Archiv für die Kategorie „Religionskritik“

Luther ohne Mythos

Dienstag, 6. November 2012

Dass Luther sich umfangreich in menschenverachtendster Art und Weise etwa über die Frauen, die Ehe, Behinderte, sozial Benachteiligte und – natürlich – über die Juden geäußert hat, wird verschwiegen oder – wenn unvermeidbar – heruntergespielt oder als historisch bedingt relativiert. So beispielsweise von der ehemaligen Niedersächsischen Landesbischöfin Margot Käßmann in ihrer Funktion als Botschafterin des Rates der EKD für das Reformationsjubiläum 2017 in ihrer Rede am 22.5.2012 in Wittenberg: „Und auch hinsichtlich der Gewalt macht Luther Bemerkungen, die uns heute verstummen lassen.“ Sie redet es klein, wenn sie von „Bemerkungen“ spricht, was Luther in umfangreichen Schriften ausführlich geschrieben und sicher auch gepredigt hat.

Hubertus Mynarek:   Luther ohne Mythos

Inzest in der Bibel – Täter sind meist Kinder

Donnerstag, 18. Oktober 2012

Inzest wurde durch Gesetze, Verbote, Gebote und Wiederholungen tabuisiert. Im 3. Buch Moses werden die Inzestverbote aufgeführt (Lev 18 und 20). Viele der Gesetze in Kapitel 20 sind eine Wiederholung aus Kapitel 18, wie zum Beispiel das Verbot der Homosexualität (Vers 22).

Die folgende Tabelle stellt die einzelnen Inzestverbote vereinfacht dar. Täter ist immer derjenige, für den das Verbot gilt:

Verbot 3. Mose, Vers Täter
allgemeinen Verbot des Inzests 6  
Sex mit Eltern 7 Kind
Sex mit Mutter bzw. Stiefmutter 8 Kind
Sex mit Schwester bzw. Halbschwester 9 Kind
Sex mit Tante 01/12/13 Kind
Sex mit Onkel 14 Kind
Sex mit Frau des Onkels 14 Kind
Sex mit Schwägerin 16 Kind
Sex mit Schwiegertochter 15 Schwiegervater
Sex mit Enkelin 10 Großvater
Sex mit Stieftochter 17 Stiefvater
Sex mit Stiefenkelin 17 Stiefgroßvater

Das erste Verbot ist allgemein gehalten: Niemand soll sich sexuell irgendeinem seiner Blutsverwandten nähern. Dieses generelle Verbot ist positiv zu bewerten, denn es dient als Schutz der Kinder sowie vor Mißgeburten. Direkt darauf folgen jedoch, wie wir der Liste entnehmen können, Tabuisierung und Schuldzuweisung an die Kinder:

1. In den meisten Fällen (7 aus 11) ist der Täter das Kind, wobei das Kind nicht minderjährig sein muß.
2. Das erste detaillierte Verbot bezieht sich auf Sex mit den Eltern. Es gibt jedoch kein Verbot, daß sich auf Sex mit der Tochter oder mit dem Sohn bezieht.
3. Der leibliche Vater bzw. die leibliche Mutter werden nicht als Täter bezeichnet.
4. Eine Frau als Täterin gibt es nicht.

Wenn die Inzestverbote nicht für die Eltern gelten, bedeutet das, daß diese als Täter auch nicht vorkommen. Eltern, die ihre Kinder sexuell mißbrauchen, sind demnach ein Tabu! Und wenn ein sexueller Akt mit dem Vater oder der Mutter stattfindet, ist das Kind daran schuld und nicht die Eltern.

Quelle: http://www.hagalil.com/bet-debora/journal/tabu.htm
Die Autorin geht im Artikel auch auf das Tabu der Beschneidung im Judentum ein.

“Wir haben so vieles abgeschafft, was in der Thora steht, warum nicht auch das?”

Freitag, 12. Oktober 2012

Stephan Kramer, Generalsekretär des Zentralrats der Juden, sagt im Interview: Auch die jüdische Gemeinde muss über das Ritual der Beschneidung diskutieren: http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2012-10/beschneidung-gesetzentwurf

Frank A. Meyer über den Islam: Gegnerschaft!

Sonntag, 30. September 2012

Darf man Gegner des Islam sein? In der linken «Wochenzeitung» wirft Georg Kreis den Islamgegnern Rassismus vor. Der frühere Präsident der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus bemüht Analogien zum Antisemitismus und setzt Islamgegnerschaft praktisch damit gleich.
http://www.blick.ch/news/politik/gegnerschaft-id2051233.html

Das Kreuz mit der Religion: Ist uns der Glaube Fundament oder Bürde?

