Archiv für die Kategorie „Kt. Neuenburg“

Sterbehilfe Kanton Neuenburg: Heilsarmee blitzt vor Bundesgericht ab – Wegweisendes Urteil für Alters- und Pflegeheime!

Freitag, 7. Oktober 2016

“Gott und nur Gott allein entscheidet, wann wir zu sterben haben, das ist für die Heilsarmee klar. Es ist völlig ausgeschlossen, dass die Heilsarmee Suizide tolerieren könnte. Nun ist diese Überzeugung aber keine rein theologische Frage, weil die christliche Organisation auch Pflegeheime führt. - Als der Kanton Neuenburg entschied, dass Sterbehilfeorganisationen der Zugang zu Heimen gewährt werden muss, sah die Heilsarmee ihre Glaubensfreiheit verletzt und zog vor Bundesgericht.”

Zwar gestanden die Richter der Klägerin zu, dass ihr Glaubensfreiheit verletzt wird. Jedoch bewertet das Bundesgericht das Recht schwerkranker Menschen auf Entscheidungsfreiheit höher als das Recht der Heilsarmee. Gleichzeitig wird darauf hingewiesen, dass andernfalls Heimbewohnern das Recht auf selbstbestimmten Suizid verwehrt würde, nur weil sie über keine eigene Wohnung mehr verfügen.
Weiter stellen die Bundesrichter der Heilsarmee anheim, auf staatliche Subventionen zu verzichten und ihre Heime in privat geführte Institutionen umzuwandeln. In diesen stünde es der christlichen Organisation frei Regeln zu erstellen.

 

>>Zum Artikel auf srf.ch

 

>>Zum Artikel der nzz.ch

 

 

>>Stellungnahme Heilsarmee Schweiz

 

 

Kt. NE: Reformierte Kirche wird verkauft

Donnerstag, 7. Mai 2015

Die Kirche «Temple de l’Abeille» in La Chaux- de-Fonds wird für 200’000 Franken an eine Kulturorganisation verkauft. Die Kirchgemeindeversammlung bewilligte am Dienstag den Verkauf des 1904 erstellten Gebäudes.
http://www.ref.ch/kirche-kultur/ne-reformierte-kirche-wird-verkauft/

Uni GE: Zwei neue Theologie-Lehrstühle

Mittwoch, 8. Oktober 2014

2015 werden an der Universität Genf zwei neue Theologielehrstühle eingerichtet. Die Professuren werden von zwei verschiedenen Familien gestiftet. Die nötigen Assistenzstellen und Infrastrukturkosten trägt der Kanton Genf.

Die Errichtung der neuen Professuren hängt mit der Schliessung der theologischen Fakultät in Neuenburg im nächsten Jahr zusammen, die sich bisher um die praktische Theologie und die Ausbildung künftiger Pfarrer kümmerte.

http://www.unige.ch/theologie/actualites/creation-de-deux-chaires-en-theologie/
http://www.nzz.ch/schweiz/maezene-foerdern-die-genfer-theologie-1.18398703

 

 

Kt. NE: Pfarrer sollen auch Atheisten beerdigen

Donnerstag, 19. September 2013

Die reformierte Kirche Neuenburg will eine öffentliche Abdankung garantieren. Selbst wenn sie dafür auf ihre Botschaft verzichten muss.
Mit diesem Vorschlag reagiert die Exekutive der Neuen­burger Kirche auf den Kanton, der die kirchlichen Abdankungen nicht mehr zu jenen Diensten zählt, die staatlich subventioniert werden. http://www.reformiert.info/artikel_12914.html
Bis 2011 erhielten die Kirche für jede Abdankung CHF 1500 aus der Staatskasse: http://www.frei-denken.ch/de/2011/09/kt-ne-kanton-streicht-beitrage-an-kirchliche-zeremonien/

