Archiv für die Kategorie „Humanistische Ethik“

Sterbehilfe Kanton Neuenburg: Heilsarmee blitzt vor Bundesgericht ab – Wegweisendes Urteil für Alters- und Pflegeheime!

Freitag, 7. Oktober 2016

“Gott und nur Gott allein entscheidet, wann wir zu sterben haben, das ist für die Heilsarmee klar. Es ist völlig ausgeschlossen, dass die Heilsarmee Suizide tolerieren könnte. Nun ist diese Überzeugung aber keine rein theologische Frage, weil die christliche Organisation auch Pflegeheime führt. - Als der Kanton Neuenburg entschied, dass Sterbehilfeorganisationen der Zugang zu Heimen gewährt werden muss, sah die Heilsarmee ihre Glaubensfreiheit verletzt und zog vor Bundesgericht.”

Zwar gestanden die Richter der Klägerin zu, dass ihr Glaubensfreiheit verletzt wird. Jedoch bewertet das Bundesgericht das Recht schwerkranker Menschen auf Entscheidungsfreiheit höher als das Recht der Heilsarmee. Gleichzeitig wird darauf hingewiesen, dass andernfalls Heimbewohnern das Recht auf selbstbestimmten Suizid verwehrt würde, nur weil sie über keine eigene Wohnung mehr verfügen.
Weiter stellen die Bundesrichter der Heilsarmee anheim, auf staatliche Subventionen zu verzichten und ihre Heime in privat geführte Institutionen umzuwandeln. In diesen stünde es der christlichen Organisation frei Regeln zu erstellen.

 

>>Zum Artikel auf srf.ch

 

>>Zum Artikel der nzz.ch

 

 

>>Stellungnahme Heilsarmee Schweiz

 

 

“Leben und Gesellschaft” statt “Religion”: Luxemburg schafft Religionsunterricht ab

Freitag, 23. September 2016

Mit dem neuen Schuljahr führt Luxemburg auch ein neues Unterrichtsfach ein: Leben und Gesellschaft. Mit der Abschaffung des Religionsunterrichts wird die Trennung von Kirche und Staat vorangetrieben. (…) Mehrere Lernfelder sollen das Fach strukturieren: Ich, Mensch, Natur und Technik, Ich und die anderen, Kultur und Kommunikation, Lebensform und Welt und Gesellschaft. Dabei geht es um Weltreligionen, Kulturen, Sex, Gewalt, Liebe und die Arbeitswelt. Über ein Internetportal haben die Lehrer, die zuvor an einer entsprechenden Weiterbildung teilgenommen haben, Zugriff auf Materialien. (weiterlesen…)

Belgien: Erstmals Sterbehilfe für einen Minderjährigen geleistet

Montag, 19. September 2016

Belgien hat eines der liberalsten Sterbehilfe-Gesetze weltweit. Seit 2014 ist die Tötung auf Verlangen sogar bei Minderjährigen erlaubt. Nun wurde die Regelung erstmals bei einem Teenager angewandt. (weiterlesen…)

Artikel auf Südostschweiz.ch: “Kassenpflicht für PID wäre konsequent”

Montag, 29. August 2016

Es sei “eine Frage der Zeit”, bis eine Bezahlung der PID durch die Krankenkassen gefordert werde, befürchten die Gegner. Auf Patientenseite hält man diesen Wunsch für fair, da vergleichbare Tests während der Schwangerschaft bezahlt werden. Die Kassen sind skeptisch.Die Schätzung des Bundesrats, dass künftig pro Jahr 500 bis 1000 Paare von den neuen Möglichkeiten Präimplantationsdiagnostik (PID) Gebrauch machen könnten, hält Felix Häberlin, Präsident der Schweizerischen Gesellschaft für Reproduktionsmedizin, für realistisch. (weiterlesen…)

“Sterbehilfeorganisationen verhindern unsägliches Leid”

Donnerstag, 4. August 2016

“Exit, die grösste Schweizer Sterbehilfe-Organisation, feierte kürzlich das 100’000. Mitglied. Den Blumenstrauss erhielt die 46-jährige Nina Blatter, wie die «Exit-Info» schreibt.

