Archiv für die Kategorie „Religionskritik“

“Der Zorn Gottes” – Wie christliche Sekten Kinder misshandeln

Sonntag, 16. April 2017

Artikel auf huffingtonpost.de:

Ein Kind will nicht beten. Und kassiert von seinen Eltern dafür Schläge.
Ein Kind bittet um ein Eis. Und bekommt von seinen Eltern eine gescheuert.
Ein Kind hört von seinen Eltern, dass die Welt untergehen wird. Und nässt in der Nacht aus lauter Angst ein.
Das deutsche Recht nennt so etwas Kindesmisshandlung. Einige fundamentalistische Christen nennen so etwas Gottes Wille.

Besorgnis nimmt zu

Und diese radikalen Christen gibt es auch in Deutschland. Sekten-Experten berichten der Huffington Post, dass sie vermehrt Anfragen besorgter Menschen erhalten, die wissen wollen, wie gefährlich neue christliche Gemeinschaften sind. Bei der Sekten-Info in Nordrhein-Westfalen etwa waren 2016 fundamentalistische Christen das Top-Thema, das die Anrufer beschäftigte.
Und immer wieder rufen auch Menschen an, die Hinweise darauf haben, dass radikale Christen ihren Kindern etwas antun. In ihrem neuen Jahresbericht warnt die Sekten-Info ausdrücklich vor der Gefahr.
Am bekanntesten ist wohl der Fall der “Zwölf Stämme”. Die Sekte lebte in Schwaben und Mittelfranken, verweigerte ihren Kindern über Jahre den Schulbesuch. Und ließ dafür die hauseigene Lehrerin prügeln, wenn ein Kind stotterte, etwas falsch vorlas. Bis zu 33 Schläge mit der Rute am Tag erhielten die Kinder.

Je religiöser die Eltern, desto massiver prügeln sie

Die Lehrerin der “Zwölf Stämme” sitzt inzwischen für zwei Jahre hinter Gittern. Ende vergangenen Jahres wurde das Urteil rechtskräftig. Die Behörden haben 2013 40 Kinder in Obhut genommen.
Aber die “Zwölf Stämme” sind nicht die einzigen, die mit der Prügelstrafe für Kinder auffallen.
Sabine Riede, Pädagogin der Sekten-Info Nordrhein-Westfalen, sagt der Huffington Post: “Wir erfahren, dass Kinder in christlich-fundamentalistischen Kirchen häufiger geschlagen werden.”
Das deckt sich auch mit den Erkenntnissen, die der Kriminologe Christian Pfeiffer in Befragungen von Schülern gewonnen hat: Je religiöser die Eltern, desto massiver prügeln sie.
So finden sich in diversen deutschsprachigen evangelikalen Erziehungsratgebern Anweisungen zum Schlagen. Die Schweizer Fachstelle für Sektenfragen, Info Sekta, hat dazu erschütternde Beispiele zusammengetragen. “Kindererziehung nach Gottes Plan” von Gary und Anne Marie Ezzo zum Beispiel werde von vielen Gemeinschaften genutzt und sei eine “systematische Anleitung zu körperlicher und psychischer Misshandlung von Kindern”.

Details zeigen, wie perfide die Anweisungen sind, etwa zur Wahl der richtigen Rute: “Dagegen schmerzen die Schläge eines leicht biegsamen Gegenstandes, ohne dabei Knochen oder Muskeln zu schädigen [...] Verspürt das Kind keinen Schmerz, ist das Instrument wahrscheinlich zu leicht oder zu weich. Bleiben Verletzungen zurück, war der Gegenstand zu hart oder er wurde unsachgemäß verwendet.”

