Archiv für die Kategorie „Kt. Aargau“

«Die Kirche braucht es [?]» – Im Aargauer Pfarrblatt «Horizonte» kommt auch ein Freidenker zu Wort

Donnerstag, 6. April 2017

Wie steht es um die Daseinsberechtigung der Kirchen?

«Wozu braucht es die Kirche noch?» – In Anlehnung an eine Diskussion in Solothurn am 29. März 2017, fragte Horizonte mit Blick auf den Aargau Kirchenräte, Seelsorgende und einen Freidenker.

Der Artikel findet sich bei http://www.horizonte-aargau.ch/die-kirche-braucht-es/.

Auszug aus dem umfangreichen Text:

Das Problem sind konfessioneller Zwang und Mission

Anders sieht das Valentin Abgottspon, Vizepräsident der Freidenkervereinigung Schweiz und Kämpfer für eine Trennung von Kirche und Staat. «Es gibt Leistungen von Kirchen, sozialer oder kultureller Art, an denen wir Freidenkerinnen und Freidenker nichts oder nur wenig auszusetzen haben. Doch bei vielen dieser eigentlich guten Taten und Institutionen ist leider mehr oder weniger Mission drin. Einer katholischen Schwangerschaftsberatung traue ich keine weltanschaulich neutrale Haltung zu. In vielen Kantonen werden solche Stellen aber nicht von Kirchensteuern, sondern über die Steuern von allen finanziert. Damit sind Konfessionsfreie gezwungen, konfessionell getragene Institutionen oder Stellen mitzufinanzieren.»

Staatlich finanzierte Angebote, so Valentin Abgottspon, müssten vonseiten des Staates ausgeschrieben werden. Ein klarer Leistungsauftrag müsse sicherstellen, dass ohne Mission gearbeitet werde. «Können die Kirchen diese Vorgaben einhalten, sollen sie anderen Dienstleisterinnen gegenüber nicht diskriminiert werden. Auf der individuellen Ebene soll jede und jeder selber entscheiden, ob er oder sie die Kirche braucht und mitfinanzieren will. Für mich persönlich lautet die Antwort da Nein», positioniert sich der Freidenker.

«Grenzen der Toleranz» – Schweiz-Lesetour mit Michael-Schmidt-Salomon

Samstag, 1. Oktober 2016

Die offene Gesellschaft scheint in Gefahr, bedroht von Terroristen und Extremisten, welche die Gewalttätigen anfeuern uns instruieren. In seinem neuen Buch «Grenzen der Toleranz – warum wir die offene Gesellschaft verteidigen müssen» setzt sich der Deutsche Philosoph und Autor Michael Schmidt-Salomon mit diesen Bedrohungen sowie  den möglichen Massnahmen, um diesen Gefahren zu begegnen, auseinander.

Anfang Dezember spricht Michael Schmidt-Salomon auf Einladung der Freidenker in sechs Deutschschweizer Städten: 

Termine:

So, 4.12. Eglisau

Aula Schulhaus Städtli, Obergass 57. 16.00 Uhr. Eintritt 10.
Die Veranstaltung wird organisiert in Zusammenarbeit mit “viva Eglisau”

Mo, 5.12. Lenzburg

Hotel Krone, Kronenplatz 20. 19.30 Uhr. Eintritt frei / Kollekte.

Di, 6.12. Luzern

Hotel Continental-Park, Murbacherstrasse 4, 6002 Luzern 19.30  Eintritt frei / Kollekte.

Mi, 7.12. Chur

Brandissaal, Brandisstrasse 12. Apéro 18.15 Uhr, Beginn 19.15 Uhr. Eintritt frei / Kollekte. 

Do, 8.12. Brig

Buchhandlung ZAP*, Furkastrasse 319.00 Uhr. Eintritt 12.- (6.- für Mitglieder Buchclub ZAP und Freidenker).

Fr, 9.12. Bern

Hotel Bern, Zeughausgasse 9, 19.00 Uhr, anschliessend Apéro. Eintritt frei / Kollekte.
 

Im einem längeren Essay, welches am 29. September im Tages-Anzeiger erschien, führte der Autor einige zentrale Thesen aus, die er im Buch umfassend beleuchtet. Unter anderem plädiert Michael Schmidt-Salomon dafür, zwei Trennlinien zu unterscheiden: Die erste hält auseinander, was toleriert werden muss, und was nicht mehr toleriert werden darf – auch eine offene Gesellschaft darf nicht alles hinnehmen, soll sie erhalten bleiben. Die zweite Linie grenzt das Tolerierbare von dem ab, was akzeptiert werden muss – das zu Akzeptierende heisst man gut, was gegenüber dem bloss Tolerierten nur um den Preis der Selbstverleumdung möglich wäre.

