Archiv für die Kategorie „Humor“

“Kirche des fliegenden Spaghettimonsters” keine Religionsgemeinschaft

Freitag, 4. August 2017

heise.de vom 02. August 2017:

Die Gemeinde Uckermark der Spaghettimonster-Kirche hat nach Ansicht des Oberlandesgerichts Brandenburg keinen Anspruch darauf, Infoschilder am Ortseingang von Templin aufzuhängen.

Der Verein “Kirche des fliegenden Spaghettimonsters” (FSM) kann nicht die Rechte einer Religions- oder Weltanschauungsgemeinschaft beanspruchen. Daher dürfe das Land Brandenburg dem Verein auch untersagen, an den Ortseingängen von Templin (Uckermark) mit Hinweisschildern für ihre wöchentlichen “Nudelmessen” zu werben, entschied das Oberlandesgericht Brandenburg am Mittwoch.

FSM fordert Gleichberechtigung

2014 hatte die FSM-Gemeinde Uckermark erstmals seine Schilder mit den Messe-Uhrzeiten samt Abbildung des “Spaghettimonsters” aufgehängt, und zwar an jene Masten, an denen auch die katholische und die evangelische Kirche mit Schildern auf ihre Gottesdienste hinwiesen. Der Landesbetrieb Straßenwesen hängte sie wieder ab, die FSM-Gemeinde weist nun an anderer Stelle auf ihre freitägliche Nudelmesse hin und klagte gegen den Landesbetrieb.

Der Verein hatte in seiner Klage gegen das Verbot geltend gemacht, dass er als Weltanschauungsgemeinschaft das gleiche Recht haben müsse wie die christlichen Kirchen, die an den Ortseingängen mit Schildern auf die Zeiten der Gottesdienste hinweisen dürfen. Vier Infoschilder wollte der Verein aufstellen. Das Landgericht in Frankfurt (Oder) hatte sich in seinem Urteil im April 2016 darauf bezogen, dass es keine wirksame Vereinbarung für das Anbringen gebe. Der Verein hatte gegen das Urteil Berufung eingelegt.

Mit Satire für Humanismus

Für die “Kirche des fliegenden Spaghettimonsters” war es wichtig, dass “sich das Gericht wirklich intensiv mit der Problematik Weltanschaung auseinander gesetzt hat”, wie “Bruder Spaghettus” in einem Blogbeitrag schreibt. “Die Religionssatire des Fliegenden Spaghettimonsters wird als künstlerisches Mittel genutzt, um in satiretypischer Art intolerante und dogmatische Anschauungen und Handlungen zu überhöhen und zu hinterfragen”, heißt es in seiner Satzung. Damit will der Verein die Verbreitung einer offenen und toleranten Ethik im Sinne des evolutionären Humanismus fördern und so an der öffentlichen Meinungsbildung mitwirken.

Nach Angaben der FSM hat das OLG keine Revision zugelassen. Das Gericht habe sich in seiner Entscheidung auf die Satzung des Vereins berufen. Demnach sei die Kirche des FSM keine Weltanschauungsgemeinschaft, da sie keine gemeinsame Sicht auf die Welt habe, aus der sie Werte ableite, sondern nur Kirche parodiere.

Update 2.8.2017, 12.23 Uhr: “Die darin geäußerte Kritik an Überzeugungen Anderer stelle kein umfassend auf die Welt bezogenes Gedankensystem im Sinne einer Weltanschauung dar”, begründete das Gericht weiter seine Entscheidung. Auch der für Religionsgemeinschaften charakteristische Gottesbezug fehle nach dem Inhalt der Satzung.

“Zur Not zum Europäischen Gerichtshof”

“Da hat das Gericht einen Fehler gemacht, denn es hat offensichtlich die Spaghettimonster-Kirche im Allgemeinen beurteilt und nicht unseren Verein”, sagte der Vereinsvorsitzende Rüdiger Weida. “Wir sind nach unserer Satzung Humanisten – und Humanismus ist eindeutig eine Weltanschauung.” Weida verwies dabei auf die “10 Angebote des evolutionären Humanismus” auf der Webseite des Vereins.

