Archiv für die Kategorie „Menschenbild“

Wie kam die Moral in die Welt?

Mittwoch, 10. Februar 2010

(SZ) Wissenschaftler bezweifeln, dass Religion das Gerüst für die Moral bildet. Einige halten den Glauben eher für ein schädliches Nebenprodukt der Evolution.

Weiter lesen: http://www.sueddeutsche.de/wissen/409/502641/text/

Fragen nach dem Sinn des Lebens klug beantwortet

Freitag, 11. Dezember 2009

Terry Eagleton, Professor für englische Literatur an der University of Manchester, rollt den Faden von hinten auf. «Wer düster behauptet, die Existenz habe keinen Sinn, ist Gefangener der Illusion, sie könne überhaupt Sinn haben.» Ein Nihilist oder Existenzialist ist in seiner Fixierung auf den fehlenden Sinn mit einem Atheisten vergleichbar, der mehr über Gott spricht als ein Gläubiger. Für Wesen, die denken können (und müssen), ist es alles andere als einfach, sich von der Frage nach dem Woher und Wohin – nach dem Sinn des Lebens also – zu verabschieden. Mit diesem Ex-negativo-Schluss zieht Terry Eagleton den Leser in seinen Bann, und der Sog lässt auf den 150 Seiten nicht nach.

Buchbesprechung: http://www.derbund.ch/kultur/buecher/Fragen-nach-dem-Sinn-des-Lebens-klug-beantwortet/story/11796944

Terry Eagleton: Der Sinn des Lebens. Aus dem Englischen von Michael Bischoff. Ullstein, Berlin 2008. 160 S., ca. 33 Fr.

Was macht das Bewusstsein aus?

Mittwoch, 11. November 2009

Die Erkenntnisse der Hirnforschung legen eine neue, radikale Antwort nahe. Mit ihrer Hilfe lässt sich immer genauer messen, welche Hirnregionen für welche Regungen, Gefühle, Reaktionen und Wahrnehmungen zuständig sind. Und wie das Gehirn diese einprasselnden Reize der Innen- und Aussenwelt aufnimmt, filtert und zu Reaktionen bündelt. Thomas Metzinger, der in Mainz theoretische Philosophie lehrt und sich auch mit den Neurowissenschaften beschäftigt, setzt sich seit über dreissig Jahren mit der existenziellen Frage auseinander, wie menschliches Bewusstsein funktioniert. Wie kommt es, dass wir uns als jemand fühlen, eine Identität von uns selbst haben? Wie entsteht der «unhintergehbare Eindruck hinter den Augen», wie er es einmal nannte?

http://www.tagesanzeiger.ch/kultur/buecher/Warum-wir-meinen-dass-es-uns-gibt/story/21812416

Thomas Metzinger: Der Ego-Tunnel. Eine neue Philosophie des Selbst. Von der Hirnforschung zur Bewusstseinsethik. Berlin Verlag, 378 Seiten, ca. 45 Franken.

Ist eine philosophische Kritik neurowissenschaftlicher Theorien möglich?

Freitag, 5. Juni 2009

Diese Frage führt direkt ins Zentrum zeitgenössischer Debatten zwischen Philosophen und Naturwissenschaftler. Und obgleich von deren Beantwortung unser Verständnis des Verhältnisses der Philosophie und der Neurowissenschaft abhängt, ist es alles andere als klar, wie die richtige Antwort auf die Frage lautet. Selten genug wird in neurowissenschaftlichen Untersuchungen, die sich mit Fragen der Philosophy of mind, oder in philosophischen Untersuchungen, die sich mit neurobiologischen Erklärungsversuchen menschlicher Subjektivität beschäftigen, diese Frage überhaupt eigens erläutert.

Weiterlesen: http://www.information-philosophie.de/?a=1&t=2513&n=2&y=5&c=29

Die Veranlagung zum Glück und den Sinn des Lebens

Freitag, 8. Mai 2009

Er nannte das Gehirn «eine Quelle des Bösen» und den freien Willen «eine Illusion» — weshalb er eine Revision des Strafrechts forderte. Verbrecher seien nicht individuell schuldig, sondern als psychisch Kranke zu betrachten. Die Debatte, die er damit auslöste, ist in vollem Gange. Grund genug, nachzufragen. Bei dem, der den geistes- mit dem naturwissenschaftlichen Blick vereint: Gerhard Roth ist Philosoph und Neurobiologe und leitet das Institut für Hirnforschung der Universität Bremen.

Interview mit Gerhard Roth: http://dasmagazin.ch/index.php/gerhard-roth/

Ethik und Pädagogik der Bibel

Dienstag, 16. Mai 2000

In der vorliegenden Studie wird gezeigt, dass entgegen der landläufigen Meinung unzählige und zentrale Aussagen der Bibel höchst problematische Denk- und Handlungsmuster enthalten. Wie an vielen anschaulichen Beispielen dargelegt wird, verstößt die biblische Ethik und Pädagogik immer wieder gegen grundlegende Menschenrechtskriterien und hält mit ihren Forderungen und Auffassungen einer kritischen Analyse aus psychologischer Sicht nicht stand. Ein besonderes Gewicht der Untersuchung wird auf das biblische Menschenbild gelegt. Denkverbote, Willkür, Intoleranz gegen Andersdenkende, absoluter Gehorsam, totalitäre Autorität, Kindesmisshandlung, Folterdrohungen, Mord und Massenvernichtung, Geringschätzung der Frau, Angst, Selbstzweifel u.v.m. lassen die Frohbotschaft zur unheilvollen Drohbotschaft werden. Das Buch weist zudem nach, dass viele fundamentalistische Denkstrukturen und Gruppierungen bis in die Gegenwart ihre Vorläufer und Wurzeln in der Bibel haben. Ein Vergleich der Bibel mit Sektenkriterien des Berufsverbandes deutscher PsychologInnen legt schliesslich überraschende Schlüsse nahe. “Das Ende einer Illusion” bietet immer wieder Denkanstösse und weist abschließend auf humanere Sichtweisen für die heutige Zeit hin.

Jürg Frick Franz Buggle
Das Ende einer Illusion: Denkanstöße zu Ethik und Pädagogik der Bibel
Angelika Lenz Verlga 1999
ISBN-10: 3933037093