Archiv für die Kategorie „Humanistische Ethik“

«Unmündigkeit wird sozial erworben»

Dienstag, 31. Januar 2012

Tages-Anzeiger
Atheismus-Serie: Michael Schmidt-Salomon gehört zu den prominentesten Kritikern der Religionen. Im Interview verrät er, warum sich der Konflikt zwischen Freidenkern und Gläubigen verschärft.

http://www.tagesanzeiger.ch/kultur/buecher/Fakt-ist-dass-Unmuendigkeit-weitgehend-sozial-erworben-wird/story/19346719

Ulla Wessels: Das Gute

Donnerstag, 26. Januar 2012

„Wie gut oder schlecht ist eine Welt? Das hängt allein davon ab, wie gut oder schlecht es den Individuen in der Welt geht. Die Welt ist umso besser, je besser es den Individuen geht. Und wie gut oder schlecht geht es den Individuen? Das hängt allein davon ab, wie wohl sie sich fühlen und in welchem Maße die Wünsche, die sie hegen, erfüllt sind.“

Die beiden Thesen bilden den Kern von Ethiken, die als Glück-Wunsch-Ethiken angesprochen werden, als Glück-Wunsch-Ethiken deshalb, weil sie hedonisches Glück und die Erfüllung von Wünschen in den Mittelpunkt rücken.

Glück-Wunsch-Ethiken gehören zu den Wohlfahrtsethiken. Wohlfahrtsethiken sind heftig umstritten. Doch sie haben vieles für sich. Was sie für sich haben, möchte das Buch zeigen, indem es eine Klasse von ihnen, nämlich Glück-Wunsch-Ethiken, vorstellt und gegen Einwände verteidigt, die gegen Wohlfahrtsethiken erhoben werden. Dreh- und Angelpunkt ist der Begriff des Wünschens; ihm und der Rolle, die er in Glück-Wunsch-Ethiken spielt, spürt das Buch im Detail nach. Dabei setzt es sich unter anderem mit irrationalen, externen, asynchronen und angepassten Wünschen auseinander – und mit Wünschen von Individuen, die es noch gar nicht gibt.

Das Buch spannt den Bogen von der theoretischen zur angewandten Ethik und kann als Einführung in und zugleich als Beitrag zur Erforschung von Wohlfahrtsethiken gelesen werden.

Ulla Wessels forscht und lehrt zur Praktischen Philosophie an der Universität des Saarlandes.

Ulla Wessels:
Das Gute
Wohlfahrt, hedonisches Glück und die Erfüllung von Wünschen

2011. 244 Seiten. Kt € 19.80
ISBN 978-3-465-04123-8
Klostermann RoteReihe Band 41

http://www.uwessels.de/pdf/Das_Gute.pdf

Im tiefsten Sinne sind wir soziale Wesen

Donnerstag, 15. Dezember 2011

Der international renommierte Entwicklungspsychologe Michael Tomasello erhielt den »Klaus J. Jacobs Research Prize« 2011. Mit dem Preis würdigt die Jacobs Foundation jährlich herausragende Leistungen aus Forschung und Praxis der Kinder- und Jugendentwicklung.
Der mit 1.000.000 Franken dotierte Preis wurde am 2. Dezember 2012 verliehen.
Michael Tomasello erklärte: »Mit dem Preisgeld können wir einige Forschungsmassnahmen umsetzen, die sonst nicht möglich wären. Konkret können wir nun grössere Forschungsprojekte mit einem längeren Zeitrahmen planen.«

Wie eigentlich kommen Menschen im Gegensatz zu ihren nächsten Verwandten im Tierreich auf die Spur kultureller Evolution: Ein Gespräch mit Michael Tomasello, Direktor am Leipziger Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie.

