Archiv für die Kategorie „Kirchenkritik“

“Lussuria” (Wollust): Das neue Buch des Enthüllungsjournalisten Emiliano Fittipaldi – Sexueller Missbrauch und die Kultur des Schweigens in der katholischen Kirche

Dienstag, 7. Februar 2017

NZZ-online vom 20.1.2017:

Kindsmissbrauch durch Priester

Franziskus’ Lippenbekenntnisse

von Andrea Spalinger, Rom

Kein Papst hat Pädophilie so wortgewaltig verurteilt wie Franziskus. Doch in der Praxis schützt die katholische Kirche auch unter ihm noch immer die Täter in den eigenen Reihen.
Emiliano Fittipaldi ist nicht der Typ von Journalist, der sich einschüchtern lässt. Die Publikation seines Buches über Korruption und Geldverschwendung in der katholischen Kirche hatte dem 42-jährigen Neapolitaner einen Prozess im Vatikan wegen Veröffentlichung geheimer Dokument beschert. Nach Monaten wurde er im Juli schliesslich freigesprochen. Zu dem Zeitpunkt arbeitete der Enthüllungsjournalist bereits an einem neuen, nicht weniger brisanten Buch über sexuellen Missbrauch durch Geistliche und das Versagen der Kirche, dagegen vorzugehen. Am Donnerstag ist das Buch mit dem Titel «Lussuria» («Wollust») erschienen.

Kultur des Schweigens

Fittipaldis Quellen sind diesmal keine Whistleblower und geheimen Dokumente, sondern öffentlich zugängliche Gerichtsakten, Briefe aus Kirchgemeinden und lokale Medienberichte. Daraus zeichnet der Journalist vor allem ein ziemlich düsteres Bild über die Lage in Italien. In den vergangenen zehn Jahren wurden hier 200 Priester wegen Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen angezeigt oder verurteilt. «Die bekanntgewordenen Fälle sind jedoch nur die Spitze des Eisbergs», betont Fittipaldi in einem Gespräch mit der NZZ.

In seinem Buch beschreibt er einzelne Fälle wie jenen eines Priesters aus der Lombardei, der Kinder im Beichtstuhl missbrauchte und 2016 in erster Instanz zu fast fünf Jahren Haft verurteilt wurde. Papst Franziskus und die zuständige Glaubenskongregation verweigerten in dem Fall die Zusammenarbeit mit den Justizbehörden, sie hielten interne Dokumente unter Verschluss. Ein Priester aus Kalabrien wurde 2015 von der Polizei mit einem 17-Jährigen im Auto in einer kompromittierenden Stellung ertappt. Es stellte sich heraus, dass er sich regelmässig mit minderjährigen Prostituierten traf. Wie aus Abhörprotokollen hervorgeht, riet der zuständige Bischof dem Priester, nicht mit den Behörden zu kooperieren. – Während in den USA, in Australien, Irland und Belgien in den letzten Jahrzehnten Skandale aufgedeckt und auch aufgearbeitet wurden, ist sexueller Missbrauch durch Priester in Italien noch weitgehend ein Tabuthema. «In traditionell sehr katholischen Ländern wie Italien, Spanien und einigen südamerikanischen Staaten herrscht bis heute eine Kultur des Schweigens», erklärt Fittipaldi. «Die Opfer und ihre Familien wagen es oft nicht, Fälle zu melden. Oder sie werden nicht ernst genommen.» Lokale Medien berichten zwar über Missbrauchsfälle, und vereinzelt werden Täter rechtskräftig verurteilt. Diese werden dann aber als bedauerliche Einzelfälle hingestellt, und man will nicht wahrhaben, dass ein grundlegendes Problem besteht.

