Archiv für die Kategorie „Naturalismus“

Schönes Hasenfest!

Sonntag, 5. April 2015

Camp Quest 2014 vom 27. Juli – 2. August in Jeizinen VS

Donnerstag, 29. Mai 2014

Eine Woche lang miteinander geniessen, die Natur entdecken, spielen und unvergessliche Erlebnisse teilen – dies bietet das Camp Quest 2014

Es findet vom Sonntag, 27. Juli bis Samstag, 2. August in Jeizinen (Gemeinde Gampel VS) statt. Für unsere 2. Ausgabe des «Camp Quest»-Sommerlagers haben wir uns das Ferienlager Burgerhaus im Feriendorf Jeizinen der Gemeinde Gampel im Kanton Wallis ausgesucht. Am Walliser Sonnenberg gibt es allerlei zu entdecken:

  • Wir werden den Weg vom Korn zum Brot miterleben. Wir stehen in der warmen Backstube in Erschmatt, kneten den Teig und formen unser eigenes Brot.
  • Im Restaurant Choucas in Leukerbad werden wir spielerisch in die Kunst des Pizza-Backens eingeführt und haben sogar die Gelegenheit unsere eigene Pizza zu kreieren.
  • In der “Zälg”, einer Terrassenlandschaft zwischen den Dörfern Jeizinen und Gampel, besuchen wir eine Daueraustellung über die Geschichte der ehemaligen Kornkammer von Gampel. Wir werden dabei Boozugeschichten zu hören bekommen.
  • Auf einer leichten Wanderung von Erschmatt nach Brentschen begegnen wir aussergewöhnlichen Heilpflanzen. Wir erhalten dabei praktische Tipps zu Tee- und Salbenherstellung.
  • Viele Pflanzen besiedeln die vermeintliche Einöde eines ehemaligen Waldbrandgebietes und verwandeln die schwarze Erde in ein Blumenmeer, das von tausenden von Insekten besucht wird. Wir werden die verschiedenen Pflanzen und Tiere gemeinsam erforschen.
  • Auf einem Holzfeuer können wir unter kundiger Anleitung wie zu Gotthelfs Zeiten unseren eigenen Käse herstellen.
  • Knifflige Rätsel, lustige Aufgaben und Schauergeschichten führen die Kinder mit Feldstecher, Lupe und Kompass zu kurzweiligen Entdeckungen, auf mutige und abenteuerliche Umwege durch den Naturpark Pfyn
  • Am 1. August erleben wir ein Feuerwerkspektakel in der Bachalpe.
  • Zahlreiche Experimentierangebote können ausgewählt werden, z.B. Leuchtgurken, Regenbogen-Zöpfe, Mentos-Fontänen, oder Kartoffelbatterien usw.
  • Natürlich gehören auch Spiele, Sport und Lagerfeuer mit zum Camp Quest
  • Am Mittwochnachmittag öffnen wir unsere Tore für alle Eltern und Interessierten.
Das Lager ist für 20 Kinder und Jugendliche im Alter von neun bis fünfzehn Jahren ausgelegt.
Die Teilnahme kostet CHF 460. Wenigverdienende können ihre Kinder zum reduzierten Tarif von CHF 360 anmelden.
Hinweis: Die An- und Rückreisekosten sind von den Teilnehmenden zu tragen. Statten Sie Ihr Kind mit einem gültigen Ticket aus: ab dem gewünschten Abreiseort bis zur Luftseilbahnstation Jeizinen (für den 27. Juli 2014) sowie von Leuk/Gampel bis zum gewünschten Ankunftsort (für den 2. August 2014).

FRÜHBUCHERRABATT VON 30 FRANKEN BIS 20. JUNI: Hier Online anmelden

 

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«Forschen, philosophieren und ‹frei denken› im Ferienlager» – die Südostschweiz berichtet übers Camp Quest

Donnerstag, 8. August 2013
Die «Camp Quest»-Teilnehmerinnen Sharon und Jaime (vorn) beim Bestimmen von Blutgruppen

Die «Camp Quest»-Teilnehmerinnen Sharon und Jaime (vorn) beim Bestimmen von Blutgruppen

Südostschweiz-Redaktor Jano Felice Pajarola war beim Camp Quest zu Besuch.

In einem kurzen Online-Artikel und einem ausführlicheren Artikel in der Printausgabe schildert er seine Eindrücke.

 

Heute am Denkfest Podiumsdiskussion: Kritisches Denken richtig gemacht!

Sonntag, 11. September 2011

Das Denkfest ist ein Publikumserfolg: 150 Leute nahmen am Blogger-Panel am Donnerstagabend teil.
Am Samstag steigt die Anzahl Teilnehmer auf über 300.

