Archiv für die Kategorie „Kt. Bern“

Leben ohne Glauben

Montag, 5. September 2011

Migros Magazin
Andreas Lamanda (42) ist sich nicht 100-prozentig sicher, dass es keinen Gott gibt. «Er müsste sich einfach auf eine objektiv erfahrbare Weise zeigen. Wenn zum Beispiel vor der Uno in New York ein brennender Busch auftauchen und sprechen würde …» Offenbarte sich Gott auf diese Weise, könnte er ihn nicht ableugnen, sagt Lamanda, der sich als Agnostiker bezeichnet – als jemanden, der die Frage nach der Existenz Gottes für nicht beantwortbar hält, im Gegensatz zum Atheisten, der davon überzeugt ist, dass es keinen Gott gibt.

Ganzer Artikel: http://issuu.com/m-magazin/docs/migros-magazin-36-2011-d-os  Seite 26

Weiter: http://issuu.com/m-magazin/docs/migros-magazin-39-2011-d-bl  Seiten 2 und 7

Kt. BE: Katholiken sprechen eine Million für “Haus der Religionen”

Donnerstag, 5. Mai 2011

Auch nach dieser Zusage der Katholischen Kirche Region Bern fehlen der Stiftung noch rund 1,7 Millionen Franken bis zum Ziel 10 Millionen Franken.
Auf 8,3 Millionen Franken vorhandenes Kapital kommt die Stiftung allerdings nur, wenn die evangelisch-reformierte Gesamtkirchgemeinde Bern im Juni und der bernische Grosse Rat zu einem noch unbestimmten Zeitpunkt Beträge von 1 und 2,4 Millionen Franken sprechen. Der bernische Grosse Rat soll Mittel aus dem Lotteriefonds bewilligen. Die Stiftung geht aber davon aus, dass diese 3,4 Millionen Franken fliessen.

http://www.derbund.ch/bern/Katholiken-sprechen-eine-Million-fuer-Haus-der-Religionen/story/22792504

Stadt Bern: 200’000 Fr. jährlich für das “Haus der Religionen”

Freitag, 29. April 2011

Berner Zeitung
Zu reden gab unter anderem der Antrag aus den Reihen von Grünliberalen, FDP, SVP und EDZ, den jährlichen Beitrag von 200’000 Franken für das geplante Haus der Religionen zu streichen. Die Stadt Bern solle keine religiösen Institutionen subventionieren, lautete die Begründung. Der Antrag wurde schliesslich aber klar und deutlich abgelehnt.

http://bo.bernerzeitung.ch/region/bern/Stadtrat-nimmt-Kurs-aufs-Budget-2012/story/15192748

Missbrauch: 30 Monate Gefängnis für Priester

Freitag, 25. Februar 2011

Berner Zeitung
Ein freier Pater aus Deutschland wurde von einer Familie in der Region Thun aufgenommen. Er konnte dort wohnen, wenn er in der Gegend sein Priesteramt ausübte, wie Messen lesen, Beichte abnehmen oder Kinder unterweisen. Der Pater kam jeden Monat für eine Woche in die Schweiz, wo er sich um die konservativen Gläubigen kümmerte, die die Messe nach alter Tradition feiern wollten. Die Familie hat zwei Knaben, die beide vom Pater zweimal sexuell missbraucht wurden. Zum Glück für die Kinder erwischten die Eltern beim zweiten Mal den Pater und zeigten ihn an. Die sexuellen Übergriffe fanden 2008 statt, als die Knaben zehn- und elfjährig waren.

Ausrede: Heilung

Der Pater bestritt nicht, jeweils einen Knaben nachts geweckt zu haben. Er bat ihn, zu ihm ins Zimmer zu kommen. Dann wurde geduscht, man wusch sich gegenseitig den Penis, anschliessend ging man ins Bett. In der ersten Nacht war der Priester noch mit einem Nachthemd bekleidet, beim zweien Mal waren beide nackt. Als Grund für dieses Vorgehen gab der Pater immer an, er habe eine Heilung an den Kindern vorgenommen.

