Archiv für die Kategorie „Kruzifixe aus den Schulzimmern!“

Bundesrat will keine neuen Regeln zu religiösen Symbolen

Donnerstag, 15. Juni 2017

Artikel auf blick.ch vom 09.06.2017:

Der Bundesrat will keine Regeln zu Kruzifixen und Kopftüchern in Schulzimmern oder Gefängnissen erlassen. Konflikte sollen pragmatisch gelöst werden, von den betroffenen Institutionen.
Der Bundesrat erhofft sich von einem solchen Vorgehen bessere Ergebnisse als mit starren Rechtsvorschriften, wie aus einem am Freitag verabschiedeten Bericht hervorgeht. Er sehe keinen gesetzgeberischen Handlungsbedarf im Umgang mit getragenen und an Bauten angebrachten religiösen Symbolen.
Behörden und Institutionen seien in der Regel gut in der Lage, situationsgerechte und praktikable Lösungen zu finden. In den wenigen Fällen, in welchen der Rechtsweg beschritten werde, gelinge es den Gerichten, zwischen individuellen Grundrechtsansprüchen und gesellschaftlichen Interessen eine vernünftige Balance zu halten. Ausserdem habe sich der föderalistische Ansatz bewährt.
Die Regierung stützt ihre Einschätzung auf eine Studie, die sie beim Schweizerischen Kompetenzzentrum für Menschenrechte in Auftrag gab. Dieses untersuchte die Rechtsprechung und befragte Institutionen, Wissenschaftler sowie Personen aus religiösen Traditionen.

Gemäss der Erhebung sind in mehr als der Hälfte der öffentlichen Gebäude religiöse Symbole angebracht, besonders häufig in Spitälern. In den katholischen Kantonen ist zudem die Mehrheit der Schulgebäude mit religiösen Symbolen ausgestattet. Dort gibt es auch viele Schulen, in welchen Mitarbeitende religiöse Kopfbedeckungen tragen. Das dürfte mit unterrichtenden Ordenspersonen zusammenhängen.
Konflikte in einem weiteren Sinne traten in 39 Prozent der befragten Institutionen auf, am häufigsten in Strafanstalten. In den meisten Fällen wurde eine Lösung gefunden. Nur gerade 9 Prozent der Konflikte führten zu einem rechtlichen Verfahren.
Wer sich an religiösen Symbolen stört oder sich gegen eine Anordnung wehren will, solche zu entfernen, kann sich auf die Glaubens- und Gewissensfreiheit berufen. Die Gerichte prüfen dann, ob eine Verletzung dieses Grundrechts vorliegt.
Das Bundesgericht hat sich verschiedentlich mit der Pflicht des Staats zur religiösen Neutralität auseinandergesetzt. So entschied es im Fall der Tessiner Gemeinde Cadro, dass das Aufhängen von Kruzifixen im Klassenzimmer dem Grundsatz der religiösen Neutralität der Schule widerspricht.
Dieses Urteil werde in der Praxis allerdings nur begrenzt umgesetzt, heisst es im Bericht. Der Tessiner Staatsrat vertritt die Auffassung, dass Kruzifixe in Eingängen und Korridoren von Schulhäusern weiterhin erlaubt sind. Im Kanton Wallis sind Kreuze und Kruzifixe auch in Schulzimmern verbreitet.

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“Der Einfluss der Kirchen im Schulzimmer eckt an” – St. Galler Sonderlösung zum Lehrplan 21 irritiert

Samstag, 4. März 2017

Artikel auf suedostschweiz.ch vom 03.03.2017:

Das neue Schulfach «Ethik, Religion, Gemeinschaft» wird im Kanton künftig von den Schulen und den Kirchen parallel angeboten – das passt nicht allen. Rapperswil-Jona geht jedoch einen anderen Weg und setzt sich über die kantonalen Vorgaben hinweg.

Der Streit um die Einführung des Unterrichtsfachs «Ethik, Religion, Gemeinschaft» (ERG) treibt bisweilen seltsame Blüten: So soll die Katechetin in einer St. Galler Gemeinde ihren Schülern Schokolade verteilt haben, als sie die Anmeldetalons austeilte – prompt setzte die Mehrheit der beschenkten Kinder das Kreuzchen für den «ERG-Kirche». In einigen St. Galler Gemeinden hat das Buhlen um die Schülergunst begonnen.

