Archiv für die Kategorie „Medien“

Aargauer Zeitung: Abt gegen Atheist – Ein Gespräch über Sex, Syrien und Weihnachten

Freitag, 30. Dezember 2016

aargauerzeitung.ch vom 24.12.2016:

Die «Nordwestschweiz» hat für ihre diesjährige Interview-Serie über die Festtage gegensätzliche Persönlichkeiten zusammengeführt. Heute im Gespräch: der gläubige Katholik Abt Urban Federer vom Kloster Einsiedeln und der atheistische Schweizer Autor Martin Dean.

Sie haben eine gemeinsame Leidenschaft: Gärten. Für Sie, Herr Dean, sind Gärten Ideallandschaften in Abgrenzung zur wilden Natur. Und Sie, Abt Urban, entschieden sich für das Mönchsleben, weil Ihnen der Klostergarten so gut gefiel. Haben Sie Angst vor der «Wildnis» da draussen?

Abt Urban: Angst? Im Gegenteil, mich zieht diese Wildnis an. Ich lebe zwar in einem wunderbaren barocken Bau, aber ich würde es nicht aushalten, dauernd hier zu sein. Ich gehe oft am Morgen nach dem ersten Gebet raus in die Natur, um die Stille zu hören.

Martin Dean: Mich zieht es in die Gärten, weil ich gerne an schönen Orten bin. Ich finde Gärten spannender als die Natur, weil im Garten menschliches Planen, ästhetisches Empfinden und Natur zusammenkommen. Gärten erzählen viel über Gesellschaftsmodelle, über den Umgang mit den eigenen Gefühlen.

Ist das nicht fast Gotteslästerung, dass Herr Dean von Menschenhand gestaltete Gärten schöner findet als die Schöpfung der Natur?

Abt: Das sehe ich nicht so. Auch wir Mönche bearbeiten ja die Natur. Im Mittelpunkt jedes Klosters liegt ein Garten. Spannend ist, wie sich die Gärten über die Zeit verändern, weil die Ideen, die die Menschen mit ihnen ausdrücken wollen, sich verändern. Gärten zeigen, dass unser Schöpfer uns als Mitschöpfer erschaffen hat. Der Garten ist Ausdruck davon, was der schöpfende Mensch alles kann.

Dean: Mein Lieblingsgarten ist übrigens ein religiöser Garten: der Zen-Garten von Ryōan-ji in Japan.

Dann hat die Religion also auch für Sie als Ungläubigen Gutes hervorgebracht?

Dean: Absolut. Wenn ich mich hier im Kloster Einsiedeln umschaue oder die Bibel lese, dann steht für mich fest, dass die katholische Kirche der grösste Auftraggeber der abendländischen Kultur war. Ohne die Kirche gäbe es vieles, was wir heute als Kultur empfinden, nicht. Das ist für mich aber kein Beweis, dass es einen Gott gibt.

>>Zum Artikel auf aagauerzeitung.ch

Dieter Nuhr: Ein Kabbaretist spricht über Christentum, Islam, Facebook und andere Unannehmlichkeiten – Hörspiel der gbs

Dienstag, 27. Dezember 2016

Rainer Praetorius ist ein alter Medienhase. Als freier Autor und Journalist schreibt er seit Jahrzehnten Fernseh- und Hörfunkbeiträge für verschiedene öffentlich-rechtliche Sender sowie Artikel für renommierte Zeitungen. Natürlich kommt es immer mal wieder vor, dass Redaktionen sich nicht für Themen interessieren oder Beiträge ablehnen – aber was ihm mit seinem Feature über Dieter Nuhr passiert ist, das hat er in all den Jahrzehnten bisher noch nicht erlebt.

Im vergangenen Jahr schrieb Praetorius ein einstündiges Radioportrait über den streitbaren Kabarettisten. Eine Auftragsarbeit für eine öffentlich-rechtliche Sendeanstalt. Praetorius tat, was Autoren und Journalisten üblicherweise tun, wenn sie eine Person portraitieren: Er rückte einen zentralen Aspekt von Nuhrs Schaffen und Denken in den Mittelpunkt des Features – seine teils recht scharfe Religions- und Kirchenkritik. Um Nuhrs auf der Bühne und im Interview geäußerte Kritik an Religion im Allgemeinen sowie Islam und Christentum im Besonderen zu vertiefen, interviewte Praetorius für das Feature ferner den Philosophen Michael Schmidt-Salomon (gbs), der für seine kritischen Auseinandersetzungen mit Religion und Kirche bekannt ist.