EGMR: Verbot von Plakaten der Raelianer war rechtens

Samstag, 14. Juli 2012

Die Neuenburger Regierung hat rechtmässig gehandelt, als sie der Raël-Sekte das Aufhängen von Plakaten verbot. Zu diesem Schluss kam die grosse Kammer des Gerichtshofs für Menschenrechte in Strassburg. Sie wertete den Schutz Dritter höher als die Meinungsäusserungsfreiheit.
Die Neuenburger Behörden hatten der Raël-Bewegung 2001 die Bewilligung für eine Plakat-Aktion verweigert. Stein des Anstosses war nicht das Plakat selber. Das Verbot erfolgte vielmehr wegen der fett aufgedruckten Adresse der Raëlianer-Website, auf der die Vereinigung ihre Ideen propagiert.
Auf eine Beschwerde der Raëlianer hin entschied die erste Abteilung des EGMR im Januar 2011, dass das Recht auf freie Meinungsäusserung nicht verletzt worden sei. Die Raëlianer zog den Fall weiter an die Grosse Kammer, die am Freitag nun mit neun zu acht Richterstimmen zum gleichen Schluss gekommen ist.

http://www.nzz.ch/aktuell/schweiz/verbot-von-plakaten-fuer-ufo-sekte-war-rechtens-1.17351222

Kt. NE: Kanton streicht Beiträge an kirchliche Zeremonien

Mittwoch, 28. September 2011

Der Staatsrat will die Kosten von kirchlichen Abdankungen nicht weiter übernehmen. Bisher hat er den drei anerkannten Kirchen jeweils für jede Abdankung CHF 1500 bezahlt.
Auch die Beiträge an den Religionsunterricht stehen zur Diskussion.

http://www.20min.ch/ro/news/romandie/story/Les-c-r-monies-religieuses-plus-pay-es-par-l-Etat-15824215

Reaktion KIPA: http://www.kipa-apic.ch/index.php?na=0,0,0,0,d&ki=224156

Kanton NE greift den Kirchen nicht unter die Arme

Samstag, 26. Februar 2011

Die Neuenburger Kirchen können nach dem Entscheid von Philip Morris nicht mit finanzieller Hilfe des Staates rechnen. Der Zigarettenkonzern hatte im vergangenen Herbst angekündigt, keine Kirchensteuer mehr zu zahlen. Im Kanton Neuenburg ist diese für Unternehmen freiwillig.

Die Neuenburger Regierung sei heute nicht in der Lage, eine zusätzliche finanzielle Unterstützung zu gewähren, schreiben die drei offiziellen Kirchen Neuenburgs in einem gemeinsamen Communiqué am 25. Februar. Die Kirchen hatten eine entsprechende Anfrage an die Regierung gestellt.

Die reformierte, die katholische sowie die christlich-katholische Kirche sind seit dem abschlägigen Entscheid von Philip Morris auf der Suche nach neuen Geldquellen, die das insgesamt 1,5-Millionen-Loch wenigstens teilweise stopfen sollen.

Da bis anhin keine neue Finanzquelle gefunden werden konnte, müssen die Kirchen auf 10 bis 15 Prozent ihrer Einnahmen verzichten. Als Folge davon seien sie gezwungen, ihre Leistungen für die Neuenburger Bevölkerung einzuschränken, schreiben die Kirchen weiter.

http://www.ref.ch/index.php?id=127&tx_ttnews[tt_news]=3074&tx_ttnews[backPid]=21

Kt. NE: Philip Morris zahlt keine Kirchensteuer mehr

Sonntag, 28. November 2010

Die Neuenburger Kirchen verlieren eine ihrer wichtigsten Geldquellen. Der Zigarettenkonzern Philip Morris bezahlt ab diesem Jahr keine Kirchensteuern im Kanton mehr.

Weil der Zigarettenkonzern Philip Morris ab sofort keine Kirchensteuern mehr bezahlt, müssen die Kirchen im Kanton Neuenburg mit 10 bis 20 Prozent weniger Einnahmen auskommen.

