Archiv für die Kategorie „Kruzifixe aus den Schulzimmern!“

Walliser Kruzifix-Gegner kämpft weiter

Freitag, 16. September 2011

NZZ
Der Streit um ein abgehängtes Kruzifix an einer Orientierungsschule in Stalden geht weiter. Die Walliser Regierung hat den Rekurs eines Lehrers abgelehnt, der fristlos entlassen worden war, nachdem er das Kreuz aus seinem Schulzimmer verbannt hatte. Nun will der Lehrer bis vor Bundesgericht gehen.

Ganz Artikel: http://www.nzz.ch/nachrichten/politik/schweiz/walliser_kruzifix-gegner_kaempft_weiter_1.12525447.html

ASLP unterstützt Tessiner Lehrer

Mittwoch, 13. Juli 2011

Die Sektion Tessin der FVS unterstützt den Rekurs des Lehrers, der  2010 – 20 Jahre nach dem Urteil des Bundesgerichtes gegen das Kruzifix im Schulzimmer der Gemeinde Cadro – gegen das Anbringen des Kruzifixes im Gang des Schulhauses von Cadro beim Staatsrat des Kantons Tessin Beschwerde eingelegt hat. Der Staatsrat hat die Beschwerde mit 3 zu 2 Stimmen abgewiesen. Der Rekurs wird beim Verwaltungsgericht Tessin eingereicht.

Kurzfassung Pressemitteilung deutsch:

Die Tessiner Freidenker äussern grosse Besorgnis darüber, dass das Neutralitätsgebot politischem Kalkül geopfert wurde. Der Staatsrat hat sich mit seiner Entscheidung gegen ein Bundesgerichtsurteil gestellt, das seinerzeit gegen die gleiche Gemeinde ausgesprochen worden war. Er stützt somit das Vorgehen der Schulbehörde, die ihrerseits auf Druck des Kirchenrates das Kreuz wieder in der Dorfschule hat aufhängen lassen.

Bedenklich mutet zudem an, dass man vordergründig die „christlichen Wurzeln des Abendlandes“ verteidigt, jedoch tatsächlich grundlegende Werte unserer Gesellschaft wie die Selbstbestimmung des Einzelnen, die Freiheit des Gewissens und der Weltanschauung, aufs Spiel setzt. Diese Haltung zeigen auch die Mehrheitsverhältnisse in der Regierung: haben sich doch die zwei Vertreter der Lega und jener der CVP für das Kruzifix ausgesprochen.

Die ASLP Ticino stellt sich voll hinter den Lehrer, dessen Beschwerde eben abgelehnt wurde und wird ihm auch auf dem künftigen Weg durch die Instanzen beistehen. Gegen das Urteil des Staatsrates wurde bereits Rekurs eingelegt. Die ASLP wird auch alle weiteren politischen Bestrebungen unterstützen, um die Kreuze, die immer noch zahlreich in öffentlichen Räumen hängen, endgültig ins Private zu verbannen.

Pressemitteilung im italienischen Original:

http://www.libero-pensiero.ch/it/2011/07/i-liberi-pensatori-sostengono-il-ricorso-del-docente-di-cadro/

VS: Walliser SVP fordert Kruzifix in jedem Schulzimmer

Donnerstag, 10. Februar 2011

www.1815.ch vermeldet:

«Wir fordern den Walliser Staatsrat auf, die nötigen Massnahmen zu ergreifen und gegebenenfalls die nötigen Gesetzesgrundlagen zu schaffen oder die bestehenden zu verstärken, damit die Schüler in jedem Klassenzimmer einer öffentlichen Walliser Schule durch ein Kruzifix an den Glauben unserer Väter erinnert werde.» So lautet die Forderung der beiden Walliser SVP-Grossräte Franz Ruppen und Eric Jacquod in einem Postulat.

Das Postulat ist auf der Seite der Sektion Wallis einsehbar.

