter Franziskus kein bisschen verbessert.» Die eingesetzte Spezialkommission habe in vier Jahren ganze dreimal getagt, und das Sondergericht gebe es noch gar nicht. Laut Experten ist eines der Hauptprobleme, dass der Vatikan Priester und Bischöfe nicht dazu verpflichtet, Verdachtsfälle im eigenen Umfeld anzuzeigen. Und so werden pädophile Priester weiter geschützt und hin und her versetzt, anstatt exkommuniziert und gerichtlich verfolgt zu werden. Bischöfe und Kardinäle wiederum, die Missbrauch geschehen lassen oder gar vertuschen, machen Karriere.

Nicht nur in Italien ist das Phänomen noch immer weit verbreitet. Seit dem Amtsantritt von Franziskus 2013 sind bei der Glaubenskongregation 1200 Anzeigen aus der ganzen Welt eingegangen. Was mit diesen geschehen ist, bleibt unklar, weil das Dossier als streng geheim behandelt wird. In den meisten Fällen dürfte rein gar nichts unternommen worden sein.

Franziskus persönlich hat Vertraute mit fragwürdiger Vergangenheit befördert. Drei von neun Mitgliedern seines Kardinalsrates haben eine schmutzige Weste. Das prominenteste Beispiel ist Kardinal George Pell, der Leiter des Wirtschaftssekretariats und dritthöchster Mann im Vatikan. Der Australier hatte als Erzbischof von Sydney systematisch Missbrauch vertuscht und Opfer bestochen, und obwohl er mit 75 Jahren bereits das Pensionsalter erreicht hätte, hält Franziskus an ihm fest.

In einzelnen Fällen hat der Papst zwar durchgegriffen, allerdings immer erst dann, wenn Skandale publik wurden und die Betroffenen nicht mehr tragbar waren. So etwa im Fall des ehemaligen Botschafters in der Dominikanischen Republik, Josef Wesolowski. Der Pole hatte erwiesenermassen jahrelang Kinder missbraucht und pornografisches Material gesammelt. Bevor die Affäre ausser Kontrolle geriet, wurde er festgenommen. Als erstem ranghohem Kirchenvertreter sollte ihm im Vatikan der Prozess gemacht werden. Doch das Verfahren wurde mehrmals verschoben, und Wesolowski starb schliesslich, ohne zur Rechenschaft gezogen worden zu sein.

>>Artikel auf nzz.ch lesen

Schweizer Freidenker sind bestürzt über das Attentat in Berlin

Donnerstag, 22. Dezember 2016

Mit Bestürzung nehmen die Freidenker der Schweiz das blutige Attentat von Berlin zur Kenntnis. Sie gedenken der Opfer und ihren Hinterbliebenen und wünschen ihnen Kraft für die kommende Zeit. Besonders an Weihnachten, dem Fest, das für viele Menschen schon lange keinen religiösen Hintergrund mehr hat, aber dennoch Gelegenheit für das Zusammensein mit der Familie oder geliebten Menschen bietet, zeigt sich die Grösse des Verlusts noch einmal deutlicher und schmerzhafter.

Einmal mehr fordert offensichtlich religiös begründeter Fanatismus unschuldige Opfer. Bedauerlicherweise wird das feige Attentat nun von Kreisen instrumentalisiert, denen eine von Toleranz und Menschlichkeit geprägte Gesellschaft selbst ein Dorn im Auge ist.

Dass eben eine solche Haltung zu einer Schwächung der offenen Gesellschaft, deren humanistischen Werte Grundlage unseres freiheitlichen Zusammenlebens sind, führt, resümiert der Philosoph und Autor Michael Schmidt-Salomon in seinem soeben erschienenen Buch «Die Grenzen der Toleranz». Aus diesem Grund zitieren wir an dieser Stelle seinen Kommentar, veröffentlicht auf der Webseite der Giordano Bruno Stiftung am 20.12.2016:

Den Terroristen nicht in die Falle laufen!Kommentar von Michael Schmidt-Salomon zu dem mutmaßlichen Anschlag in Berlin 

Die Nachricht von der Tragödie auf dem Berliner Weihnachtsmarkt war gerade erst über die Ticker gelaufen, da wusste der Landeschef der AfD in Nordrhein-Westfalen Marcus Pretzell bereits, wer die Schuld daran trägt. Via Twitter verkündete Pretzell zu einem Zeitpunkt, als nicht einmal ansatzweise klar war, ob es sich bei den dramatischen Ereignissen an der Gedächtniskirche um einen Unfall, einen apolitischen Amoklauf oder einen terroristischen Anschlag gehandelt hatte: «Wann schlägt der deutsche Rechtsstaat zurück? Wann hört diese verfluchte Heuchelei endlich auf? Es sind Merkels Tote!» Dabei übersah der AfD-Politiker allerdings, dass gerade er und seinesgleichen den Terroristen in die Hände spielen. Denn Rechtspopulisten zählen – wenn auch unfreiwillig – zu den wichtigsten Verbündeten der Islamisten im globalen Dschihad.

