Archiv für die Kategorie „Imam-Ausbildung“

“Inside Islam” – Der deutsche Journalist Constantin Schreiber über die niederschmetternde Situation in deutschen Moscheen

Freitag, 31. März 2017

Artikel auf huffingtsonpost.com vom 30.03.2017:

Es begann mit einem Zufall. Es wurde ein Einblick in eine Welt, die Deutschland prägt, die aber kaum ein Deutscher kennt. Und vielleicht endet es damit, dass sich etwas ändert in Deutschland, bevor noch mehr Schaden angerichtet wird:

Es ist Freitag, der 29. April 2016, als der Fernsehjournalist Constantin Schreiber in der Wilmersdorfer Moschee in Berlin ein paar nette Bemerkungen über den interreligiösen Dialog einfangen will.

Während er der “eher belanglosen Predigt” lauscht, blättert er in den Büchern, die ausliegen. Darunter: “Verheißung Islam”. Ein Buch des französischen Holocaust-Leugners Roger Garaudy. Darin steht unter anderem, dass Islam Demokratie ausschließe, dass die Idee einer Nation eine “westliche Krankheit” sei. Ein Moscheebesucher nennt sich selbst einen “Islamisten”.

Was Schreiber da zufällig entdeckt, hört, erschreckt ihn. Er will mehr über das wissen, was in den muslimischen Gebetshäusern gepredigt und gelebt wird.

Ein niederschmetterndes Fazit

Er beginnt eine achtmonatige Recherche, besucht 13 willkürlich ausgewählte arabische und türkische Moscheen in Berlin, Hamburg und Karlsruhe. Hört sich 13 Freitagspredigten an, die eine ähnliche Funktion erfüllen wie die Sonntagspredigten der christlichen Kirche. Er bespricht jede einzelne mit Islamwissenschaftlern und mit dem predigenden Imam – falls dieser nicht mauert. Er fragt deutsche Behörden nach Fakten.

Das Ergebnis dieser Recherchen ist das Buch “Inside Islam”. Und es ist niederschmetternd.

Schreiber, das darf man unterstellen, ist offen an die Recherche herangegangen. Der Journalist hat im Libanon und in den Vereinigten Arabischen Emiraten für renommierte Medien gearbeitet, hat für seine deutsch-arabische n-tv-Sendung “Marhaba – Ankommen in Deutschland” den Grimme-Preis bekommen, moderiert seit Anfang des Jahres die “Tagesschau”, spricht exzellent arabisch. Schreiber – das ist kein Scharfmacher.

Umso schwerer wiegt sein Resümee:

“Bestenfalls waren die Predigten dichte, religiöse Texte, die die Zuhörer in einer anderen Welt halten, schlimmstenfalls wurde das Leben in Deutschland, Demokratie und unsere Gesellschaft abgelehnt. Ich würde gerne ein positives Beispiel anführen, eine Predigt, die Weltoffenheit ausstrahlt, eine Brücke baut zum Leben in Deutschland. Leider haben meine Moscheebesuche ein solches Beispiel nicht ergeben.”

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radiofr: Zu Gast – Valentin Abgottspon

Dienstag, 10. März 2015

Dieser Mann legt sich mit der Kirche an.
Der Walliser Lehrer Valentin Abgottspon hatte mit der Entfernung von Kruzifixen aus den Schulzimmern seine fristlose Entlassung provoziert. Heute fordert er die strikte Trennung von Staat und Kirche in seinem Kanton, und hat auch eine pointierte Meinung zur Segnung von Lesbenpaaren und zum Islamzentrum an der Universität Freiburg.

http://www.radiofr.ch/freiburg/programm/zgascht-bi-radiofr/valentin-abgottspon.html Nachhören: 9.3.2015 Z’Gascht bi RadioFr

Kt. FR: SVP will Islamzentrum an der Uni bekämpfen

Mittwoch, 1. Oktober 2014

Ungeachtet der Kritik hat die Uni Freiburg einen Leiter für das ab 2015 geplante Islam-Zentrum bestimmt. Die SVP reagiert mit einer Initiative gegen das Vorhaben.
http://www.nzz.ch/nzzas/nzz-am-sonntag/streit-um-islam-zentrum-eskaliert-1.18392474

Schweizer Imam-Ausbildung vor der Lancierung?

Donnerstag, 21. November 2013

Der Plan des Bundes für ein vermehrtes Engagement bei der Ausbildung von muslimischen Geistlichen nimmt klare Konturen an. In einigen Wochen wird eine Arbeitsgruppe über ein entsprechendes Konzept der Universität Freiburg befinden.
http://www.nzz.ch/aktuell/schweiz/schweizer-imam-ausbildung-vor-der-lancierung-1.18189373

Islamische Theologie oder Imam-Ausbildung?

Montag, 3. September 2012

Antonio Loprieno, Ägyptologe, Rektor der Uni Basel und Leiter einer Arbeitsgruppe “des Bundes”, erklärt im Bericht auf DRS, der Islam sei mittlerweile Teil der Schweizer Kultur und die islamische Theologie deshalb eine Bereicherung für das Land. Bis Ende Jahr will die Arbeitsgruppe Vorschläge für eine Ausbildung in islamischer Theologie präsentieren.

Angestrebt werde nicht die Ausbildung von Imamen – das sei Sache der Glaubensgemeinschaften –  sondern ein allgemeiner Islamlehrgang z.B. für etablierte Religionsgelehrte, Imame und sonstige Interessierte, die damit eine akademische Einbindung erhalten, sowie Secondos, die sich wissenschaftlich mit ihrer Religion auseinandersetzen wollen. Das Studium soll Frauen und Männern offenstehen.