Fall Abgottspon: Kantonsgericht weist 1. Beschwerde ab

Donnerstag, 3. Februar 2011

1815.ch

http://t0.gstatic.com/images?q=tbn:ANd9GcRuDfQ02-dj-eTDkcX_JzQamHf14ERQWr2ib3bfjdLe43pp7Oz6FgDas Kantonsgericht hat am 28. Januar 2011 die Verwaltungsgerichtsbeschwerde von Valentin Abgottspon betreffend die Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung der fristlosen Kündigung und die damit verbundene Weiterbeschäftigung abgelehnt, wie es in einer Medienmitteilung vom 2. Februar heisst.

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BischTumm: JessesGott

Freitag, 21. Januar 2011

Die Walliser Hymne auf Valentin Abgottspon – von der Walliser Band BischTumm (Facebook):

Kt. Wallis/Winterthur: Interview mit Valentin Abgottspon im Landboten und Hinweis auf Walliser Presseschau

Freitag, 31. Dezember 2010

Im Winterthurer “Landbote” ist am 31. Dezember 2010 ein ausführliches Interview mit dem Walliser FVS-Sektionspräsidenten Valentin Abgottspon erschienen.

Per Scribd.com kann man sich die PDF-Version des Interviews besorgen. Alternativ kann man sich auch den Eintrag auf der Walliser Sektionsseite ansehen.

Es sei auf der Schweizer-Freidenker-Seite auch auf die kleine Walliser Presseschau zum Jahresende (Walliser Bote und Rhonezeitung) auf er Walliser Sektionsseite hingewiesen.

SFTV: “Leiden am Kreuz”

Montag, 27. Dezember 2010

Sendungskritik zur Sternstunde vom 26.12.2010

http://www.videoportal.sf.tv/video?id=042e1a9e-9bc1-4d17-b5cd-c957087c0166;c=white

Natürlich haben wir die Sternstunde vom 26. Dezember 2010 aufmerksam verfolgt und finden es richtig, dass solche Themen in diesem Sendegefäss zur Sprache kommen. Wir sind bestrebt, wenigstens bei JournalistInnen und ExpertInnen genaueres Denken zu fördern und weisen die Beteiligten deshalb darauf hin, dass

1. in der Sendung zuwenig klar getrennt wurde zwischen der Frage des Kruzifixes im Schulzimmer und der Frage von religösen Symbolen im öffentlichen Raum.
Herr Kley hat zwar auf die gebotene staatliche Neutralität in Verwaltungsgebäuden etc. gesprochen. Die Nachfragen von Frau Rotach haben gezeigt, dass sie das nicht verstanden hat, geschweige dann wohl das durchschnittliche Publikum.
Dasselbe, wenn im gleichen Satz ohne Differenzierung vom Kopftuch der Schülerin und jenem einer Lehrerin gesprochen wird, da werden die rechtlichen Unterscheidungen verwischt statt geklärt.
Es wäre schon zu wünschen, dass die Medien – welche ja jeweils keinen unbedeutenden Beitrag zur Skandalisierung leisten – wenigstens in Gefässen wie der Sternstunde mehr in die Tiefe gehen würden und soweit möglich Klarheit zu schaffen versuchen.

2. die Freidenker von Frau Rotach nur im Zusammenhang mit “Verboten” genannt wurden. Scheinbar hat auch Frau Rotach nur die Schlagzeilen der Medien gelesen. Die Freidenker haben sich in den Fällen Stalden und Triengen lediglich auf den Bundesgerichtsentscheid im Fall Cadro berufen. Da wird kein Symbolverbot gefordert, sondern staatliche Neutralität in öffentlichen Schulen. Valentin Abgottspon hat das Kreuz in den Walliser Schulstuben auch nicht “entdeckt”, wie Herr Kley meint, sondern ist im Wallis aufgewachsen und hat als Lehrer die Erfahrung gemacht, dass im Wallis an den Volksschulen die Religionsfreiheit der Nichtkatholiken und die gebotene staatliche Neutralität kaum beachtet wird. Er leistet aus unserer Sicht Aufklärungsarbeit, die dringend nötig ist, und hat dabei nicht “nicht Unrecht” – wie Herr Kley leider wiederholt öffentlich sagte -  sondern er hat gemäss Bundesgerichtsurteil von 1990 Recht.