Bis das Kind aufgegeben hat

Der radikal-christliche Autor Michael Pearl schreibt in “Wie man einen Knaben gewöhnt”: “Wenn Sie sich auf ein Kind setzen müssen, um es zu versohlen, dann zögern Sie nicht. Und halten Sie es solange in dieser Stellung, bis es aufgegeben hat.”
Die Sektenbeauftragte Riede verweist außerdem auf Fälle von Misshandlung durch die Organische Christus Generation (OCG), die ihr begegnet sind. “Ihr Gründer Ivo Sasek hat sein eigenes Erziehungskonzept entwickelt”, sagt Riede. “Erziehen mit Vision” heißt das Buch. Darin rate er, die Kinder auch mit der Rute zu züchtigen.
Alles zum Wohl der Kinder natürlich. “Er will alle Kinder vor dem Höllengericht bewahren”, sagt Riede.
Die Pädagogin hält es für “doppelt schlimm”, wenn Schläge mit dem Glauben begründet werden. “Denn die Eltern reden sich damit heraus, dass sie ja gar nicht schlagen wollten, sondern müssten, um die bösen Kinder vor der Hölle zu bewahren. Damit findet eine Täter-Opfer-Umkehr statt. Das Kind hat keine Chance, sich dagegen aufzulehnen.”

>> Ganzen Artikel lesen

«Die Kirche braucht es [?]» – Im Aargauer Pfarrblatt «Horizonte» kommt auch ein Freidenker zu Wort

Donnerstag, 6. April 2017

Wie steht es um die Daseinsberechtigung der Kirchen?

«Wozu braucht es die Kirche noch?» – In Anlehnung an eine Diskussion in Solothurn am 29. März 2017, fragte Horizonte mit Blick auf den Aargau Kirchenräte, Seelsorgende und einen Freidenker.

Der Artikel findet sich bei http://www.horizonte-aargau.ch/die-kirche-braucht-es/.

Auszug aus dem umfangreichen Text:

Das Problem sind konfessioneller Zwang und Mission

Anders sieht das Valentin Abgottspon, Vizepräsident der Freidenkervereinigung Schweiz und Kämpfer für eine Trennung von Kirche und Staat. «Es gibt Leistungen von Kirchen, sozialer oder kultureller Art, an denen wir Freidenkerinnen und Freidenker nichts oder nur wenig auszusetzen haben. Doch bei vielen dieser eigentlich guten Taten und Institutionen ist leider mehr oder weniger Mission drin. Einer katholischen Schwangerschaftsberatung traue ich keine weltanschaulich neutrale Haltung zu. In vielen Kantonen werden solche Stellen aber nicht von Kirchensteuern, sondern über die Steuern von allen finanziert. Damit sind Konfessionsfreie gezwungen, konfessionell getragene Institutionen oder Stellen mitzufinanzieren.»

Staatlich finanzierte Angebote, so Valentin Abgottspon, müssten vonseiten des Staates ausgeschrieben werden. Ein klarer Leistungsauftrag müsse sicherstellen, dass ohne Mission gearbeitet werde. «Können die Kirchen diese Vorgaben einhalten, sollen sie anderen Dienstleisterinnen gegenüber nicht diskriminiert werden. Auf der individuellen Ebene soll jede und jeder selber entscheiden, ob er oder sie die Kirche braucht und mitfinanzieren will. Für mich persönlich lautet die Antwort da Nein», positioniert sich der Freidenker.

“Inside Islam” – Der deutsche Journalist Constantin Schreiber über die niederschmetternde Situation in deutschen Moscheen

Freitag, 31. März 2017

Artikel auf huffingtsonpost.com vom 30.03.2017:

Es begann mit einem Zufall. Es wurde ein Einblick in eine Welt, die Deutschland prägt, die aber kaum ein Deutscher kennt. Und vielleicht endet es damit, dass sich etwas ändert in Deutschland, bevor noch mehr Schaden angerichtet wird:

Es ist Freitag, der 29. April 2016, als der Fernsehjournalist Constantin Schreiber in der Wilmersdorfer Moschee in Berlin ein paar nette Bemerkungen über den interreligiösen Dialog einfangen will.

Während er der “eher belanglosen Predigt” lauscht, blättert er in den Büchern, die ausliegen. Darunter: “Verheißung Islam”. Ein Buch des französischen Holocaust-Leugners Roger Garaudy. Darin steht unter anderem, dass Islam Demokratie ausschließe, dass die Idee einer Nation eine “westliche Krankheit” sei. Ein Moscheebesucher nennt sich selbst einen “Islamisten”.

Was Schreiber da zufällig entdeckt, hört, erschreckt ihn. Er will mehr über das wissen, was in den muslimischen Gebetshäusern gepredigt und gelebt wird.