Wer finanziert nun die Kirchenleistungen?

Das Unternehmen habe die Kirchen anlässlich eines Treffens mit der Neuenburger Regierung informiert, teilten die katholische, die reformierte sowie die christlich-katholische Kirche des Kantons mit. Der Entscheid betreffe nicht nur die Zukunft, sondern auch das laufende Jahr, in dem die Kirchen die Einnahmen bereits fest verplant hätten.

Der Entscheid stelle den Fortbestand von zahlreichen Leistungen der Kirche für die alle Einwohner des Kantons in Frage. Zu den bedrohten Leistungen gehörten etwa Geistliche in Spitälern, Altersheimen oder Gefängnissen, aber auch Gottesdienste für Beerdigungen.

Für seine Kirche habe dieser Entscheid schwere Folgen, sagte Gabriel Bader, Präsident des Synodalrats der reformierten Neuenburger Kirche zur Agentur ProtestInfo. Wie seine Kollegen der anderen Kirchen sei er vom Entscheid überrascht worden. Er sei sich auch nicht sicher, ob der Staat die Auswirkung richtig einschätze.

Keine Spenden an religiöse Institutionen
Philip Morris habe die Kirchen stets freiwillig unterstützt, hielt das Unternehmen auf Anfrage fest. Schon Ende 2008 seien die Kirchen über den möglichen Schritt informiert worden. Es widerspreche den internen Spendenrichtlinien des Unternehmens, Organisationen mit religiösem Zweck zu unterstützen.

Weiterhin projektbezogene Unterstützungen
Der Konzern betonte weiter, dass Projekte für Kultur und Gesellschaft in der Region weiterhin unterstützt würden. Dafür habe Philip Morris in den letzten fünf Jahren 750’000 Franken ausgegeben.

Der internationale Sitz des Zigarettenkonzerns Philip Morris befindet sich in Lausanne. In Neuenburg betreibt das Unternehmen ein Filiale für den Export. Im Gegensatz zu anderen Kantonen sind die Kirchensteuern in Neuenburg für Unternehmen nicht obligatorisch. (sda)

http://www.20min.ch/news/schweiz/story/Philip-Morris-bringt-Kirche-in-die-Bredouille-24317172

Situation in den Kantonen

Keine Kirchensteuer für jurist. Personen erheben nur die Kantone: BS, SH, AR, AG und GE.

Die Kantone VD und VS erheben keine Kirchensteuer im eigentlichen Sinne. Die Kultuskosten sind jedoch in den Budgets von Kanton und Gemeinden enthalten und sind demzufolge durch die Erträge aus den allgemeinen Steuern – auch der juristischen Personen – gedeckt.

Im Kanton SO erhebt von jur. Personen keine Kirchensteuer im eigentlichen Sinne. Die juristischen Personen bezahlen aber eine Finanzausgleichssteuer in der Höhe von 10% der einfachen Staatssteuer zuhanden der staatlich anerkannten Kirchgemeinden.

Im  Kanton SG erhebt jur. Personen keine Kirchensteuer im eigentlichen Sinne. Von den Zuschlägen zu den Gewinn- und Kapitalsteuern (220% der einfachen Steuer) wird aber ein Teil (22,5% der einfachen Steuer) für den Steuerausgleich unter den Kirchgemeinden verwendet.

Der Kanton NE erhebt die Kirchensteuer, die Bezahlung ist aber freiwillig.