Am Beispiel der Behauptung von Kreationisten, die Erde sei erst 6000 Jahre alt, veranschaulicht er den Unterschied: eine derart realitätsferne Idee braucht man nicht zu akzeptieren. Man darf sie ablehnen, ja auch verspotten. Hingegen müssen wir akzeptieren, dass jeder Einzelne wirren Ideen anhängen darf und auch die Freiheit hat, diese Ideen zu bewerben. Umgekehrt muss der Kreationist akzeptieren, dass man seinen Überzeugungen widerspricht, auch wenn er dies als beleidigend empfindet.

Es ist also zwischen dem Akzeptierbaren, dem Nur-Tolerierbaren und dem Nicht-mehr-Tolerierbaren zu unterscheiden. Der Autor führt aus, dass diese Trennlinien in verschiedenen Gesellschaften unterschiedlich gezogen werden. Eine offene Gesellschaft beachtet bei diesen Grenzziehungen vier Prinzipien, hinter die sie nicht zurückfallen darf: Liberalität, Egalität, Säkularität und Individualität. Im Essay, und ausführlicher im Buch, führt Michael Schmidt-Salomon aus, wieso es gerade diese Prinzipien sind, welche freie von unfreien Gesellschaften unterscheiden. Und wieso in einer freien Gesellschaft auch mehr zu tolerieren ist.

Wir freuen uns auf zahlreiche Interessierte in Lenzburg, Luzern, Chur, Brig und Bern!

 

 

Impressionen

Büchertisch

Michael Schmidt Salomon / Brigg

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Full House!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Presseartikel

>>Suedostschweiz.ch

>>Walliser Bote

 

Aargauer Freidenker sagen Ja zur kantonalen Initiative «Weg mit dem Tanzverbot»

Freitag, 29. Januar 2016

Am 28.02.2016 wird im Kanton Aargau über die von der Piratenpartei lancierte Initiative «Weg mit dem Tanzverbot» abgestimmt. Sie wurde im Oktober 2014 mit 3’279 gültigen Unterschriften (erforderlich waren 3000) eingereicht. Die Initiative will Paragraph 4 Abs. 3 des Gastgewerbegesetzes (GGG) streichen:

“An Karfreitag, Ostersonntag, Pfingstsonntag, am Eidgenössischen Dank-, Buss- und Bettag, am Weihnachtstag sowie am jeweils darauf folgenden Tag sind die Gastwirtschaftsbetriebe um 00.15 Uhr zu schliessen.”

Die Freidenker-Sektion Mittelland und die Freidenker-Vereinigung der Schweiz unterstützen die Initiative aus folgenden Gründen:

  • Religiöse Verbote gehören nicht in weltliche Gesetze.
  • Jeder Mensch soll die Freiheit haben zu entscheiden, ob und wie er einen Feiertag begeht.
  • Die Einschränkung ist nicht mehr zeitgemäss. Sie passt nicht in unsere aufgeklärte und säkularisierte Gesellschaft.

Die Initiative wird von einer klaren Mehrheit der Aargauer Parteien unterstützt: Nebst den lancierenden Piraten sagen SP, Grüne, GLP, BDP und FDP alle ja. Da aber die CVP und SVP (anders als ihre Jungparteien) zum Nein-Lager gehören und wegen ihren eidgenössischen Initiativprojekten die eigene Basis wohl gut werden mobilisieren können, braucht es für eine Ja-Mehrheit einen engagierten Abstimmungskampf.

Die Freidenker freuen sich über die zahlreichen angekündigten Aktionen der Jungparteien im Kanton Aargau zugunsten der Initiative. Da jedoch keine politische Partei Ressourcen zu haben scheint, um mit Plakaten für ein Ja zu einzustehen, springen die Freidenker in die Bresche und rufen an folgenden Orten mit dem Sujet «Religiöse Verbote gehören nicht in weltliche Gesetze. Weg mit dem Tanzverbot» zur Annahme der Initiative auf: Aarau, Baden, Bremgarten, Brugg, Lenzburg, Aarburg-Oftringen, Spreitenbach, Wettingen, Wohlen und Zofingen.

