Archiv für die Kategorie „Humanistische Ethik“

Webbanner für das Camp Quest verfügbar

Montag, 29. April 2013

Das wissenschaftlich-humanistische Sommerlager Camp Quest nimmt Form an: Der Wochenplan ist erstellt, das Leiter-Team vollständig und Drittmittel der Stiftungen Mercator Schweiz und SimplyScience sind zugesichert.

Nun ist es an der Zeit, das Angebot ausserhalb der Trägerschaftsorganisationen – der Freidenker und der Skeptiker Schweiz – bekannt zu machen.

Das Camp Quest-Budget wurde bewusst klein gehalten, damit die Teilnahme für alle erschwinglich bleibt. (Die Woche kostet CHF 460 bzw. CHF 320 für Wenigverdienende. Mehr dazu hier.) Entsprechend gering sind die verfügbaren Mittel für Werbemassnahmen.

Wir freuen uns deshalb über Möglichkeiten, kostenlos auf das Lager hinweisen zu können. Auf der Campquest-Seite campquest.ch/kontakt/banner/ stehen dazu nun drei Banner zum Einbinden in Webseiten bereit. Wer als Webseitenbetreiber das Sommerlager bewerben mag, ist herzlich eingeladen, davon Gebrauch zu machen. Natürlich können auch Banner in anderen Formaten erstellt werden.

 

 

 

 

Sternstunde Philosoph zerpflückt die Theologie

Mittwoch, 10. April 2013

«Macht Religion die Menschen moralisch besser?» lautete das angekündigte Thema der SRF-Sternstunde Religion vom letzten Sonntag (siehe Link unten). Der Philosoph Norbert Hoerster und der Theologe Georg Pfleiderer diskutierten unter der Leitung von Judith Hardegger. Hoerster (76) lehrte von 1974 bis 1998 Rechts- und Sozialphilosophie an der Universität Mainz. Pfleiderer (53) ist Ordinarius für Systematische Theologie/Ethik an der Universität Basel, Mitglied der Synode der evangelisch-reformierten Kirche Basel-Stadt und Präsident der Eidgenössischen Ethikkommission für die Biotechnologie im Ausserhumanbereich (EKAH). Die Gesprächsleiterin Hardegger (42) ist ebenfalls Theologin und war früher Redaktorin der Zeitschrift «forum-Pfarrblatt der katholischen Kirche im Kanton Zürich». Kommentar von Kurt Marti: http://www.infosperber.ch/Artikel/Medien/SRF-Sternstunde-Philosoph-zerpfluckt-Theologie

Camp Quest: Denkferien für Kids von 9 bis 15 Jahren

Montag, 25. März 2013

Kindern und Jugendlichen eine Sommerferienwoche lang Gelegenheit geben, sich im forschen, philosophieren und debattieren zu üben – dies will das Camp Quest. Vom 4. bis 10. August findet ein solches Lager erstmals in der Schweiz statt.

 

Die Camp Quest-Idee stammt aus den USA. Quest steht dabei für question, understand, explore, search, test – fragen, verstehen, erkunden, suchen, testen. Es geht also eine Woche lang darum, fragen zu stellen, diesen nachzugehen und Antworten zu überprüfen.

Die Gemeinde Obersaxen im Bündner Oberland dient als Kulisse für die Schweizer Camp Quest-Erstausgabe, die auf eine Initiative der Zürcher Freidenker zurückgeht. Zu erkunden gibt es auf dieser Sonnenterrasse des Vorderrheins allerlei: Auf dem Programm stehen unter anderem eine Führung durch ein ehemaliges Bergwerk und ein Spaziergang entlang des Walserweges, der auf Schautafeln Einblick in die Geschichte der Walser gibt und durch die vielfältige Landschaft und auch über eine fünfzehn Meter lange Hängebrücke führt.

Im nahe gelegenen Falera haben die Teilnehmenden Gelegenheit, die Menhire im Park La Mutta zu erkunden und sich am Abend in der Sternwarte Mirasteilas den Sternenhimmel erläutern zu lassen. Neben dem Blick in die Weiten des Universums werden sich die Teilnehmenden in dieser Woche auch dem Betrachten des Kleinräumigen widmen und und der lokalen Tier- und Pflanzenwelt auf die Spur gehen – und an einem Halbtag an der Kantonsschule Ilanz ein paar Fundstücke unter dem Mikroskop anschauen.