Die islamischen Gotteskrieger verfolgen eine perfide und bislang sehr wirkungsvolle Strategie, die in zahlreichen, u.a. im Internet verbreiteten Schriften nachzulesen ist: Da sie nicht die Mittel besitzen, die westlichen Demokratien militärisch ernsthaft zu gefährden, sollen viele terroristische Einzelaktionen die Bürgerinnen und Bürger in Angst und Schrecken versetzen und entsprechende Aversionen gegen die Muslime» wecken, was wiederum zu einer weiteren Radikalisierung unter Muslimen führen soll.

Den Masterplan für diese Strategie hat der einflussreiche Islamist Abu Musab al-Suri in seiner 1.600-seitigen Propagandaschrift «Aufruf zum weltweiten islamischen Widerstand» dargelegt. Darin heißt es: «Wenn wir zwölf Angriffsteams in der gesamten islamischen Welt bilden könnten und jedes dieser Teams würde eine Operation im Jahr ausführen, dann gäbe es jeden Monat einen Angriff. Wenn sie zwei Operationen schaffen, wäre das alle fünfzehn Tage ein Angriff.» Bezüglich der Angriffsziele gab al-Suri folgende Empfehlung: «Die Angriffsart, die Staaten abschreckt und Regierungen stürzt, ist der Massenmord an der Bevölkerung. Man muss Menschenmengen ins Visier nehmen, um maximale Opferzahlen zu erzielen. Das ist sehr einfach, weil es viele solcher Ziele gibt, wie zum Beispiel gefüllte Sportstadien, jährliche gesellschaftliche Veranstaltungen, gut besuchte Marktplätze, Hochhäuser und andere Gebäude mit vielen Menschen.»

Für die Umsetzung dieser Strategie brauche es nur 100 entschlossene Kämpfer, meinte al-Suri. Sie könnten mit gezielten Attacken die Rechtsstaaten destabilisieren – und dabei auf die unfreiwillige Unterstützung westlicher Nationalisten und «Kreuzzügler» rechnen. Denn diese würden, so das Kalkül al-Suris, reflexartig Gegenmaßnahmen gegen «die Muslime» einleiten. Die damit einhergehende Unterdrückung der Muslime sei eine großartige Stütze im globalen Dschihad. Denn sie führe zu größerer Ungerechtigkeit und zu massiveren Konflikten, was viele junge Muslime dazu motivieren würde, sich am bewaffneten Kampf gegen «die Ungläubigen» zu beteiligen.

Derzeit sieht es so aus, als sei der 23-jährige Pakistani, der in Berlin festgenommen wurde, al-Suris Anweisungen gefolgt, als er mit einem gestohlenen LKW in die Menschenmenge auf dem Berliner Weihnachtsmarkt raste. Gesichert ist diese Annahme im Augenblick noch nicht. Fest steht aber schon jetzt, dass sich Rechtspopulisten wie Marcus Pretzell geradezu sklavisch an das Terror-Drehbuch der Dschihadisten halten. Sie sind, ohne es zu ahnen, die wirkungsvollsten Verstärker des globalen Dschihad. Wenn wir dem Islamismus wirksam entgegentreten wollen, können wir es uns nicht erlauben, weiterhin in diese Falle zu laufen.

Buchempfehlung zum Thema:
Elmar Theveßen: Terror in Deutschland. Die tödliche Strategie der Islamisten. München 2016.

