Archiv für die Kategorie „Frauenrechte“

Burkaverbot: Initiative kommt zustande

Montag, 18. September 2017

Soll die Burka in der Schweiz verboten werden? Das Volk wird das letzte Wort in dieser Frage haben. | MARIO VEDDER (AP dapd)

Luzerner Zeitung, 13. September 2017

BERN ⋅ Die Volksinitiative für ein Verhüllungsverbot kommt zustande. Zwei Tage vor Ablauf der Sammelfrist hat das Egerkinger Komitee die nötigen 100000 Unterschriften beisammen.

Das Komitee um den Solothurner SVP-Nationalrat Walter Wobmann hat auf den letzten Drücker die nötigen 100’000 beglaubigten Unterschriften erreicht, wie Recherchen unserer Zeitung zeigen. Am nächsten Freitag werden das Komitee die Unterschriften der Bundeskanzlei übergeben. Damit wird das Schweizer Volk über ein Burkaverbot abstimmen können.

Walter Wobmann bestätigte auf Anfrage, dass die Initiative zustande gekommen sei. Er spricht von einem «massiven Schlussspurt» bei der Unterschriftensammlung, der richtig gut verlaufen sei.

Einen grossen Anteil am Zustandekommen der Initiative hat Erwin Lötscher. Der 76-jährige Pensionär aus Willisau im Kanton Luzern steuerte im Alleingang 9700 Unterschriften bei.

Ein Verhüllungsverbot gilt bereits im Kanton Tessin. Das gleiche gilt für Frankreich, Belgien, Holland und Bulgarien. Und ab Oktober werden vollverschleierte Frauen auch in Österreich gebüsst.

Weitere Berichte zum Thema:

“Knapp vor Fristende: Burkaverbot-Initiative kommt zustande” – Tagesanzeiger vom 13.09.2017

Aargauer Zeitung (Videobericht)

“Unglaublich ist die Zahl falscher Unterschriften” – 20 Minuten vom 09.08.2017

“Zwängerei gegen den Vollschleier” – Tagesanzeiger vom 14.09.2017

“Betroffene begrüssen Aufklärung” – Erfolgreicher Start der Online-Plattform gegen Mädchenbeschneidung

Freitag, 14. Juli 2017

Luzern, 10.7.17 (kath.ch)

Die Mitte Mai online gestellte Plattform gegen Mädchenbeschneidung erreicht erwiesenermassen auch Betroffene. Das sagt Nadia Bisang, Projektverantwortliche Fachstelle zur Prävention von Mädchenbeschneidung bei Caritas Schweiz.
«Die Betroffenen reagieren vor allem auf die Videos», erklärt Bisang gegenüber kath.ch. Die auf mädchenbeschneidung.ch publizierten Videos, die über Mädchenschneidung aufklären, sind über Facebook beworben worden.Dort hätten sich Betroffene denn auch gemeldet und die Kampagne als positiv und wichtig bezeichnet. «Mit den Videos wollten wir insbesondere auch Menschen erreichen, die weder lesen noch schreiben können», sagt Bisang.

Eingriff kann tödlich sein

In einem der Videos auf der Plattform erklären zwei Männer und eine Frau auf Tigirinja, einer in Eritrea verbreiteten Sprache, welche negativen Folgen die Genitalvestümmelungen bei Frauen hat und dass sie sich beim katholischen Hilfswerk Caritas Beratung und Hilfe holen können. Dem Argument, die Beschneidung aus Tradition vorzunehmen, wird entgegnet, dass schlechte Traditionen fallen gelassen werden sollten. Keine Religion schreibe Beschneidung von Frauen und Mädchen vor, heisst es im Video weiter.

In einem zweiten Video erklärt eine Ärztin einer Patientin anhand eines Modells, was Beschneidung ist. Sogar das Urinlassen könne wegen dem Eingriff verunmöglicht werden, was sogar zum Tode führen könne, sagt die Ärztin.

Die Plattform gegen Mädchenbeschneidung war Mitte Mai vom Netzwerk gegen Mädchenbeschneidung Schweiz lanciert worden. Dahinter stehen Caritas Schweiz, Terre des femmes Schweiz, Sexuelle Gesundheit Schweiz und das Schweizerische Kompetenzzentrum für Menschenrechte. Die Online-Plattform wurde im Auftrag des Bundesamts für Gesundheit (BAG) und des Staatssekretariats für Migration (SEM) realisiert. (rp)

Netzwerk gegen Mädchenbeschneidung Schweiz

Montag, 19. Juni 2017

Auf der Web-Plattform Mädchenbeschneidung.ch finden Betroffene und Fachpersonen Informationen und Hilfe zum Thema Mädchenbeschneidung:

In der Schweiz leben viele Menschen, die aus Ländern mit hohen Beschneidungsraten stammen. Gemäss Schätzungen geht man von rund 14’700 betroffenen oder gefährdeten Mädchen und Frauen aus.
Die weibliche Genitalbeschneidung (Female Genital Mutilation/ Cutting, FGM/C) wird in afrikanischen Ländern, im Nahen Osten und in Asien praktiziert. Da in der Schweiz viele Menschen leben, die aus Ländern mit hohen Beschneidungsraten stammen, sind auch Fachpersonen hierzulande mit der Thematik konfrontiert. In der Schweiz ist die weibliche Genitalbeschneidung verboten.