Der Priester ist in Deutschland einschlägig vorbestraft. Die in Deutschland gegen ihn verhängte Strafe wegen sexuellen Handlungen mit Kindern hat er vollständig verbüsst. Kurze Zeit nach Ablauf der Probezeit beging er die Straftaten im Amt Thun.

http://www.bernerzeitung.ch/region/thun/Wieder-Kinder-missbraucht-30-Monate-fuer-Priester/story/19097259

Berner Gemeinderat lehnt Kleiderregeln – und Burka – ab

Samstag, 22. Januar 2011

Berner Zeitung: Kleiderregeln wären zu starr, kam der Gemeinderat zum Schluss. Es sei besser, für jeden Einzelfall eine Lösung zu suchen. Die Berner Gemeinderätin und Sozialvorsteherin Edith Olibet bestätigte am Samstag eine Meldung der Tageszeitung «Der Bund». Klar hat sich der Berner Gemeinderat aber gegen das Tragen eines Ganzkörperschleiers mit Gesichtsverhüllung – einer Burka – ausgesprochen.
Eine Muslimin hat im Frühjahr 2010 die Lehre auf der Stadtverwaltung begonnen. Im Herbst wurde bekanntgegeben, dass junge Frau ihr Kopftuch tragen darf, aber das Gesicht nicht verhüllen darf. Beten kann sie in den Pausen; beim Grüssen gelten die üblichen Höflichkeitsregeln. Dabei handelt es sich um einen formellen Entscheid des Gemeinderats.

Ganzer Artikel: http://www.bernerzeitung.ch/region/bern/Berner-Gemeinderat-lehnt-Kleiderregeln–und-Burka–ab/story/22432229

NFP 58: Finanzierung und Nutzen? der Religionsgemeinschaften

Dienstag, 23. November 2010

Die heute publizierte Studie bringt wenig Neues, aber das kompakt:
Die Kirchen nehmen pro Jahr 1.35 Mia. Franken an Kirchensteuern von ihren Mitgliedern ein.
Weitere 300 Mio. Franken werden von den Kantonen an die Kantonalkirchen transferiert.
Die juristischen Personen entrichten schweizweit Kirchensteuern im Umfang von 260 Mio. Franken.
Die weiteren Ergebnisse der Studie sind mit Vorsicht zu geniessen.

Finanzierung

Private Finanzierung: 1,35 Mia. Franken

Das Kirchensteueraufkommen der natürlichen Personen zu Gunsten der Landeskirchen beträgt 1,35 Mia. Fr. pro Jahr.
Anteile: 52% von katholischen Mitgliedern, 48% von reformierten.

Öffentliche Finanzierung: 0.556 Mia. Franken

Das Kirchensteueraufkommen der juristischen Personen zu gunsten der Landeskirchen beträgt 260 Mio Fr. pro Jahr.
Die staatlichen Direktzahlungen an die Landeskirchen betragen 300 Mio Fr. pro Jahr.
! Diese Zahl ist viel zu tief, da sie nur Zahlungen auf Stufe Kanton erfasst, die eigentlichen Akteure aber die Kirch-/ und politischen Gemeinden sind.
!
Die Aufwendungen für den Unterhalt von Bauten im Besitz der Kirchen wurden nicht erfasst.

Leistung?

Die Studie hat in den Kantonen St. Gallen und Bern die Arbeitsstunden, die von den Kirchen erbracht werden, ermittelt und in Franken umgerechnet. Sie kommt zum Schluss: “Der Wert der sozialen Dienstleistungen der beiden Landeskirchen erreicht selbst in einer konservativen Schätzung ungefähr die Grössenordnung der Kosten für die Öffentlichkeit, wie die Hochrechnungen für die Kantone Bern und St. Gallen.”

! Es wurden nicht Leistungen und ihre Kosten gemessen, sondern Arbeitsstunden. Die Studie selbst sagt nichts darüber aus, ob die Leistung stimmt, wer davon profitiert und ob sie auch effizient erbracht wird.