Ein niederschmetterndes Fazit

Er beginnt eine achtmonatige Recherche, besucht 13 willkürlich ausgewählte arabische und türkische Moscheen in Berlin, Hamburg und Karlsruhe. Hört sich 13 Freitagspredigten an, die eine ähnliche Funktion erfüllen wie die Sonntagspredigten der christlichen Kirche. Er bespricht jede einzelne mit Islamwissenschaftlern und mit dem predigenden Imam – falls dieser nicht mauert. Er fragt deutsche Behörden nach Fakten.

Das Ergebnis dieser Recherchen ist das Buch “Inside Islam”. Und es ist niederschmetternd.

Schreiber, das darf man unterstellen, ist offen an die Recherche herangegangen. Der Journalist hat im Libanon und in den Vereinigten Arabischen Emiraten für renommierte Medien gearbeitet, hat für seine deutsch-arabische n-tv-Sendung “Marhaba – Ankommen in Deutschland” den Grimme-Preis bekommen, moderiert seit Anfang des Jahres die “Tagesschau”, spricht exzellent arabisch. Schreiber – das ist kein Scharfmacher.

Umso schwerer wiegt sein Resümee:

“Bestenfalls waren die Predigten dichte, religiöse Texte, die die Zuhörer in einer anderen Welt halten, schlimmstenfalls wurde das Leben in Deutschland, Demokratie und unsere Gesellschaft abgelehnt. Ich würde gerne ein positives Beispiel anführen, eine Predigt, die Weltoffenheit ausstrahlt, eine Brücke baut zum Leben in Deutschland. Leider haben meine Moscheebesuche ein solches Beispiel nicht ergeben.”

>>Ganzen Artikel lesen

Buchkritik: “Warum die Arche nie gefunden wird”

Montag, 23. Januar 2017

Artikel auf Spektrum.de vom 19.01.2017:

Wie glaubwürdig ist die Bibel? Wie ernst darf man die Erzählungen um den Garten Eden und die Sintflut nehmen? Und was ist von den Berichten um Moses und den Auszug des israelitischen Volkes aus Ägypten zu halten? Diesen und anderen Fragen widmet sich der amerikanische Archäologe Eric Cline in seinem Buch “Warum die Arche nie gefunden wird” (englische Originalausgabe “From Eden to Exile”, 2007).

Cline, Direktor des Archäologischen Instituts der George-Washington-Universität in Washington D.C., geht es vornehmlich darum, die historische Wahrheit hinter den biblischen Texten zu ergründen. Vehement wendet er sich gegen jene selbst ernannten Experten, die behaupten, sie hätten die Arche Noah am Berg Ararat entdeckt, den üppigen Garten Eden aufgespürt oder die verlorene Bundeslade gefunden. Diesen Pseudoforschern, die verlorenen Bibel-Schätzen hinterherjagen wie Indiana Jones, dürfe man – so Cline – auf keinen Fall das Feld überlassen. Deshalb sei es “höchste Zeit für professionelle Archäologen, Althistoriker und etablierte Bibelforscher, ihr von diesen Hobbygelehrten besetztes Terrain zurückzuerobern”.

>>Zum Artikel auf Spektrum.de

 

Weiterer Artikel zum Buch:

>>NZZ vom 5.10.2016

Kultur: Radikale Abrechnung mit dem Islam – Ayad Akhtars “The Who and the What” in Hamburg

Montag, 16. Januar 2017

deutschlandradio-kultur vom 14.01.2017

Eine Religion, die die Menschen am Glücklich-Sein hindert: So präsentiert US-Dramatiker Ayad Akhtar den Islam in seinem neuen Stück. Darin will ein pakistanisch-stämmiger Taxiunternehmer seine Töchter verheiraten – unter strenger Beachtung der Lehren des Propheten Mohammed.

Als die Tochter ein Buch über den Propheten Mohammed veröffentlichen will, reicht es ihrem Vater. “Du bist nicht mehr meine Tochter”, ruft er der jungen Frau hinterher. Vom Taxi-Fahrer zum Taxi-Mogul hat sich der einst aus Pakistan eingewanderte Mann in Atlanta hochgearbeitet. Eine kritische Auseinandersetzung mit der Religion verträgt er trotzdem nicht. So wie auch seine islamischen Fahrer. Haufenweise kündigen sie, als das Buch der Tochter erscheint.