ESTV Kirchensteuern 2009

Medien

27.11.2010 20 Min: Kt. NE: Philip Morris bringt Kirche in die Bredouille

23.7.2010 NZZ: Unternehmen sollten keine Kirchensteuern zahlen müssen

30.5.2007 20:50 Rundschau SF1: 
Umstrittene Kirchensteuer

Mehr zum Thema

FVS: 7 Thesen zur Kirchensteuerpflicht juristischer Personen

NFP 58: Unterricht zum Thema Religion an der öffentlichen Sekundarschule

Freitag, 1. Oktober 2010

Situation in den Kantonen

Kanton AG

Das Unterrichtsfach „Ethik und Religionen“ wird an der Sekundarstufe I seit dem Schuljahr 2005/06 unterrichtet (in den ersten beiden Jahren jeweils 1 Wochenstunde, im 3. und 4. Jahr als Wahlfach). Es wird in staatlicher Verantwortung und in den ersten beiden Jahren als obligatorischer Unterricht ohne Abmeldemöglichkeit durchgeführt. Für die Ausbildung sind eigene Module an der Pädagogischen Hochschule vorgesehen.
Die katholische und die reformierte Kirche waren bei der Umgestaltung durch Schlüsselpersonen der katechetischen Ausbildung beteiligt, die heute an der Pädagogischen Hochschule tätig sind und nicht mehr im Namen der Kirchen handeln. Anerkannte Religionsgemeinschaften haben die Möglichkeit, Schulräume für ihren Unterricht zu benutzen.

Kanton FR

Im Zusammenhang mit einer Reform des Stundenplans wurde 2005 auf der Sekundarstufe I das Fach „éthique et cultures religieuses“ eingeführt, das unter staatlicher Verantwortung steht. Es ist im letzten Schuljahr obligatorisch (dafür gibt es eigene Unterrichtsmaterialien), zuvor besteht die Möglichkeit der Wahl zwischen dem kirchlichen und dem staatlichen Unterricht. Der erste offizielle Anstoss zu einem staatlich verantworteten Unterricht reicht in das Jahr 1993 zurück als der Bildungsrat des Kantons eine entsprechende Empfehlung an die Erziehungsdirektion richtete.
Die Kirchen waren zunächst an der Planung dieses Faches beteiligt, haben sich dann aber zurückgezogen. Das Schulgesetz gibt den anerkannten Kirchen das Recht, innerhalb der Stundentafel einen Religionsunterricht zu erteilen. Nach lebhaften Debatten wurde dies auch in der neuen Kantonsverfassung von 2004 festgeschrieben.

Kanton NE

Die Einführung eines Moduls „Enseignement des cultures religieuses et humanistes“ (ECRH) innerhalb der Fächer „Histoire“ und „Education citoyenne“ auf Sekundarstufe I im Schuljahr 2003/04 geht auf eine parlamentarische Anfrage aus dem Jahr 1996 zurück. Für die didaktische Begleitung und Unterstützung wurde eine Kommission gegründet, die Vertreter der Kirchen, einiger ausgewählter Religionsgemeinschaften und später der „Humanisten“ enthielt. Unter ihrer Leitung wurde ein Lehrmittel für das erste Unterrichtsjahr entwickelt. Im Jahr 2006 wurde jedoch ein neues Lehrbuch für Geschichte eingeführt. Die Kommission beendete ihre Arbeit und das Lehrmittel für ECRH wurde nicht weiter verwendet. ECRH bleibt dennoch weiterhin im Programm der Geschichte integriert und einige Unterrichtsmaterialien sind für Lehrpersonen auf einer Internetplattform zugänglich.
Anerkannte Kirchen haben ein Recht darauf, ausserhalb der Stundentafel Schulräume für ihren Unterricht zu nutzen.

Kanton TI

Der Religionsunterricht auf allen Klassenstufen wird in der Verantwortung der anerkannten Kirchen erteilt. Der Staat trägt jedoch die Verantwortung für die pädagogische Ausbildung der Lehrpersonen auf Sekundarstufe I und II.
Die Reformvorschläge für einen staatlich verantworteten Religionsunterricht aus dem Jahr 2002 haben starken Widerstand der Katholischen Kirche hervorgerufen, die den Status quo verteidigt oder alternativ eine Wahl zwischen einem kirchlichen und einem staatlichen Unterricht befürwortet. Die in der zuständigen Kommission vertretenen Freidenker fordern hingegen die Abschaffung des Unterrichts. Im Sommer 2009 hat das Bildungsdepartement nach einer Vernehmlassung und im Einvernehmen mit den Kirchen den Willen zum Ausdruck gebracht, die Variante eines staatlichen Kurses und die Variante einer Wahlmöglichkeit im Modellversuch in einer reduzierten Anzahl Klassen testen zu lassen. Der Modellversuch beginnt ab September 2010. Das Programm wird von einer Kommission erarbeitet, der Vertreter der Kirchen, des Bildungsdepartements und weitere Experten angehören.