Reine Lippenbekenntnisse

Papst Franziskus hat die «Plage» des Kindsmissbrauchs mit deutlichen Worten verurteilt und eine Null-Toleranz-Politik gegenüber Pädophilen angekündigt. Er hat unter anderem eine Kommission eingesetzt, die Vorschläge zum Schutz von Kindern ausarbeiten soll, und die Schaffung eines Tribunals versprochen, das Geistliche im Fall von Vertuschung zur Rechenschaft ziehen soll.

«Leider waren dies reine Lippenbekenntnisse», kritisiert Fittipaldi. «In der Praxis hat sich die Lage unter Franziskus kein bisschen verbessert.» Die eingesetzte Spezialkommission habe in vier Jahren ganze dreimal getagt, und das Sondergericht gebe es noch gar nicht. Laut Experten ist eines der Hauptprobleme, dass der Vatikan Priester und Bischöfe nicht dazu verpflichtet, Verdachtsfälle im eigenen Umfeld anzuzeigen. Und so werden pädophile Priester weiter geschützt und hin und her versetzt, anstatt exkommuniziert und gerichtlich verfolgt zu werden. Bischöfe und Kardinäle wiederum, die Missbrauch geschehen lassen oder gar vertuschen, machen Karriere.

Nicht nur in Italien ist das Phänomen noch immer weit verbreitet. Seit dem Amtsantritt von Franziskus 2013 sind bei der Glaubenskongregation 1200 Anzeigen aus der ganzen Welt eingegangen. Was mit diesen geschehen ist, bleibt unklar, weil das Dossier als streng geheim behandelt wird. In den meisten Fällen dürfte rein gar nichts unternommen worden sein.

Franziskus persönlich hat Vertraute mit fragwürdiger Vergangenheit befördert. Drei von neun Mitgliedern seines Kardinalsrates haben eine schmutzige Weste. Das prominenteste Beispiel ist Kardinal George Pell, der Leiter des Wirtschaftssekretariats und dritthöchster Mann im Vatikan. Der Australier hatte als Erzbischof von Sydney systematisch Missbrauch vertuscht und Opfer bestochen, und obwohl er mit 75 Jahren bereits das Pensionsalter erreicht hätte, hält Franziskus an ihm fest.

In einzelnen Fällen hat der Papst zwar durchgegriffen, allerdings immer erst dann, wenn Skandale publik wurden und die Betroffenen nicht mehr tragbar waren. So etwa im Fall des ehemaligen Botschafters in der Dominikanischen Republik, Josef Wesolowski. Der Pole hatte erwiesenermassen jahrelang Kinder missbraucht und pornografisches Material gesammelt. Bevor die Affäre ausser Kontrolle geriet, wurde er festgenommen. Als erstem ranghohem Kirchenvertreter sollte ihm im Vatikan der Prozess gemacht werden. Doch das Verfahren wurde mehrmals verschoben, und Wesolowski starb schliesslich, ohne zur Rechenschaft gezogen worden zu sein.

>>Artikel auf nzz.ch lesen

Podiumsdiskussion am 06.02.2017 in Zürich: “Wieviel Religion erträgt die Schule”? – Mit Freidenker Vereinigung – Präsident Andreas Kyriacou

Freitag, 13. Januar 2017

Bis vor wenigen Jahren war der Unterricht der ‘Biblischen Geschichte’ an Schweizer Schulen üblich. Heute wird Religionskunde übergreifend als ‘Religion und Kultur’ vermittelt. Gehört das Wissen über Religionen zum schulischen Pflichtstoff und wenn ja, welchen Mehrwert bietet das? Und wie steht es um Unterricht vonseiten Religionsgemeinschaften, der durch eigenes Personal an Schulen durchgeführt werden kann? Oder darf das Thema keinen Platz einnehmen in den staatlichen Schulen?

Unter der Leitung von SRF-Religionsredaktorin Judith Wipfler diskutieren Andreas Kessler, Dozent für Religionspädagogik an der Universität Bern, und Andreas Kyriacou, Präsident der Freidenker-Vereinigung -frei-denken.ch- kontrovers, ob und welchen Religionsunterricht es heute braucht. Wie viel Religion verträgt die Schule? Oder birgt sie gar mehr Konflikte als Lösungen?