Dabei hatte der sympathische Mann mit den grauen Haaren doch immer nur das Beste für seine Familie gewollt. Als der Geliebte der Tochter einst um ihre Hand anhielt, insistierte er solange, bis sie ihn verließ – der Mann wollte nicht zum Islam konvertieren. Die jüngere Schwester muss den ersten Mann heiraten, den sie geküsst hat. Damit sie bei der Eheschließung noch Jungfrau ist, praktiziert sie seit Jahren nur Analsex mit ihm – und fragt sich jetzt, ob vielleicht auch das nach den Lehren des Propheten Mohammed verboten ist.

Ayad Akhtars neues Stück ist eine radikale Abrechnung mit dem Islam, der als eine Religion gezeigt wird, die die Menschen am Glücklichsein hindert. Vor allem die Frauen werden, folgt man den Autor, drangsaliert. Und zwar auch diejenigen, die ohne Kopftuch scheinbar gut integriert in der westlichen Welt leben. Die Lehren des Propheten sind allgegenwärtig, erzählt das Stück. Sie bestimmen die Partnerwahl und das Liebesleben der Frauen seit Jahrhunderten.

>>Ganzen Artikel lesen

Homosexualität, eine widernatürliche Sünde?

Freitag, 30. Dezember 2016

 

Artikel zur Homophobie in Christentum und Islam auf gottunddiewelt.net – von Felix Kruppa:

Bibel und islamische Schriften lehren, dass gleichgeschlechtliche Liebe eine schwere Sünde und unnatürlich sei. Das führt bei unkritischer Übernahme dieser veralteten Moral oft zu einer Diskriminierung und Kriminalisierung homosexueller Menschen. Dabei ist Homosexualität etwas Natürliches und auch in der Tierwelt kein seltenes Phänomen

Alle islamischen Rechtsschulen deklarieren die Homosexualität als schwere Sünde. Nach konservativer Interpretation des islamischen Rechts (scharia) gilt die gleichgeschlechtliche Liebe als Zinā (‚Unzucht‘). Lediglich in dem zu verhängenden Strafmaß sind sich die Rechtsschulen uneins. Manche plädieren für die Auspeitschung (Hanfiten, größte Rechtsschule), andere empfinden die Todesstrafe durch Steinigung als gerechte Strafe für dieses vermeintliche Vergehen (Malikiten, Hanabaliten). Die theologische Basis dafür lässt sich nur bedingt im Koran finden, wird aber durch die Überlieferungen über die Taten und Aussprüche des Propheten Mohameds (Hadith) normativ. Islamische Länder adaptieren diesen 1400 Jahre alten Moralkodex oft unverändert auf die heutige Zeit. In keinem islamisch geprägten Land werden homosexuelle Beziehungen staatlich anerkannt. In sieben islamischen Ländern droht gleichgeschlechtlich liebenden Menschen sogar die Todesstrafe: Iran, Nigeria (nördliche Landesteile), Mauretanien, Sudan (nördliche Landesteile), Jemen, Saudi-Arabien und Vereinigte Arabische Emirate.

>>Ganzen Artikel lesen 

 

“Praisecamp” Basel: Hochmodern inszeniert, inhaltlich bedenklich rückschrittlich

Freitag, 30. Dezember 2016

Artikel auf barfi.ch vom 30.12.2016:

Momentan findet in der Messe Basel das «Praisecamp 2016» statt, eine Grossveranstaltung für junge Christen, die sich teilweise auch in der Innerstadt manifestiert. Tausende Besucherinnen und Besucher lassen sich in diesem Rahmen von einer Version des Christentums begeistern, die zwar in Sachen Technik, Marketing und Massenpsychologie, hochmodern aufbereitet, inhaltlich jedoch fundamentalistisch und bedenklich rückschrittlich ist.

