Archiv für die Kategorie „Kt. Zürich“

Keine Grabrede wegen Kirchenaustritt

Sonntag, 16. April 2017

zueriost.ch vom 27.03.2017:

“Ein Fall aus Fällanden zeigt: Wer aus der Kirche austritt, hinterlässt beim Tod seinen Angehörigen Probleme, wenn diese bei der Abdankung kirchliche Dienste wünschen. Gemäss den Kirchen kommt das immer häufiger vor.
Karlis Gulbis ist im Alter von 39 Jahren verstorben, an Magenkrebs. Seit seinem Todestag sind mehr als neun Monate vergangen. Sein Lebenspartner Roland Wildhaber wird nie vergessen, wie er ihn an diesem 1. Juni ins Spital Zollikerberg bringen lassen musste. Monatelang hatte er ihn zuvor zu Hause in Fällanden gepflegt. Wenige Stunden nach der Einlieferung war Gulbis tot. «Das war für mich so unsäglich schmerzvoll, es gibt keine Worte dafür,» sagt Wildhaber Mit Wehmut erinnert er sich, wie sein Lebenspartner kurz vor seinem Tod noch nach einem Gläschen Chardonnay verlangte.

Abdankung gegen Eintritt

Wildhaber kümmerte sich um die Organisation der Beerdigung. Dabei nahm er Kontakt mit der Pfarrerin der Reformierten Kirchgemeinde Fällanden auf: «An ihren Namen kann ich mich leider nicht mehr erinnern.» Wildhaber bat die Pfarrerin eine Grabrede für seinen konfessionslosen Lebenspartner zu halten: «Einfach ein paar Worte, mehr nicht.»
Die Pfarrerin sei anur sehr schwer von diesem Wunsch zu überzeugen gewesen, so Wild­haber. «Plötzlich eröffnete sie mir, dass sie eine Rede halten würde, wenn ich im Gegenzug in die Reformierte Kirche eintreten würde.» Für Wildhaber «ein Erpressungsversuch vom Schlimmsten». Er vermutet, dass die Pfarrerin sich auch nicht zu einer Rede durchringen konnte, weil er und sein Partner ein gleichgeschlechtliches Paar waren. Das Gespräch war für ihn jedenfalls höchst ­unerfreulich und beschäftigte ihn lange. Wildhaber schrieb der Kirchgemeinde am 1. Februar einen Brief, in der er das Vorgefallene schilderte.
Durch die vermehrten Kirchenaustritte käme es tatsächlich ­immer häufiger vor, dass sich ­Angehörige von Konfessionslosen kirchliche Dienste bei Abdankungen wünschen, bestätigt Catherine McMillan, Pfarrerin der Reformierten Kirchgemeinde Dübendorf. Ihre Gemeinde sei seit einiger Zeit daran, eine einheitliche Handhabung zu erarbeiten.
Bei den Schwerzenbacher Reformierten kommt es ein-, zweimal pro Jahr vor, dass Konfessionslose eine Abdankung wünschen, das bei 15 bis 18 Bestattungen pro Jahr. «Wir machen eine Abdankung nur, wenn die Hinterblie­benen der Reformierten Kirche angehören – das ist dann auch kostenlos», so die Auskunft der Reformierten Kirchgemeinde.”

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“Nach 500 Jahren ist die Reformation vorbei” Reformierte Kirche im Zürcher Unterland auf dem Rückzug

Samstag, 25. März 2017

Artikel auf zuonline.ch (Zürcher Unterländer) vom 21.03.2017:

Die reformierte Kirche befindet sich seit Jahren auf dem absteigenden Ast. Im Unterland hat sie seit 1990 kontinuierlich eingebüsst. Waren damals noch über die Hälfte der Unterländer Mitglied der protestantischen Kirche, so werden es bei gleichbleibendem Abwärtstrend bereits im Jahr 2020 keine 25 Prozent mehr sein.