Weida kündigte an, dass der Verein nun vor den Bundesgerichtshof (BGH) und gegebenenfalls auch weiter zum Bundesverfassungsgericht ziehen wolle. “Und zur Not gehen wir auch bis zum Europäischen Gerichtshof”, betonte er. (mit Material der dpa) / (anw)

Deutschland: Pensionierter Lehrer wegen Gotteslästerung auf Autoaufkleber verurteilt

Dienstag, 17. Januar 2017

“Kuriose Rechtsnachrichten” auf  justillon.de, vom 21.10.2016:

„Jesus – 2000 Jahre rumhängen und immer noch kein Krampf“. Mit solchen und ähnlichen Sprüchen hatte ein älterer Mann aus Nordrhein-Westfalen sein Auto beklebt. Das Amtsgericht Lüdinghausen verurteilte ihn daraufhin wegen Gotteslästerung.

Gemäß § 166 StGB wird bestraft, wer öffentlich oder durch Verbreiten von Schriften religiöse oder weltanschauliche Bekenntnisse bzw. eine im Inland bestehende Kirche oder andere Religionsgesellschaft oder Weltanschauungsvereinigung, ihre Einrichtungen oder Gebräuche in einer Weise beschimpft, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören.

Passanten hatten bei der Polizei Anzeige erstattet, weil auf der Heckscheibe eines Audi unter anderem „Herr, unser Bello schleckt so gerne Blut von Ungläubigen. Nun erschlag wieder einen!“ und „Wir pilgern mit Martin Luther: Auf nach Rom! Die Papstsau Franz umbringen. Reformation ist geil.“ zu lesen war.

Der pensionierte Lehrer hadert offensichtlich mit kirchlichen Institutionen und wollte seine Meinung einer breiten Öffentlichkeit kundtun. Zum Prozessauftakt, berief er sich auf seine Meinungsfreiheit aus Art. 5 I GG. Laut eigenen Angaben kämpft der 67-Jährige dagegen, dass immer nur die „netten“ Bibelstellen zitiert werden. Auf seiner Website www.spruchtaxi.de veröffentlicht er daher auch solche Zitate, die im Gottesdienst lieber ausgelassen werden. Beispielsweise „Gott segne den, der deine Kinder packt und sie am Felsen zerschmettert!“ (Psalm 137,9).

>> Zum Artikel auf justillon.de

Bund für Geistesfreiheit, München: Einladung zur Preisverleihung “Der Freche Mario” am 7.1.2017

Freitag, 23. Dezember 2016



Der Kunstpreis “Der Freche Mario” ist eine Besonderheit in der deutschen Kunst- und Kulturpreise-Landschaft, wendet der von Wolf Steinberger seit 2008 mit Unterstützung des bfg München, der Giordano Bruno Stiftung, der Galerie der Kirchenkritik, der Kulturbühne Hinterhalt und der Agentur 84 GHz ausgelobte und dotierte Preis sich doch an die Mutigen, Frechen, Unangepassten unter den Künstlern des 21.Jahrhunderts. Alle zwei Jahre wieder gilt es einzureichen Kunstwerke jedweden Formats, die sich kritisch mit angeblich ewig währenden Wahrheiten, den angeblichen Besitzern solcher Wahrheiten und den darauf sich begründenden tatsächlichen Allmachtsansprüchen auseinandersetzen. Und somit sind die Kunstwerke aus diesem Preis wohl immer im Visier des auch in unserer Republik noch geltenden § 166 StGB, des sog. “Blasphemie”-Paragrafen, der den Schutz sogenannter religiöser Gefühle von Staats wegen gewährleisten möchte und doch wirklich schon lange weg gehört… Aus naheliegenden Gründen fühlen sich beim Frechen Mario überwiegend Karikaturisten, Cartoonisten und Zeichner aller Gattungen auf den Plan gerufen. Die überwiegende Mehrzahl von ihnen – sehr mutig – machen aus ihrem Künstlerherzen keine Mördergrube….

>> Zum Artikel auf bfg-muenchen.de

“Freiheit wir einem nicht gegeben. Man muss sie nehmen” – Ausschreibung des Kunstpreises “Der freche Mario”

Montag, 19. September 2016

Die Organisatoren des Kunstpreises „Der Freche Mario“ verstehen es als ihre Aufgabe, sich dafür einzusetzen, dass Meinungs-, Presse-, Kunst- und Religionsfreiheit keine hohlen Floskeln sind, sondern hoch geachtet und verteidigt werden. Schließlich sind sie mühsam genug – insbesondere auch gegen die Vertreter der monotheistischen Religionen – durchgesetzt worden.