 

Veranstalter: Zürcher Institut für interreligiösen Dialog - ziid

Leitung Judith Wipfler

Podium Andreas Kessler, Andreas Kyriacou

Montag, 6. Februar 2017

Zeit 19.00 – 20.30 Uhr

Ort Kulturpark, Pfingstweidstrasse 16, Mehrzwecksaal

Kosten CHF 25.-

Anmeldeschluss 20. Januar >> Anmeldung hier<<

Der Anlass wird in Zusammenarbeit mit Kulturpark durchgeführt und ist Teil der Reihe «Religiöse Erziehung in einer offenen
Gesellschaft».

Mitteldeutscher Rundfunk: “Diese “Verlutherung” im Jahre 2017 ist doch ziemlich daneben!”

Sonntag, 8. Januar 2017

 

Luther ist nicht die Lichtgestalt der Reformation, für die ihn die evangelische Kirche gerne vereinnahmen will. Dass Martin Luther nicht nur ein Antisemit war, sondern auch die Bauern verriet, Behinderte und Minderheiten verachtete, ist inzwischen weitestgehend aufgearbeitet. Luther ist vor allem eine ambivalente, eine widersprüchliche Figur der Zeitgeschichte. Und genau so sollte eine aufgeklärte Gesellschaft mit ihm auch umgehen.

Und sicher ist es nicht falsch, Luther zu gedenken. Denn wo Schatten, da auch Licht. Luther hat viel Kulturelles geleistet, vor allem für die deutsche Sprache. Dafür dürfen wir ihm auch dankbar sein. Luther jedoch in diesem Maße zu verklären, wie wir es dieses Jahr erleben werden, ist falsch.

Nicht nur die evangelische Kirche hat ein enormes Interesse mitzuwirken an einer gigantischen Missionierungs- und Marketingmaschinerie. Vom Luther-Quietscheentchen, Luther-Schneekugel, Luther-Kaffee, Luther-Skat bis hin zur Luther-Playmobil-Figur wird alles vermarktet, was bei drei nicht auf dem Baum ist. Das ist kein Zufall, es ist Strategie. Kritiker nennen es “Event-Christentum”.

Zur Einordnung: Auch 2016 hätten wir große Jubiläen feiern können. Beispielsweise die Erfindung der Allgemeinen Relativitätstheorie vor 100 Jahren durch Albert Einstein. Und besonders stolz sollte der Sachse doch auf seinen gebürtigen Leipziger und Universalgenie Gottfried-Wilhelm Leibniz sein, der vor 300 Jahren starb. Er füllt mit seinen Ideen, Erfindungen – ja sogar seiner Auseinandersetzung mit Gott! – ganze Bibliotheken. Doch zum Feiern taugt auch Leibniz offenbar kaum.

Ich habe Luther nie kennengelernt. Keiner weiß, was diesen Mann wirklich innerlich antrieb, was für ein Mensch er war. Doch vielleicht hätte gerade er Sympathien für jemanden, der sich querstellt nach dem Motto: Nun stehe ich hier und kann nicht anders.

>>Zum Artikel auf mdr.de

“Das Christentum setzt auf Fakten und Wahrheit” – Weihnachtsfabeln eines Erzbischofs

Dienstag, 27. Dezember 2016

In einer vorab veröffentlichten Weihnachtspredigt ruft der Erzbischof von Hamburg, Stefan Heße, die Christen dazu auf sich nicht von “gesellschaftlichen Stimmungen leiten zu lassen, die auf Lüge und Beschönigung aufbauen”. Das dieser Satz des Erzbischofs nicht als Aufruf zur Apostasie zu verstehen ist, stellt die folgende Aussage sogleich klar: Das Christentum setze vielmehr auf “Fakten und Wahrheit”, so nämlich  der Prediger.