Wie die Reformierten müssen auch die Katholiken mit einer stetigen Flut von Austrittsgesuchen fertig werden, sie schrumpfen aber dank der Zuwanderung weniger stark als die Zwinglianer. Weltweit gehören über die Hälfte der 2,4 Milliarden Christen der katholischen Kirche an. Einwanderer aus Italien, Portugal, Spanien oder Südamerika sind fast ausschliesslich Katholiken, was den lokalen Mitgliederschwund etwas mildert.

Mehr Gläubige, weniger Anteil

Tatsächlich gibt es heute im Unterland mit 62 000 Katholiken sogar knapp 10 000 mehr als noch 1990. Diese verteilen sich auf neun grosse Kirchgemeinden mit meist 4000 bis 10 000 Mitgliedern – die grösste ist jene im Furttal mit 10 300 Mitgliedern, welche die reformierte Kirche Bülach (10 000) als grösste Kirchgemeinde abgelöst hat.

So gesehen geht es der Kirche von Papst Franziskus im Unterland heute eigentlich gut. Nur relativ gesehen macht sich der Abwärtstrend auch hier bemerkbar: Weil die Bevölkerung seit 1990 um knapp 50 Prozent gewachsen ist, die Anzahl der Katholiken aber «nur» um 20 Prozent, ist der Anteil an der Gesamteinwohnerzahl in dieser Zeit von 33 auf 26 Prozent gesunken.

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Religiöse Wertvorstellungen gehören nicht in weltliche Gesetze – Freidenker erfreut über Schlappe für EDU-Initiative

Sonntag, 27. November 2016

Die Freidenker-Sektionen Zürich und Winterthur sind sehr erfreut, dass die Zürcher Bevölkerung mit überdeutlichem Mehr auch den jüngsten Versuch der EDU abgelehnt hat, religiöse «Normen» in weltliche Gesetze zu schreiben. Wie schon bei ihren beiden Vorlagen zur Sterbehilfe haben die Stimmberechtigten der EDU und ihrem fundamentalistischen Kurs die rote Karte gezeigt.

Das klare Ergebnis zeigt auch, dass die SVP mit ihrer Ja-Parole an ihrer eigenen Wählerbasis vorbei politisiert hat. Die Freidenker hoffen, dass die 30%-Partei erkennt, dass sie nichts gewinnen kann, wenn sie sich von einer 2%-Partei die Agenda setzen lässt.

Die Freidenker sind auch erfreut über das breite zivilgesellschaftliche Engagement, das gegen die Initiative zustande kam. Für die Freidenker, die sich für mehr Trennung von Staat und Kirche und für weltlich-humanistische Werte einsetzen, war es eine Selbstverständlichkeit, aktiv gegen dieses anachronistische Begehren einzustehen. Sie haben als einzige Organisation mit Plakaten vor allem in Gemeinden mit hohem EDU-Wähleranteil gegen die rückständige Ehe-Initaitive zu einem Nein aufgerufen.

Veranstaltung zum Tag der Menschenrechte in Zürich: Samstag, 10.12.2016 – Elizabeth O’Casey (IHEU)referiert zum Thema: Die Situation um Frauen- und LGBTI-Rechte und die Projekte der IHEU

Montag, 21. November 2016

Wir schreiben das Jahr 2016 – und nach wie vor sind Frauen und bi-, homosexuelle oder Transgender-Personen vielerorts gar nicht oder nicht zureichend rechtlich geschützt. Mehr noch, werden Menschen, die sich nicht für den traditionellen heterosexuellen Lebensentwurf entscheiden, in vielen Ländern durch staatliche oder religiöse Institutionen und Gruppen gnadenlos verfolgt.

Elizabeth O’Casey ist Director of Advocacy bei der International Humanist and Ethical Union – IHEU. Sie wird uns in ihrem Referat (in Englisch) etwas über die Situation der Betroffenen sowie über die diesbezüglichen Projekte der IHEU erzählen.