Ihre Grossmutter wollte sterben, wurde aber trotz Patientenverfügung am Leben erhalten. Sie litt längere Zeit. Ein solches Lebensende will Nina Blatter nicht erleben. Sie war 2004 bei einer Freitodbegleitung dabei, was sie als friedvolles und humanes Lebensende empfunden hat.” (weiterlesen…)

“Ethik ist wichtiger als Religion”

Sonntag, 17. Juli 2016

Artikel in der Frankfurter Rundschau vom 12. Juli 2016: “Dem religiösen Fanatismus wollen Kirchen mit mehr Religion entgegenwirken. Dabei sollte der Ethikunterricht an Bedeutung gewinnen: Er lehrt die humane Lebensgestaltung.” (weiterlesen…)

Anne-Marie Rey (1937-2016): Zarte Kämpferin für die Freiheit

Dienstag, 28. Juni 2016

Mit Anne-Marie Rey verliert die Freidenker-Bewegung eine ihrer engagiertesten Frauen. Zunächst trug sie das Anliegen des straffreien Schwangerschaftsabbruchs in die Vereinigung hinein, bis schliesslich nach jahrzehntelangem Kampf mit der Volksabstimmung von 2002 in der Schweiz die Fristenregelung eingeführt wurde.

Zwar blieb sie diesem Anliegen auch weiterhin verpflichtet, richtete aber nun ihre Energie vermehrt auf das Kernthema der Freidenker: die Trennung von Staat und Kirche/Religion. Auch hier scheute sie keine persönlichen Mühen und Kosten, der Forderung nach einer vollständigen Trennung von Staat und Kirche im Kanton Bern Nachdruck zu verleihen, sei es mit bohrenden Fragen an die Verwaltung, in Leserbriefen oder an Veranstaltungen. Selbst vor der persönlichen Steuerverweigerung schreckte sie nicht zurück und liess sich auch von einer Niederlage vor dem Bundesgericht 2011 nicht von der Überzeugung abbringen, dass die Abgeltung der Pfarrlöhne im Kanton Bern durch allgemeine Steuermittel abzuschaffen sei. Und die Zeit gab ihr auch hier recht: Der Kanton Bern bewegt sich in dieser Frage. Den Abschluss der von ihr Anfang 2016 angeregten Studie zur gesamtgesellschaftlichen Relevanz der Dienstleistungen der Landeskirchen im Kanton Bern wird sie nun aber leider nicht mehr erleben.

In einem Artikel über eine Vortragsreihe des amerikanischen Rechtsphilosophen Ronald Dworkin an der Uni Bern schrieb sie in Übereinstimmung mit dem Redner in der Zeitschrift frei denken. (1/2012): Wir haben das unveräusserliche Recht, fundamentale ethische Entscheidungen, die unser Leben bestimmen, in eigener Verantwortung zu treffen. Dazu gehören zum Beispiel Fragen der Sexualität, Homosexualität, Abtreibung und Fragen am Lebensende. Ethische Unabhängigkeit ist der Kern der Menschenwürde.“

In dieser freidenkerischen Überzeugung haben wir sie vor einer Woche auch am Welthumanistentag in Bern an einem kritischen Vortrag zu Scharia-Gerichten in England zum letzten Mal als engagierte Zuhörerin erlebt.

Anne-Marie Reys Leben hat deutliche Spuren hinterlassen in unserer Gesellschaft. Engagierte Menschen wie sie braucht es, damit das Projekt Aufklärung weiterentwickelt werden kann.