Anzahl der Betroffenen

Gemäss Schätzungen aus dem Jahr 2013 geht man in der Schweiz von ungefähr 14’700 betroffenen oder gefährdeten Mädchen und Frauen aus. Dies ist eine Hochrechnung. Sie wurde anhand der Statistik der jeweiligen ausländischen Wohnbevölkerung erstellt und in Bezug gesetzt zu den Vorkommensraten in den Ursprungsländern.1 Genauere Aussagen zur Prävalenz können zurzeit nicht gemacht werden, da in der Schweiz kein Monitoringsystem existiert, welches relevante Daten gesamtschweizerisch erheben würde.

Wer ist betroffen?

In der Schweiz sind insbesondere (aber nicht nur) Menschen aus Eritrea, Somalia, Äthiopien, Sudan und aus Ägypten betroffen.1 Die Beschneidungsraten in diesen Ländern sind hoch: So sind dort zwischen 74% (Äthiopien) und 98% (Somalia) aller Mädchen und Frauen beschnitten. Migrantinnen aus diesen Ländern haben in der Schweiz oft mit vielfältigen Schwierigkeiten zu kämpfen. Ein ungewisser Aufenthaltsstatus, Diskriminierung auf verschiedenen Ebenen und eine prekäre finanzielle Situation erschweren die Integration. Zudem erlitten oder erleiden etliche Frauen (sexualisierte) Gewalt – sei das im Herkunftsland, auf der Flucht oder im Aufnahmeland. Deswegen ist FGM/C – wenn es denn von den Betroffenen überhaupt als Problem wahrgenommen wird – nur eines von Vielen.

Und die Fachpersonen?

Fachpersonen aus unterschiedlichsten Berufsfeldern kommen mit betroffenen oder gefährdeten Mädchen und Frauen in Kontakt. Laut einer Studie von UNICEF Schweiz gaben 40% der befragten Fachleute aus dem medizinischen bzw. 42% aus dem Asyl- und 27% der befragten Fachpersonen aus dem Sozialbereich an, mit beschnittenen Mädchen und Frauen konfrontiert zu sein. Dabei haben Gynäkologen und Gynäkologinnen (79%) sowie Hebammen (66%) am häufigsten Kontakt mit Betroffenen. Dies ist nicht erstaunlich, zumal die weibliche Genitalbeschneidung häufig erst im Rahmen einer Schwangerschaft oder Geburt festgestellt wird. Der Umgang mit dem Thema FGM/C ist für viele Fachpersonen nach wie vor eine grosse Herausforderung, der Informationsbedarf gross.2 Umso wichtiger ist die Einbindung des Themas FGM/C in Aus- und Weiterbildungen. Im Weiteren ist es wichtig, das Thema zu institutionalisieren, d.h. Vorgehen und Abläufe betr. FGM/C innerhalb einer Institution/Betrieb müssen definiert werden.3 Wann immer möglich sollte das Thema in bestehende Strukturen eingebunden werden.

MultiplikatorInnen

Multiplikatorinnen und Multiplikatoren vermitteln zwischen den betroffenen Gemeinschaften, Beratungsstellen und Fachpersonen. Sie sind für die Prävention sehr wichtig, indem sie die betroffenen Gemeinschaften (Communities) dazu anregen, das tabuisierte Thema der weiblichen Genitalbeschneidung (Female Genital Mutilation/Cutting, FGM/C) zu diskutieren und diese Tradition und Praxis kritisch zu hinterfragen.

Engagement von Bund und Kantonen

Die Motion von Maria Roth Bernasconi zu weiblicher Genitalverstümmelung war der Auslöser für ein Engagement von Seiten des Bundes. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) engagiert sich im Rahmen des Nationalen Programms Migration und Gesundheit seit 2003 mit der Finanzierung von Sensibilisierungs- und Präventionsmassnahmen gegen FGM/C. Seit 2010 beteiligt sich auch das Staatssekretariat für Migration (SEM) an diesen Aktivitäten. 2015 hat der Bundesrat beschlossen im Zeitraum von 2016 bis 2019 ein Netzwerk gegen weibliche Genitalverstümmelung zu unterstützen. Die Aktivitäten auf kantonaler Ebene sind sehr heterogen: Die vier Kantone Genf, Neuenburg, Waadt und Freiburg setzen bzw. setzten kantonale Strategien oder Kampagnen um.

