Archiv für die Kategorie „Frauenrechte“

“Verweigerung von Frauenrechten aufgrund sogenannt christlicher Werte” – NGO-Koordination post Beijing auf der Suche nach Strategien gegen den Anti-Genderismus

Montag, 27. März 2017

Bern, 26.3.17 (kath.ch) – Ein Bericht von Vera Rüttimann

Die «NGO-Koordination post Beijing Schweiz» hat sich am Samstag im reformierten Kirchgemeindehaus Frieden in Bern zur Jahrestagung unter dem Motto «Verweigerung von Frauenrechten aufgrund sogenannt christlicher Werte» getroffen.Der Hauptbefund: Progressiven Frauen weht aktuell ein rauer Wind entgegen. Auch von Papst Franziskus könne man keine Hilfe erwarten, stellte die feministische Theologin Doris Strahm vor rund 100 Frauen aus der ganzen Schweiz fest.

Für das Input-Referat konnte die Organisatoren der Tagung Doris Strahm gewinnen. Die Theologin ist in der feministischen Szene ein viel beschriebenes Blatt: Doris Strahm ist vielen bekannt als wissenschaftliche Mitarbeiterin, Dozentin und Referentin an verschiedenen Universitäten. Sie ist zudem Mitgründerin der feministisch-theologischen Zeitschrift Fama und Mitinitiantin des Interreligiösen Think-Thanks.

Die Theologin machte zu Beginn ihres Referates vor rund hundert Frauen aus unterschiedlichen Frauenorganisationen aus der ganzen Schweiz klar, dass nicht erst seit der Wahl Donald Trumps zum US-amerikanischen Präsidenten Frauen ein rauer Wind entgegen wehe. «Seit der vierten UNO-Weltfrauenkonferenz in Beijing 1995, an der bekräftigt wurde, dass Frauenrechte Menschenrechte sind, bekämpfen fundamentalistische christliche Kreise sowie der Vatikan die reproduktiven Rechte der Frauen und ihr Recht auf sexuelle Selbstbestimmung», so Strahm. Leider sei die römisch-katholische Kirche dabei federführend und habe mit dem Begriff eine regelrechte Gegenstrategie aufgebaut, um gegen die sexuellen und reproduktiven Rechte von Frauen vorzugehen.

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Kultur: Radikale Abrechnung mit dem Islam – Ayad Akhtars “The Who and the What” in Hamburg

Montag, 16. Januar 2017

deutschlandradio-kultur vom 14.01.2017

Eine Religion, die die Menschen am Glücklich-Sein hindert: So präsentiert US-Dramatiker Ayad Akhtar den Islam in seinem neuen Stück. Darin will ein pakistanisch-stämmiger Taxiunternehmer seine Töchter verheiraten – unter strenger Beachtung der Lehren des Propheten Mohammed.

Als die Tochter ein Buch über den Propheten Mohammed veröffentlichen will, reicht es ihrem Vater. “Du bist nicht mehr meine Tochter”, ruft er der jungen Frau hinterher. Vom Taxi-Fahrer zum Taxi-Mogul hat sich der einst aus Pakistan eingewanderte Mann in Atlanta hochgearbeitet. Eine kritische Auseinandersetzung mit der Religion verträgt er trotzdem nicht. So wie auch seine islamischen Fahrer. Haufenweise kündigen sie, als das Buch der Tochter erscheint.

Dabei hatte der sympathische Mann mit den grauen Haaren doch immer nur das Beste für seine Familie gewollt. Als der Geliebte der Tochter einst um ihre Hand anhielt, insistierte er solange, bis sie ihn verließ – der Mann wollte nicht zum Islam konvertieren. Die jüngere Schwester muss den ersten Mann heiraten, den sie geküsst hat. Damit sie bei der Eheschließung noch Jungfrau ist, praktiziert sie seit Jahren nur Analsex mit ihm – und fragt sich jetzt, ob vielleicht auch das nach den Lehren des Propheten Mohammed verboten ist.

Ayad Akhtars neues Stück ist eine radikale Abrechnung mit dem Islam, der als eine Religion gezeigt wird, die die Menschen am Glücklichsein hindert. Vor allem die Frauen werden, folgt man den Autor, drangsaliert. Und zwar auch diejenigen, die ohne Kopftuch scheinbar gut integriert in der westlichen Welt leben. Die Lehren des Propheten sind allgegenwärtig, erzählt das Stück. Sie bestimmen die Partnerwahl und das Liebesleben der Frauen seit Jahrhunderten.