Eine Besonderheit aller Camp Quests ist, dass sie immer von zwei unsichtbaren Einhörnern begleitet werden, die keinerlei Spuren hinterlassen. Die Leiter wissen um ihre Existenz und berichten davon. Wer beweisen kann, dass sie in Wirklichkeit doch nicht existieren, erhält einen speziellen Preis. Dieses Gedankenexperiment soll den Kindern und Jugendlichen Gelegenheit bieten, ihren kritischen Geist zu schärfen und zu erkennen, dass nicht alle Arten von Aussagen überprüfbar sind. Und anhand von optischen und anderen Illusionen können die Teilnehmenden erkennen, dass unsere Sinne uns gelegentlich zum Narren halten und nicht immer alles ist, wie es scheint. Ein Highlight wird dabei der Auftritt des Mentalisten David Mitterer darstellen.

Selbstredend gehören Lagerfeuer, Spiele und Sport ebenso zum Camp Quest. Geplant ist unter anderem ein Ausflug in einen Klettergarten.

Das Lager ist für 20 Kinder und Jugendliche im Alter von neun bis 15 Jahren ausgelegt. Die Teilnahme kostet CHF 460 Franken. Wenigverdienende können ihre Kinder zum reduzierten Tarif von 320 Franken anmelden. (Mitglieder der Freidenker erhalten auf zehn Prozent Rabatt.) In diesen Preisen eingeschlossen sind alle Kosten vor Ort: die Übernachtung im Ferienhaus Canetg, die Verpflegung, Eintrittsgebühren, Führungen und die Reisekosten zu den Ausflugszielen. Alle Teilnehmenden erhalten ausserdem zum Andenken ein T-Shirt.

Website, Flyer und Infoabend

Weitere Informationen sind auf der Website www.campquest.ch zu finden. Einen A4-Info-Flyer zum Verschicken und Verteilen gibt’s hier. Am Mittwoch, 17. April findet zudem für Interessierte in Zürich ein Informationsabend statt: 19 Uhr im Zentrum Karl der Grosse, Kirchgasse 14, 8001 Zürich (Tram 4 oder 15 bis Helmhaus).

Alain de Bottons 10 Gebote für Atheisten

Dienstag, 5. Februar 2013

1. Resilienz. Weitermachen, auch wenn alles düster aussieht.

2. Empathie. Sich in der Vorstellung mit dem Leiden und den einzigartigen Erfahrungen einer anderen Person zu verbinden.

3. Geduld. Ruhiger und nachsichtiger werden durch realistische Annahmen über den Lauf der Dinge.

4. Opferbereitschaft. Ohne diese Kunst werden wir weder eine Familie gründen, noch jemanden lieben oder gar den Planten retten können.

5. Höflichkeit. Sie ist eng verbunden mit der Toleranz, der Fähigkeit, auch neben Menschen zu leben, die vollkommen andere Ansichten haben.

6. Humor. Wie die Wut enspringt auch der Humor der Enttäuschung, aber er kanalisiert diese Enttäuschung optimal.

7. Selbsteinsicht. Sich selber kennen bedeutet, nicht andere für die eigenen Probleme und Stimmungen verantwortlich zu machen, zu verstehen, was in einem selbst vorgeht und was ausserhalb.

8. Nachsichtigkeit. Erkennen, dass das Zusammenleben mit anderen nicht funktionieren kann, wenn man nicht bereit ist, Fehler zu verzeihen.

9. Hoffnung. Pessimismus ist nicht unbedingt tiefgründig, Optimismus nicht unbedingt seicht.

10. Vertrauen. Vertrauen bedeutet nicht Arrgoanz, es basiert auf dem Bewusstsein, dass das Leben kurz ist und wie wenig wir letztlich verlieren, wenn wir alles riskieren.

http://www.independent.co.uk/voices/iv-drip/bring-back-the-goodness-alain-de-bottons-10-commandments-for-atheists-8480128.html

Übersetzung Reta Caspar

Die falsche Rückkehr zur Religion

Samstag, 29. Dezember 2012

Es ist wieder schick, religiös zu sein. Den Agnostikern hingegen wird jedwede Moral abgesprochen. Dabei sind sie die wahrhaft Gläubigen.
http://www.zeit.de/gesellschaft/2012-12/zeitgeist-religion/komplettansicht

Bildungszentrum St. Jodern Visp: Freidenker unerwünscht!

Montag, 2. April 2012

Die Freidenker sind im Bildungszentrum St. Jodern offiziell nicht willkommen: Der Entscheid, eine Raumreservation der Freidenker im Bildungshaus St. Jodern zu widerrufen, wurde vom Bistum Sitten bestätigt. Zur Zeit ist die Sektion auf der Suche nach einer anderen Referatslokalität, da der Referent Dr. theol. Paul Schulz bereits gebucht wurde.