Wir müssen es tolerieren

«Jede Person hat das Recht, ihre Religion und ihre weltanschauliche Überzeugung frei zu wählen und allein oder in Gemeinschaft mit anderen zu bekennen». Dieser Satz steht in der Schweizer Bundesverfassung – und hinter diesem Satz steht auch der Autor dieser Zeilen. Sowohl bezüglich des «Praisecamps», als auch bezüglich jeder anderen religiösen Manifestation. Es würde uns beispielsweise keineswegs stören, wenn sich die kalifornische «Church of Satan» in der Messe Basel manifestieren würde. Solange sich die Feierlichkeiten im Rahmen des Strafgesetzes bewegen würden, wäre dies für uns kein Problem.

>>Zum Artikel auf barfi.ch

Weitere Artikel zum Praisecamp:

>>20min.ch

>>bzbasel.ch

Dieter Nuhr: Ein Kabbaretist spricht über Christentum, Islam, Facebook und andere Unannehmlichkeiten – Hörspiel der gbs

Dienstag, 27. Dezember 2016

Rainer Praetorius ist ein alter Medienhase. Als freier Autor und Journalist schreibt er seit Jahrzehnten Fernseh- und Hörfunkbeiträge für verschiedene öffentlich-rechtliche Sender sowie Artikel für renommierte Zeitungen. Natürlich kommt es immer mal wieder vor, dass Redaktionen sich nicht für Themen interessieren oder Beiträge ablehnen – aber was ihm mit seinem Feature über Dieter Nuhr passiert ist, das hat er in all den Jahrzehnten bisher noch nicht erlebt.

Im vergangenen Jahr schrieb Praetorius ein einstündiges Radioportrait über den streitbaren Kabarettisten. Eine Auftragsarbeit für eine öffentlich-rechtliche Sendeanstalt. Praetorius tat, was Autoren und Journalisten üblicherweise tun, wenn sie eine Person portraitieren: Er rückte einen zentralen Aspekt von Nuhrs Schaffen und Denken in den Mittelpunkt des Features – seine teils recht scharfe Religions- und Kirchenkritik. Um Nuhrs auf der Bühne und im Interview geäußerte Kritik an Religion im Allgemeinen sowie Islam und Christentum im Besonderen zu vertiefen, interviewte Praetorius für das Feature ferner den Philosophen Michael Schmidt-Salomon (gbs), der für seine kritischen Auseinandersetzungen mit Religion und Kirche bekannt ist.

Doch als Praetorius das Manuskript der Redaktion vorlegte, die ihn mit dem Radioportrait des Kabarettisten Dieter Nuhr beauftragt hatte, wurde es abgelehnt. Zu religionskritisch. Praetorius wollte im Verlauf der Auseinandersetzungen nicht auf einen Gegenvorschlag der Redaktion eingehen. Ein neues Manuskript hätte nur dann den Segen der Redaktion gefunden, wenn der Autor bereit gewesen wäre, seinen vorhandenen Text völlig auf den Kopf zu stellen. Religionskritische Inhalte hätte nur noch als kleines Randthema vorkommen dürfen.

Rainer Praetorius tat deshalb das, was freie Journalisten üblicherweise tun, wenn eine Redaktion ihr Skript ablehnt: Er bot es anderen öffentlich-rechtlichen Sendern an, die über geeignete Sendeplätze für ein solches Radioportrait verfügen. Doch bei keiner einzigen Redaktion hatte er Glück. Mit immer neuen Begründungen wurde sein Manuskript abgelehnt. Bei aller Vielfalt der Begründungen schien laut Praetorius eines immer wieder durch: Die Ablehnung erfolgte zu einem nicht unbeträchtlichen Teil auch deshalb, weil die Redakteure die im Feature geäußerte Religionskritik scheuten.

Nach den vielen Ablehnungen seitens der Rundfunkanstalten entschloss sich Rainer Praetorius dazu, sein Feature mit Unterstützung der Giordano-Bruno-Stiftung und unter der Regie von Daniela Wakonigg (hpd) frei zu produzieren. Hier kann man sich kostenlos zu Gemüte führen, was die Öffentlich-Rechtlichen ihren Hörern nicht zumuten wollten. Viel Vergnügen!