Kanton VD

In den ersten beiden Jahren der Sekundarstufe I (5-6) wird eine Wochenstunde „histoire biblique – cultures religieuses“ unterrichtet. In den folgenden Jahren (7-9) können auf Initiative der Lehrperson oder der Schuldirektion Projekttage mit dem Titel „culture chrétienne“ durchgeführt werden. Der Religionsunterricht steht unter der Verantwortung des Staates und wird gemäss den Empfehlungen und Materialien des Vereins ENBIRO („Enseignement Biblique et Interreligieux Romand“, bis 2002: „Engseignement Biblique Romand“) durchgeführt. Er ist in die Stundentafel integriert und es gibt die Möglichkeit, sich befreien zu lassen. Im Oktober 2009 wurde vom Präsidenten von ENBIRO und Abgeordneten der SP im Grossen Rat eine Motion eingebracht, in der die Abschaffung der Abmeldemöglichkeit vorgeschlagen wird.
Die Kirchen haben keinen direkten Einfluss auf die Organisation des Religionsunterrichts, allerdings haben sie bei ENBIRO Stimmrecht und waren insofern an den der Erstellung der Lehrmaterialien beteiligt. Ausserdem haben die katholische und reformierte Kirche das Recht alle zwei Jahre eine Unterrichtsstunde zu erteilen, sie müssen sich dabei aber an den staatlichen Lehrplan halten.
Dieses Visitationsrecht wurde im Parlament und in der Presse breit diskutiert (Interpellation Zwahlen, 1. Juli 2008).

Kanton ZH

Das Unterrichtsfach „Religion und Kultur“ wird seit dem Schuljahr 2007/08 an der Sekundarstufe I unterrichtet (in zwei Jahren insgesamt 3 Wochenstunden). Es wird in staatlicher Verantwortung als obligatorischer Unterricht ohne Abmeldemöglichkeit durchgeführt. Für die Ausbildung der Lehrpersonen wurde ein eigenes Studienprogramm an der Pädagogischen Hochschule Zürich geschaffen. Lehrpersonen, die bereits vor Einführung des neuen Faches Religion unterrichteten, werden nur nach einer zusätzlichen Weiterbildung übernommen.
Die grossen christlichen Kirchen wurden bei der Planung des neuen Faches gleichberechtigt mit anderen Religionen in einer Begleitgruppe unter Leitung eines Pädagogen konsultiert. Die Religionsgemeinschaften waren jedoch nicht entscheidungsberechtigt.
Religionsgemeinschaften haben das Recht, Schulräume für ihren Unterricht zu benutzen.

“Teaching about religion”

In allen Reformprozessen wurde ein Unterricht eingerichtet, der in der Verantwortung des Staates steht. Auch wenn die christlichen Kirchen in manchen Fällen Gesprächspartner der staatlichen Behörden bleiben, treten die staatlichen Erziehungsbehörden als Akteure wesentlich stärker in Erscheinung als noch vor 20 Jahren, indem sie die Entwicklung der Lehrpläne und Lehrmittel sowie die Ausbildung von Lehrpersonen übernehmen.
Sofern der Unterricht hauptverantwortlich (Zürich) oder de facto (Aargau) von den Kirchen organisiert wurde, wurde dieser Einfluss abgeschafft, begrenzt bzw. durch den Modellversuch im Tessin in Frage gestellt. Es empfiehlt sich deshalb bei den neuen Formen des Unterrichts nicht von einem „Religionsunterricht“, sondern von einem „schulischen Unterricht zum Thema Religion in der Verantwortung des Staates“ zu sprechen.