Glarus stellt die Burka-Frage – Abstimmung mit nationaler Bedeutung

Freitag, 5. Mai 2017

tagesanzeiger.ch vom 4.5.2017:

Jeder, der davon hört, fragt: Gibt es überhaupt Burkaträgerinnen im Kanton Glarus? Weshalb stimmen ausgerechnet die Glarnerinnen und Glarner, die nach Zürich reisen müssen, um eine Frau mit Vollschleier anzutreffen, über ein Verbot desselben ab?

«Doch, es hat zwei, in Niederurnen», sagt Kaspar Krieg, Präsident der kantonalen SVP. Er sei sogar einmal bei einer zu Hause gewesen, aus beruflichen Gründen, erzählt der gelernte Schreiner. Und habe dort zehn Minuten vor der Tür warten müssen, bis sie fertig angezogen war. «Das ist halt so bei denen», sagt er mit amüsiertem Unterton. Er klingt nicht wie einer, der anderen vorschreiben will, wie sie sich zu kleiden haben. Tatsächlich hat Kaspar Krieg, der auch im Landrat sitzt, sich der Stimme enthalten, als das Kantonsparlament im Dezember 2015 abstimmte. Er sei damals tendenziell gegen ein kantonales Verhüllungsverbot gewesen, sagt Krieg. Heute ist er hin und her gerissen. «Vielleicht sollte man doch ein Zeichen setzen gegen den fundamentalistischen Islam.» Er werde sich auf dem Landsgemeindering spontan entscheiden.

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“Verweigerung von Frauenrechten aufgrund sogenannt christlicher Werte” – NGO-Koordination post Beijing auf der Suche nach Strategien gegen den Anti-Genderismus

Montag, 27. März 2017

Bern, 26.3.17 (kath.ch) – Ein Bericht von Vera Rüttimann

Die «NGO-Koordination post Beijing Schweiz» hat sich am Samstag im reformierten Kirchgemeindehaus Frieden in Bern zur Jahrestagung unter dem Motto «Verweigerung von Frauenrechten aufgrund sogenannt christlicher Werte» getroffen.Der Hauptbefund: Progressiven Frauen weht aktuell ein rauer Wind entgegen. Auch von Papst Franziskus könne man keine Hilfe erwarten, stellte die feministische Theologin Doris Strahm vor rund 100 Frauen aus der ganzen Schweiz fest.

Für das Input-Referat konnte die Organisatoren der Tagung Doris Strahm gewinnen. Die Theologin ist in der feministischen Szene ein viel beschriebenes Blatt: Doris Strahm ist vielen bekannt als wissenschaftliche Mitarbeiterin, Dozentin und Referentin an verschiedenen Universitäten. Sie ist zudem Mitgründerin der feministisch-theologischen Zeitschrift Fama und Mitinitiantin des Interreligiösen Think-Thanks.

Die Theologin machte zu Beginn ihres Referates vor rund hundert Frauen aus unterschiedlichen Frauenorganisationen aus der ganzen Schweiz klar, dass nicht erst seit der Wahl Donald Trumps zum US-amerikanischen Präsidenten Frauen ein rauer Wind entgegen wehe. «Seit der vierten UNO-Weltfrauenkonferenz in Beijing 1995, an der bekräftigt wurde, dass Frauenrechte Menschenrechte sind, bekämpfen fundamentalistische christliche Kreise sowie der Vatikan die reproduktiven Rechte der Frauen und ihr Recht auf sexuelle Selbstbestimmung», so Strahm. Leider sei die römisch-katholische Kirche dabei federführend und habe mit dem Begriff eine regelrechte Gegenstrategie aufgebaut, um gegen die sexuellen und reproduktiven Rechte von Frauen vorzugehen.

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Kultur: Radikale Abrechnung mit dem Islam – Ayad Akhtars “The Who and the What” in Hamburg

Montag, 16. Januar 2017

deutschlandradio-kultur vom 14.01.2017

Eine Religion, die die Menschen am Glücklich-Sein hindert: So präsentiert US-Dramatiker Ayad Akhtar den Islam in seinem neuen Stück. Darin will ein pakistanisch-stämmiger Taxiunternehmer seine Töchter verheiraten – unter strenger Beachtung der Lehren des Propheten Mohammed.

Als die Tochter ein Buch über den Propheten Mohammed veröffentlichen will, reicht es ihrem Vater. “Du bist nicht mehr meine Tochter”, ruft er der jungen Frau hinterher. Vom Taxi-Fahrer zum Taxi-Mogul hat sich der einst aus Pakistan eingewanderte Mann in Atlanta hochgearbeitet. Eine kritische Auseinandersetzung mit der Religion verträgt er trotzdem nicht. So wie auch seine islamischen Fahrer. Haufenweise kündigen sie, als das Buch der Tochter erscheint.