Den gesamten Schriftwechsel und die Argumentation, wieso diese Ausladung im Licht der Finanzierungsverhältnisse und Kichensteuersituation im Kanton Wallis besonders bedenklich ist, findet sich auf der Seite der Sektion Wallis.

Die Walliser Sektion der Freidenker bedauert den kategorischen Ausschluss aus dem Bildungshaus St. Jodern. Wir sehen uns gezwungen, die Diskriminierung von FreidenkerInnen durch das Bildungshaus St. Jodern öffentlich zu thematisieren und wir hoffen, dass bei der öffentlichen Diskussion berücksichtigt wird, dass das Bildungshaus unter anderem vom Bistum Sitten getragen wird. Die öffentlich anerkannten Kirchen im Wallis erhalten jährlich 510’000 Franken vom Walliser Staatsrat zur Erfüllung von Leistungen für “das öffentliche Interesse” (siehe Staatsrechnung 2009, S.328). Aus diesem Grund bedauern wir es besonders, dass das Bistum Sitten hier nicht die Gelegenheit genutzt hat, um aufzuzeigen, dass auch Interessen der Freidenker ein öffentliches Interesse wiederspiegeln würden.

Wir fordern das Bildungshaus St. Jodern auf, die Beschreibung auf ihrer Webseite entsprechend zu korrigieren und festzuhalten, dass das Angebot des Bildungshauses NICHT allen Kreisen der Bevölkerung offen steht.

Die Freidenker Zürich zu Gast bei Mondopoly

Freitag, 30. März 2012

Zum zweiten Mal führte diese Woche der Verein mondopoly einen Postenlauf für Stadtzürcher Schulkinder durch. Ziel ist, Begegnungen zwischen Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit unterschiedlichsten Hintergründen zu ermöglichen. Einige Dutzend Personen und Organisationen waren eingeladen worden, einen Posten anzubieten, so auch die Zürcher Freidenker. Am Montag waren Gruppen von zumeist vier oder fünf OberstufenschülerInnen unterwegs, am Donnerstag waren es solche der Mittelstufe.

Jede Gruppe erhielt zu Beginn ihres Parcours einen Stadtplan, auf dem die Standorte der einzelnen Posten aufgeführt waren, von denen sie verteilt über den Tag vier bis fünf besuchen konnten. Das Angebot war an beiden Tagen mit rund 30 Posten ausgesprochen vielfältig. Zu den Anbietern gehörten unter anderem Organisationen, die die auf Jugendarbeit spezialisiert sind, namentlich Pro Juventute oder die Jugendberatung Zürich. Kulturhäuser wie das Opernhaus, die Rote Fabrik oder das Kaufleuten boten einen Blick hinter ihre Kulissen, an der Hochschule der Künste wurde gezeigt, wie Games entstehen.

An anderen Ständen konnten die Kinder und Jugendlichen erfahren, was eine Gewerkschafterin macht, wie sich Blinde oder Rollstuhlfahrer ihr Leben organisieren oder wie der Guerillagärnter Maurice Maggi der Stadt ein paar zusätzliche Farbtupfer verleiht. Queer Amnesty, die Condomeria oder die HIV Aids Seelsorge thematisierten Aspekte der Sexualität.

Verschiedene Weltanschauungsgemeinschaften öffneten den SchülerInnen ihre Tore, etwa das Zen-Dojo, das Forum für einen kritischen Islam, die Schwamendinger Moschee oder die Mission Catholique de Langue Française de Zurich.

Die Freidenker luden dazu ein, der Frage nachzugehen, woher unsere Werte kommen. Anhand vereinfachter Versionen der Zehn Angebote des evolutionären Humanismus regten sie die Schülerinnen und Schüler an, über ethische Einstellungen zu reflektieren und der Frage nachzugehen, wie eine Gesellschaft zu ihren Wertvorstellungen kommt.

Auf einer Pinnwand konnten sich die TeilnehmerInnen ein Bild davon machen, dass ethische Leitsätze in allen Epochen und in allen Kulturräumen postuliert wurden.

An beiden Tagen entstanden angeregte Diskussionen unter den SchülerInnen und zwischen ihnen und den VertreterInnen der Freidenker.

Am Donnerstag waren insgesamt vier Posten im öffentlichen Raum positioniert. Dies gab den mondopoly-Machern (und der jeweiligen Organisation) zusätzlich Gelegenheit, mit Passanten ins Gespräch zu kommen. Die Freidenker hatten das Privileg, auf dem Hirschenplatz präsent sein zu dürfen, entsprechend zahlreich war daher auch der Austausch mit Personen, die durch die Altstadt schlenderten.