Nur in einigen Kantonen treten Religionsgemeinschaften an der Schule selbst als Akteure auf, um ein eigenes Fach “Religionsunterricht” zu erteilen (Freiburg, Tessin). In anderen Kantonen sieht das Schulrecht vor, dass bestimmte (meist die anerkannten) Religionsgemeinschaften für ihren Unterricht Schulräume nutzen können.

Nichtreligiöse Akteure

Als neue Akteure treten zunehmend Organisationen nicht-religiöser Weltanschauungen (z.B. Freidenker) auf. Häufig erheben sie den Anspruch, die Laizität der Schule zu schützen (Tessin), indem sie jede Form eines religiösen Unterrichts (sei es mit juristischen Mitteln) bekämpfen. In einigen Lehrplänen werden auch philosophische oder humanistische Weltanschauungen behandelt (Neuenburg, vorgeschlagen: Waadt, gefordert: Zürich), die von diesen Gruppierungen vertreten werden.

Schlussbericht (606 KB)

Theologie an Schweizer Hochschulen

Dienstag, 22. Juni 2010
Ein weiterer Text der FVS

Theologie-Studierende

Schweiz total 1999 2004
Reformierte Theologie 737 665
Katholische Theologie 648 592
Christkatholische Theologie 12 15
Fächerübergreifende Studierende 152 225

Reformierte Fakultäten

Universität Basel – Theologische Fakultät

Bereits während des Basler Konzils bestand seit dem Jahre 1432 eine Konzilsuniversität, deren tragende Säule die theologische Ausbildung war und die als Vorläufer der heutigen Universität Basel angesehen werden kann. Bei der Eröffnung der neugegründeten Universität im Jahre 1460 verzeichnet die Theologische Fakultät die meisten Studierenden.

Etat 2010 9 ord. Professuren
Studierende 2008 126

Universität Bern – Theologische Fakultät

1528, unmittelbar nach Einführung der Reformation, rief der Berner Rat die Hohe Schule ins Leben. Anfänglich bestanden zwei Professuren, eine für biblische Sprachen, die 1574 geteilt, und eine für Theologie, die 1686 verdoppelt wurde.
1834 wurde die Universität gegründet. Sie war eine Schöpfung des politischen Liberalismus. Die theologische Fakultät wurde nach politischen Gesichtspunkten umbesetzt. Eine französische Professur wurde geschaffen, und neben Exegese und Dogmatik gewannen die praktische Theologie und die Kirchengeschichte an Bedeutung.
2001 wurden die christkatholisch und die evangelische Fakultät zusammengelegt.

Etat 2010 18 ord. Professuren
2013: 100 Mitarbeiter, rund 100 Studierende

Université de Genève – Faculté de théologie

Le nom officiel de la Faculté est : « Faculté autonome de théologie protestante de l’Université de Genève ». Cet intitulé remonte à 1927. La loi de séparation de l’Église et de l’État de 1907, qui comportait notamment la suppression du budget des cultes, n’eut d’abord aucune incidence sur le statut de la Faculté. Dans les années 1920, des débats s’engagèrent cependant au sein de la classe politique.

Après plusieurs projets (dont l’un qui prévoyait de ne maintenir en théologie que les disciplines philologiques et historiques), on tomba d’accord sur la formule suivante : autonomie de la Faculté (dont le budget est à la charge, partie de l’Université, partie de l’Église) intégrée à l’Université, mais gouvernée par un Conseil de Fondation composé de représentants de l’État, de l’Université et de l’Église nationale protestante de Genève, auquel incombe notamment la nomination des membres du corps enseignant. La « Loi concernant la création d’une Fondation de la Faculté autonome de théologie protestante » est votée le 2 novembre 1927.