3. das Kernanliegen der Freidenker-Vereinigung, die Trennung von Staat und Kirche, absurderweise nirgends genannt wurde.
Auch von Herrn Kley nicht, der immerhin als Jurist feststellen müsste, dass diese Trennung in den Schweizer Kantonen sehr unterschiedlich verwirklicht ist und im Fall Wallis tatsächlich noch ein Schulgesetz besteht, in dem der staatlichen Schule die Aufgabe auferlegt wird, die Kinder auf ihr “Leben als Christ” vorzubereiten. Diese Diskrepanz zwischen verfassungsmässig garantierter Religionsfreiheit und kantonaler Kompetenz im Verhältnis Staat-Kirche wäre urgeigenstes Gebiet des Staats- und Verfassungsrechtlers, weniger wohl seine Ausführungen zur “Herabsetzung von Symbolen” und der “Gefahr der religiösen Indifferenz”.

4. der Fall Cadro eigentlich ein Stichwort wäre für den Staatsrechtler zu erklären, was das Bundesgericht jeweils genau macht und weshalb ein Bundesgerichtsentscheid für die schweizer Lebenspraxis nur dann relevant wird, wenn sich jemand vor Gericht darauf beruft. Auch die Frage der Schutzfunktion der Religionsfreiheit wäre ergiebig gewesen: Schutz des Individuums, der Gruppe, oder der ideologischen Inhalte? Schutz der Minderheit oder der Mehrheit?

5. die Frage der ideellen Immissionen nicht so schnell vom Tisch gewischt werden können. Festzustellen wäre etwa gewesen, dass die Lärmschutzverordnung des Bundes für Kirchenglockenlärm keine Grenzwerte setzt, diese quasi als naturgegebene Immission behandelt, die im Einzelfall beurteilt werden muss – das wäre angesichts der Verbreitung von Kirchenglocken immerhin zu diskutieren.
Wenn Herr Kley sagt, dass der Gestörte sich selber stört, weil er sich ja einfach nicht aufregen müsse, da muss wohl jede/r JuristIn etwas schmunzeln … Es ist doch gerade Aufgabe des öffentlichen Rechts zu klären, wieviel an Störung die BürgerInnen zu akzeptieren haben. Da wird es dann klar, dass die BürgerInnen nicht erwarten können, dass sie vor dem Anblick religiöser Symbole geschützt werden. Beim Lärm und auch beim Aufstellen von religiösen Symbolen abseites von eigentlichen Kultusstätten (wie zum Beispiel auf Berggipfeln)  würde es dann aber schon einer Güterabwägung bedürfen darüber, wie weit die Religionsfreiheit den ständigen gesteigerten Gemeingebrauch des öffentlichen Raumes rechtfertigen kann.

6. die Sendung eine Chance vergeben hat zu zeigen, dass die religionsrechtliche Situation in der Schweiz historisch geschaffen wurde, um innerchristliche konfessionelle Konflikte zu reduzieren. In Zeiten stetiger religiöser Differenzierung und auch Indifferenzierung muss u. E. wohl die Religionsfreiheit vermehrt als Spezialfall der Meinungsäusserungsfreiheit verstanden und die religiöse Praxis im öffentlichen Raum zu Gunsten des öffentlichen Friedens eher zurückhaltend bewilligt werden. Da wären wir dann bei den Baubewilligungen für Gipfelkreuze angelangt und bei Werbebeschränkungen für religöse Zwecke (wie z.B. für politische Zwecke) – ein grosses Feld für den Juristen.

7. auch die Freidenker es schätzen würden, wenn sie selber zu solchen Fragen zu Wort kommen könnten, weil wir die Wissensdefizite der BürgerInnen und JournalistInnen aus unserer Arbeit bestens kennen.