Als Beweis nennt er die Existenz Jesu:

Jesus sei keine Legende oder abstrakte Idee, sondern eine konkrete Person und ein wahrer Mensch. „Jesus Christus selber ist das Faktum Gottes schlechthin“, sagte Heße. „Wenn wir Weihnachten feiern, rufen wir uns dieses Faktum immer wieder in Erinnerung.“ Christen könnten darum keine postfaktischen Menschen sein. Der Erzbischof bezog sich damit auf das Wort des Jahres, zu dem der Begriff „postfaktisch“ Anfang des Monats gekürt worden war.

Offen bleibt in seiner Predigt die Frage, was er mit “Faktum Gottes” meint.

>>Zum Artikel auf Lübecker Nachrichten online

Zur Frage der historischen Person Jesu:

>>Was ist belegte Tatsache, was blosse Erfindung – wissenblogt.de

Weihnachten – Fest des römischen Sonnengottes

Dienstag, 27. Dezember 2016

Artikel auf infosperber.ch vom 24.12.2016:

“Alles begann mit einem Krieg in Syrien: Die Initialzündung für das heutige Weihnachtsfest war eine Schlacht im palmyrenischen Reich, dessen Hauptstadt Palmyra (arabisch Tadmur) im heutigen Syrien liegt. Der römische Kaiser Aurelian besiegte dort im Jahr 272 die palmyrenischen Truppen und nahm deren Führerin Zenobia gefangen. Zum Dank für diesen Sieg erklärte Aurelian den 25. Dezember – den Geburtstag des unbesiegbaren Sonnengottes Sol invictus – zum reichsweiten Feiertag. Dabei knüpfte Aurelian an die bestehende Sol-Verehrung des Mithraskultes an, der ursprünglich aus Persien und Ägypten stammte.”

Der Mithraskult dürfte uns Europäern vertraut vorkommen, tauchen hier doch dem Christenkult verblüffend ähnlichen Rituale und Konstellationen auf:

Mithras wurde vom Vatergott ausgesandt, das Böse in der Welt zu besiegen. Vor seinem Tod und seiner Auferstehung nahm er mit zwölf Anhängern ein letztes Abendmal ein. Als Sol invictus wurde Mithras mit Strahlenkranz und Heiligenschein dargestellt. Seine Anhänger glaubten an Himmel und Hölle, das letzte Gericht, die Dreifaltigkeit Gottes, die Unsterblichkeit der Seele und die Auferstehung. Der Mithraskult kannte die Sakramente der Taufe, Firmung und Kommunion sowie Messfeiern mit Hostien und Weihwasser. Das Oberhaupt hiess «Papa» und trug eine Mitra, die Vorläuferin der Bischofsmütze. Wegen dieser Ähnlichkeit traten das Christentum und der Mithraskult im römischen Reich in Konkurrenz. Wobei vorerst der Mithraskult dominierte.

Der per Vision erleuchtungs-christianisierte Kaiser Konstantin schliesslich entschied einen Wettkampf von Christentum und Mithraskult, der ein halbes Jahrhundert angedauert hatte, per Dekret:

Im Jahr 325 lud Kaiser Konstantin zum Konzil von Nicäa, wo der Geburtstag des römischen Sonnengottes Sol invictus in den Geburtstag von Christus umfunktioniert wurde. Weihnachten war aus dem Geburtstag des heidnischen Sonnengottes geboren, dessen Wurzeln noch viel weiter zurückreichten, nämlich in die Zeit der Perser und Ägypter. Bereits der Pharao Amenophis IV. huldigte 1400 Jahre vor unserer Zeitrechnung dem Sonnengott Aton. Aber auch die Kelten und viele andere Völker feierten den Tag der Sonnenwende.