Diese Veranstaltung entsteht in einer Kooperation von frei-denken.ch mit der Uni-Gruppe L-Punkt Zürich. Im Anschluss gibts einen kleinen Apéro.

 

 

Zeit: Beginn 17:00

Ort: Uni Zürich, Raum KO2-F-150, Karl Schmid-Strasse 4, 8006 Zürich.
Google Maps: Das Gebäude KO2 der Uni Zürich.

Eintritt: frei, Spendenbox

Bundesgericht sagt Nein zum Islamischen Kindergarten

Samstag, 5. November 2016

(…) “Die Vorinstanz bemängelte darüber hinaus, dass im Kindergartenkonzept eine Trennung zwischen religiösen und weltlichen Inhalten fehle. Vielmehr bestehe die Auffassung, das religiöse Wissen bilde die Basis von allem, was später erlernt und erlebt werde. Das geht gemäss Verwaltungsgericht über die für Privatschulen zulässige Setzung eines religiösen Schwerpunktes hinaus.
Ein weiterer Kritikpunkt betrifft das im Volksschulgesetz festgehaltene Bekenntnis zu humanistischen und demokratischen Wertvorstellungen. Das Bundesgericht hält in seinem Urteil fest, dass es im Betriebskonzept an einem solchen Bekenntnis fehle.”

>>Zum Artikel auf tagesanzeiger.ch

NEIN zur Eheinitiative

Montag, 31. Oktober 2016

Veranstaltung von “philosophie.ch”: “Müssen wir Angst vor der Zukunft haben?”

Freitag, 28. Oktober 2016

Die Zukunft ist ungewiss. Manche PhilosophInnen – nämlich VertreterInnen der sogenannten Zeittheorie des „wachsenden Blocks“ – behaupten sogar, dass die Zukunft gar (noch) nicht existiert. Was können wir also über Sachverhalte wissen, die möglicherweise noch gar nicht real sind? Wir können lediglich Prognosen darüber anstellen, wie die Zukunft aussehen wird. Man kann aufgrund von Ausganssituationen und Tendenzen bis zu einem gewissen Grad darauf schliessen, was geschehen wird. Haben wir, in Anbetracht dieser Prognosen, Grund zur Angst? Was lässt sich daraus für unser Handeln ableiten? Über diese und weitere Fragen werden wir an der philosophischen Podiumsdiskussion am diesjähirgen UNESCO Welttag der Philosophie diskutieren. Insbesondere wird der Fokus auf Medizin, Wirtschaft und Umwelt liegen.

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«Grenzen der Toleranz» – Schweiz-Lesetour mit Michael-Schmidt-Salomon

Samstag, 1. Oktober 2016

Die offene Gesellschaft scheint in Gefahr, bedroht von Terroristen und Extremisten, welche die Gewalttätigen anfeuern uns instruieren. In seinem neuen Buch «Grenzen der Toleranz – warum wir die offene Gesellschaft verteidigen müssen» setzt sich der Deutsche Philosoph und Autor Michael Schmidt-Salomon mit diesen Bedrohungen sowie  den möglichen Massnahmen, um diesen Gefahren zu begegnen, auseinander.

Anfang Dezember spricht Michael Schmidt-Salomon auf Einladung der Freidenker in sechs Deutschschweizer Städten: 

Termine:

So, 4.12. Eglisau

Aula Schulhaus Städtli, Obergass 57. 16.00 Uhr. Eintritt 10.
Die Veranstaltung wird organisiert in Zusammenarbeit mit “viva Eglisau”

Mo, 5.12. Lenzburg

Hotel Krone, Kronenplatz 20. 19.30 Uhr. Eintritt frei / Kollekte.

Di, 6.12. Luzern

Hotel Continental-Park, Murbacherstrasse 4, 6002 Luzern 19.30  Eintritt frei / Kollekte.