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/michael-tomasello-im-gespraech-im-tiefsten-sinne-sind-wir-soziale-wesen-11538645.html

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/rezensionen/sachbuch/michael-tomasello-warum-wir-kooperieren-teilen-lernt-nur-wer-es-schon-kann-11071354.html

Bern: Albert-Einstein-Vorlesungen zu “Religion without God”

Montag, 24. Oktober 2011

Prof. Ronald Dworkin New York, University, USA hält drei Vorträge zum Thema: «Religion without God»

Einstein’s Worship
Montag, 12. Dezember 2011, 19.30 Uhr,  Aula der Universität Bern

Faith and Physics
Dienstag, 13. Dezember 2011, 17.15 Uhr, Hörsaal 120 im Hauptgebäude der Universität Bern

Religion without God
Mittwoch, 14. Dezember 2011, 19.30 Uhr, Aula der Universität Bern

Alle Vorträge sind öffentlich, Eintritt frei

Die Albert Einstein Gesellschaft (AEG) hat 2009, gemeinsam mit der Universität Bern, einen neuen Vortragszyklus, die Albert-Einstein-Vorlesungen, lanciert. Im Rahmen dieser neuen Serie sollen jedes Jahr innerhalb einer Woche drei öffentliche Vorträge stattfinden. Im Andenken an das Werk von Albert Einstein werden die Vorträge abwechslungsweise Themen aus den Bereichen Physik und Astronomie, Mathematik, sowie Philosophie gewidmet sein. Angesehene Forscherpersönlichkeiten werden eingeladen, im Verlaufe des Herbstsemesters zu ausgewählten Themen von allgemeinem Interesse für ein breites Publikum zu sprechen.

http://www.einsteinlectures.ch/

Gabriele Röwer: Zur Ethik Karlheinz Deschners

Freitag, 23. September 2011

Mit dem Namen Karlheinz Deschners verbindet man in erster Linie seine Kirchen- und Religionskritik, kulminierend in der “Kriminalgeschichte des Christentums” , deren zehnten und letzten Band der Autor gerade fertigstellt. Die Philosophie und Ethik Deschners ist demgegenüber in der Öffentlichkeit bislang weniger stark wahrgenommen worden.

Gabriele Röwer hat nun den Versuch unternommen, die Prämissen und Konsequenzen der Deschnerschen Ethik in einem Aufsatz der Zeitschrift “Aufklärung und Kritik” zusammenzufassen. Einen besonderen Raum nehmen in Röwers Text Deschners Gedanken über Tiere ein, die mit den tier- und bioethischen Aussagen Peter Singers kontrastiert werden.

Der Aufsatz kann hier heruntergeladen werden.

World Humanist Congress 2011

Freitag, 12. August 2011

OSLO. (hpd)
Rund 400 Menschen aus 50 Ländern kommen ab Freitag in der norwegischen Hauptstadt Oslo zum Welthumanistenkongress zusammen. Das Hauptthema des alle drei Jahre stattfindenden Kongresses lautet „Humanismus und Frieden“. Zu den insgesamt 24 international bekannten Referenten gehören unter anderem die Schriftstellerin Taslima Nasrin, der Biologe PZ Myers und der UN-Sonderberichterstatter Heiner Bielefeldt.
Nachdem Norwegen wegen der Attentate vom 22. Juli erst kürzlich zum Mittelpunkt weltweiter Aufmerksamkeit wurde, ist das Kongressthema auch für eines der laut World Peace Index friedlichsten Länder der Welt wieder sehr relevant geworden. „Wir fühlen, dass sich die Gründe für ein Treffen in Oslo, um an Wegen zur Verbreitung von Frieden zu arbeiten, bestätigt haben“, erklärte der Humanistische Verband in Norwegen, der Human-Etisk Forbund, zu den Ereignissen. Human-Etisk Forbund ist Gastgeber des bis Sonntag dauernden Kongresses, der unter der Schirmherrschaft der IHEU veranstaltet wird. Die IHEU hält seit heute in Oslo ihre Jahreshauptversammlung ab.

Die FVS ist Mitglied der IHEU und wird durch Valentin Abgottspon vertreten.

