Archiv für die Kategorie „Kt. St. Gallen“

Kath. SG: über 80% der Einnahmen aus allgemeinen Steuern gehen in den Erhalt der eigenen Strukturen

Donnerstag, 21. April 2011

Die Jahresrechnung der St. Galler Katholiken zeigt exemplarisch, dass die viel beschworene “soziale Tätigkeit” der “Landeskirchen” überbewertet wird.

Bei den Einnahmen der Katholiken steht:
“Der Kanton leistete zur Finanzierung des Steuerausgleichs einen zweckgebunden Beitrag an den Konfessionsteil von knapp 16 Mio. Franken.”
Dieses Geld kommt aus Steuern, die von juristischen Personen eingezogen werden.

Bei den Ausgaben werden für “Soziale Aufgaben (inkl. Caritas, Missions- und Entwicklungshilfe)   3’296’421 Franken” ausgewiesen, bei  Nettoausgaben von insgesamt 36’203’548 Franken.

Die St. Galler Katholiken nehmen damit 44% ihres Haushaltes aus allgemeinen Steuern (der juristischen Personen) ein und geben nur gerade 9% ihres Budgets für soziale Aufgaben (inkl. Caritas, Missions- und Entwicklungshilfe) aus.

  • Die St. Galler Katholiken sind also zu weniger als 10% sozial tätig.
  • Von diesen 10% geht zudem wahrscheinlich der grössere Teil in die Mission und Entwicklungshilfe, d.h. nicht in soziale Projekte im Inland.
  • Über 80% der allgemeinen Steuermittel (von juristischen Personen) gehen also jedes Jahr in den Erhalt der eigenen Strukturen.

Kath St. Gallen Rechnung 2010.pdf

FVS: 7 Thesen zur Kirchensteuerpflicht juristischer Personen

Ein weiterer Text der FVS

“Despoten als Massstab für Schweiz?”

Mittwoch, 16. März 2011

Leserbrief in Tagblatt Online, 16. März 2011 01:10:11
Die SVP der Stadt St. Gallen attackiert Pläne des Kantons, moslemische Grabfelder zuzulassen. Hauptsächlich wird das damit begründet, dass in «moslemischen Ländern» Christen «unterdrückt, gefoltert und ermordet» würden. Die SVP der Stadt St. Gallen will also paradoxerweise in der Schweiz genau die Intoleranz ausüben, die sie an anderen Ländern kritisiert. So kann sie vielleicht ihre Parteibasis mobilisieren, jedoch polarisiert sie so ohne Not die Bevölkerung und fügt der pluralistischen Schweiz Schaden zu. Zudem gibt es viele Schweizer moslemischen Glaubens, und es leuchtet nicht ein, wieso sich Schweizer in ihren Rechten beschränken sollen, weil anderswo ausländische Despoten ihre Bürger unterdrücken.

Wir Ostschweizer Freidenker wollen nicht, dass sich die demokratische Schweiz an irgendwelchen Regimes orientiert, sondern – wie durch unsere Verfassung verpflichtet – für die unbeschränkte Gültigkeit der Menschenrechte für alle eintritt. Glaube ist Privatsache und der Staat hat sich gegenüber Christen, Moslems und Konfessionslosen gleichermassen neutral zu verhalten.

Daniel Stricker, Freidenker Sektion Ostschweiz, Tschudistrasse 60, 9000 St. Gallen

http://www.tagblatt.ch/ostschweiz/stgallen/stadtstgallen/tb-st/Despoten-als-Massstab-fuer-Schweiz-;art186,1978529

WzF: Die Amtskirchen sind die Zigarettenindustrie von morgen

Freitag, 25. Februar 2011

Der Co-Präsident der Freidenker Ostschweiz, Daniel Stricker, fordert eine strikte Trennung von Kirche und Staat, was natürlich auch die ersatzlose Streichung der Kirchensteuer beinhaltet. Denn von einem gelassen-aufgeklärten Standpunkt mutet es geradezu bizarr an, dass die direktdemokratische Schweiz für eine fremde Diktatur das Inkasso macht.

