Eine Studie des amerikanischen National Institute of Child Health and Human Development der Daten von 18 bis 22 Monate alten Kindern zugrunde liegen, die zwischen 1998 und 2003 in der 22. bis 25. Schwangerschaftswoche geboren wurden, gibt zu denken: Das Risiko eines mit 600 Gramm geborenen Kindes, sehr schwer behindert zu sein, beträgt 76 bis 85 Prozent.
Archiv für die Kategorie „Humanistische Ethik“
«Ein Kind soll auch sterben dürfen.»
Sonntag, 13. Februar 2011
Präimplantationsdiagnostik: pro und contra
Mittwoch, 9. Februar 2011
NZZ, 9.2.2011
“Verglichen mit anderen Erregungen, etwa der über masslose Boni-Zahlungen, bleibt die Debatte um die ethisch heikle Präimplantationsdiagnostik eher still. Ist das Angebot dieser Technik zu verlockend?”
Ganzer Artikel: http://www.nzz.ch/nachrichten/kultur/aktuell/zeugung_auf_probe_1.9406340.html?ticket=ST-120456-3LU1EYjTgNz0eWl1nYVcn25SL4kfHJpJfiN-20
NZZ, 9.2.2011
“Verglichen mit anderen Erregungen, etwa der über masslose Boni-Zahlungen, bleibt die Debatte um die ethisch heikle Präimplantationsdiagnostik eher still. Ist das Angebot dieser Technik zu verlockend?”
Ganzer Artikel: http://www.nzz.ch/nachrichten/kultur/aktuell/zeugung_auf_probe_1.9406340.html?ticket=ST-120456-3LU1EYjTgNz0eWl1nYVcn25SL4kfHJpJfiN-20
Gerechtigkeit und ihre Grenzen
Samstag, 29. Januar 2011
NZZ
John Rawls prägt die philosophische Diskussion über Gerechtigkeit seit nunmehr vier Jahrzehnten. Die Kraft seiner Theorie ist offenbar ungebrochen. Martha Nussbaum und Amartya Sen setzen sich aus unterschiedlichen Blickwinkeln – wohlwollend kritisch – mit ihr auseinander. Den neuen Büchern der beiden ist nicht nur das gemeinsam. Sie sind auch beide Rawls gewidmet. Beide Autoren verfolgen ihre jeweils eigenen philosophischen Anliegen aus geringerer oder grösserer Distanz zu Rawls. In beiden Büchern spielt das Konzept der Befähigungen (engl. «enablings»), an dem Nussbaum und Sen eine Zeitlang gemeinsam gearbeitet haben, eine zentrale Rolle. Auch in ihren Zielsetzungen sind sich Nussbaum und Sen ähnlich. Sie wollen praktikable, theoretisch fundierte Hinweise darauf geben, wie sich Gerechtigkeit weltweit gegen Ungerechtigkeit durchsetzen kann. Sie beschreiten allerdings ganz unterschiedliche Wege.
Ganzer Artikel:
http://www.nzz.ch/magazin/buchrezensionen/gerechtigkeit_und_ihre_grenzen_1.9263770.html
NZZ
John Rawls prägt die philosophische Diskussion über Gerechtigkeit seit nunmehr vier Jahrzehnten. Die Kraft seiner Theorie ist offenbar ungebrochen. Martha Nussbaum und Amartya Sen setzen sich aus unterschiedlichen Blickwinkeln – wohlwollend kritisch – mit ihr auseinander. Den neuen Büchern der beiden ist nicht nur das gemeinsam. Sie sind auch beide Rawls gewidmet. Beide Autoren verfolgen ihre jeweils eigenen philosophischen Anliegen aus geringerer oder grösserer Distanz zu Rawls. In beiden Büchern spielt das Konzept der Befähigungen (engl. «enablings»), an dem Nussbaum und Sen eine Zeitlang gemeinsam gearbeitet haben, eine zentrale Rolle. Auch in ihren Zielsetzungen sind sich Nussbaum und Sen ähnlich. Sie wollen praktikable, theoretisch fundierte Hinweise darauf geben, wie sich Gerechtigkeit weltweit gegen Ungerechtigkeit durchsetzen kann. Sie beschreiten allerdings ganz unterschiedliche Wege.
Ganzer Artikel:
http://www.nzz.ch/magazin/buchrezensionen/gerechtigkeit_und_ihre_grenzen_1.9263770.html
Moral und Ethik – ein Geschenk der Religionen oder unserer Genetik?