Livestream: http://www.ustream.tv/channel/world-humanist-congress—oslo-2011

Weiter lesen: http://hpd.de/node/11815

Moral aus dem Gehirnscanner

Montag, 20. Juni 2011

telepolis

Wie Peter Singer, einer der führenden Moralphilosophen, die Wissenschaft in die Ethik integriert

Wissenschaft und Ethik – zwei voneinander getrennte Gebiete oder lassen sich Fragen nach dem moralisch richtigen Handeln auch experimentell beantworten? Nach seiner Auszeichnung für sein Engagement für Tierrechte (Wie man in Deutschland nicht mehr mundtot gemacht wird) war Peter Singer von der Princeton-Universität (USA) zu einem Vortrag über das Verhältnis von Hirnforschung und Ethik eingeladen. An der anschließenden Podiumsdiskussion nahmen außerdem der Frankfurter Hirnforschung Wolf Singer und die Neuroethikerin Kathinka Everts von der Universität Uppsala (Schweden) teil.

http://www.heise.de/tp/artikel/34/34922/1.html

Welthumanistentag – Feiertag der Zukunft

Freitag, 17. Juni 2011

Heute ist der „Welthumanistentag”. Viele Humanisten werden überrascht sein, da sie mit grosser Wahrscheinlichkeit noch nichts davon gewusst haben.

Von den 365 Tagen des Jahres ist wohl kaum einer noch nicht als „Welt”-Tag für irgendeine gute Sache benannt worden. Der Welthumanistentag zählt noch nicht zu den bekannten Tagen in dieser langen Liste. Das mindert jedoch seine Bedeutung keineswegs. Er ist schliesslich noch ein recht junger Feiertag. Erst im Jahre 1986 wurde er anlässlich eines Weltkongresses der Internationalen Humanistischen und ethischen Union (IHEU) in Oslo ins Leben gerufen.

Mit den anderen, zurzeit noch bekannteren Welttagen hat er relativ wenig zu tun. Eher mit Ostern, Pfingsten, Allerheiligen oder auch Weihnachten – den religiösen Feiertagen nämlich. Der Grund liegt auf der Hand: Der Welthumanistentag ist der Feiertag der Weltanschauungsgemeinschaften, die ihr Leben an einer humanistischen Ethik ausrichten.

FreidenkerInnen feiern – jedes Jahr zahlreicher – am 21. Juni, die Sommersonnenwende als  Welthumanistentag.

Die Sektionen der FVS bieten um den Humanistentag verschiedene Veranstaltungen an:

24. Juni 2011 19:00
Sommersonnenwendfeier

Tauchlokal Turtmann Mehr Informationen »

25. Juni 2011
Wege und Stationen der Toleranz

Philosophischer Spaziergang auf dem Zugerberg. Mit dem kulturhistorischen Schriftsteller Franz Rueb (Zürich). Für Mitglieder ALLER Sektionen und Interessierte. Details unter www.freidenker-zentralschweiz.ch/termine

Bielersee

25. Juni 2011 12:00
Mittsommer-Grillfest am Bielersee

Strandweg 23
Gerolfingen BE
Mitglieder aus anderen Sektionen sind willkommen!
Details auf der Webseite oder beim Präsidenten der Sektion Solothurn/Grenchen: Stefan Mauerhofer

2009 haben die Holländer Humanisten Kurzfilme zum Humanismus als Lebenshaltung ausgestrahlt. Menschen aus Burkina Faso, Zimbabwe, Namibia, Türkei und China wurden vorgestellt, die gegen verschiedenste Widerstände ihr Leben nach humanistischen Prinzipien ausrichten und so den emanzipatorischen Prozess Die Filme wurden anschliessend  auf Youtube gestellt.

Gottfried Schatz: Wie «unsichtbarer Hunger» die Menschheit bedroht.