Im Festivalpass sind alle Tagesveranstaltungen inbegriffen – und auch der filmische Leckerbissen, den am Freitagabend gezeigt wurde.
Im Film «Die Mondverschwörung» lässt Regisseur Thomas Frickel den TV-Journalisten Dennis Mascarenas Quacksalber, Esoteriker und Verschwörungstheoretiker die Welt erklären. Die Reise führt auch in «geistige Abgründe, wo sich Rudolf Steiner und Adolf Hitler gute Nacht sagen.» (epd Film). Absolut sehenswert. Den Trailer kann man hier sehen.

Am Donnerstagabend trat der bekannte Diplomphysiker und Kabarettist Vince Ebert auf und riss sein Publikum zu frenetischem Applaus hin.

Tagsüber geht’s heute – für den 11. September 2011 quasi ein Muss – um Verschwörungstheorien. Das detaillierte Programm ist hier zu sehen.

Andreas Kyriacou: «Ich betrachte Gott als literarische Figur»

Mittwoch, 7. September 2011

Tagblatt Zürich
Morgen startet im Volkshaus das viertägige «Denkfest», an dem Naturwissenschaftler, Philosophen, Autoren und Künstler zusammenkommen, um sich für das kritische Denken einzusetzen. Einer der Organisatoren ist Andreas Kyriacou. Er sprach mit dem «Tagblatt» über die Bedeutung der Wissenschaft und weshalb er Religion für einen Irrtum hält.

Tagblatt der Stadt Zürich: Andreas Kyriacou, die deutsche Wochenzeitung «Die Zeit» bezeichnete Ihre Veranstaltung als «Skeptikerkongress». Was bezwecken Sie mit dem Denkfest?

Andreas Kyriacou : Es geht in aller Kürze um vier Tage Wissenschaft, kritisches Denken und intelligente Unterhaltung. Die Wissenschaft ist schliesslich das Instrument schlechthin, um sich in der Welt zurechtzufinden. Wir laden das Publikum deshalb ein, sich im kritischen Denken zu üben und sich aktiv einzubringen. Jeder Vortrag endet mit einer Frage- und Antwortrunde. Das Denkfest soll ausloten, wann das Zweifeln an einem Sachverhalt zum blossen Leugnen von Fakten verkommt.

Wie steht es um das kritische Denken in unserer Gesellschaft?

Kyriacou : Das kritische Denken gehört seit der Aufklärung zu unserer Kultur, nur hört es in Europa heutzutage oft mit dem Philosphen Immanuel Kant auf. In den USA und in Grossbritannien ist man da schon weiter. Gerade in den USA braucht es eine starke Gegenbewegung zu fundamentalistischen, religiösen Gruppen. Ich denke, dass das Grundvertrauen in die Wissenschaft bei uns stark ist. Aber natürlich ist kritisches Denken aufwändig, man muss sich selber dafür einsetzen und sollte nicht Stimmungen verfallen. Das ist schwierig, und so kommt es, dass irrationales Gedankengut immer wieder aufbricht, mag die Faktenlage noch so wacklig sein.

Ganzes Interview: http://epaper2.tagblattzuerich.ch/ee/tazh/_main_/2011/09/07/035/article_container/3

Volker Sommer – Ich bin ein Menschenaffe

Sonntag, 17. April 2011

Professor Volker Sommer ist einer der bekanntesten und angesehnsten Primatenforscher unserer Zeit. Als regelmäßiger Gast in Talkshows sorgt er immer wieder für Aufsehen mit provozierenden Thesen: “Es ist wissenschaftlich unhaltbar, überhaupt zwischen Menschen und Menschenaffen zu unterscheiden.” Der Forscher, der sein Leben den wildlebenden Primaten widmet, fordert Personenrechte für Menschenaffen.