Samstag, 8. Januar 2011
Heute, 8. Januar 2011, 17:00, in der Reithalle Winterthur
Kontradiktorische Veranstaltung mit:
Dr. Maja Strasser, Neurologin und Dr. Roger Liebi, Theologe
Heute, 8. Januar 2011, 17:00, in der Reithalle Winterthur
Kontradiktorische Veranstaltung mit:
Dr. Maja Strasser, Neurologin und Dr. Roger Liebi, Theologe
Die Neujahrsansprache für das Jahr der Trennung von Kirche und Staat (20XX)
Freitag, 31. Dezember 2010
Gottesbezüge machen das Wesen religiöser Feste aus. Ansprachen zum Beispiel zu Weihnachten oder zum Ramadan sind für Anhänger der jeweiligen Glaubensrichtung bestimmt und werden von ihren Religionsführern (Papst, Imame, etc.) gehalten. Das passt in einen säkularen Staat mit Religionsfreiheit innerhalb säkularer Schranken. PolitikerInnen überschreiten diese Schranken, wenn sie ihr Amt und ihre medialen Möglichkeiten benutzen, religiöses Gedankengut über öffentliche Ansprachen zu verbreiten. Die letztjährige Ansprache der damaligen Schweizer Bundespräsidentin begann mit „Identität der Schweiz“ und endete mit „Gottes Segen“. Wenn – mal angenommen – der Leiter der UBS seinen MitarbeiterInnen zum neuen Jahr den firmeneigenen Slogan verkündet „Wir werden nicht ruhen” oder wenn der Hersteller der Bico-Matratzen den Seinen ein erfolgreiches neues Jahr „Für ä tüüfä gsundä Schlaf“ wünscht, ist das ganz normal und im Einklang mit ihrer Verkaufsstrategie. PolitikerInnen, erst recht BundespräsidentInnen, haben keinen Auftrag, auf die Ideologie oder das Dienstleistungsangebot irgendeiner religiösen Vereinigung hinzuweisen. Nach säkularem Verständnis haben sie wohl eher den Auftrag, die pluralistische Gesellschaft des Landes auf ihre gemeinsamen und damit Identifikation stiftenden Werte hinzuweisen und das sind säkulare Werte (Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Menschenrechte, insbesondere Gleichberechtigung).
Was tun, wenn wieder Neujahrsansprachen mit religiösen Tendenzen kommen? Die Alternative Ansprache: Neujahrsansprache für das Jahr der Trennung von Kirche und Staat
Gottesbezüge machen das Wesen religiöser Feste aus. Ansprachen zum Beispiel zu Weihnachten oder zum Ramadan sind für Anhänger der jeweiligen Glaubensrichtung bestimmt und werden von ihren Religionsführern (Papst, Imame, etc.) gehalten. Das passt in einen säkularen Staat mit Religionsfreiheit innerhalb säkularer Schranken. PolitikerInnen überschreiten diese Schranken, wenn sie ihr Amt und ihre medialen Möglichkeiten benutzen, religiöses Gedankengut über öffentliche Ansprachen zu verbreiten. Die letztjährige Ansprache der damaligen Schweizer Bundespräsidentin begann mit „Identität der Schweiz“ und endete mit „Gottes Segen“. Wenn – mal angenommen – der Leiter der UBS seinen MitarbeiterInnen zum neuen Jahr den firmeneigenen Slogan verkündet „Wir werden nicht ruhen” oder wenn der Hersteller der Bico-Matratzen den Seinen ein erfolgreiches neues Jahr „Für ä tüüfä gsundä Schlaf“ wünscht, ist das ganz normal und im Einklang mit ihrer Verkaufsstrategie. PolitikerInnen, erst recht BundespräsidentInnen, haben keinen Auftrag, auf die Ideologie oder das Dienstleistungsangebot irgendeiner religiösen Vereinigung hinzuweisen. Nach säkularem Verständnis haben sie wohl eher den Auftrag, die pluralistische Gesellschaft des Landes auf ihre gemeinsamen und damit Identifikation stiftenden Werte hinzuweisen und das sind säkulare Werte (Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Menschenrechte, insbesondere Gleichberechtigung).
Was tun, wenn wieder Neujahrsansprachen mit religiösen Tendenzen kommen? Die Alternative Ansprache: Neujahrsansprache für das Jahr der Trennung von Kirche und Staat
Spenden Sie direkt an nichtreligiöse Hilfswerke!