St. Galler Sonderlösung irritiert

Der Hintergrund: Für das kommende Schuljahr, wenn der Lehrplan 21 eingeführt wird, müssen sich die Schüler entscheiden, ob sie künftig «ERG-Schule» oder «ERG-Kirche» besuchen möchten. Für das im Lehrplan vorgesehene neue Fach ERG, hat St. Gallen eine schweizweit einzigartige Lösung kreiert: ERG soll nämlich den «Interkonfessionellen Religionsunterricht» (Ikru), der bisher von den Landeskirchen getragen wurde, ersetzen.
Gemäss Lehrplan 21 obläge die Verantwortung für den ERG-Unterricht neu den Schulen. Diesen Einflussverlust wollten die hiesigen Landeskirchen nicht einfach hinnehmen. Ihr Vorschlag, den ERG-Unterricht in zwei Varianten aufzuteilen und die Schüler entscheiden zu lassen, wurde vom St. Galler Regierungsrat wohlwollend aufgenommen. Nicht zuletzt auch deshalb, weil die Kirchen den religionskundlichen Unterricht seit Jahren mittragen, finanzieren und Lehrer ausbilden.
Allerdings löste der Entscheid zur Zweiteilung des ERG-Unterrichts teils Irritationen aus. In der Stadt St. Gallen etwa empörten sich einige Eltern, dass ihre evangelisch-reformierten Kinder gezwungen würden, «ERG-Kirche» zu wählen, um zur Konfirmation zugelassen zu werden. SP-Kantonsrat Ruedi Blumer, Schulleiter in Wil, kann nicht viel Verständnis für die St. Galler Sonderlösung aufbringen. Er hat eine entsprechende Interpellation bei der Regierung deponiert. «Es ist pädagogisch unsinnig, Klassen in genau jenem Fach aufzusplitten, in dem ‹Gemeinschaft› vermittelt werden soll», sagt er.

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Vorwärts in die Vergangenheit: Petition für Kreuze in der Öffentlichkeit

Samstag, 5. November 2016

“Der christlich-konservative Verein Neuer Rütlibund will, dass in der Öffentlichkeit – also auch in Schulen – weiterhin Kreuze platziert werden dürfen. Er hat am Freitag bei der Bundeskanzlei in Bern die Petition «Kreuz bleibt» mit dieser Forderung eingereicht.
Über die Bittschrift hatte am Freitag die «Luzerner Zeitung» berichtet. Die Petition sei rund 24’700 Mal unterzeichnet worden, sagte eine Sprecherin der Bundeskanzlei und berief sich dabei auf Angaben der Petenten.
Die Bittschrift fordert, dass im öffentlichen Raum, in Gebäuden, Schulen und auf öffentlichen Plätzen, christliche Symbole erhalten bleiben und auch neu aufgestellt oder aufgehängt werden dürfen.”

 

 

>>Zum Artikel auf blick.ch

>>Artikel auf luzernerzeitung.ch

 

Kt. VS: Fünfte Verleihung des Freidenker Preises

Sonntag, 25. Januar 2015

An diesem Wochenende verliehen die Walliser Freidenker Narcisse Praz den Walliser Freidenkerpreis 2014 (Aufzeichnung der Laudatio):

Der Autor Narcisse Praz ist im deutschsprachigen Teil der Schweiz wohl aufgrund des Röstigrabens weitestgehend unbekannt. Doch er hat sich in den letzten Jahrzehnten in den welsch sprachigen Gebieten inner- und ausserhalb unserer Landesgrenzen umso mehr einen Namen als Verfechter des Laizismus gemacht: sowohl als Roman- und Theaterautor, aber auch als Satiriker, kämpft Narcisse für die Trennung von Kirche und Staat.

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Motion Altherr im Ständerat: Nun geben auch christliche Symbole politisch zu reden

Mittwoch, 5. März 2014

Im Tagesanzeiger wird über die Motion des Ständerats Altherr (FDP, AR) berichtet, welche demnächst behandelt wird. Die Motion im Wortlaut inklusive Antwort des Bundesrates findet sich auf der Webseite www.parlament.ch.
Die Position der Freidenker-Vereinigung der Schweiz bezüglich religiöser Symbolik in der Öffentlichkeit: Kultusgebäude dürfen als solche auch nach aussen erkennbar sein. Darüber hinaus hat in einem säkularen Staatswesen niemand Anspruch auf sichtbare Dauerpräsenz im öffentlichen Raum. Kritisch sehen wir auch die religiöse Dauerwerbung im öffentlichen Raum, beispielsweise durch die Agentur C. Historische Kreuze, Kapellen, Bildstöcke etc. in der Landschaft können bestehen bleiben, sollten aber nicht ersetzt werden. Neue religiöse Gebäulichkeiten und Symbole ausserhalb der regulären Bauzone sollen nicht mehr erlaubt werden.

Was religiöse Kleidung an öffentlichen Schulen anbetrifft (Schülerinnen und Schüler, Lehrpersonen), haben wir im November 2013 ein Positionspapier «Kopfbedeckungen an der Volksschule» verabschiedet.

Valentin Abgottspon, Vize-Präsident der FVS, kommt im Artikel auch zu Wort:

Valentin Abgottspon von der Schweizer Freidenker-Vereinigung begrüsst denn auch die Stossrichtung des vorgeschlagenen Verfassungsartikels. Ob der Vorschlag aber wirklich «zielführend» sei, müsse sich noch weisen. Den Freidenkern gehe es weniger um den im Motionstext erwähnten «öffentlichen Raum» als um «öffentliche Räume», das heisst: um Schulzimmer oder Amtsstellen. Hier vor allem sei religiöse Neutralität geboten – also etwa eine kruzifixfreie Möblierung.