Freitag, 28. September 2012

Debatte auf Radio NDR, U.a. mit Michael Schmidt-Salomon:
http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=-M0Sb7owD2Q

Globale Moblems – Schweiz-Islamische Möchtegern-Zensoren

Donnerstag, 20. September 2012

Es gibt «die Moslems» ebenso wenig, wie es «die Christen» oder «die Ausländer» gibt. Nur eine kleine, radikale, gewaltbereite Minderheit (die Moblems; also Moslems, die einen Mob bilden) wütet weltweit gegen den schäbig schlecht gemachten Provokationsfilm. In der Schweiz hatten wir bis anhin keine Ausschreitungen. Eine kleine Muslim-Minderheit will jedoch in Bern gegen die Meinungsfreiheit demonstrieren.
Kolumne von Valentin Abgottspon auf:

http://www.news.ch/Globale+Moblems+Schweiz+Islamische+Moechtegern+Zensoren/557353/detail.htm

Hände weg von kindlichen Genitalien

Mittwoch, 4. Juli 2012

Das Urteil des Landesgerichts Köln, das die Beschneidung von Knaben aus religiösen Gründen als Körperverletzung qualifiziert, hat einen Sturm der Entrüstung ausgelöst: Die organisierten Mythenvereine zeigen einmal mehr, dass sie sich ihr Kerngeschäft, die frühkindliche Indoktrination mit allen Mitteln, nicht nehmen lassen wollen.

Nachdem die christlichen Theologen seit Jahrzehnten nicht müde werden, den freien Willen zu predigen, zeigt der Fall einmal mehr auf, was sich hinter diesem Mythos versteckt: Der Wille des Individuums muss frühzeitig gebrochen, das Kind der Religion angeeignet werden.

In der derzeitigen, europaweiten Debatte um den Gehalt der «christlich-jüdisch-abendländischen» Kultur – um Kreuze und andere religiöse Symbole im öffentlichen Raum und um den Religionsunterricht an den Schulen – wird von kirchlicher Seite stets betont, dass es darum gehe, das kollektive, das kulturelle Gedächtnis zu erhalten. Meist wird dann wenig darüber gesagt, was davon genau als erinnernswert zu gelten habe – oder es werden die Menschenrechte als religiöse Errungenschaft vereinnahmt.

Es gehört zum Repertoire von Religionen, ihre Kinder durch Initiation als Mitglieder zu kennzeichnen und ihnen das kollektive religiöse Gedächtnis einzuprägen. Nur zu oft sind diese Riten mit massiven Schmerzerfahrungen verbunden. Nietzsche schrieb dazu in seiner «Genealogie der Moral» (1887): «Man brennt etwas ein, damit es im Gedächtnis bleibt: nur was nicht aufhört weh zu tun, bleibt im Gedächtnis – das ist ein Hauptsatz aus der allerältesten (…) Psychologie auf Erden. (…) Es ging niemals ohne Blut, Martern, Opfer ab, wenn der Mensch es nötig hielt, sich ein Gedächtnis zu machen; (…) die grausamsten Ritualformen aller religiösen Kulte (und alle Religionen sind auf dem untersten Grunde Systeme von Grausamkeiten) – alles das hat in jenem Instinkte seinen Ursprung, welcher im Schmerz das mächtigste Hilfsmittel der Mnemotechnik erriet. (…) Je schlechter die Menschheit ‘bei Gedächtnis’ war, um so furchtbarer ist immer der Aspekt ihrer Bräuche.»

Die Beschneidung von Kindern ist eine archaische Methode der Brandmarkung und der Anbindung an das kollektive Gedächtnis. Jeder denkende und fühlende Mensch muss das als Barbarei betrachten und empfinden. So eigentlich auch der deutsche Jurist und Journalist Michael Friedmann, der in seinem Kommentar in der Welt Online (27. Juni 2012) darauf hinweist, dass es ihm bei der Beschneidung seiner Söhne um die Anbindung an die Tradition, aber vor allem um die Umsetzung des «medizinischen Aspekts» gegangen sei. Dieser «medizinische Nutzen» wird auch von religiöser Seite auffallend schnell bemüht – aber selbst, wenn er wissenschaftlich belegt wäre, würde er die Beschneidung von sexuell noch nicht aktiven Knaben nicht medizinisch rechtfertigen können.

Die staatlich anerkannten christlichen Kirchen orten im Gerichtsurteil eine Verletzung der Glaubensfreiheit, gar die Verletzung deren Kerngehalts. Der Kerngehalt dieses persönlichen Freiheitsrechtes besteht aber in der Freiheit etwas oder nichts zu glauben und nicht darin, einem wehrlosen Kind einen Glauben einzutrichtern oder es in dessen Namen gar zu verstümmeln.

Im Falle der Verstümmelung von Mädchen scheint das hierzulande auch den «Landeskirchen» eingeleuchtet zu haben, sie haben den neuen Strafartikel zur weiblichen Beschneidung begrüsst. Bei den Knaben dauert das offenbar länger. Aber gerade nach den weltweiten Enthüllungen über das Ausmass der Misshandlungen von Kindern in kirchlichen Institutionen wären die Kirchen wohl gut beraten, da nicht vorschnell den Schulterschluss mit den Kollegen des abrahamitischen Religionskreises zu üben, sondern sich zu überlegen, warum sie sich auf einen berufen, der zwar selber vermutlich beschnitten war, der den Bestand überkommener Gesetze aber dezidiert in Frage gestellt hat.