8. die Anmoderation nicht korrekt war: der 26. Dezember ist nicht einfach ein “christlicher Feiertag” – er ist zwar im Kanton Zürich ein öffentlicher Feiertag, in katholischen Kantonen aber gerade nicht. Die nichtmediale Welt ist halt einfach etwas komplizierter…

Kt. Wallis: Valentin Abgottspon bei den Ketzern 2.0 im Podcast

Dienstag, 7. Dezember 2010

Am 5. Dezember sprachen Peter Modregger und Valentin Abgottspon über Trennung von Staat und Kirche, Vergleiche USA-Deutschland-Schweiz, säkulare Bewegungen ganz allgemein und über die fristlose Entlassung eines Lehrers an einer staatlichen Schule (und so weiter…)

http://ketzerpodcast.wordpress.com/2010/12/06/ketzer-spezial-interview-mit-valentin-abgottspon/

Peter Modregger ist ein in Zürich lebender und praktizierender Physiker und betreibt die Webseite Glaube ist heilbar.

Den Podcast kann man auch über die üblichen Podcastverzeichnisse im Web abonnieren, z.B. auch beim weit verbreiteten iTunes.

20 Minuten online: Leserumfrage zu Kreuz und Kruzifix

Freitag, 3. Dezember 2010

Der  Kreuzstreit in Triengen und Stalden hatte für heftige Reaktionen gesorgt. Bis in die “Arena” des Schweizer Fernsehens wurde das Thema gespült. Die Woge der Emotionen hat die Gratiszeitung zu einer Umfrage unter den Lesern veranlasst. Trotz widersprüchlicher Antworten finden sich darin einige interessante Daten: So bezeichnet sich ein Drittel als konfessionslos,  50% gar als nicht religiös. Knapp 3/4 sind für eine Trennung von Kirche und Staat, doch stört man sich mehrheitlich nicht daran, dass in Schulzimmern ein christliches Kreuz hängt. Kopftücher stossen  auf Ablehnung.

Leserbrief Walliser Bote: “Denke weiter – und du wirst glauben!”

Montag, 22. November 2010

Leserbrief im Walliser Boten, Uli Schmid, 22. November 2010, Seite 12. Nimmt Bezug auf die Arena-Sendung vom 29. Oktober 2010.

Denke weiter – und du wirst glauben!
Die schockierende «Arena»-Sendung vom 29. Oktober, in der das staatliche Schweizer Fernsehen Beda Stadler auf breitem Podium ermöglichte, seinen Atheismus zu predigen, bleibt wohl noch eine Zeitlang in unseren Knochen stecken. Mit dem überheblichen und primitiven Spruch «denkst du schon oder glaubst du noch» will dieser Professor uns gläubige Christen als dumm und dämlich darstellen.
Mit der Lehre Darvins (sic!), der Evolution (Zufallsentstehung), begründet er seine Aussage, dass es keinen Schöpfer Gott geben könne. Dabei schrieb Darvin selber einem Fachkollegen: «Beim Anblick eines Auges überfällt mich ein Fieber wegen des so gründlichen Versagens meiner Evolutionstheorie.»
Hören wir viel besser auf die Stimmen weltbekannter Wissenschaftler, die gedacht und geglaubt haben: Albert Einstein, Physik-Nobelpreisträger: «Im unbegreiflichen Weltall offenbart sich eine grenzenlos überlegene Vernunft.»
Stephen Hawking, Astrophysiker: «Die Zeit ist eine Eigenschaft des Universums, das Gott geschaffen hat.»
Denis Diderot, Schriftsteller und Philosoph: «Das Auge, der Flügel eines Schmetterlings genügen, um einen Gottesleugner zu vernichten.»
Werner Heisenberg, Physik-Nobelpreisträger: «Der erste Schluck aus dem Becher der Wissenschaft führt zum Atheismus; aber auf dem Grund des Bechers wartet Gott.»
Wir müssen annehmen, dass Herr Stadler beim ersten Schluck stecken geblieben ist.
Deshalb rufen wir ihm zu: «Denke weiter – und du wirst glauben!» Uli Schmid, Naters

Leserbrief als PDF-Dokument.