Nutzen?

In einer Befragung wurde in der Studie die Finanzierungsbereitschaft der Berner Bevölkerung erfasst.
! Es wurden nicht Leistungen und ihre Kosten erfasst, was etwas über die Kosten einer Entflechtung aussagen würde.
! Es wurde nicht erfasst, wer Leistungen bezieht. Es wurde lediglich erfasst, wieviel die Berner Bevölkerung hypothetisch zu bezahlen bereit wäre für das, was die Kirchen anbieten.
! Da die Finanzierung der Kirchenangebote für die BürgerInnen nicht transparent ist, werden hier vor allem Mythen gemessen.

Gerade im Kanton Bern wurde der Bevölkerung in Diskussionen um die Kirchensteuer für juristische Personen von der Politik mehrfach beteuert, dass die Landeskirchen eine besonders günstige Dienstleistung anbiete. Was diese wirklich wert ist, das beantwortet auch die NFP 58 Studie nicht.

Die Landeskirchen sollten sich hüten, aus dieser Studie abzuleiten, sie seien ihren Preis wert!

Die Studie räumt leider nicht auf mit folgenden Mythen:

Mythos 1

“Die Kirchen erbringen einen gesamtgesellschaftlichen Nutzen zu tiefen Kosten.”

Darüber sagt die Studie nichts.
Sie erfasst nicht die Leistungen und Effizienz der kirchlichen Dienstleistungen, sondern lediglich deren Reputation bei den BürgerInnen.

Mythos 2

“Die Kirchen sind gemeinnützig, sie bieten auch Nichtmitgliedern einen Nutzen.”

Darüber sagt die Studie nichts.
Sie erfasst nur den von den BürgerInnen subjektiv empfundenen Nutzen – für sich und für andere.
Andereseits ist vor allem in der reformierten Kirche ein Trend zu Gebühren für Leistungen an Nichtmitgliedern zu beobachten:

http://www.frei-denken.ch/de/2010/07/kirchen-sind-je-langer-je-weniger-gemeinnutzig/

Mythos 3

“Die Kirche bieten auch nicht aktiven Mitgliedern Sinngebung”

Darüber sagt die Studie nichts.
Sie stellt lediglich die bekannte Tatsache fest, dass die Mehrheit der BürgerInnen an der Kirche die Rituale schätzt.
Ebensogut könnte man behaupten, dass die Kirchen Event-Anbieter sind, welche über besonders attraktive Locations verfügt,  die aber  wahrscheinlich mehrheitlich staatlich finanziert werden.

Mythos 4

“Die Kirchen erbringen besonders viele ehrenamtliche Leistungen”

Darüber sagt die Studie nichts.
Sie erfasst zwar ehrenamtliche Leistungen, aber vergleicht sie nicht.
Eine andere Studie hat kürzlich ergeben, dass im Kt. BL 60% der Sozialdienstleistungen der Landeskirchen ehrenamtlich erbracht werden.
Na und? In Tausenden von Vereinen und Selbsthilfegruppen wird 100% ehrenamtlich gearbeitet:
http://www.nzz.ch/nachrichten/startseite/die_vereine__die_heimlichen_paedagogen_1.8968129.html

Ein weiterer Text der FVS

FVS-Standaktion in Bern

Sonntag, 7. November 2010

Am Samstag, den 06. November 2010 führten die Berner FreidenkerInnen bereits die dritte Standaktion durch.
Mit ca. 1000 verteilten Flyern zum Thema Trennung von Staat und Kirche, konnten viele Passanten auf das Thema und die Freidenkervereinigung aufmerksam gemacht werden.
Die kurz zuvor von einigen Medien angeheizte Debatte über Kreuze in Schulzimmern und Gipfelkreuze war nur am Rande von Interesse.
Etliche Passanten liessen sich Zeit für angeregtes Diskutieren über unterschiedliche Weltanschauungen.