Etat 2010 10 ord. Professuren

Université de Lausanne – Faculté de théologie et de sciences des religions

Etat 2010 9 ord. Professuren

  • IRSB | Institut romand des sciences bibliques
  • IRCM | Institut religions, cultures, modernité
  • ISSRC-ORS | Institut de sciences sociales des religions contemporaines – Observatoire des religions en Suisse

Université de Neuchâtel – Faculté de théologie

Neuchâtel offre une formation théologique dès le XVIe siècle, assumée d’abord par les pasteurs de l’Eglise réformée. L’organisation en Faculté et l’insertion dans l’Université se font au cours des XIXe et XXe siècles (cf. histoire de la Faculté). En 2004-2005, la Faculté a vécu une restructuration non seulement en fonction de l’introduction du système de Bologne, mais également par des liens nouveaux établis avec les Facultés de théologie de Genève et Lausanne regroupées dès octobre 2004 sous la forme d’une Fédération.

Etat 2010 4 ord. Professuren

Universität Zürich – Theologische Fakultät

Die Theologische Fakultät geht zurück auf die im 16. Jahrhundert gegründete «Schola Tigurina», eine «Hohe Schule» für die Ausbildung von reformierten Theologen.

Theologisches Seminar: Etat 2010 13 Professuren

Katholische Fakultäten

Theologische Hochschule Chur

Die Theologische Hochschule Chur ging aus dem Studium Theologicum am 1807 gegründeten Priesterseminar St. Luzi hervor und wurde 1968 als kirchliche Hochschule errichtet. 1974 erhielt die THC das Recht zur Erteilung des Lizentiats. 2003 wurde das ihr angeschlossene Pastoralinstitut eröffnet. Im gleichen Jahr wurde die Hochschule durch die römische „Kongregation für das katholi-sche Bildungswesen“ einer Fakultät gleich gestellt („Institutum theologicum ad instar facultatis“) und erhielt das Recht, den akademischen Grad eines Doktors der Theologie zu gewähren. Die akademischen Ausweise der THC werden seit 1976 vom Kanton Graubünden staatlich anerkannt.
Finanziell wird die THC von der Stiftung „Priesterseminar St. Luzi“ getragen. Die Geldmittel dieser Stiftung stammen zum grössten Teil aus Baurechtszinsen der Liegenschaft „Schönbühl“ am Rande der Stadt Chur. Seit 2003 bezahlen die kantonalkirchlichen Körperschaften der Bistumskantone und der Kanton Graubünden jedes Jahr einen Beitrag. Dazu kommen das jährliche Seminaropfer im ganzen Bistum, die Studien- und Pensionsgelder der Studierenden und der Gastgruppen sowie freiwillige Spenden und Vergabungen.

Die Hochschule hatte 2007/ 2008 47 eingeschriebene Studenten, zudem zwölf Absolventen des Pastoraljahres des Bistums Chur und circa zehn Gasthörer.

Etat 2010 12 ord. Professuren
Studierende ca 50

Universität Fribourg – Theologische Fakultät

Die Gründung der Universität Freiburg i. Uechtland geht auf das Jahr 1889 zurück. Sie steht am Ende langer Bemühungen, die bis ins 16. Jahrhundert zurückreichen. Das 1580 gegründete Jesuitenkolleg St. Michael mit seiner zeitweilig europäischen Ausstrahlung ist eine der wichtigsten geistigen Wurzeln der Hochschule. Einen Meilenstein in der Vorgeschichte der Universität bildet die Schaffung einer Rechtsschule im Jahr 1763, die gut hundert Jahre später in den Rang einer selbständigen Fakultät erhoben wurde. Auf Betreiben führender katholischer Intellektueller wurde schließlich eine dem damaligen Stand entsprechende Universität mit vier Fakultäten geschaffen. Nicht zuletzt durch das Engagement des Dominikanerordens erreichte die Universität schon sehr früh einen internationalen Ruf.
U.a. gibt es da ein “Institut für Missionswissenschaft und Religionswissenschaft”

Etat 2010 20 Professuren, davon 6 ordentliche

Studierende 2010 400, davon 150 ausländische Doktoranden

Facoltà di teologia di Lugano

La Facoltà di Teologia di Lugano (di seguito FTL) è stata istituita nel 1993.