Montag, 16. August 2010
In Katastrophen ist es uns allen ein Bedürfnis, etwas zur Linderung beizutragen. Medizinische und andere Soforthilfe ist in jedem Fall sinnvoll.
Die Aufbauhilfe ist ebenfalls nötig, führt aber erfahrungsgemäss oft bereits zu fatalen Abhängigkeiten ähnlich jenen der heute stark kritisierten Entwicklungshilfe.
Welcher Organisation spenden?
Viele international tätige Hilfswerke haben einen religiösen Hintergrund und verfolgen auch ein missionarisches Ziel.
Die “Glückskette” sammelt schweizweit und verteilt dann das gesammelte Geld an Projekte, die sie selber auswählt. Viele Kantone und Gemeinden spenden auch an die Glückskette. Die kirchlichen Werke HEKS und Caritas erhalten einen wesentliche Anteil ihrer Mittel aus den Spenden der Glückskette.
Zur Kritik an HEKS und Caritas. Zur Kritik an der Glückskette.
Wir empfehlen, direkt an dezidiert nichtreligiöse Hilfswerke zu spenden!
Empfehlungen
In der Schweiz alphabetisch
>Ärzte ohne Grenzen Katastrophenhilfe
>Rotes Kreuz Katastrophenhilfe
>Terre des Femmes Aufbauhilfe
>Terre des Hommes Aufbauhilfe
>Unicef Aufbauhilfe
Freidenkerische Spendenplattformen, die das Geld an dezidiert nichtreligiöse Hillfswerke weiterleiten:
>Humanist Charities USA
>Non believers giving aid
Spendenprojekt der FVS und der IHEU
Keshavapuram: Hilfe zur Selbsthilfe für Dalit-Gemeinde in Indien
Spendenprojekte von FVS-Mitgliedern:
2011 Burkina Faso: Ausbildung für junge Frauen
In Katastrophen ist es uns allen ein Bedürfnis, etwas zur Linderung beizutragen. Medizinische und andere Soforthilfe ist in jedem Fall sinnvoll.
Die Aufbauhilfe ist ebenfalls nötig, führt aber erfahrungsgemäss oft bereits zu fatalen Abhängigkeiten ähnlich jenen der heute stark kritisierten Entwicklungshilfe.
Welcher Organisation spenden?
Viele international tätige Hilfswerke haben einen religiösen Hintergrund und verfolgen auch ein missionarisches Ziel.
Die “Glückskette” sammelt schweizweit und verteilt dann das gesammelte Geld an Projekte, die sie selber auswählt. Viele Kantone und Gemeinden spenden auch an die Glückskette. Die kirchlichen Werke HEKS und Caritas erhalten einen wesentliche Anteil ihrer Mittel aus den Spenden der Glückskette.
Zur Kritik an HEKS und Caritas. Zur Kritik an der Glückskette.
Wir empfehlen, direkt an dezidiert nichtreligiöse Hilfswerke zu spenden!
Empfehlungen
In der Schweiz alphabetisch
>Ärzte ohne Grenzen Katastrophenhilfe
>Rotes Kreuz Katastrophenhilfe
>Terre des Femmes Aufbauhilfe
>Terre des Hommes Aufbauhilfe
>Unicef Aufbauhilfe
Freidenkerische Spendenplattformen, die das Geld an dezidiert nichtreligiöse Hillfswerke weiterleiten:
>Humanist Charities USA
>Non believers giving aid
Spendenprojekt der FVS und der IHEU
Keshavapuram: Hilfe zur Selbsthilfe für Dalit-Gemeinde in Indien
Spendenprojekte von FVS-Mitgliedern:
2011 Burkina Faso: Ausbildung für junge Frauen
Moralischer Naturalismus
Freitag, 30. Juli 2010
Woher kommt unser Sinn für das was richtig oder falsch ist? Die meisten Leute denken, das sei eine Gabe Gottes, der seine Gesetze geoffenbart habe und uns mit seiner Liebe erhöhe. Eine kleinere Zahl von Menschen denkt, dass wir die Regeln des Zusammenlebens selber definieren durch unsere Fähigkeit vernünftig zu denken und ein philosophisches System zu wählen.
Moralische Naturalisten hingegen glauben, dass wir moralische Gefühle haben, die sich aus einer langen Geschichte von Beziehungen entwickelt haben. Um Moral zu lernen, braucht man demnach werder eine Offenbarung noch eine Metaphasik – man beobachte lediglich das praktische Zusammenleben von Menschen.