“Das Christentum setzt auf Fakten und Wahrheit” – Weihnachtsfabeln eines Erzbischofs

Dienstag, 27. Dezember 2016

In einer vorab veröffentlichten Weihnachtspredigt ruft der Erzbischof von Hamburg, Stefan Heße, die Christen dazu auf sich nicht von “gesellschaftlichen Stimmungen leiten zu lassen, die auf Lüge und Beschönigung aufbauen”. Das dieser Satz des Erzbischofs nicht als Aufruf zur Apostasie zu verstehen ist, stellt die folgende Aussage sogleich klar: Das Christentum setze vielmehr auf “Fakten und Wahrheit”, so nämlich  der Prediger.

Als Beweis nennt er die Existenz Jesu:

Jesus sei keine Legende oder abstrakte Idee, sondern eine konkrete Person und ein wahrer Mensch. „Jesus Christus selber ist das Faktum Gottes schlechthin“, sagte Heße. „Wenn wir Weihnachten feiern, rufen wir uns dieses Faktum immer wieder in Erinnerung.“ Christen könnten darum keine postfaktischen Menschen sein. Der Erzbischof bezog sich damit auf das Wort des Jahres, zu dem der Begriff „postfaktisch“ Anfang des Monats gekürt worden war.

Offen bleibt in seiner Predigt die Frage, was er mit “Faktum Gottes” meint.

>>Zum Artikel auf Lübecker Nachrichten online

Zur Frage der historischen Person Jesu:

>>Was ist belegte Tatsache, was blosse Erfindung – wissenblogt.de

Weihnachten – Fest des römischen Sonnengottes

Dienstag, 27. Dezember 2016

Artikel auf infosperber.ch vom 24.12.2016:

“Alles begann mit einem Krieg in Syrien: Die Initialzündung für das heutige Weihnachtsfest war eine Schlacht im palmyrenischen Reich, dessen Hauptstadt Palmyra (arabisch Tadmur) im heutigen Syrien liegt. Der römische Kaiser Aurelian besiegte dort im Jahr 272 die palmyrenischen Truppen und nahm deren Führerin Zenobia gefangen. Zum Dank für diesen Sieg erklärte Aurelian den 25. Dezember – den Geburtstag des unbesiegbaren Sonnengottes Sol invictus – zum reichsweiten Feiertag. Dabei knüpfte Aurelian an die bestehende Sol-Verehrung des Mithraskultes an, der ursprünglich aus Persien und Ägypten stammte.”

Der Mithraskult dürfte uns Europäern vertraut vorkommen, tauchen hier doch dem Christenkult verblüffend ähnlichen Rituale und Konstellationen auf:

Mithras wurde vom Vatergott ausgesandt, das Böse in der Welt zu besiegen. Vor seinem Tod und seiner Auferstehung nahm er mit zwölf Anhängern ein letztes Abendmal ein. Als Sol invictus wurde Mithras mit Strahlenkranz und Heiligenschein dargestellt. Seine Anhänger glaubten an Himmel und Hölle, das letzte Gericht, die Dreifaltigkeit Gottes, die Unsterblichkeit der Seele und die Auferstehung. Der Mithraskult kannte die Sakramente der Taufe, Firmung und Kommunion sowie Messfeiern mit Hostien und Weihwasser. Das Oberhaupt hiess «Papa» und trug eine Mitra, die Vorläuferin der Bischofsmütze. Wegen dieser Ähnlichkeit traten das Christentum und der Mithraskult im römischen Reich in Konkurrenz. Wobei vorerst der Mithraskult dominierte.

Der per Vision erleuchtungs-christianisierte Kaiser Konstantin schliesslich entschied einen Wettkampf von Christentum und Mithraskult, der ein halbes Jahrhundert angedauert hatte, per Dekret:

Im Jahr 325 lud Kaiser Konstantin zum Konzil von Nicäa, wo der Geburtstag des römischen Sonnengottes Sol invictus in den Geburtstag von Christus umfunktioniert wurde. Weihnachten war aus dem Geburtstag des heidnischen Sonnengottes geboren, dessen Wurzeln noch viel weiter zurückreichten, nämlich in die Zeit der Perser und Ägypter. Bereits der Pharao Amenophis IV. huldigte 1400 Jahre vor unserer Zeitrechnung dem Sonnengott Aton. Aber auch die Kelten und viele andere Völker feierten den Tag der Sonnenwende.

 

>>Zum Artikel auf infosperber.ch