Dabei hatte der sympathische Mann mit den grauen Haaren doch immer nur das Beste für seine Familie gewollt. Als der Geliebte der Tochter einst um ihre Hand anhielt, insistierte er solange, bis sie ihn verließ – der Mann wollte nicht zum Islam konvertieren. Die jüngere Schwester muss den ersten Mann heiraten, den sie geküsst hat. Damit sie bei der Eheschließung noch Jungfrau ist, praktiziert sie seit Jahren nur Analsex mit ihm – und fragt sich jetzt, ob vielleicht auch das nach den Lehren des Propheten Mohammed verboten ist.

Ayad Akhtars neues Stück ist eine radikale Abrechnung mit dem Islam, der als eine Religion gezeigt wird, die die Menschen am Glücklichsein hindert. Vor allem die Frauen werden, folgt man den Autor, drangsaliert. Und zwar auch diejenigen, die ohne Kopftuch scheinbar gut integriert in der westlichen Welt leben. Die Lehren des Propheten sind allgegenwärtig, erzählt das Stück. Sie bestimmen die Partnerwahl und das Liebesleben der Frauen seit Jahrhunderten.

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Deutschland: Kampf gegen weibliche Genitalverstümmelung soll verstärkt werden

Freitag, 9. Dezember 2016

berlinlive.de vom 9.12.2016: “In Deutschland leben laut Schätzungen mindestens 30.000 Frauen und Mädchen, die von Genitalverstümmelung betroffen sind – und sogar 200 Millionen sind es laut Unicef weltweit. Weitere 5000 Mädchen sind in Deutschland derzeit laut dem Netzwerk Integra gefährdet. Sie sind aufgrund von Familientraditionen potenzielles Ziel von dieser Art der Gewalt, bei der oft große Teile der Schamlippen und der Klitoris entfernt werden – eine Praktik, die für die Menschen zum Trauma werden kann.” (weiterlesen…)

Veranstaltung zum Tag der Menschenrechte in Zürich: Samstag, 10.12.2016 – Elizabeth O’Casey (IHEU)referiert zum Thema: Die Situation um Frauen- und LGBTI-Rechte und die Projekte der IHEU

Montag, 21. November 2016

Wir schreiben das Jahr 2016 – und nach wie vor sind Frauen und bi-, homosexuelle oder Transgender-Personen vielerorts gar nicht oder nicht zureichend rechtlich geschützt. Mehr noch, werden Menschen, die sich nicht für den traditionellen heterosexuellen Lebensentwurf entscheiden, in vielen Ländern durch staatliche oder religiöse Institutionen und Gruppen gnadenlos verfolgt.

Elizabeth O’Casey ist Director of Advocacy bei der International Humanist and Ethical Union – IHEU. Sie wird uns in ihrem Referat (in Englisch) etwas über die Situation der Betroffenen sowie über die diesbezüglichen Projekte der IHEU erzählen.

Diese Veranstaltung entsteht in einer Kooperation von frei-denken.ch mit der Uni-Gruppe L-Punkt Zürich. Im Anschluss gibts einen kleinen Apéro.

 

 

Zeit: Beginn 17:00

Ort: Uni Zürich, Raum KO2-F-150, Karl Schmid-Strasse 4, 8006 Zürich.
Google Maps: Das Gebäude KO2 der Uni Zürich.

Eintritt: frei, Spendenbox

Die Kirche ist weiblich? – Papst bleibt beim Nein zur Priesterweihe für Frauen

Samstag, 5. November 2016

“Papst Franziskus hat der Priesterweihe von Frauen in der katholischen Kirche erneut eine Absage erteilt. Zu diesem Thema sei das letzte Wort von Johannes Paul II. klar gesprochen worden, sagte Franziskus am Dienstag auf dem Rückflug von seiner zweitägigen Schweden-Reise. «Und dabei bleibt es.»

 

>>Keine Berührungsängste? – Papst Franziskus und die schwedischen Frauen: Artikel auf nzz,ch

>>”Papst bleibt beim NEIN zur Priesterweihe” – Artikel auf kath.ch

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Telenova gegen weibliche Beschneidung – Entertainment-Format als Überzeugungsmethode

Freitag, 14. Oktober 2016


Im Sudan testet ein Forscherinnenteam, ob Telenovelas zum Thema Beschneidung die Einstellung der Menschen dazu nachhaltig verändern können. Ergebnis: Sie können.
Es geht um Träume, Karriere, Liebe und – weibliche Beschneidung. (weiterlesen…)