Ins Leben gerufen wurde dieser Kunstpreis 2008 vom damaligen Vorsitzenden des bfg München, Wolf Steinberger, um die Forderung nach Abschaffung des Paragrafen 166 StGB wirkungsvoll zu unterstreichen. Gerade in Zeiten von Angst vor vermeintlich religiös begründeten Anschlägen ist es wichtig, die im Grundgesetz verankerte Meinungsfreiheit beizubehalten und zu fördern.
„Der öffentliche Friede wird nicht durch Künstler gestört, die Religionen satirisch aufs Korn nehmen, sondern durch Fanatiker, die auf Kritik nicht angemessen reagieren können”, erklärte gbs-Vorstandssprecher Michael Schmidt-Salomon nach dem Anschlag auf das Satiremagazin Charlie Hebdo.

Der dotierte Kunstpreis „Der Freche Mario“ möchte alle Künstler und Kulturschaffenden wieder ermutigen, sich für die Freiheit der Kunst einzusetzen.  1.  November ist Einsendeschluss, Anfang Dezember werden die Gewinner bekannt gegeben, am 7. Januar 2017, am Jahrestag des Anschlages auf Charlie Hebdo, werden die diesjährigen Preisträger in einer öffentlichen Preisverleihung in München geehrt.

In diesem Jahr wird der Kunstpreis „Der Freche Mario“ ausgeschrieben von bfg München, Galerie der Kirchenkritik, Giordano Bruno Stiftung, Kulturbühne Hinterhalt und 84 GHz.

“Das Leben des Brian”: Trotz Verbot am Karfreitag

Freitag, 12. Februar 2016

“Zum vierten Mal schon lehnt sich die Initiative „Religionsfrei im Revier“ gegen religiöse Bevormundung und bürokratischen Schwachsinn auf, in dem sie an Karfreitag die Jesusparodie „Das Leben des Brian“ öffentlich zeigt – obwohl das verboten ist.” (weiterlesen…)

Spaghettimonster verklagen Brandenburg – Was ist Religion?

Mittwoch, 22. Juli 2015

In Templin verklagt die Religionsgemeinschaft der Fliegenden Spaghettimonster das Land Brandenburg auf Grund des Verbots ein Schild mit Einladung zur Nudelmesse unter denen anderer Religionsgemeinschaften aufzuhängen. – Nachdem das Münchener Verwaltungsgericht (siehe Artikel vom 16.07. “Endlich: Klarheit über Gott”) klären muss, (weiterlesen…)

Heute 23:00 WDR: Vince Ebert – Freiheit ist alles! (1/2)

Sonntag, 24. August 2014

24.08.2014 | 23:00 Uhr | WDR Fernsehen
Vince Ebert – Freiheit ist alles! (1/2)
Solo-Programm in zwei Teilen

31.08.2014 | 23:00 Uhr | WDR Fernsehen
Vince Ebert – Freiheit ist alles! (2/2)
Solo-Programm in zwei Teilen

http://programm.ard.de/TV/Untertitel/Startseite/?sendung=2811112695975717

Glauben ist nicht gleich Wissen

Mittwoch, 5. März 2014

Ausschnitt aus dem Essay von Vince Ebert: Wer weiss, muss nicht glauben. Dumm nur, dass es absolute Wahrheiten in der Wissenschaft nicht gibt. http://www.schweizermonat.ch/artikel/glauben-wissen-ausschnitt

Leichenschau zum Valentinstag

Freitag, 14. Februar 2014

Heute ist Valentinstag. Aus diesem Grund ein kurzer Blick darauf, wer dieser Valentin denn angeblich gewesen sei und wo überall seine sterblichen Überreste zu besichtigen sind – eine wahre Europatournee der Gebeine!
http://www.news.ch/Leichenschau+zum+Valentinstag/616500/detail.htm

Hüpfkirche

Montag, 29. Juli 2013

“Zwar gehört die Hüpfkirche den Reformierten im Kanton. Doch wir gehen zuversichtlich davon aus, dass auch Katholiken, denen den Sinn nach einer Hüpfburg steht, dieselbe zu günstigen Bedingungen ausleihen können. Das wäre doch auch ein schönes Symbol für gelebte Ökumene: wenn die Hüpfkirche die beiden Konfessionen verbindet. Und falls sich die Hüpfkirchenidee durchsetzt und der Bedarf an Hüpfkirchen weiter steigt – ja dann könnten sich die beiden Landeskirchen doch zusammentun und einen gemeinsamen Hüpfkirchenverleih eröffnen.“  http://www.aargauerzeitung.ch/blogs/meiereien/die-huepfkirche-126968442

Die Meldung bei den Reformierten: http://www.ref-ag.ch/informationen-medien/news/2013/06/Aargauer_Huepfkirche_eingeweiht_SteinAG.php