 

>>Zum Artikel auf infosperber.ch

Bund für Geistesfreiheit, München: Einladung zur Preisverleihung “Der Freche Mario” am 7.1.2017

Freitag, 23. Dezember 2016



Der Kunstpreis “Der Freche Mario” ist eine Besonderheit in der deutschen Kunst- und Kulturpreise-Landschaft, wendet der von Wolf Steinberger seit 2008 mit Unterstützung des bfg München, der Giordano Bruno Stiftung, der Galerie der Kirchenkritik, der Kulturbühne Hinterhalt und der Agentur 84 GHz ausgelobte und dotierte Preis sich doch an die Mutigen, Frechen, Unangepassten unter den Künstlern des 21.Jahrhunderts. Alle zwei Jahre wieder gilt es einzureichen Kunstwerke jedweden Formats, die sich kritisch mit angeblich ewig währenden Wahrheiten, den angeblichen Besitzern solcher Wahrheiten und den darauf sich begründenden tatsächlichen Allmachtsansprüchen auseinandersetzen. Und somit sind die Kunstwerke aus diesem Preis wohl immer im Visier des auch in unserer Republik noch geltenden § 166 StGB, des sog. “Blasphemie”-Paragrafen, der den Schutz sogenannter religiöser Gefühle von Staats wegen gewährleisten möchte und doch wirklich schon lange weg gehört… Aus naheliegenden Gründen fühlen sich beim Frechen Mario überwiegend Karikaturisten, Cartoonisten und Zeichner aller Gattungen auf den Plan gerufen. Die überwiegende Mehrzahl von ihnen – sehr mutig – machen aus ihrem Künstlerherzen keine Mördergrube….

>> Zum Artikel auf bfg-muenchen.de

Basler Bischof zweifelt an christlicher Identität der Schweiz – und räumt “ungenügende Einbindung von Frauen in die Ämterstruktur” ein

Freitag, 23. Dezember 2016

In der  Sendung Musik für einen Gast auf SRF 2 Kultur  bezweifelte der Basler Bischof Felix Gmür am 18.12. 2016 eine christliche Identität der Schweiz. Diese immer wieder vorgetragene Behauptung müsse zu allererst bewiesen werden, und: “So viel an christlicher Identität sehe ich aber nicht!” – Bischof Gmür geht allerdings von einer kulturellen Einflussnahme durch das Christentum aus. Ein Grossteil des  gelebten Glaubens müsse vermutlich im gesellschaftlichen Kontext als kulturell bedingt verstanden werden. (weiterlesen…)

Erzkatholische Indoktrination: Schulen der Piusbrüder im Licht des Bundesgerichts

Montag, 19. Dezember 2016

Artikel auf infosperber.ch: Kurt Marti / 18. Dez 2016:

Das Bundesgericht hat sich vor zwei Monaten gegen die Eröffnung des ersten islamischen Kindergartens in Volketswil (ZH) ausgesprochen, weil die Bildungsziele der Volksschule nicht erfüllt waren. Mit diesem wegweisenden Urteil stützte das Bundesgericht die Entscheide des Zürcher Verwaltungsgerichts, des kantonalen Volksschulamts und des Regierungsrats.

Laut Bundesgericht dürfen Privatschulen zwar «Schwerpunkte setzen, insbesondere inhaltlicher, pädagogischer, weltanschaulicher, religiöser oder konfessioneller Art». Aber sie müssen Gewähr bieten, «dass die Schülerinnen und Schüler keinen pädagogischen oder weltanschaulichen Einflüssen ausgesetzt werden, die den Zielen der Volksschule in grundlegender Weise zuwiderlaufen».

Konkret bemängelte das Bundesgericht

das religiöse «Wissen» als Basis von allem Wissen, insbesondere die fehlende Trennung von religiösen und weltlichen Unterrichtsinhalten;

-die fehlende individuelle konfessionelle Wahlfreiheit;

-den Zwang zur Übernahme religiöser Normen, insbesondere die Tendenz zur Abschliessung gegenüber der offenen Gesellschaft;

-das fehlende Bekenntnis zu den humanistischen und demokratischen Werten.