Freitag, 20. Mai 2011

«Unsichtbarer Hunger» nach Vitaminen und anderen Nährstoffen, die wir nur in kleinsten Mengen benötigen, bedroht ein Drittel aller Menschen und tötet jährlich Millionen von Kindern. Verbesserte Nutzpflanzen könnten diesen Hunger lindern, doch Vorurteile und irrationale Ängste verhindern ihren Einsatz.

http://www.nzz.ch/nachrichten/kultur/aktuell/ungeduld_des_herzens_1.10640048.html

NEK: Demenz kein Hindernis für eine gültige Patientenverfügung

Dienstag, 17. Mai 2011

Die Nationale Ethikkommission im Bereich Humanmedizin (NEK-CNE) veröffentlicht heute ihre Stellungnahme Nr. 17/2011 mit dem Titel „Patientenverfügung. Ethische Erwägungen zum neuen Erwachsenenschutzrecht unter besonderer Berücksichtung der Demenz“. Die Patientenverfügung bietet die Möglichkeit, das aus ethischer Sicht zentrale Recht auf autonome Entscheidungen in medizinischen Belangen in eine Situation hinein zu verlängern, in der eine Person urteilsunfähig geworden ist. Die NEK-CNE begrüsst diese Möglichkeit, insbesondere auch für Menschen mit Demenz.
Mit dem neuen Erwachsenenschutzrecht (Art. 360-455 des revidierten Zivilgesetzbuches), welches am 1. Januar 2013 in Kraft treten wird, erhält die Patientenverfügung in der Schweiz erstmals eine national einheitliche Rechtsgrundlage. Dabei wird der Patientenverfügung grundsätzlich eine sehr hohe Verbindlichkeit zugesprochen, was die NEK-CNE unterstützt. Die Kommission teilt die Grundauffassung des neuen Erwachsenenschutzrechts, wonach – auch bei dementieller Erkrankung – von einer „Kontinuität der Person“ auszugehen ist. Daher darf die Gültigkeit einer Patientenverfügung bei Menschen mit Demenz nicht mit dem Verweis in Zweifel gezogen werden, die Person, welche die Verfügung verfasst habe, sei mit jener Person, die von den Anordnungen der Verfügung betroffen ist, nicht identisch.
Kritisch beurteilt die NEK-CNE jedoch die im neuen Erwachsenenschutzrecht vorgeschlagenen Widerrufs- und Korrekturmöglichkeiten einer Patientenverfügung: Mündliche Aussagen sollen ihrer Meinung nach eine Patientenverfügung nur unter bestimmten Voraussetzungen korrigieren dürfen, wenn sie deutlich genug den tatsächlichen Willen einer Person ausdrücken. Dies festzuhalten ist für die Kommission deshalb wichtig, weil sie im neuen Erwachsenenschutzrecht Anreize vorliegen sieht, den sogenannten mutmasslichen Willen der betroffenen Person vorschnell als Korrektiv zur Patientenverfügung anzuwenden. Aus diesem Grund betont die NEK-CNE in ihrer Stellungnahme die Sorgfaltskriterien, die bei der Ermittlung des mutmasslichen Willens insbesondere einer Person mit Demenz zu beachten sind.
Darüber hinaus sind nach Ansicht der NEK-CNE Einschränkungen des Gültigkeitsbereichs von Patientenverfügungen ethisch begründungsbedürftig. Dies gilt beispielsweise im Bereich der Pflege und Schmerzbekämpfung sowie im Rahmen der „fürsorgerischen Unterbringung“ (heute „fürsorgerische Freiheitsentziehung“: FFE).
Für Situationen, in denen keine Patientenverfügung vorliegt, sieht das neue Erwachsenenschutzrecht ein partizipatorisches Entscheidungsmodell zwischen Ärzteschaft und Vertretern des Patienten vor. Die Kommission begrüsst diesen Ansatz, der verglichen mit der aktuellen Situation auf einen Paradigmenwechsel hinausläuft. Sie unterstreicht aber, dass dem mutmasslichen Willen einer Person gegenüber den künftig ebenfalls zu beachtenden „objektiven Interessen“, welche allein aus medizinischer Sicht definiert werden, der klare Vorrang einzuräumen ist. Die Kommission befürchtet, die Orientierung an objektiven Interessen könnte einem Rückschritt vom Freiheitsprinzip zum paternalistischen Fürsorgemodell Vorschub leisten. Dies stünde in klarem Widerspruch zur uneingeschränkt begrüssenswerten Absicht des Gesetzgebers, mit dem neuen Erwachsenenschutzrecht das Recht von Patientinnen und Patienten auf Selbstbestimmung zu stärken.

http://www.nel-cne.ch