Ganzen Artikel lesen: http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Nun-geben-auch-christliche-Symbole-politisch-zu-reden/story/15910357
Der Artikel beim Tagesanzeiger ist zur Kommentierung freigegeben.

Kolumne: Kreuzritter für Todesstrafe, Kruzifix und gegen Kopfbedeckungen

Donnerstag, 27. Februar 2014

Der Walliser SVP-Grossrat Jean-Luc Addor möchte die Todesstrafe wieder einführen. Und er möchte, dass obligatorisch in jedem Schulzimmer des Kantons ein Kruzifix oder mindestens ein Kreuz hängt. Jetzt fordert er vom Staatsrat, ein Kopfbedeckungsverbot auszuarbeiten.

[…]

Die korrekte und angemessene Antwort auf die (Heraus-)Forderungen und Zumutungen sowie ungebührliches Betragen von religiösen Fundamentalisten kann keine Rückbesinnung auf irgendwelche «judeo-christlichen» Grundwerte sein. Wir brauchen keine Rückbesinnung auf verstaubtes Denken. Unsere Antwort in der säkularen und offenen Gesellschaft ist eine andere: Jene der Menschenrechte.

Die Kolumne von Valentin Abgottspon bei news.ch:

http://www.news.ch/Kreuzritter+fuer+Todesstrafe+Kruzifix+und+gegen+Kopfbedeckungen/618161/detail.htm

Kreuz-Pflicht im Gerichtssaal? «Rekonstruktion des Gottesstaates»

Montag, 29. Juli 2013

SVP-Nationalrat Thomas Aeschi fordert eine Kruzifixpflicht für Gerichtssäle. Freidenker-Präsident Andreas Kyriacou nimmt heute im Blick (S. 2) dazu Stellung:

«Religiöse Symbole gehören grundsätzlich nicht in öffentliche Räume. Die Schweiz sollte Staat und Religion klar trennen. Erst recht gehören Kreuze nicht in Gerichtssäle. Das lässt ja schon im voraus vermuten, es werde nicht unabhängig geurteilt.»

Der Artikel kann auch online gelesen werden. (Dort hat er einen etwas weniger süffigen Titel.)

 

NR Glanzmann auf der Suche nach einem Kruzifix-Gesetz

Dienstag, 10. Juli 2012

Ihre Parlamentarische Initiative für den Schutz von christlichen Symbolen in der Verfassung wurde vom Nationalrat unterstützt, aber schliesslich vom Ständerat beerdigt.
Frau Glanzmann fragt nun in einer Interpellation den Bundesrat, “ob es möglich ist, in unseren rechtlichen Grundlagen einen Passus festzuhalten, damit nicht Einzelpersonen oder einzelne Gruppierungen unter Bezugnahme auf individuelle Grundrechte wie Glaubens- und Gewissensfreiheit unsere schweizerische Kultur infrage stellen können? Ich frage den Bundesrat in welchem Gesetz dies verankert werden könnte”.
http://www.parlament.ch/d/suche/seiten/geschaefte.aspx?gesch_id=20123550

Kruzifix-Streit: Kanton Wallis auf dem Holzweg

Donnerstag, 15. März 2012

infosperber
Der Entscheid des Kantonsgerichtes wird bis spätestens im Juni erwartet. Alles andere als eine Ablehnung der Beschwerde wäre eine Riesenüberraschung. Das Kantonsgericht müsste sich in Widerspruch zu einem früheren Urteil in einem ähnlichen Fall setzen und vor allem müsste es dem Staatsrat in den Rücken fallen. Es ist also ziemlich sicher, dass der Gottesstaat Wallis seinen Kreuzweg bis zum bitteren Ende vor dem Bundesgericht durchziehen wird. Die Analyse der bisherigen Argumentation des Staatsrates, der Schulbehörde und des Kantonsgerichtes deutet stark darauf hin.

Ganzer Artikel: http://www.infosperber.ch/Artikel/Politik/Kruzifix-Streit-Kanton-Wallis-auf-dem-Holzweg

Kommentar des Schweizerischen Kompetenzzentrums für Menschenrechte zum EMGR-Urteil 2011:
http://www.skmr.ch/de/themenbereiche/institutionelle-fragen/artikel/egmr-kruzifixe.html?zur=93

Walliser Kruzifix-Gegner kämpft weiter

Freitag, 16. September 2011

NZZ
Der Streit um ein abgehängtes Kruzifix an einer Orientierungsschule in Stalden geht weiter. Die Walliser Regierung hat den Rekurs eines Lehrers abgelehnt, der fristlos entlassen worden war, nachdem er das Kreuz aus seinem Schulzimmer verbannt hatte. Nun will der Lehrer bis vor Bundesgericht gehen.

Ganz Artikel: http://www.nzz.ch/nachrichten/politik/schweiz/walliser_kruzifix-gegner_kaempft_weiter_1.12525447.html