FVS protestiert gegen das Verteilen von Gideon-Bibeln an und um Volksschulen

Montag, 20. September 2010

Aktuell

Die Kantone Schaffhausen und Thurgau stehen gemäss einer Umfrage der FVS alleine da mit ihren Empfehlungen für die Bibelverteiler.

Ein weiterer Text der FVS

Medienmitteilung

24.8.2010
Die Freidenker-Vereinigung der Schweiz protestiert gegen die Verteilung von Gideon Bibeln an Schaffhauser Schulen mit Genehmigung der Schaffhauser Kantonsregierung.

Auch in Berner Schulen gibt es gemäss ueli.duerst@erz.be.ch eine Abmachung mit den Gideons:
“Die Gideons sind unsererseits dazu verpflichtet, die Bibeln in Absprache mit den Lehrpersonen und den Schulbehörden abzugeben. ” (Mail vom 11. Mai 2010)

Auf  http://www.gideons.ch/ heisst es:
“Die Gideons sind der verlängerte Missionsarm der Kirchen und Gemeinden: Ihr einziges Ziel ist, Männer, Frauen und Jugendliche für Jesus Christus zu gewinnen durch Zusammenarbeit, persönliches Zeugnis und durch das Verteilen der Bibel – Gottes Wort- dort, wo sich die Ströme des menschlichen Lebens begegnen.”

Gideon nutzt gezielt Abhängigkeitsverhältnisse an Schulen, Pflegeinstitutionen und Gefängnissen aus. Die dortigen Hausverantwortlichen machen sich mit einer Zulassung zu Handlangern der Mission.

Schulen sind Bildungsinstitutionen. Sie haben einen Bildungsauftrag, d.h. sie vermitteln nicht Traditionen sondern sollen die jungen Menschen dazu befähigen, selbstbestimmt mit Traditionen umzugehen.

Die FVS verlangt, dass die Erziehungsdirektionen und Regierungen ihre Verantwortung wahrnehmen und das Verteilen solcher und ähnlicher Schriften an den Schulen und um die Schulen strikt unterbinden, weil es sich nicht mit der gebotenen weltanschaulichen Neutralität der Volksschule verträgt.

Tätigkeit von Gideon

“Ziel der Gideons ist es, Menschen für Jesus Christus zu gewinnen. Dies versuchen sie durch das Auslegen von Bibeln und Teilen davon in Hotels und Pensionen, Spitälern, Altersheimen und Justizvollzugsanstalten sowie durch die kostenlose Weitergabe von Taschenausgaben der Heiligen Schrift an Schüler und Studenten, Polizisten und Gendarmen, Armeeangehörige und Pflegepersonal in Spitälern zu erreichen.”

Finanzierung von Gideon

Das Interview mit dem Gideon-Leiter (2003) zeigt, mit welcher Penetranz diese Leute auftreten und, dass ihre Bibeln auch von den Landeskirchen mitfinanziert werden – wer weiss, vielleicht auch mit Steuergeldern von Firmen, von Konfessionsfreien von Andersgläubigen.

Kollekten/Vergabungen der Landeskirchen zu Gunsten von Gideon, soweit im Internet zu finden:

Ref. Kirchgemeinde Lindau Mai 2009: 206.-, 10.5.2010   www.kirche-lindau.ch/
Ref. Kirchgemeinde Murgenthal: 29.08.2010   www.ref-kirche-murgenthal.ch
Ref. Kirchgemeinde Sennwald-Lienz-Rüthi (SG): 29.1.2006
Ref. Kirchgemeinde Frauenfeld: 28.6.2009: 565.-
Ref. Kirchgemeinde Oberuzwil-Jonschwil: 2009: Fr. 200.-

Übersicht über die Kantone

Die FVS hat am 31. August 2010 die kantonalen Erziehungsdirektionen angefragt, ob von ihrer Seite ein Empfehlung abgegeben wurden. Ergebnis (wird laufend ergänzt):

Keine Empfehlung zu Gunsten der Gideons abgegeben haben die Kantone

AG, AR, BL, BS, FR, GR, LU, SG, SO, SZ, UR, VS, ZG, ZH.