Kt. SG: Höchste Kirchensteuern der Schweiz

Mittwoch, 1. Dezember 2010

St. Galler Tagblatt
Die Kirchenmitglieder im Kanton St.Gallen werden stärker als in anderen Kantonen zur Kasse gebeten. Die Katholiken bezahlen pro Person jährlich 439 Franken Kirchensteuer, was schweizweit der höchste Betrag überhaupt ist. Zum Vergleich: Dies ist doppelt so viel wie im ebenfalls katholischen Kanton Freiburg. Im Durchschnitt sind es 266 Franken. In absoluten Zahlen ist die Steuer der St.Galler Evangelischen noch höher: Sie bezahlen 467 Franken pro Kopf. Im nationalen Vergleich liegen sie auf dem dritten Platz, durchschnittlich berappen die Schweizer Reformierten 300 Franken. Die Zahlen gelten für das Jahr 2007.

http://www.tagblatt.ch/ostschweiz/stgallen/kantonstgallen/services/St-Gallen-Hoechste-Kirchensteuern;art140,1650831

NFP 58: Finanzierung und Nutzen? der Religionsgemeinschaften

Dienstag, 23. November 2010

Die heute publizierte Studie bringt wenig Neues, aber das kompakt:
Die Kirchen nehmen pro Jahr 1.35 Mia. Franken an Kirchensteuern von ihren Mitgliedern ein.
Weitere 300 Mio. Franken werden von den Kantonen an die Kantonalkirchen transferiert.
Die juristischen Personen entrichten schweizweit Kirchensteuern im Umfang von 260 Mio. Franken.
Die weiteren Ergebnisse der Studie sind mit Vorsicht zu geniessen.

Finanzierung

Private Finanzierung: 1,35 Mia. Franken

Das Kirchensteueraufkommen der natürlichen Personen zu Gunsten der Landeskirchen beträgt 1,35 Mia. Fr. pro Jahr.
Anteile: 52% von katholischen Mitgliedern, 48% von reformierten.

Öffentliche Finanzierung: 0.556 Mia. Franken

Das Kirchensteueraufkommen der juristischen Personen zu gunsten der Landeskirchen beträgt 260 Mio Fr. pro Jahr.
Die staatlichen Direktzahlungen an die Landeskirchen betragen 300 Mio Fr. pro Jahr.
! Diese Zahl ist viel zu tief, da sie nur Zahlungen auf Stufe Kanton erfasst, die eigentlichen Akteure aber die Kirch-/ und politischen Gemeinden sind.
!
Die Aufwendungen für den Unterhalt von Bauten im Besitz der Kirchen wurden nicht erfasst.

Leistung?

Die Studie hat in den Kantonen St. Gallen und Bern die Arbeitsstunden, die von den Kirchen erbracht werden, ermittelt und in Franken umgerechnet. Sie kommt zum Schluss: “Der Wert der sozialen Dienstleistungen der beiden Landeskirchen erreicht selbst in einer konservativen Schätzung ungefähr die Grössenordnung der Kosten für die Öffentlichkeit, wie die Hochrechnungen für die Kantone Bern und St. Gallen.”

! Es wurden nicht Leistungen und ihre Kosten gemessen, sondern Arbeitsstunden. Die Studie selbst sagt nichts darüber aus, ob die Leistung stimmt, wer davon profitiert und ob sie auch effizient erbracht wird.

Nutzen?

In einer Befragung wurde in der Studie die Finanzierungsbereitschaft der Berner Bevölkerung erfasst.
! Es wurden nicht Leistungen und ihre Kosten erfasst, was etwas über die Kosten einer Entflechtung aussagen würde.
! Es wurde nicht erfasst, wer Leistungen bezieht. Es wurde lediglich erfasst, wieviel die Berner Bevölkerung hypothetisch zu bezahlen bereit wäre für das, was die Kirchen anbieten.
! Da die Finanzierung der Kirchenangebote für die BürgerInnen nicht transparent ist, werden hier vor allem Mythen gemessen.

Gerade im Kanton Bern wurde der Bevölkerung in Diskussionen um die Kirchensteuer für juristische Personen von der Politik mehrfach beteuert, dass die Landeskirchen eine besonders günstige Dienstleistung anbiete. Was diese wirklich wert ist, das beantwortet auch die NFP 58 Studie nicht.

Die Landeskirchen sollten sich hüten, aus dieser Studie abzuleiten, sie seien ihren Preis wert!

Die Studie räumt leider nicht auf mit folgenden Mythen:

Mythos 1

“Die Kirchen erbringen einen gesamtgesellschaftlichen Nutzen zu tiefen Kosten.”

Darüber sagt die Studie nichts.
Sie erfasst nicht die Leistungen und Effizienz der kirchlichen Dienstleistungen, sondern lediglich deren Reputation bei den BürgerInnen.

Mythos 2

“Die Kirchen sind gemeinnützig, sie bieten auch Nichtmitgliedern einen Nutzen.”

Darüber sagt die Studie nichts.
Sie erfasst nur den von den BürgerInnen subjektiv empfundenen Nutzen – für sich und für andere.
Andereseits ist vor allem in der reformierten Kirche ein Trend zu Gebühren für Leistungen an Nichtmitgliedern zu beobachten:

http://www.frei-denken.ch/de/2010/07/kirchen-sind-je-langer-je-weniger-gemeinnutzig/

Mythos 3

“Die Kirche bieten auch nicht aktiven Mitgliedern Sinngebung”

Darüber sagt die Studie nichts.
Sie stellt lediglich die bekannte Tatsache fest, dass die Mehrheit der BürgerInnen an der Kirche die Rituale schätzt.
Ebensogut könnte man behaupten, dass die Kirchen Event-Anbieter sind, welche über besonders attraktive Locations verfügt,  die aber  wahrscheinlich mehrheitlich staatlich finanziert werden.