“Islamophobie”: Kacem El Ghazzali zum Blasphemievorwurf anlässlich von Islamkritik

Montag, 12. Dezember 2016

Auf seinem Blog schreibt Kacem El Ghazzali über die Scheu vor allem westlicher Intellektueller, das fundamentalistische Potential des Islam beim Namen zu nennen:

Es ist jedenfalls schon erstaunlich, dass ausgerechnet jene Liberalen aus dem Westen, die für sich das Erbe der Aufklärung in Anspruch nehmen, nicht selten davon sprechen, dass Islamisten und Djihadisten den Islam missbrauchen würden. Was macht sie so sicher, dass sie bar jeder Evidenz und Erfahrung unentwegt behaupten, die Fundamentalisten seien nicht islamisch und hätten nichts mit dem Islam zu tun? Missbrauchte etwa auch der Prophet Mohammed den Islam, als er, wie es im Koran und den Hadithen nachzulesen ist, religiöse Kriege gegen Nichtgläubige und Juden geführt oder Apostaten zum Abschuss freigegeben hatte?

Er zieht den Vergleich zur europäischen Aufklärung, welche er gleichermassen wie die aktuell sich fortschreitend entwickelnde Situation des Islam als einen “dialektischen geschichtlichen Prozess” betrachtet. Nur durch “harte geschichtliche Auseinandersetzungen” war es gelungen die Aufklärung – gegen den erbitterten Widerstand des Christentums – durchzusetzen und als Basis der westlichen Gesellschaften zu festigen.

Dementsprechend zieht er das Fazit, dass nicht ein Leugnen und Verharmlosen des im Islam inhärenten Problempotentials  den Weg für einen Prozess der Aufklärung und Modernisierung desselben ebnet:

Statt also auf diejenigen regressiven Linken zu hören, die wie beim djihadistischen Anschlag in Paris und  auf Charle Hebdo noch beinahe jeden islamistischen Terroranschlag verharmlost oder gar legitimiert haben, sollte der Westen besser Denkerinnen und Denker wie Elham Manea, Ahmed Mansour, Hamed Abdel Samad und andere liberale, säkulare Muslime und Ex-Muslime unterstützen. Diese kennen den Islam nicht nur besser, sondern sie haben auch unter seinen religiösen Gesetzen gelebt und sich für Jahre eingehend mit ihm auseinandergesetzt.

Diese (ex-)muslimischen Aufklärerinnen und Aufklärer sind der Auffassung, dass, um die Aufklärung im Islam zu initiieren, zunächst die unleugbare Tatsache anerkannt werden muss, dass der Islam selbst, also auch der Prophet und der Koran, nicht unfehlbar ist und Gegenstand von Kritik sein muss.

>>Zum Artikel von Kacem El Ghazzali

Der Autor:

Kacem El Ghazzali, 26, ist einer der wenigen Marokkaner, die ihren Atheismus öffentlich vertreten. Er lebt deswegen seit 2011 als Flüchtling in der Schweiz. Der Schriftsteller ist Vertreter der International Humanist and Ethical Union am UNO-Menschenrechtsrat in Genf sowie Ko-Direktor der Raif Badawi Foundation for Freedom.

Mit Hilfe der Religionsfreiheit: Islamischer Zentralrat forciert einen “Gottesstaat Schweiz”

Sonntag, 4. Dezember 2016

Auftritt von Nicolas Blancho an einer Islam-Konferenz

watson.ch – 03.12.2016: “Der Islamische Zentralrat Schweiz (IZRS) um die drei radikalen Konvertiten Nicolas Blancho, Qaasim Illi und Naim Cherni hat offensichtlich enge Verbindungen zu Salafisten aus dem Nahen Osten, wie neue Recherchen zeigen. Ein von Cherni produziertes Video mit dem hochrangigen Rebellenführer Abu Ahmad, das auf der Homepage des «Zentralrates» – als ob es sich um ein offiziöses Organ handeln würde – veröffentlicht wurde, macht die Geisteshaltung der Konvertiten deutlich.

Der Titel eines weiteren Videos – «Die wahrhafte Morgendämmerung» – zeigt klar, dass die gemässigten Töne von Blancho und Co. bei öffentlichen Auftritten Sonntagspredigten sind. Wie nun bekannt wurde, ermittelt die Bundesanwaltschaft gegen die drei Vorstandsmitglieder des IZRS.”

>>Zum Artikel auf watson.ch

NEIN zur Eheinitiative

Montag, 31. Oktober 2016

“Arena” vom 21.10.2016: Die Schweiz und ihre christlichen Wurzeln

Montag, 24. Oktober 2016

Die Diskussion über schweizerische Identität und die Verteidigung christlicher Werte ist unter dem Eindruck des islamistischen Terrors und der Immigration zum Thema geworden. In der «Arena» diskutierte die Gesprächsrunde über das christlich geprägte Land und die Ansprüche anderer Religionen. (weiterlesen…)