Mondopoly wurde von jungen Erwachsenen initiiert – die beiden Projektleiterinnen und viele weitere AktivistInnen sind erst Anfang 20. Ihnen gebührt ein riesiger Dank nicht nur für die tolle Idee und die Einladung mitzuwirken sondern auch für die hochprofessionelle Organisation des Anlasses, der hoffentlich noch manche Wiederholung erfährt.

«Unmündigkeit wird sozial erworben»

Dienstag, 31. Januar 2012

Tages-Anzeiger
Atheismus-Serie: Michael Schmidt-Salomon gehört zu den prominentesten Kritikern der Religionen. Im Interview verrät er, warum sich der Konflikt zwischen Freidenkern und Gläubigen verschärft.

http://www.tagesanzeiger.ch/kultur/buecher/Fakt-ist-dass-Unmuendigkeit-weitgehend-sozial-erworben-wird/story/19346719

Ulla Wessels: Das Gute

Donnerstag, 26. Januar 2012

„Wie gut oder schlecht ist eine Welt? Das hängt allein davon ab, wie gut oder schlecht es den Individuen in der Welt geht. Die Welt ist umso besser, je besser es den Individuen geht. Und wie gut oder schlecht geht es den Individuen? Das hängt allein davon ab, wie wohl sie sich fühlen und in welchem Maße die Wünsche, die sie hegen, erfüllt sind.“

Die beiden Thesen bilden den Kern von Ethiken, die als Glück-Wunsch-Ethiken angesprochen werden, als Glück-Wunsch-Ethiken deshalb, weil sie hedonisches Glück und die Erfüllung von Wünschen in den Mittelpunkt rücken.

Glück-Wunsch-Ethiken gehören zu den Wohlfahrtsethiken. Wohlfahrtsethiken sind heftig umstritten. Doch sie haben vieles für sich. Was sie für sich haben, möchte das Buch zeigen, indem es eine Klasse von ihnen, nämlich Glück-Wunsch-Ethiken, vorstellt und gegen Einwände verteidigt, die gegen Wohlfahrtsethiken erhoben werden. Dreh- und Angelpunkt ist der Begriff des Wünschens; ihm und der Rolle, die er in Glück-Wunsch-Ethiken spielt, spürt das Buch im Detail nach. Dabei setzt es sich unter anderem mit irrationalen, externen, asynchronen und angepassten Wünschen auseinander – und mit Wünschen von Individuen, die es noch gar nicht gibt.

Das Buch spannt den Bogen von der theoretischen zur angewandten Ethik und kann als Einführung in und zugleich als Beitrag zur Erforschung von Wohlfahrtsethiken gelesen werden.

Ulla Wessels forscht und lehrt zur Praktischen Philosophie an der Universität des Saarlandes.

Ulla Wessels:
Das Gute
Wohlfahrt, hedonisches Glück und die Erfüllung von Wünschen

2011. 244 Seiten. Kt € 19.80
ISBN 978-3-465-04123-8
Klostermann RoteReihe Band 41

http://www.uwessels.de/pdf/Das_Gute.pdf

Im tiefsten Sinne sind wir soziale Wesen

Donnerstag, 15. Dezember 2011

Der international renommierte Entwicklungspsychologe Michael Tomasello erhielt den »Klaus J. Jacobs Research Prize« 2011. Mit dem Preis würdigt die Jacobs Foundation jährlich herausragende Leistungen aus Forschung und Praxis der Kinder- und Jugendentwicklung.
Der mit 1.000.000 Franken dotierte Preis wurde am 2. Dezember 2012 verliehen.
Michael Tomasello erklärte: »Mit dem Preisgeld können wir einige Forschungsmassnahmen umsetzen, die sonst nicht möglich wären. Konkret können wir nun grössere Forschungsprojekte mit einem längeren Zeitrahmen planen.«

Wie eigentlich kommen Menschen im Gegensatz zu ihren nächsten Verwandten im Tierreich auf die Spur kultureller Evolution: Ein Gespräch mit Michael Tomasello, Direktor am Leipziger Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie.

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/michael-tomasello-im-gespraech-im-tiefsten-sinne-sind-wir-soziale-wesen-11538645.html

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/rezensionen/sachbuch/michael-tomasello-warum-wir-kooperieren-teilen-lernt-nur-wer-es-schon-kann-11071354.html