BS: “Das ED BS wurde nicht angefragt. Wir würden eine solche Empfehlung auch nicht abgeben.”

SO: “Im Kanton Solothurn gibt es eine Trennung von Kirche und Staat, der Religionsunterricht ist in der Verantwortung der Kirchgemeinden. Die von Ihnen aufgeworfene Frage stellt sich aus diesem Grund für die staatliche Schule nicht.”

BL: “Gemäss Bundesverfassung sind Schule und Religion zu trennen, weshalb seitens der Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion Basel-Landschaft keine solche Empfehlungen abgegeben werden.”

Eine Empfehlung zu Gunsten der Gideons abgegeben haben die Kantone

SH
BE: “Es gibt ein entsprechendes Schreiben an die Gideons aus dem Jahre 1970, das aber aufgrund seines Alters und dem Wertewandel in seinen Aussagen momentan direktionsintern hinterfragt wird.
TG: Die Empfehlung wurde im Februar 2010 erneuert. TG Empfehlung.pdf

Aargau

Aargauer Zeitung 2011
Vertreter von Gideon International haben vor dem Schulareal in Kaisten Bibeln verteilt. Dass ihre Kinder auf dem Schulweg von Fremden angesprochen werden, passt einigen Eltern gar nicht. Die Schulleitung in Kaisten war angefragt worden, hatte die Verteilungen auf dem Areal aber untersagt.

Ganzer Artikel: http://www.aargauerzeitung.ch/aargau/fricktal/eltern-empoert-christliche-gemeinschaft-missioniert-vor-schule-115966880

Basel

“Benjamin holt die Bibel hervor und zeigt die Unterschrift und das Datum: 25. Oktober 2000. Er erinnerte sich, dass an jenem Tag die Gideons vor seinem Schulhaus diese Bibeln verteilt haben.” www.gellertkirche.ch/attachments/179_3,2006.pdf

Schwarzenburg BE

Bsp. Kirchgemeinde Schwarzenburg (BE),  Mitteilung der Gemeinde www.wahlern.ch/fileadmin/media/pdf/…/schwarzenburg_06_07-2010.pdf:

“Bibelverteilaktion 2010
Ende Mai 2010 wurden den Kindern in der Nähe verschiedener Schulhäuser im Dorf und ausserhalb Bibeln verteilt. Leute von der Gideon-Gruppe Bern-West sprachen die Kinder an und gaben ihnen die Bücher mit.
Den Schulen und der Bildungskommission ist es wichtig mitzuteilen, dass wir diese Aktion in keiner Weise gutheissen.
Vor einigen Jahren haben wir der Gruppe The Gideon einen Brief geschrieben und die Leitung gebeten, in Zukunft von solchen Verteilaktionen abzusehen, da wir es nicht richtig finden, Kinder zu solchen Zwecken zu instrumentalisieren.
 
Leider haben wir keine Möglichkeit die Verteilung zu verbieten, da sich die Gideon-Leute auf öffentlichem Grund aufhalten. Wir finden es gut, den Kindern mitzuteilen, dass sie die Bibeln auch ablehnen dürfen.”

Tessin

Gideons unerwünscht: beim Schriften-Verteilen von Schularealen fortgejagt   Radio Fiume Ticino, 9. Oktober 2009

“Mitglieder der “The Gideons International” von Savosa wurden von drei Schulen weggewiesen, weil sie Schülern Kopien des Neuen Testamentes verteilten. Marco Burkard, Präsident der kantonalen SVP sowie Sekretär der Tessiner Gideons wehrte sich jedoch gegen den Vorwurf der Missionierung. Die Schriften würden nur an Interessierte auf öffentlichem Grund abgeben. Eine Kantonsverordnung verbietet es, Propagandamaterial in und an öffentlichen Schulen zu verteilen. Paolo Martini, Leiter der Gemeindeschulen in Bellizona bestätigt den Hergang. Ein Lehrer hätte den Mann ausserhalb des Tores gesehen und befürchtet, er könne in den Garten gelangen. Er hätte ihn daraufhin persönlich zum Weggehen aufgefordert.