Diese Woche trafen sich moralische Naturalisten in Connecticut an einer Konferenz der Edge Foundation. Einer der Teilnehmer, Marc Hauser aus Harvard, hatte seine Forscherkarriere mit dem Studium von Primaten begonnen und für ihn und andere moralische Naturalisten begann die Geschichte der Moral denn auch in der Vergangenheit der Evolution: mit der Art wie Insekten, Ratten und Affen zu kooperieren lernten.
Als sich die Hominiden entwickelten, hatte die Evolution bereits ein festes Fundament für den moralischen Sinn geschaffen. Jonathan Haidt von der University of Virginia argumentiert, dass dieser moralische Sinn ähnlich wie unser Geschmackssinn funktioniere: Wir haben natürliche Rezeptoren, die uns helfen, Süsses und Salziges zu unterscheiden. Auf die gleiche Weise haben wir Rezeptoren die uns helfen, zwischen fairem und grausamen Verhalten zu unterscheiden. So wie einige universelle Geschmacksvarianten in verschiedenen Küchen verändert werden, so können sich ein paar moralische Sinne in viele verschiedene moralische Kulturen entwickeln.
Paul Bloom von der Universität Yale wies darauf hin, dass dieser moralische Sinn früh im Leben beobachtet werden kann. Er und seine Kollegen haben Experimente mit Kleinkindern durchgeführt, bei denen ihnen Bilder gezeigt wurden von einer Figur, die einen Hügel hinaufzuklettern versucht, einer weiteren Person, die ihr dabei behilflich war, und einer dritten, welche sie daran hindern wollte. Bereits im Alter von sechs Monaten haben die Kinder einer Präferenz für den Helfer gezeigt. Wenn der Störer belohnt oder bestraft wurde, haben acht Monate alte Kinder jene Person bevorzugt, welche den Störer bestrafte. Bloom schliesst daraus, dass die Menschen eine angeborenen, rudimentären Sinn für Gerechtigkeit haben. Das bedeutet nicht, dass sie von Natur aus “gut” seien. Aber es bedeutet, dass soziale Normen auf einen vorbereiteten Grund fallen. Wir sind von Natur aus dazu fähig, Fairness und andere Tugenden zu lernen.
Diese moralischen Fähigkeiten strukturieren die Art, wie wir die Welt wahrnehmen und auf sie reagieren. Wenn jemand Spenden sammelt mit einem Bild eines kranken Kindes, wird er mit hoher Wahrscheinlicheit doppelt soviel sammeln wie wenn er mit einer Liste von acht Kindern sammeln würde. Unser Geist reagiert stärker auf die Bitte eines Individuums als auf jene einer Gruppe.
Diese moralischen Fähigkeiten basieren auf emotionalen, intuitiven Prozessen zur Unterscheidung von Gut und Schlecht. Wer schlechter Laune ist, wird härtere moralische Urteile fällen als jemand der in guter Lauene ist oder gerade eine Komödie gesehen hat. Elizabeth Phelps von der New York Universität führte aus, dass Gefühle des Ekels den Wunsch hervorrufen, etwas loszuwerden – selbst wenn diese Sache keinen Bezug hat zur ursprünglichen Stimmung. Allgemeine Angstgefühle bewirken, dass die Menschen Risiken vermeiden, Wut lässt sie das Risiko suchen.
Wer sich moralisch verhält, tut dies nicht generell weil er mehr weiss. Er tut es, weil er eine grössere Sensibilität hat für die Sicht von anderen. Hauser berichtete von Experimenten die zeigten, dass Rüpel erstaunlich gut die Absichten von anderen lesen können, aber sie sind nicht gut darin, Gefühle und Schmerzen von anderen vorwegzunehmen.