Mi, 7.12. Chur

Brandissaal, Brandisstrasse 12. Apéro 18.15 Uhr, Beginn 19.15 Uhr. Eintritt frei / Kollekte. 

Do, 8.12. Brig

Buchhandlung ZAP*, Furkastrasse 319.00 Uhr. Eintritt 12.- (6.- für Mitglieder Buchclub ZAP und Freidenker).

Fr, 9.12. Bern

Hotel Bern, Zeughausgasse 9, 19.00 Uhr, anschliessend Apéro. Eintritt frei / Kollekte.
 

Im einem längeren Essay, welches am 29. September im Tages-Anzeiger erschien, führte der Autor einige zentrale Thesen aus, die er im Buch umfassend beleuchtet. Unter anderem plädiert Michael Schmidt-Salomon dafür, zwei Trennlinien zu unterscheiden: Die erste hält auseinander, was toleriert werden muss, und was nicht mehr toleriert werden darf – auch eine offene Gesellschaft darf nicht alles hinnehmen, soll sie erhalten bleiben. Die zweite Linie grenzt das Tolerierbare von dem ab, was akzeptiert werden muss – das zu Akzeptierende heisst man gut, was gegenüber dem bloss Tolerierten nur um den Preis der Selbstverleumdung möglich wäre.

Am Beispiel der Behauptung von Kreationisten, die Erde sei erst 6000 Jahre alt, veranschaulicht er den Unterschied: eine derart realitätsferne Idee braucht man nicht zu akzeptieren. Man darf sie ablehnen, ja auch verspotten. Hingegen müssen wir akzeptieren, dass jeder Einzelne wirren Ideen anhängen darf und auch die Freiheit hat, diese Ideen zu bewerben. Umgekehrt muss der Kreationist akzeptieren, dass man seinen Überzeugungen widerspricht, auch wenn er dies als beleidigend empfindet.

Es ist also zwischen dem Akzeptierbaren, dem Nur-Tolerierbaren und dem Nicht-mehr-Tolerierbaren zu unterscheiden. Der Autor führt aus, dass diese Trennlinien in verschiedenen Gesellschaften unterschiedlich gezogen werden. Eine offene Gesellschaft beachtet bei diesen Grenzziehungen vier Prinzipien, hinter die sie nicht zurückfallen darf: Liberalität, Egalität, Säkularität und Individualität. Im Essay, und ausführlicher im Buch, führt Michael Schmidt-Salomon aus, wieso es gerade diese Prinzipien sind, welche freie von unfreien Gesellschaften unterscheiden. Und wieso in einer freien Gesellschaft auch mehr zu tolerieren ist.

Wir freuen uns auf zahlreiche Interessierte in Lenzburg, Luzern, Chur, Brig und Bern!

 

 

Impressionen

Büchertisch

Michael Schmidt Salomon / Brigg

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Full House!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Presseartikel

>>Suedostschweiz.ch

>>Walliser Bote

 

Wädenswil: Ehepaar klagt erfolgreich gegen Glockengeläut

Freitag, 12. August 2016

Das Verwaltungsgericht des Kantons Zürich hat eine Beschwerde der evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Wädenswil und der Stadt Wädenwil abgelehnt. Diese haben gegen einen Entscheid des Baurekursgerichts rekurriert, das den Viertelstundenschlag der Kirchenglocken verboten hat. (weiterlesen…)

Urteil gegen nächtlichen Glockenschlag

Montag, 8. August 2016

In Wädenswil darf die reformierte Kirche nur noch zur vollen Stunde läuten. Nicht mehr jede Viertelstunde, wie es die Kirche wollte. Diese Regelung hat das Verwaltungsgericht für die Zeit zwischen 22 Uhr und 7 Uhr morgens angeordnet. Ein Urteil, das weitreichende Folgen haben könnte. (weiterlesen…)