Die Gideons sind auch an der Oberstufe 1 in Locarno aufgefallen. Direktor Daniele Bianchetti fühlt sich durch deren Vorgehen belästigt. Die Gideons hätten blitzschnell gehandelt, einigen Schülern ihre Schriften abgegeben und hätten sich dann wieder davongemacht. Er halte dies für über alle Massen unkorrekt und erwarte von religiösen Kreisen, dass sie sich gebührend zu benehmen wissen. Nicht nur die Schule sei zur Wachsamkeit aufgerufen, auch die Eltern sollen ähnliche Vorkommnisse melden, so Paolo Martini.

Im Tessin zählt die Organisation um die zehn Mitglieder. Normalerweise zeigten sie sich sehr medienscheu, so auch der Präsident des lokalen Ablegers Alvaro Puglisi, der nicht für eine Stellungnahme verfügbar war. Nach einer erfolglosen Bewerbung an Tessiner Schulen unterrichtet dieser gemäss Behördenauskunft gegenwärtig an einem Gymnasium in der Region Varese. Gerade bei jüngeren, sehr leicht beeinflussbaren Kindern seien solche Aktionen von Evangelikalen problematisch: “Gerade weil sie in einem heiklen Alter sind sollten die Kinder und Jugendlichen mit den Bibeltexten vertraut gemacht werden, die von Friede, Harmonie, Liebe unter den Menschen handeln und jede Gewalt ablehnen”, widerspricht Burkhard. Für ihn besteht kein Konflikt zwischen Bibelverkündung und der säkularen Ausrichtung der Volksschulen. Die Gideons seien eine überkonfessionelle Vereinigung und das Neue Testament richte sich schliesslich an alle.” (Quelle: http://www.marcojeitziner.ch/091009, Übersetzung FVS)

Dübendorf : Busse aufgehoben

30. September 2009: Andreas Lutz verteilt zusammen mit fünf Mitarbeitern der Gideons von 11.30 bis 12.15 Uhr auf dem Trottoir neben dem «Stägenbuck»-Schulhaus kleine Gideon-Bibeln an Schüler der Oberstufe. Solche Aktionen sind seit Jahrzehnten Teil der Arbeit der Gideons, und Andreas Lutz hat selbst viele solcher Einsätze hinter sich, ohne dafür belangt worden zu sein. Doch an diesem Tag wird Lutz von einem Vater, dessen Sohn ebenfalls eine Bibel erhalten hatte, deswegen zur Rede gestellt. Er wurde schliesslich verzeigt und vom Statthalteramt Uster zu einer Busse von 190 Franken verknurrt mit der Begründung der «über den Gemeingebrauch hinausgehende Benützung des öffentlichen Grundes durch das Verteilen von Bibeln auf dem Areal einer öffentlichen Schulanlage.»
Am 26. August 2010 entschied das Bezirksgericht Uster, das Verteilen von Bibeln im öffentlichen Raum sei eine „nicht über den Gemeingebrauch hinausgehende“ Handlung. Dabei betonte der Richter offenbar, dass dieses Urteil nur für den vorliegenden Fall gelte und ermahnte die Bibelverteiler, sich jeweils gut zu überlegen, wie sie ihre Verteilorte auswählen. Noch ist offen, ob das Statthalteramt Dübendorf den Entscheid vors Obergericht weiterziehen will.
Quelle: http://www.factum-magazin.ch/wFactum_de/aktuell/2010_08_26_Gideon_freigesprochen.php

Schaffhausen

im Interview mit dem Schaffhauser Bock sagt der Regierungsrat, der diesen Bock geschossen hat: «Was die Schüler dann mit ihnen <den Bibeln> tun, ist ihnen überlassen – sie können sie auch in den Kübel werfen». So weit sind die Freidenker noch nie gegangen!