Uns bleiben die Dankbarkeit und die Erinnerung an diese zarte Kämpferin für die Freiheit. Die Freidenker-Vereinigung verneigt sich vor dem Lebenswerk von Anne-Marie Rey und wird ihre Anliegen weitertragen

Reta Caspar

Biografie:
Die Erzengelmacherin: Das 30-jährige Ringen um die Fristenregelung

Anne-Marie Rey (2007)

Plakatkampagne der Winterthurer Freidenker: nachdenken über gemeinsame Werte

Mittwoch, 15. Juni 2016

Die Sektion Winterthur hat eine Crowd-Sourcing-Kampagne für eine Plakatkampagne lanciert, die zum Nachdenken über gemeinsame Werte einlädt:

Wir haben genug von negativen Schlagzeilen über Terrorismus, Jihad-Reisende, Kreationisten, Nationalisten und andere Fundamentalisten. Uns allen gemeinsam sind aufgeklärte, liberale und humanistische Werte. Religion ist Privatsache und gehört nicht in die Öffentlichkeit. Was uns als Gesellschaft verbindet, ist unsere Liebe zur Freiheit, unsere Vernunft und unsere humanistischen Werte. Wir haben gelernt, wenn wir unseren Verstand einsetzen, können wir mit unserem Einsatz eine bessere Welt schaffen. Wir finden unser Glück und unsere Erfüllung in der Familie, mit Freunden, bei der Arbeit und in Hobbys. Ausgrenzung und Gewalt sind uns fremd. Wir sind überzeugt, dass viele Menschen in der Schweiz viel lieber diese für uns schon selbstverständlichen Werte auf Plakaten sehen würden, anstatt Bibelsprüche oder Jesus-Kritzeleien. Jetzt kannst Du dieses Projekt mit einem Beitrag unterstützen.

Beispiel-Slogans der Kampagne «Gemeinsame Werte»

Beispiel-Slogans der Kampagne «Gemeinsame Werte»

Weitere Infos gibt’s zur geplanten Kampagne gibt’s hier. Damit die Plakatkampagne wie geplant lanciert werden kann, braucht es Drittmittel. Auf wemakeit.ch wird noch bis Ende Juli Geld gesammelt. Aktuell sind 18% der angepeilten 11’111 Franken zusammen – es darf also fleissig weiter gespendet werden!

Die NZZ berichtete: Winterthurer Freidenker: mit Plakaten gegen Jihadisten

 

Säkulare Tage in Leipzig – Die Alternative zum Katholikentag

Dienstag, 24. Mai 2016

Säkulare Tage LeipzigAnlässlich des Katholikentags veranstaltet die gbs-Regionalgruppe Leipzig unter dem Motto “Trennt endlich Staat und Kirche” eine hochkarätig besetzte Vortragsreihe (25.5.-28.5.), die unter anderem über die anhaltende Verstrickung von Staat und Kirche sowie über die historischen, finanziellen und juristischen Hintergründe informiert. Die Besucher erwartet ein aufklärendes und buntes Programm mit Vorträgen, Kunstaktionen und Infoständen, an dem sich prominente Vertreter der säkularen Szene beteiligen (Rolf Bergmeier, Gerhard Czermak, Carsten Frerk, “Gunkl”, Phillip Möller, Michael Schmidt-Salomon und Daniela Wakonigg).     >> Zur Veranstaltung der gbs

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Grenzen der Toleranz: Matinée mit dem Philosophen Michael Schmidt-Salomon in Basel

Montag, 9. Mai 2016

Die offene Gesellschaft hat viele Feinde. Die einen streiten für «Allah», die anderen für die Rettung des «christlichen Abendlandes». Letztlich aber verfolgen sie das gleiche Ziel: Sie wollen das Rad der Geschichte zurückdrehen und vormoderne Dogmen an die Stelle individueller Freiheitsrechte setzen. Wie sollte eine moderne Gesellschaft auf diese doppelte Bedrohung reagieren? Welche gesellschaftlichen Entwicklungen sollten wir begrüssen, welche mit aller Macht bekämpfen? Klar ist: Wer den Überblick im «Kampf der Kulturen» nicht verlieren möchte, sollte wissen, wofür es sich zu streiten lohnt.