Weitere Links zum Thema:

Piratenpartei Aargau zur Initiative

Aargauer Zeitung vom 29.08.2015: “Aus dem Gegenvorschlag wird nichts”

SRF vom 27.01.2015: “Tanzverbot Initiative: Sie spaltet Generationen”

 

 

 

Kt. AG: 2014 Kirchenaustrittsrekord

Freitag, 5. Juni 2015

2014 hat sich die Lage gegenüber dem Vorjahr nochmals zugespitzt, wie die Zahlen im aktuellen Jahresbericht zeigen. Über 3000 Mitglieder haben die Kirche verlassen – ein neuer Negativrekord.
http://www.aargauerzeitung.ch/aargau/kanton-aargau/der-reformierten-kirche-im-aargau-laufen-die-mitglieder-davon-129207921

Wohlen AG: Flexikreuz in der Abdankungshalle

Mittwoch, 22. Oktober 2014

Ein Kompromiss, der den Kreuzzug der Wohler SVP beenden soll: eine Stele aus Holz und Stahl, die von den zwei Handwerkern links vom Altar der Abdankungskapelle in einer knappen halben Stunde montiert worden ist. Bei christlichen Trauerfeiern lässt sich diese Stele zu einem Kreuz aufklappen. Nach dem Anlass dauert es nur wenige Sekunden und der Raum ist wieder so religionsneutral, wie er geplant worden ist.
http://www.aargauerzeitung.ch/aargau/freiamt/der-kreuzzug-der-wohler-svp-ist-zu-ende-128476761

Kt. AG: Initiative der Piraten kommt zustande: Fällt jetzt das Tanzverbot?

Freitag, 3. Oktober 2014

Die Piratenpartei ist selber überrascht, dass sie bereits 2943 beglaubigte Unterschriften gesammelt hat – 900 weitere sind unterwegs. Damit steht fest, dass das Volk an der Urne entscheiden kann, ob das Tanzverbot aufgehoben werden soll.
http://www.aargauerzeitung.ch/aargau/aarau/piratenpartei-will-das-tanzverbot-vor-feiertagen-aufheben-128421952

Kt. AG Unterschreiben Sie: Weg mit dem Tanzverbot!

Montag, 28. April 2014

Die Piratenpartei Aargau hat eine Volksinitiative lanciert mit dem Ziel, das Tanzverbot im Aargau abzuschaffen. Dies geschieht in Zusammenarbeit mit anderen Organisationen und interessierten Kreisen. Die SP-Fraktion des Grossen Rates hat am 26. November 2013 endlich die versprochene Motion mit dem gleichen Ziel eingereicht. Die Regierung hat am 28. Februar die Entgegennahme als Motion abgelehnt, mit sehr fadenscheiniger Begründung. Wir sammeln deshalb weiter Unterschriften.
Helft mit! Druckt Unterschriftsbögen aus und sammelt Unterschriften!

http://www.tanzverbot-weg.ch/Tanzverbotsinitiative.pdf

 

Kt. AG: Landeskirchen verlieren erneut viele Mitglieder

Freitag, 4. April 2014

Sowohl der Reformierten als auch der Römisch-katholischen Landeskirche Aargau laufen die Mitglieder davon. Bei den Reformierten sind im vergangenen Jahr 2746 Personen aus den 75 Kirchgemeinden ausgetreten. Bei den Katholiken gab es 2952 Austritte.
http://www.srf.ch/news/regional/aargau-solothurn/die-aargauer-landeskirchen-verlieren-erneut-viele-mitglieder

Aargauer Parlament beharrt auf «Tanzverbot»

Dienstag, 25. März 2014

Im Kanton Aargau werden die eingeschränkten Öffnungszeiten für Lokale an christlichen Feiertagen nicht gelockert. Der Grosse Rat hat am Dienstag eine SP-Motion mit 86 zu 43 Stimmen abgelehnt. Der Regierungsrat war bereit gewesen, eine Lockerung der Öffnungszeiten zu ermöglichen. Die SP wollte die Einschränkungen der Öffnungszeiten an kirchlichen Feiertagen jedoch aus dem Gastgewerbegesetz kippen.
http://www.ref.ch/hauptseiten/aktuell/news/8878/

Kt. AG: Datenschutz im Spital wird aufgeweicht

Dienstag, 25. März 2014

Gemeindepfarrer sollen wieder die Namen von Spitalpatienten erhalten, sofern diese das nicht ausdrücklich untersagen. Die drei Landeskirchen begrüssen das – nicht aber, dass Spitalseelsorgende nur dieselben Daten wie Gemeindepfarrer erhalten sollen.

http://www.aargauerzeitung.ch/aargau/kanton-aargau/weniger-patientendaten-spitalseelsorger-sollen-ausgeschlossen-werden-127813216

Frühere Artikel zum Thema: http://www.frei-denken.ch/de/2014/01/kt-ag-widerspruchslosung-bei-der-spitalseelsorge/