Welche Rolle der Vernunft in moralischen Entscheidungen zugemessen werden soll, ist umstritten. Einige, wie Haidt, glauben, dass wir moralische Urteile intuitiv fällen und anschliessend die Rechtfertigungen für das Urteil konstruieren. Andere, wie Joshua Greene von Harvard, vergleichen moralische Denken mit einer Kamera. Meistens verlassen wir uns auf die Automatik, aber manchmal machen wir uns Überlegungen und überspringen den automatischen Prozess. In jedem Fall erzählen wir Geschichten und führen Gespräche, um moralische Vorstellungen zu verbreiten und verfeinern.
http://www.nytimes.com/2010/07/23/opinion/23brooks.html?_r=1&ref=davidbrooks
Woher kommt unser Sinn für das was richtig oder falsch ist? Die meisten Leute denken, das sei eine Gabe Gottes, der seine Gesetze geoffenbart habe und uns mit seiner Liebe erhöhe. Eine kleinere Zahl von Menschen denkt, dass wir die Regeln des Zusammenlebens selber definieren durch unsere Fähigkeit vernünftig zu denken und ein philosophisches System zu wählen.
Moralische Naturalisten hingegen glauben, dass wir moralische Gefühle haben, die sich aus einer langen Geschichte von Beziehungen entwickelt haben. Um Moral zu lernen, braucht man demnach werder eine Offenbarung noch eine Metaphasik – man beobachte lediglich das praktische Zusammenleben von Menschen.
Diese Woche trafen sich moralische Naturalisten in Connecticut an einer Konferenz der Edge Foundation. Einer der Teilnehmer, Marc Hauser aus Harvard, hatte seine Forscherkarriere mit dem Studium von Primaten begonnen und für ihn und andere moralische Naturalisten begann die Geschichte der Moral denn auch in der Vergangenheit der Evolution: mit der Art wie Insekten, Ratten und Affen zu kooperieren lernten.
Als sich die Hominiden entwickelten, hatte die Evolution bereits ein festes Fundament für den moralischen Sinn geschaffen. Jonathan Haidt von der University of Virginia argumentiert, dass dieser moralische Sinn ähnlich wie unser Geschmackssinn funktioniere: Wir haben natürliche Rezeptoren, die uns helfen, Süsses und Salziges zu unterscheiden. Auf die gleiche Weise haben wir Rezeptoren die uns helfen, zwischen fairem und grausamen Verhalten zu unterscheiden. So wie einige universelle Geschmacksvarianten in verschiedenen Küchen verändert werden, so können sich ein paar moralische Sinne in viele verschiedene moralische Kulturen entwickeln.
Paul Bloom von der Universität Yale wies darauf hin, dass dieser moralische Sinn früh im Leben beobachtet werden kann. Er und seine Kollegen haben Experimente mit Kleinkindern durchgeführt, bei denen ihnen Bilder gezeigt wurden von einer Figur, die einen Hügel hinaufzuklettern versucht, einer weiteren Person, die ihr dabei behilflich war, und einer dritten, welche sie daran hindern wollte. Bereits im Alter von sechs Monaten haben die Kinder einer Präferenz für den Helfer gezeigt. Wenn der Störer belohnt oder bestraft wurde, haben acht Monate alte Kinder jene Person bevorzugt, welche den Störer bestrafte. Bloom schliesst daraus, dass die Menschen eine angeborenen, rudimentären Sinn für Gerechtigkeit haben. Das bedeutet nicht, dass sie von Natur aus “gut” seien. Aber es bedeutet, dass soziale Normen auf einen vorbereiteten Grund fallen. Wir sind von Natur aus dazu fähig, Fairness und andere Tugenden zu lernen.
Diese moralischen Fähigkeiten strukturieren die Art, wie wir die Welt wahrnehmen und auf sie reagieren. Wenn jemand Spenden sammelt mit einem Bild eines kranken Kindes, wird er mit hoher Wahrscheinlicheit doppelt soviel sammeln wie wenn er mit einer Liste von acht Kindern sammeln würde. Unser Geist reagiert stärker auf die Bitte eines Individuums als auf jene einer Gruppe.
Diese moralischen Fähigkeiten basieren auf emotionalen, intuitiven Prozessen zur Unterscheidung von Gut und Schlecht. Wer schlechter Laune ist, wird härtere moralische Urteile fällen als jemand der in guter Lauene ist oder gerade eine Komödie gesehen hat. Elizabeth Phelps von der New York Universität führte aus, dass Gefühle des Ekels den Wunsch hervorrufen, etwas loszuwerden – selbst wenn diese Sache keinen Bezug hat zur ursprünglichen Stimmung. Allgemeine Angstgefühle bewirken, dass die Menschen Risiken vermeiden, Wut lässt sie das Risiko suchen.