Er soll drei Schwerpunkte haben:

  • Islamische Theologie, Reflexion über die eigene Religion
  • Islamische Religionspraxis
  • Religionspädagogik, Religionsunterricht in den Schulen

Über die konkreten Inhalte müssten sich die verschiedenen islamischen Konfessionen in der Schweiz verständigen.
Standort und Finanzierung sind noch offen, Bund und Kantone sollen sich nach Ansicht der Arbeitsgruppe daran beteiligen.

Hören: http://www.drs.ch/www/de/drs/sendungen/blickpunkt-religion/2619.sh10239100.html

Also nun doch keine Imam-Ausbildung – scheinbar als Antwort auf die Kritik von säkularer Seite. Allerdings ist eher anzunehmen, dass das ein Ergebnis des nicht vorhandenen Konsens der verschiedenen islamischen Konfessionen ist. Dann aber doch Ausbildung in Religionspädagogik – wo doch wieder ein Konsens nötig wäre. Die Argbeitsgruppe arbeitet im Übrigen nicht im Auftrag des Bundes, wie im Bericht angedeutet wird, sondern ihr wurde das Thema als heisse Kartoffel weitergereicht:

Kein Auftrag des Bundes

Im April schrieb die NZZaS über diese Arbeitsgruppe “im Auftrag des Bundes”: http://www.nzz.ch/aktuell/startseite/erster-imam-kongress-geplant-1.16442698

Der Pressechef des Staatssekretariats für Bildung und Forschung SBF, Martin Fischer, hat auf unsere Anfrage, ob es einen Auftrag des Bundes gebe und eine rechtliche Grundlage dafür bestehe, telefonisch geantwortet und mit “allgemeinen staatspolitischen Interessen” und mit einer entsprechenden Interpellation (Hiltpolt 2009) argumentiert: http://www.parlament.ch/d/suche/seiten/geschaefte.aspx?gesch_id=20093743
Der Bundesrat hat in seiner Antwort seine Kompetenz in dieser Frage bestritten und den Ball zuerst der Schweizerischen Universitätskonferenz (SUK) weitergegeben. Diese wollte sich damit offenbar auch nicht beschäftigen. Daraufhin wurde Antonio Loprieno, Rektor der Uni Basel und schon länger mit der Thematik befasst, ermuntert, eine Arbeitsgruppe zu leiten.

Fischer betonte, dass der Bund nur als Moderator auftrete und keinen Auftrag erteilt habe. Es entstünden dem Bund dadurch auch keine Kosten. Diese würden im Rahmen der Tätigkeit des Rektors an der Uni Basel gedeckt.
Er meinte, er würde uns noch eine Namensliste der Mitglieder der Arbeitsgruppe schicken, hat das aber bisher nicht getan.

Ergebnisse NFP 58

Gemäss einer Studie zur Imamausbildung in der Schweiz NFP 58 hält eine Mehrheit der 100 befragten Musliminnen und Muslime sowie der 40 konsultierten Institutionen (politische Parteien, staatliche Bildungs- und Integrationsstellen der Schwerpunktkantone, Universitäten, staatlich anerkannte Religionsgemeinschaften sowie Rechtsexperten) es für wünschenswert, Imame und Lehrpersonen für islamischen Religionsunterricht in der Schweiz auszubilden. Die befragten Institutionen wünschen sich zwar eine gewisse Funktion des Staates, sind sich aber einig, dass es nicht Sache des Staates sei, religiöse Würdenträger auszubilden.
Die FVS gehört nicht zu den befragten Organisationen.

Treten an Ort

“Bereits im Jahr 2004 schlug die Islamische Religionspädagogische Akademie (IRPA) in Wien der Universität Basel vor, eine Abteilung Islamische Theologie für Imame, IRU-Lehrpersonen und weitere Interessierte einzurichten. Das Projekt liegt derzeit auf Eis, da in der Frage des Mitspracherechts von Geldgebern bisher keine Einigung erreicht werden konnte.” Aus: http://www.nfp58.ch/files/downloads/NFP58_Themenheft01_DE_def.pdf

FVS zum Thema

http://www.frei-denken.ch/de/2011/03/imam-ausbildung-in-der-schweiz-zu-lasten-der-theologischen-fakultaten-bitte/

 

Farhad Afshar konstruiert ein Feinbild Säkularität

Mittwoch, 2. Mai 2012

Farhad Afshar (Präsident von KIOS, einem nicht wirklich bezifferbaren “Dachverband”) solidarisiert sich mit den “naiven” Koranverteilern, warnt vor “säkularem Radikalismus” und benutzt die Angst vor den islamistischen Hintermännern der Aktion, um die staatlich finanzierte Imamausbildung einzufordern.

http://www.videoportal.sf.tv/video?id=30224381-a25c-4429-a0c1-cc9e0348d0a6

Zu Farhad Afshar und KIOS:
http://www.nzz.ch/nachrichten/politik/schweiz/schwach_abgestuetzter_vertreter_von_muslimen_1.6126373.html

http://archiv.onlinereports.ch/2005/AfsharFarhadPortraet.htm

Die Kirche an der Universität

Montag, 20. Februar 2012

NZZ

Eigentlich versteht sich die Schweiz als säkularer Staat. Doch die Trennung von Staat und Kirche macht anscheinend vor den Universitäten halt. An vielen theologischen Fakultäten reden die Kirchen bei der Bildung mit – praktisch und finanziell.

Artikel:  http://www.nzz.ch/magazin/campus/studium/die_kirche_an_der_universitaet_1.15162628.html

Mehr zum Thema “Theologische Fakultäten” und “Imamausbildung”:

http://www.frei-denken.ch/de/2011/03/imam-ausbildung-in-der-schweiz-zu-lasten-der-theologischen-fakultaten-bitte/