Etat 2010 3 ord. Professuren

Universität Luzern – Fakultät für Römisch-katholische Theologie

Bereits im Jahre 1577 wurde in Luzern ein Jesuitenkolleg (Gymnasium) gegründet. 1600 wurde das Gymnasium mit einem philosophisch-theologischem Lehrgang ergänzt.
1773 wurde das Kolleg durch den Kanton Luzern übernommen, aus der kirchlichen Institution wurde eine staatliche. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts (1920) wurden Gymnasium und Theologische Fakultät getrennt. Diese bekam 1970 die vollen Gradrechte (Promotion und Habilitation in Theologie) und damit universitären Status.
1993 wurde aus dem Philosophischen Institut und den Lehrstühlen für Geschichte und Religionswissenschaft die Geisteswissenschaftliche Fakultät gebildet; es entstand eine universitäre Hochschule mit zwei Fakultäten.

Etat 2010 12 ord. Professuren

Christkatholische Fakultäten

Universität Bern-Christkatholische Fakultät

Etat 2010 2 ord. Professuren

Kosten

Einschätzung der Vollkosten von durchschnittlich CHF 500’000 pro Professorenstelle. Crus: Strategische Planung 050310.pdf

Finanzierung

Die (Voll-)Kosten der Schweizer Hochschulen beliefen sich 2008 auf 6.3 Milliarden CHF; davon 28% für die Grundausbildung, 8% für die vertiefte Ausbildung, 51% für die Forschung, 4% für die Weiterbildung und 8% für Dienstleistungen4. Ihre Finanzierung wird zu 45% durch den Bund gewährleistet (kantonale Universitäten 24%, wovon 13% als Subventionen und 11% über SNF, KTI, EU und Forschungsmandate; ETH 91%, wovon 80% als Globalbudget und 11% über SNF, KTI, EU und Forschungsmandate), zu 39% durch die Kantone (kantonale Universitäten 57%, ETH 0%) und zu 16% durch private Gelder (kantonale Universitäten 19%, ETH 9%).
Crus: Strategische Planung 050310.pdf

Die theologischen Fakultäten werden also zu rund 25% vom Bund, zu rund 60% von den Kantonen und zu rund 15% von Privaten bezahlt.
Die ordentlichen Professuren werden i.d.R. von der öffentlichen Hand bezahlt. Daneben gibt es auch privat finanzierte Lehrstühle.

Beiträge der Kantone

Kanton Graubünden
Finanziell wird die Theologische Hochschule Chur von der Stiftung „Priesterseminar St. Luzi“ getragen. Die Geldmittel dieser Stiftung stammen zum grössten Teil aus Baurechtszinsen der Liegenschaft „Schönbühl“ am Rande der Stadt Chur.
Seit 2003 bezahlen die kantonalkirchlichen Körperschaften der Bistumskantone einen Beitrag.
Der Kanton Graubünden zahlt jedes Jahr einen Beitrag von CHF 290’000.-
Dazu kommen das jährliche Seminaropfer im ganzen Bistum, die Studien- und Pensionsgelder der Studierenden und der Gastgruppen sowie freiwillige Spenden und Vergabungen.

Beiträge der Kirchen

Kanton Luzern
Die katholische Kirche beteiligt sich mit ca CHF 650’000 pro Jahr an den Kosten der Fakultät.
Siehe Antwort auf Interpellation 2006:
www.lu.ch/download/kr-geschaefte/1999-2003/i_484_antwort.pdf

Quellen

Studierende an den universitären Hochschulen 2008/09.pdf

Strategische Planung für die Entwicklung der universitären Hochschulen 2012-16.pdf