Der 1954 im nordhessischen Holzhausen am Reinhardswald geborene Forscher hat am renommierten University College in London den Lehrstuhl für Evolutionäre Anthropologie inne. Über 100 wissenschaftliche Fachpublikationen und zahlreiche populärwissenschaftliche Bücher zählen zu den Ergebnissen seiner jahrzehntelangen Freilandforschung. In Indien, Thailand und Nigeria beobachtet und analysiert Volker Sommer das Sozialverhalten wilder Primaten, Affen und Menschenaffen.
Der Film begleitet den Primatenforscher in eine der letzten großen Wildnisse Westafrikas: den Bergurwald Nigerias, wo Sommer eine neu entdeckte, seltene Schimpansenunterart erforscht und dabei vom Wissenschaftler auch zu einer Art Ökokrieger wurde: Vor zehn Jahren begann der Anthropologe, sich aktiv für die Einrichtung des Gashaka Gumti Nationalparks als Naturschutzgebiet einzusetzen, um den vom Aussterben bedrohten Nigerianischen Schimpansen wenigstens ein letztes Refugium zu bieten.
Aufgrund der uns Menschen verblüffend ähnlichen Intelligenz und Leidensfähigkeit von Menschenaffen wendet sich Sommer nicht nur gegen medizinische Versuche, Menschenaffen sollte außerdem der Status von “Personen” zugesprochen werden. Eine solche Gleichberechtigung vor dem Gesetz würde ihnen ein Recht auf Leben und Freiheit von Folter zusprechen. Sommer kombiniert streng-wissenschaftliche Forschung mit anspruchsvollen ethischen Überlegungen, die im besten Sinne aufklärerisch sind. Beispielsweise weist er gleichgeschlechtliches Sexualverhalten im Tierreich nach und entkräftet das Argument, dass Homosexualität “wider die Natur” sei.
Volker Sommer ist nicht nur eine äußerst facettenreiche Persönlichkeit, er hat im Laufe seines Lebens auch ganz unterschiedliche Begabungen verwirklicht: Neben seinen wissenschaftlichen Veröffentlichungen hat er auch poetische Arbeiten publiziert, und Volker Sommer ist außerdem ein Tangotänzer und auch -musiker.
Das Porträt zeichnet das Bild eines radikalen Forschers, der aus religiösen Ursprüngen heraus zum Aufklärer geworden ist. Eines Denkers, der auch aus ethischer Verantwortung aktiv mit der Öffentlichkeit kommuniziert. Eines Naturschützers – und eines Philosophen, der dazu einlädt, das Leben in all seinen Erscheinungsformen zu respektieren und als ein Fest der Vielheit zu bejahen.

Wiederholung: 23.04.2011 um 06:45 auf ARTE

Video

http://videos.arte.tv/de/videos/volker_sommer-3830484.html


Awra Amba – besser leben ohne Gott

Sonntag, 3. April 2011

Der Clash der Religionen ist einer der großen Konflikte unseres Jahrzehnts. Mitten in Afrika, im äthiopischen Dorf Awra Amba, herrscht Friede. Christen und Muslime haben dem Glauben abgeschworen, um zusammen glücklich zu werden – und es klappt.

Kein Glaube, kein Alkohol, keine Unterdrückung von Frauen, das ist ein schräger Mix für einen utopischen Versuch, das ist wie Protestantismus ohne Gott oder Kommunismus ohne Wodka. Atheisten und Sozialisten kommen trotzdem vorbei, ebenso Frauenrechtlerinnen und Naturretter, selbst Liberale können etwas finden, was ihnen zusagt, weil das Dorf unabhängig ist vom äthiopischen Staat. Nur Religionsfanatiker und Alkoholiker lassen sich hier so gut wie nie sehen.

Dank ihrer Produktivität haben es die Bewohner von Awra Amba zu erstaunlichem Wohlstand gebracht, legt man die Maßstäbe des Landes an. Es gibt nicht nur genug zu essen, es gibt auch genug anzuziehen, Geld für Arztbesuche, für Medikamente, die Kinder arbeiten nicht, sondern gehen zur Schule, die Straßen sind nachts beleuchtet, im Café stehen ein Fernseher und das Dorftelefon. Und alles ist gelungen ohne Spenden aus dem Ausland oder Hilfen von der Regierung.

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-77222593.html

Imaginalität statt Spiritualität

Donnerstag, 10. Februar 2011

Diskussionsbeitrag von Dr. Andreas E. Kilian

“Ein neuer Begriff kann einen alten Streit schlichten. Imaginalität ist die biologische Basis der Spiritualität. Das Numinose, Transzendente und Unerklärliche kann aus der Diskussion ausgeklammert werden.”

Weiter lesen: http://www.darwin-jahr.de/evo-magazin/imaginalitaet-statt-spiritualitaet

Moralischer Naturalismus

Freitag, 30. Juli 2010

Woher kommt unser Sinn für das was richtig oder falsch ist? Die meisten Leute denken, das sei eine Gabe Gottes, der seine Gesetze geoffenbart habe und uns mit seiner Liebe erhöhe. Eine kleinere Zahl von Menschen denkt, dass wir die Regeln des Zusammenlebens selber definieren durch unsere Fähigkeit vernünftig zu denken und ein philosophisches System zu wählen.