Mythos 4

“Die Kirchen erbringen besonders viele ehrenamtliche Leistungen”

Darüber sagt die Studie nichts.
Sie erfasst zwar ehrenamtliche Leistungen, aber vergleicht sie nicht.
Eine andere Studie hat kürzlich ergeben, dass im Kt. BL 60% der Sozialdienstleistungen der Landeskirchen ehrenamtlich erbracht werden.
Na und? In Tausenden von Vereinen und Selbsthilfegruppen wird 100% ehrenamtlich gearbeitet:
http://www.nzz.ch/nachrichten/startseite/die_vereine__die_heimlichen_paedagogen_1.8968129.html

Ein weiterer Text der FVS

Rapperswil: Kino in der Hand einer Freikirche

Sonntag, 14. November 2010

Rapperswil-Jona. – Der reformierte Pfarrer, der Präsident der Katholischen Kirchengemeinde und der Stadtpräsident von Rapperswil-Jona äussern sich zum Besitzerwechsel der beiden Rapperswiler Kinos. Ab kommendem Jahr werden diese von einem Vorstandsmitglied der Freien Evangelischen Kirche im Prisma geführt (die «Südostschweiz» berichtete). Stadtpräsident Benedikt Würth ist vor allem froh, dass die Nachfolge der Kinos organisiert ist. Weil die Gläubigen der Kirche im Prisma die Türe einrennen, erweitert die Freikirche ihr Platzangebot im Kino Leuzinger.

Ab nächstem Frühling wird der Sonntagsgottesdienst direkt ins Kino übertragen. Bereits während des Kirchenumbaus in den Jahren 2002/03 waren die 290 Plätze des Leuzingers zu diesem Zweck gemietet worden. Die Kirche im Prisma ist eine Erfolgsgeschichte. Genaue Mitgliederzahlen oder Zuwachsraten kann deren Pressesprecher Richard Lins aber nicht nennen. «Wir sind kein Wirtschaftsunternehmen, das alles auswertet», ist seine Begründung. Und er schweigt sich über das Spendenaufkommen aus. Er gibt aber zu: «Finanziell könnte es uns schlechter gehen.»

St. Gallen: Lautstarke Missionare weggewiesen

Sonntag, 14. November 2010

Die St. Galler Stadtpolizei hat am Samstagnachmittag drei christliche Prediger wegen Ruhestörung weggewiesen. Zwei von ihnen erhielten eine Ordnungsbusse, wie die Polizei am Sonntag meldete. Der Dritte, bereits mehrmals weggewiesen, wurde verzeigt.

http://www.20min.ch/news/ostschweiz/story/26555908

Religion versus Intellekt

Freitag, 24. September 2010

Replik auf Leserbriefe, insb. jenen von Sigi Scherrer im St. Galler Tagblatt vom 24.09.10

Erstaunlich bis amüsant, wie sich gewisse religiöse Kreise ob eines Leserbriefes, welcher Religion (wohlgemerkt mit guten Argumenten) in Frage stellt, enervieren. Insbesondere Sigi Scherrer aus Vaduz, aus jenem Kleinstaat, in welchen die Schweizer Katholiken den Fundamentalisten Wolfgang Haas wegbefördert haben, tut sich mit purer Polemik hervor, ohne einen einzigen Gedanken meines Schreibens objektiv widerlegen zu können. Religion ist, im wissenschaftlichen Sinne, eine Wahnvorstellung. Definition “Wahn” nach Wikipedia: “Der Begriff Wahn repräsentiert eine Überzeugung, die 1. logisch inkonsistent ist oder wohlbestätigtem Wissen über die reale Welt widerspricht und 2. trotz gegenteiliger Belege aufrechterhalten wird, weil die persönliche Gewissheit der Betroffenen so stark ist, dass sie rational nicht mehr zugänglich sind”. Es gibt keinen Beweis, und nicht einmal das allergeringste Indiz für die Existenz irgendeines Wesens namens “Gott”, welches einer wissenschaftlichen Überprüfung standhalten könnte.