Was juristisch in erster Linie betroffen ist, ist das religiöse Erziehungsrecht der Eltern, das in Deutschland bis zum 14., in der Schweiz bis zum 16. Lebensjahr (Art. 303 ZGB) gilt. Die UNO-Kinderrechtskonvention statuiert hingegen das Recht des Kindes auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit und beschränkt das Recht von Eltern darauf, das Kind bei der Ausübung seines Rechts in einer seiner Entwicklung entsprechenden Weise zu leiten (Art. 14). Dass dazu auch die sexuelle Verstümmelung gehören soll, ist absurd.

Chirurgische Eingriffe an kindlichen Sexualorganen sind aber auch als Standard der Medizin – z. B. in Fällen von Intersexualität – aufzugeben. Dabei handelt es sich nicht um «krankhafte Abweichungen von einer Norm» sondern um Variationen der Biologie des Menschen, über welche nur die Betroffenen selber zu urteilen haben. Auch hier kann die Einwilligung der Erziehungsberechtigten normierende Eingriffe nicht rechtfertigen.

Kultur ist nicht das Bewahren von überkommenen Traditionen sondern die lebendige Auseinandersetzung mit den Bedürfnissen der Lebenden. Wir sind im 21. Jahrhundert – deshalb: Hände weg von kindlichen Sexualorganen!
Reta Caspar

http://www.news.ch/Haende+weg+von+kindlichen+Sexualorganen/548422/detail.htm

SFTV 3. Juni 2012: Rousseau

Samstag, 2. Juni 2012

Religion des Herzens
Jean-Jacques Rousseau hatte eine klare Meinung zum Thema Religion, und diese löste europaweit einen Skandal aus. Rousseau war zwar kein Atheist, aber er hielt nichts von göttlichen Offenbarungen und verwarf auch die Autorität der Kirche. Wahre Religion waren für ihn vor allem Natur- und Gefühlsreligion. Nicht in heiligen Schriften, sondern im eigenen Herzen sollten die Menschen Gott suchen.
Diese Forderung findet auch heute noch Anklang. So übt auch der Philosoph Herbert Schnädelbach scharfe Kritik an der Offenbarungsreligion. Seine Verurteilung des Christentums löste eine breite Debatte aus.
Judith Hardegger unterhält sich mit ihm über Rousseaus Idee einer Religion des Herzens und darüber, wohin ihn die Suche nach dem, was zwischen Offenbarungsreligion und Atheismus liegt, geführt hat.

Video: http://www.videoportal.sf.tv/video?id=c5a6a551-2b0e-4a00-97b3-750f52a88dd7

Schnädelbach: Die sieben Geburtsfehler des Christentums, Was Philosophen wissen: und was man von ihnen lernen kann

Jean-Jacques Rousseau und die neue Gesellschaft
Jean-Jacques Rousseau ist vielen als Kritiker bekannt: Er war gegen den Fortschritt, gegen die Monarchie und gegen Privateigentum, er war kulturpessimistisch und kirchenkritisch.
Doch wofür begeisterte sich Rousseau? Für welche Gesellschaft kämpfte er, welche Mitbestimmung der Bürger schwebte ihm vor? Von welcher Natur träumte er, welchen Erziehungsstil verteidigte er?
Barbara Bleisch unternimmt in der Reihe «Klassiker reloaded» mit Rousseau-Kenner Francis Cheneval einen Streifzug durch die Ideenwelten des streitbaren Philosophen und will wissen, wie aktuell Rousseau heute noch ist: Was hat die heutige Montessori-Pädagogik mit Rousseau zu tun? Können Schweizerinnen und Schweizer von Rousseaus Demokratieverständnis heute noch lernen? Wäre die Lessness-Bewegung in Rousseaus Sinn gewesen?

Video: http://www.videoportal.sf.tv/video?id=da1a219d-aa49-4fb8-a892-07413ed95d96

Muslime müssen Freiheit zur Provokation hinnehmen

Freitag, 11. Mai 2012

Provokationen gegenüber Autoritäten sind unverzichtbar für eine lebendige Gesellschaft und Kultur. Ohne Provokation gibt es kein neues Denken. Deshalb darf es auch keine Ausnahme für Muslime geben.
http://www.welt.de/debatte/kommentare/article106292582/Muslime-muessen-Freiheit-zur-Provokation-hinnehmen.html

Klemens Ludwig

“Christlicher Salafismus”

Dienstag, 8. Mai 2012

(heise.de) Rolf Bergmeier ist ein Bundeswehroffizier im Ruhestand, der von 2004-2008 an der Gutenberg-Universität Mainz Alte Geschichte und Philosophie studierte. Er erregte vor zwei Jahren mit einem Buch über die Legenden um Kaiser Konstantin Aufsehen. Nun hat er das Nachfolgewerk Schatten über Europa veröffentlicht, in dem er postuliert, dass das lateinische Christentum den Verfall der römischen Zivilisation maßgeblich beschleunigte.

http://www.heise.de/tp/artikel/36/36880/1.html