Moralische Naturalisten hingegen glauben, dass wir moralische Gefühle haben, die sich aus einer langen Geschichte von Beziehungen entwickelt haben. Um Moral zu lernen, braucht man demnach werder eine Offenbarung noch eine Metaphasik – man beobachte lediglich das praktische Zusammenleben von Menschen.

Diese Woche trafen sich moralische Naturalisten in Connecticut an einer Konferenz der Edge Foundation. Einer der Teilnehmer, Marc Hauser aus Harvard, hatte seine Forscherkarriere mit dem Studium von Primaten begonnen und für ihn und andere moralische Naturalisten begann die Geschichte der Moral denn auch in der Vergangenheit der Evolution: mit der Art wie Insekten, Ratten und Affen zu kooperieren  lernten.

Als sich die Hominiden entwickelten, hatte die Evolution bereits ein festes Fundament für den moralischen Sinn geschaffen. Jonathan Haidt von der University of Virginia argumentiert, dass dieser moralische Sinn ähnlich wie unser Geschmackssinn funktioniere:  Wir haben natürliche Rezeptoren, die uns helfen, Süsses und Salziges zu unterscheiden. Auf die gleiche Weise haben wir Rezeptoren  die uns helfen, zwischen fairem und grausamen Verhalten zu unterscheiden. So wie einige universelle Geschmacksvarianten in verschiedenen Küchen verändert werden, so können sich ein paar moralische Sinne in viele verschiedene moralische Kulturen entwickeln.

Paul Bloom von der Universität Yale wies darauf hin, dass dieser moralische Sinn früh im Leben beobachtet werden kann. Er und seine Kollegen haben Experimente mit Kleinkindern durchgeführt, bei denen ihnen Bilder gezeigt wurden von einer Figur, die einen Hügel hinaufzuklettern versucht, einer weiteren Person, die ihr dabei behilflich war, und einer dritten, welche sie daran hindern wollte. Bereits im Alter von sechs Monaten haben die Kinder einer Präferenz für den Helfer gezeigt. Wenn der Störer belohnt oder bestraft wurde, haben acht Monate alte Kinder jene Person bevorzugt, welche den Störer bestrafte. Bloom schliesst daraus, dass die Menschen eine angeborenen, rudimentären Sinn für Gerechtigkeit haben. Das bedeutet nicht, dass sie von Natur aus “gut” seien. Aber es bedeutet, dass soziale Normen auf einen vorbereiteten Grund fallen. Wir sind von Natur aus dazu fähig, Fairness und andere Tugenden zu lernen.

Diese moralischen Fähigkeiten strukturieren die Art, wie wir die Welt wahrnehmen und auf sie reagieren. Wenn jemand Spenden sammelt mit einem Bild eines kranken Kindes, wird er mit hoher Wahrscheinlicheit doppelt soviel sammeln wie wenn er mit einer Liste von acht Kindern sammeln würde. Unser Geist reagiert stärker auf die Bitte eines Individuums als auf  jene einer Gruppe.

Diese moralischen Fähigkeiten basieren auf emotionalen, intuitiven Prozessen zur Unterscheidung von Gut und Schlecht. Wer schlechter Laune ist, wird härtere moralische Urteile fällen als jemand der in guter Lauene ist oder gerade eine Komödie gesehen hat. Elizabeth Phelps von der New York Universität führte aus, dass Gefühle des Ekels den Wunsch hervorrufen, etwas loszuwerden – selbst wenn diese Sache keinen Bezug hat zur ursprünglichen Stimmung. Allgemeine Angstgefühle bewirken, dass die Menschen Risiken vermeiden, Wut lässt sie das Risiko suchen.

Wer sich moralisch verhält, tut dies nicht generell weil er mehr weiss. Er tut es, weil er eine grössere Sensibilität hat für die Sicht von anderen. Hauser berichtete von Experimenten die zeigten, dass Rüpel erstaunlich gut die Absichten von anderen lesen können, aber sie sind nicht gut darin, Gefühle und Schmerzen von anderen vorwegzunehmen.

Welche Rolle der Vernunft in moralischen Entscheidungen zugemessen werden soll, ist umstritten. Einige, wie Haidt, glauben, dass wir moralische Urteile intuitiv fällen und anschliessend die Rechtfertigungen für das Urteil konstruieren. Andere, wie Joshua Greene von Harvard, vergleichen moralische Denken mit einer Kamera. Meistens verlassen wir uns auf die Automatik, aber manchmal machen wir uns Überlegungen und überspringen den automatischen Prozess. In jedem Fall erzählen wir Geschichten und führen Gespräche, um moralische Vorstellungen zu verbreiten und verfeinern.

http://www.nytimes.com/2010/07/23/opinion/23brooks.html?_r=1&ref=davidbrooks