Doch als Praetorius das Manuskript der Redaktion vorlegte, die ihn mit dem Radioportrait des Kabarettisten Dieter Nuhr beauftragt hatte, wurde es abgelehnt. Zu religionskritisch. Praetorius wollte im Verlauf der Auseinandersetzungen nicht auf einen Gegenvorschlag der Redaktion eingehen. Ein neues Manuskript hätte nur dann den Segen der Redaktion gefunden, wenn der Autor bereit gewesen wäre, seinen vorhandenen Text völlig auf den Kopf zu stellen. Religionskritische Inhalte hätte nur noch als kleines Randthema vorkommen dürfen.

Rainer Praetorius tat deshalb das, was freie Journalisten üblicherweise tun, wenn eine Redaktion ihr Skript ablehnt: Er bot es anderen öffentlich-rechtlichen Sendern an, die über geeignete Sendeplätze für ein solches Radioportrait verfügen. Doch bei keiner einzigen Redaktion hatte er Glück. Mit immer neuen Begründungen wurde sein Manuskript abgelehnt. Bei aller Vielfalt der Begründungen schien laut Praetorius eines immer wieder durch: Die Ablehnung erfolgte zu einem nicht unbeträchtlichen Teil auch deshalb, weil die Redakteure die im Feature geäußerte Religionskritik scheuten.

Nach den vielen Ablehnungen seitens der Rundfunkanstalten entschloss sich Rainer Praetorius dazu, sein Feature mit Unterstützung der Giordano-Bruno-Stiftung und unter der Regie von Daniela Wakonigg (hpd) frei zu produzieren. Hier kann man sich kostenlos zu Gemüte führen, was die Öffentlich-Rechtlichen ihren Hörern nicht zumuten wollten. Viel Vergnügen!

Kirchen ohne Nachwuchs: Unheilige Jugend

Sonntag, 25. Dezember 2016

«Mit jeder Generation, die nachrückt, geht ein Stück des christlichen Erbes verloren. Wissen Kinder in fünfzig Jahren noch, wofür Weihnachten steht? Vieles spricht dagegen.»

NZZ-Redaktor Simon Hehli zeigt auf, dass sich die Jugend immer weniger für religiöse Erzählungen interessiert, nicht zuletzt, weil diese in vielen Familien kaum noch weitererzählt werden. Die Kirchen künden deshalb an, zu Kindern im Vorschulalter Kontakt aufbauen zu wollen. FVS-Präsident Andreas Kyriacou zweifelt am Erfolg solcher Massnahmen. Seine Prognose wird im Artikel zitiert:

«Weihnachten wird es ergehen wie Pfingsten oder Auffahrt, bei denen die meisten den religiösen Hintergrund nicht mehr kennen.»

–> Zum Artikel der NZZ.

Deutschland: Trennung von Kirche und Staat verwirklichen

Freitag, 13. Mai 2016

Trennung von Kirche und Staat verwirklichen

“Statt der schleichenden Gleichstellung von Islamverbänden und Kirchen: 2019 ist ein gutes Zieldatum für die tatsächliche Trennung von Kirche und Staat 100 Jahre nach der Abschaffung der Staatskirche in der Weimarer Reichsverfassung von 1919.”

>> Zum Artikel bei Tichys Einblick

“Freidenker zur Heiratsstrafe der CVP: “Religiöser Fundamentalismus”

Sonntag, 14. Februar 2016

“Zürich, 12.2.16 (kath.ch) Die Freidenker werben derzeit mit Plakaten für ein «Nein» zur CVP-Initiative, welche die Abschaffung der Heiratsstrafe fordert. Sie werfen der Partei «religiösen Fundamentalismus» vor. CVP-Präsident Christoph Darbellay lässt sich davon nicht provozieren.”