Laut Bundesgericht besteht seitens der Öffentlichkeit und des Gemeinwesens grundsätzlich «ein erhebliches Interesse, dass die Kinder in der Grundschule auf die Integration in eine pluralistische Gesellschaft vorbereitet werden». Eine «zu starke Gewichtung religiöser Schwerpunkte im Unterricht» könne dem entgegenstehen.

Die zuständigen Zürcher Behörden versprachen gegenüber der Justiz, dass nun auch die anderen religiösen Privatschulen einer Überprüfung unterzogen werden. Es ist auch höchste Zeit, hier im Sinne einer pluralistischen und offenen Gesellschaft Ordnung zu schaffen. Nicht nur im Kanton Zürich. Beispielsweise auch in jenen Kantonen, in denen die erzkatholische Piusbruderschaft Kindergärten, Primar- und Sekundarschulen mit dem Segen des Staats betreibt. Das heisst in den Kantonen St. Gallen (Wangs, Oberriet, Wil), Wallis (Riddes), Luzern (Luzern), Waadt (Villars-Tiercelin) und Genf (Onex). Die Erziehungsprinzipien der Piusbruderschaft werden im Folgenden an den oben genannten Kriterien des Bundesgerichts gemessen:

>>Artikel auf infosperber.ch weiterlesen

Kirchenfinanzierung im Kanton Bern: Steuermillionen aus “Nettigkeit” in alle Ewigkeit?

Freitag, 9. Dezember 2016

Artikel auf derbund.ch vom 8.12.2016:

“Für die Reformierten ist es ein genialer Deal. Der Kanton Bern will ihnen ab 2019 Jahr für Jahr 197 Pfarrerstellen finanzieren. Daran wird sich auch dann nichts ändern, wenn ihre Kirche weiter schrumpft. «197 Pfarrer» entsprechen nämlich dem Wert der Kirchengüter, die der Staat Bern der reformierten Kirche im Jahr 1804 abgenommen hat.

(…)

Wer über all diese Zahlen nachdenkt, kann zu anderen Schlüssen kommen als der Regierungsrat. Rasch wird ersichtlich, dass der Kanton künftig weit mehr Pfarrerstellen finanzieren will, als er eigentlich müsste – gemessen am Wert der Kirchengüter. Wäre der Kanton nicht so nett zu seinen Kirchen, hätte er sich auch auf den Standpunkt stellen können, dass der Gegenwert der 197 Stellen für alle drei Landeskirchen ausreichen muss.

>>Zum ganzen Artikel

Weitere Artikel zur Revision des Kirchengesetztes:

>>der Bund.ch vom 19.12.2016

Deutschland/Karwendel: Gipfelkreuz zum zweiten Mal umgesägt

Montag, 7. November 2016

“Es ist wieder passiert: Das Gipfelkreuz am Schafreuter ist erneut umgelegt worden. Ein Wanderer hat dies am Freitag, 4. November, bemerkt und daraufhin die Polizei und die Tölzer Sektion des Alpenvereins informiert. Bereits Ende August hatte ein Unbekannter das alte Gipfelkreuz mit Axt und Säge so stark beschädigt, dass es komplett entfernt werden musste. Daraufhin hat der Alpenverein im Oktober ein neues Kreuz aufstellen lassen, dass zum Saisonende geweiht wurde. Vor knapp drei Wochen wurde das neue Kreuz an mehreren Stellen angesägt, es sollte noch vor dem Winter repariert werden. Nun ist es zum zweiten Mal komplett zerstört worden.”

>>Zum Artikel auf sueddeutsche.de

>>Interview auf sueddeutsche.de mit dem Extrembergsteiger Reinhold Messner: “Kreuze gehören nicht auf einen Gipfel”