Leider wurde und wird ein Grossteil der Bevölkerung in vielen Weltregionen religiös indoktriniert. Ein Kleinkind, welchem eingeimpft wird, es gebe einen (lieben, bösen oder was auch immer) Gott, stellt dies nicht in Frage, es akzeptiert es als “wahr”. Um solche “Wahrheiten” im späteren Erwachsenenleben zu hinterfragen, braucht es aktive Schritte, wofür viele Leute offenbar zu bequem sind. Es ist für viele Menschen einfacher, sich von irgenwelchen schönen Märchen einlullen zu lassen, statt sich den Realitäten zu stellen und selber Verantwortung für sein eigenes Leben, aber auch für die Welt zu übernehmen.

Der moderne, intelligente und aufgeklärte Mensch hinterfragt Dogmen jeglicher Art, auch wenn sie Jahrtausende lang gepredigt worden sind. Er lehnt Behauptungen, die sich in keinster Weise belegen lassen, ab, und er bemüht sich stattdessen um Objektivität und Fakten; im Wissen, dass Dinge, welche nach jeweils aktuellem Kenntnisstand als “höchst wahrscheinlich” betrachtet werden, später aufgrund neuer, zusätzlicher Kenntnisse durchaus wieder in Frage gestellt oder weiterentwickelt werden können.

Die Aufklärung, nach dem “finsteren Mittelalter” als “siècle de la lumière” begonnen, ist ein Jahrtausendprojekt; es dürfte aufklärerischen Handlungsbedarf geben, solange es Menschen geben wird. Jedenfalls empfehle ich, dogmatische Fesseln jeglicher Art abzustreifen, die Freiheiten zu geniessen und aus jener (kleinen) Zeitspanne auf der Zeitachse der Ewigkeit, welche dem einzelnen Menschen für sein Leben zur Verfügung steht, das Bestmögliche für sich herauszuholen, im Einklang mit sich selber und mit seiner Umwelt.

Maurus Candrian, Präsident Freidenker Ostschweiz, Höhenweg 15, 9000 St. Gallen

Kt. SG: Regionale Schulaufsicht hebt Kopftuchverbot auf

Mittwoch, 22. September 2010

Überraschende Wende im Kopftuchstreit in der Rheintaler Gemeinde Bad Ragaz. Die Regionale Schulaufsicht (RSA) Sarganserland hat das Kopftuchverbot an der öffentlichen Schule aufgehoben. Die schulinterne Regel, kein Kopfbedeckung zu tragen, ist kein demokratisch erlassenes Gesetz der Gemeinde oder des Kantons, heisst es in der Entscheidbegründung.

http://www.20min.ch/news/ostschweiz/story/Schulaufsicht-kippt-Kopftuchverbot-18987942

Kt. SG: Ethikgruppe oder staatlich finanzierte Religionslobby?

Sonntag, 29. August 2010

“Die Ethikgruppe des Kantonsrates St.Gallen besteht seit dem Jahr 2000. Ihr gehören rund 30 <von 120, Erg. der Red.> Kantonsrätinnen und Kantonsräte aller Parteien an. Die Co-Präsidenten der Ethikgruppe sind Felix Bischofberger, Altenrhein, und Monika Lehmann, Rorschacherberg. Gemäss Statut prüft die Ethikgruppe Sachvorlagen und politische Fragen aller Art unter dem Blickwinkel der Ethik, namentlich der christlichen Ethik. Sie ist ein Forum für die Meinungsbildung der Mitglieder, die sich dann in den Fraktionen, in den vorberatenden Kommissionen und im Kantonsrat gezielt für Anliegen der Ethik einsetzen.”  http://www.sg.ch/news/1/2010/08/ethikgruppe_des_kantonsrates.html

Jährlich trifft die Ethikgruppe die Religionsvertreter des Kantons, das heisst Bischof Markus Büchel, Kirchenratspräsident Dölf Weder, Rabbiner Hermann Schmelzer und den Präsidenten des Dachverbandes islamischer Gemeinschaften in der Ostschweiz, Hisham Maizar.

Mitglieder

Präsidenten:
Bischofberger Felix, Thal
CVP, katholisch
Lehmann-Wirth Monika, Rorschacherberg, CVP,

Mitglieder
Klee-Rohner Helga, Berneck, FDP
Kündig-Schlumpf Silvia, Rapperswil-Jona
Grüne

Tätigkeit

www.tagblatt.ch – Kopftuchverbot: Ethikgruppe für Dialog mit den Muslimen

Kritik

Mit ihrer öffentlichen Verlautbarung über das Kopftuchverbot überschreitet die Ethikgruppe ihr Ziel “Forum für die Meinungsbildung der Mitglieder, die sich dann in den Fraktionen, in den vorberatenden Kommissionen und im Kantonsrat gezielt für Anliegen der Ethik einsetzen”. Sie erhebt sich zum eigenständigen Politikberatungsgremium und wird in ihrer einseitig christlichen Ausrichtung zur staatlich finanzierten Religionslobby.