>>Zum Artikel auf cath.ch

 

Wenn ein katholisch – konservativer Vikar zum Aufklärer mutiert…

Freitag, 29. Januar 2016

In einem Artikel im Tagesanzeiger vom 25.01.2016 beschreibt der Generalvikar des Bistums Chur, Martin Grichting, unter dem Titel

“Die Aufklärung ist nicht vom Himmel gefallen – Das Christentum ermöglicht den Menschen ein freies Gedeihen”

die -vermeintliche- Vorreiterrolle der katholischen Kirche im Zuge der Aufklärung. (weiterlesen…)

“Rasantes Wachsen der Konfessionslosen seit der Jahrtausendwende” – Studie zur Religionslandschaft Schweiz

Montag, 7. Dezember 2015

Kat.ch vom 06.12.2015″St. Gallen, 6.12.15 (kath.ch) Wegen der Einwanderung konnte sich der Anteil der römisch-katholischen Bevölkerung in der Schweiz gut halten und ist aktuell am höchsten. Die evangelisch-reformierte Kirche, aktuell an zweiter Stelle, verlor seit den 1950er-Jahren fast ein Drittel ihrer Gläubigen. Die Zahl der Konfessionslosen verdoppelte sich seit der Jahrtausendwende. Diese und weitere Fakten zeigt eine aktuelle Studie des Schweizerischen Pastoralsoziologischen Instituts (SPI) in St. Gallen.” - kath.ch vom 06.12.2015

>>Zum Artikel

Neuer US-Börsenindex mit “katholischen Werten”

Freitag, 28. August 2015

Die Rating Agentur Standard & Poor stellt einen neuen Börsenindex vor, der sich an katholischen Werten orientiert.

Nicht vertreten sein werden börsennotierte Firmen, die Verhütungsmittel herstellen, Geschäfte mit Stammzellenforschung oder Abtreibung tätigen. Jedoch vertreten sind Konzerne, welche weniger als 50% ihres Umsatzes mit der Herstellung von konventionellen Waffen verdienen. Auch Enregieriesen, welche ihren Umsatz über fossile Brennstoffe erzielen, werden abgebildet sein. (weiterlesen…)

Sterbehilfe in Deutschland: Ein erhellendes Interview mit Strafrechtswissenschaftler Reinhard Merkel im STERN

Freitag, 17. Juli 2015

Bislang ist Sterbehilfe in Deutschland erlaubt. Seit dem 02.07.2015 debattiert der Deutsche Bundestag über eine Änderung der Gesetzeslage. Es zeichnet sich eine Mehrheit ab, die die organisierte Beihilfe zum Suizid als Straftat wertet.

(weiterlesen…)

Jetzt erst recht: Einstehen für Medien- und Meinungsäusserungsfreiheit

Donnerstag, 8. Januar 2015

Heute Abend versammelten sich auf Initiative der Jungen Journalisten mehrere Hundert Personen, um ihr Mitgefühl mit den Opfern des gestrigen Terroraktes zum Ausdruck zu bringen, und um für die Pressefreiheit einzustehen.

Wir veröffentlichen hier die kurze Rede der Politologin und Autorin Elham Manea, die bestens zum Ausdruck bringt, worum es nun geht: das vorbehaltlose Einstehen für Medien- und Meinungsäusserungsfreiheit

Wir sind hier, um unsere Wut und Trauer über das schreckliche Attentat von gestern zu äussern.

Es war ein klarer Angriff auf die Presse- und Meinungsfreiheit.

Aber wissen Sie, wovon ich Angst habe? Ich habe Angst, dass wir hier anfangen, diese Freiheiten zu beschränken oder zu relativieren.

Ich höre bereits Stimmen, die uns sagen, wir sollen kulturelle Unterschiede in der Meinungsäusserung berücksichtigen. Lassen Sie sich von solchen Stimmen nicht überzeugen. Ohne die Pressefreiheit und Meinungsfreiheit haben wir keine Freiheit – keine Freiheit.

Ich sehe Verbindungen: In der jemenitischen Stadt Ibb sind vor ein paar Tagen bei einem Anschlag auf eine religiöse Feier mehr als 20 Menschen ums Leben gekommen – ein Attentat von al Qaida.

Und morgen wird Ralf Badawi, ein saudischer Blogger, wegen seiner Meinungsäusserung ausgepeitscht. 1000 Peitschenschläge. Er hat nur das religiöse Establishment kritisiert. Und dafür ist er zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt worden.

Ich sehe Verbindungen – überall auf der Welt kämpfen Menschen für diese Freiheiten. Unterschätzen sie nicht deren Wichtigkeit, denn wenn wir anfangen, sie zu beschränken, haben die Fundamentalisten gewonnen.