27.8.2010 Radio Munot: Gideon-Bibeln: Freidenker-Vereinigung kritisiert Empfehlung von Christian Amsler
Regierungsrat Amsler verteidigt seine Empfehlung mit der Aussage: “Wir leben in einem christlichen Land”.

10.9.2010 Schaffhauser Nachrichten: Nachgefragt

Thurgau

Die Thurgauer Regierungsrätin Monika Knill (SP) hat den Gideons ebenfalls 2010 eine Empfehlung.pdf ausgestellt.
Darin beruft sie sich auf eine Empfehlung ihres Vorgängers Jakob Stark (SVP), der 2006 seinem Namensvetter aus dem gleiche Ort, Rudolf Stark (ehemaliger Bezirksstatthalter SVP?), eine Empfehlung ausgestellt hatte.

Erlebnisberichte

“Ich wurde in der Volksschule selbst damit konfrontiert. Die Bibeln wurden uns WÄHREND des Unterrichts verteilt!!! Und zwar von zwei autoritären Herren, die sich und ihre Organisation kurz vorstellten und dann mit einer grossen Kiste voller …Bibeln durch das Klassenzimmer marschierten. Natürlich wagte von uns Schülern niemand das Angebot abzulehen. ” J.S. Heimberg BE

War bei mir das selbe. Ist nun 10+ Jahre her, aber bei uns sind die Gideons ins Schulzimmer gehüpft als wär’s das normalste auf der Welt. :/ M.S. Thun

Bei uns im Gymi hatten die Gideons auch einmal Bibeln auf dem Schulhausplatz verteilt – an bester Lage genau zwischen den Schulhäusern, wo alle Schüler durchkamen, und mit Billigung der Schulleitung. Einige Eltern haben dann allerdings auch offiziell dagegen protestiert, das hat glaub einen gewissen Eindruck hinterlassen. C.H. Zürich

Ich war Mitglied der Gideons International Gruppe (…), kenne die Organisation, war im Hauptquartier in den USA.
Ich habe die Interne Prüfung als Sprecher für den “Kirchenzeugnisdienst” abgelegt, und war an vielen Verteilaktionen beteiligt.
Die Gideons aufzuhalten ist ein schwieriges Unterfangen. Einfach nur die Bibeln in den Hotels oder Spitälern zu bemalen, bekleben oder Seiten herauszureissen, oder zu entwenden ist nutzlos, da die Gideons regelmässig überprüfen und die Bibeln ersetzen. Auch helfen dabei Gläubige z. B. in den Spitälern mit.
(Name und Adresse der FVS bekannt.)

Reformierte Stadt Bern: Mitgliederzahl seit 1970 halbiert

Freitag, 17. September 2010

Der Bund, 17.9.2010
In der Stadt Bern (und Bremgarten) hat sich die Zahl der Reformierten seit 1970 nahezu halbiert – von 118 600 auf heute etwas über 61 000.

http://www.derbund.ch/bern/Jeder-Kirchenaustritt-ist-wie-ein-kleiner-Stich-/story/25772412

“Dialog” der “Guten” in Biel

Mittwoch, 8. September 2010

Alain Pichard, GLP Biel und bekennender Atheist, nahm teil am “Runden Tisch der Religionen” in Biel:

“Lange Zeit dachte ich immer, es seien eben die naiven Gutmenschen, die Sozialromantiker, die nicht mehr wissen, wie es wirklich in den Strassen zu und her geht. Mittlerweile glaube ich das nicht mehr. Diese Menschen hier im Saal halten sich für die besseren Menschen, für die Guten. Sie fühlen sich moralisch besser als die anderen. Deshalb sind Vorurteile aus ihrem  Mund keine Vorurteile, sondern besorgte und mutige Voten für die Toleranz.” (…) “Ein Albisgüetli-Treffen der Gerechten.”

http://www.izrs.ch/PDF/Pressespiegel/06092010/BT_Dialog_Biel_06092010.pdf

beschönigender im Berner Bund:

http://www.derbund.ch/bern/Das-andere-muslimische-Biel-/story/28059774