Wer sich moralisch verhält, tut dies nicht generell weil er mehr weiss. Er tut es, weil er eine grössere Sensibilität hat für die Sicht von anderen. Hauser berichtete von Experimenten die zeigten, dass Rüpel erstaunlich gut die Absichten von anderen lesen können, aber sie sind nicht gut darin, Gefühle und Schmerzen von anderen vorwegzunehmen.
Welche Rolle der Vernunft in moralischen Entscheidungen zugemessen werden soll, ist umstritten. Einige, wie Haidt, glauben, dass wir moralische Urteile intuitiv fällen und anschliessend die Rechtfertigungen für das Urteil konstruieren. Andere, wie Joshua Greene von Harvard, vergleichen moralische Denken mit einer Kamera. Meistens verlassen wir uns auf die Automatik, aber manchmal machen wir uns Überlegungen und überspringen den automatischen Prozess. In jedem Fall erzählen wir Geschichten und führen Gespräche, um moralische Vorstellungen zu verbreiten und verfeinern.
http://www.nytimes.com/2010/07/23/opinion/23brooks.html?_r=1&ref=davidbrooks
GBS Schweiz stellt sich vor
Montag, 21. Juni 2010
Im Winterthurer Landboten erscheint ein Interview mit dem GBS CH-Gründer Patrik Eschle und dem Präsidenten der Zürcher Freidenker, Andreas Kyriacou.
http://www.giordano-bruno-stiftung.ch/images/GBS/landbote_100621.pdf
Im Winterthurer Landboten erscheint ein Interview mit dem GBS CH-Gründer Patrik Eschle und dem Präsidenten der Zürcher Freidenker, Andreas Kyriacou.
http://www.giordano-bruno-stiftung.ch/images/GBS/landbote_100621.pdf
“Funktion Gottes” – eine Kontroverse Donnerstag, 17. Juni 2010
Regionalgruppe Schweiz der Giordano Bruno Stiftung im Aufbau
Donnerstag, 17. Juni 2010
In der Schweiz formiert sich eine Regionalgruppe der Giordano Bruno Stiftung. Fast 20 Personen trafen sich am 12. Juni in Zürich, um sich persönlich kennenzulernen, zentrale Anliegen zu besprechen und weitere Schritte zu vereinbaren. Die Stiftung ist eine Denkfabrik für Humanismus und Aufklärung. In Deutschland wird sie von bekannten Wissenschaftlern und Künstlern wie Wolf Singer und Ralf König unterstützt. Der freischaffende Philosoph und Schriftsteller Michael Schmidt-Salomon gehört dem Vorstand an. Die Stiftung sammelt neueste Erkenntnisse der Geistes-, Sozial- und Naturwissenschaften, um ihre Bedeutung für das humanistische Anliegen eines
“friedlichen und gleichberechtigten Zusammenlebens der Menschen im Diesseits” herauszuarbeiten. Ziel ist es, die Grundzüge eines naturalistischen Weltbildes sowie einer säkularen, evolutionär- humanistischen Ethik bzw. Politik zu entwickeln und der interessierten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Bei dem Treffen in Zürich äusserte man den Wunsch, eng mit anderen Gruppen wie den Freidenkern zusammenzuarbeiten. Kontakt: info@giordano-bruno-stiftung.ch
In der Schweiz formiert sich eine Regionalgruppe der Giordano Bruno Stiftung. Fast 20 Personen trafen sich am 12. Juni in Zürich, um sich persönlich kennenzulernen, zentrale Anliegen zu besprechen und weitere Schritte zu vereinbaren. Die Stiftung ist eine Denkfabrik für Humanismus und Aufklärung. In Deutschland wird sie von bekannten Wissenschaftlern und Künstlern wie Wolf Singer und Ralf König unterstützt. Der freischaffende Philosoph und Schriftsteller Michael Schmidt-Salomon gehört dem Vorstand an. Die Stiftung sammelt neueste Erkenntnisse der Geistes-, Sozial- und Naturwissenschaften, um ihre Bedeutung für das humanistische Anliegen eines
“friedlichen und gleichberechtigten Zusammenlebens der Menschen im Diesseits” herauszuarbeiten. Ziel ist es, die Grundzüge eines naturalistischen Weltbildes sowie einer säkularen, evolutionär- humanistischen Ethik bzw. Politik zu entwickeln und der interessierten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Bei dem Treffen in Zürich äusserte man den Wunsch, eng mit anderen Gruppen wie den Freidenkern zusammenzuarbeiten. Kontakt: info@giordano-bruno-stiftung.ch