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Deutschland: Kampf gegen weibliche Genitalverstümmelung soll verstärkt werden

Freitag, 9. Dezember 2016

berlinlive.de vom 9.12.2016: “In Deutschland leben laut Schätzungen mindestens 30.000 Frauen und Mädchen, die von Genitalverstümmelung betroffen sind – und sogar 200 Millionen sind es laut Unicef weltweit. Weitere 5000 Mädchen sind in Deutschland derzeit laut dem Netzwerk Integra gefährdet. Sie sind aufgrund von Familientraditionen potenzielles Ziel von dieser Art der Gewalt, bei der oft große Teile der Schamlippen und der Klitoris entfernt werden – eine Praktik, die für die Menschen zum Trauma werden kann.” (weiterlesen…)

Veranstaltung zum Tag der Menschenrechte in Zürich: Samstag, 10.12.2016 – Elizabeth O’Casey (IHEU)referiert zum Thema: Die Situation um Frauen- und LGBTI-Rechte und die Projekte der IHEU

Montag, 21. November 2016

Wir schreiben das Jahr 2016 – und nach wie vor sind Frauen und bi-, homosexuelle oder Transgender-Personen vielerorts gar nicht oder nicht zureichend rechtlich geschützt. Mehr noch, werden Menschen, die sich nicht für den traditionellen heterosexuellen Lebensentwurf entscheiden, in vielen Ländern durch staatliche oder religiöse Institutionen und Gruppen gnadenlos verfolgt.

Elizabeth O’Casey ist Director of Advocacy bei der International Humanist and Ethical Union – IHEU. Sie wird uns in ihrem Referat (in Englisch) etwas über die Situation der Betroffenen sowie über die diesbezüglichen Projekte der IHEU erzählen.

Diese Veranstaltung entsteht in einer Kooperation von frei-denken.ch mit der Uni-Gruppe L-Punkt Zürich. Im Anschluss gibts einen kleinen Apéro.

 

 

Zeit: Beginn 17:00

Ort: Uni Zürich, Raum KO2-F-150, Karl Schmid-Strasse 4, 8006 Zürich.
Google Maps: Das Gebäude KO2 der Uni Zürich.

Eintritt: frei, Spendenbox

Die Kirche ist weiblich? – Papst bleibt beim Nein zur Priesterweihe für Frauen

Samstag, 5. November 2016

“Papst Franziskus hat der Priesterweihe von Frauen in der katholischen Kirche erneut eine Absage erteilt. Zu diesem Thema sei das letzte Wort von Johannes Paul II. klar gesprochen worden, sagte Franziskus am Dienstag auf dem Rückflug von seiner zweitägigen Schweden-Reise. «Und dabei bleibt es.»

 

>>Keine Berührungsängste? – Papst Franziskus und die schwedischen Frauen: Artikel auf nzz,ch

>>”Papst bleibt beim NEIN zur Priesterweihe” – Artikel auf kath.ch

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Telenova gegen weibliche Beschneidung – Entertainment-Format als Überzeugungsmethode

Freitag, 14. Oktober 2016


Im Sudan testet ein Forscherinnenteam, ob Telenovelas zum Thema Beschneidung die Einstellung der Menschen dazu nachhaltig verändern können. Ergebnis: Sie können.
Es geht um Träume, Karriere, Liebe und – weibliche Beschneidung. (weiterlesen…)

Ägypten: “Härtere Strafen für Genitalverstümmelung”

Montag, 29. August 2016

Die ägyptische Regierung will dem Parlament einen Gesetzesentwurf vorlegen, der die Strafe für weibliche Beschneidung drastisch erhöht. So soll auf die Beschneidung von Mädchen und Frauen in Zukunft eine Haftstrafe zwischen fünf und sieben Jahren stehen. Bislang beträgt das Strafmaß zwischen drei Monaten und zwei Jahren Gefängnis. (weiterlesen…)

Debatte über das Burkaverbot in der Schweiz

Freitag, 19. August 2016

Informationsplattform humanrights.ch vom 18. August 2016: “Seit am 15. März 2016 das Egerkinger Komitee eine nationale Volksinitiative für ein Verhüllungsverbot lanciert hat, ist die seit vielen Jahren mottende öffentliche Debatte in der Schweiz zum sogen. «Burkaverbot» wieder aufgeflammt, zumal der Zürcher SP-Regierungsrat Mario Fehr mit seiner öffentlichen Zustimmung zum Burkaverbot ein wenig Öl ins Sommerloch geträufelt hat. (weiterlesen…)

Anne-Marie Rey (1937-2016): Zarte Kämpferin für die Freiheit

Dienstag, 28. Juni 2016

Mit Anne-Marie Rey verliert die Freidenker-Bewegung eine ihrer engagiertesten Frauen. Zunächst trug sie das Anliegen des straffreien Schwangerschaftsabbruchs in die Vereinigung hinein, bis schliesslich nach jahrzehntelangem Kampf mit der Volksabstimmung von 2002 in der Schweiz die Fristenregelung eingeführt wurde.

Zwar blieb sie diesem Anliegen auch weiterhin verpflichtet, richtete aber nun ihre Energie vermehrt auf das Kernthema der Freidenker: die Trennung von Staat und Kirche/Religion. Auch hier scheute sie keine persönlichen Mühen und Kosten, der Forderung nach einer vollständigen Trennung von Staat und Kirche im Kanton Bern Nachdruck zu verleihen, sei es mit bohrenden Fragen an die Verwaltung, in Leserbriefen oder an Veranstaltungen. Selbst vor der persönlichen Steuerverweigerung schreckte sie nicht zurück und liess sich auch von einer Niederlage vor dem Bundesgericht 2011 nicht von der Überzeugung abbringen, dass die Abgeltung der Pfarrlöhne im Kanton Bern durch allgemeine Steuermittel abzuschaffen sei. Und die Zeit gab ihr auch hier recht: Der Kanton Bern bewegt sich in dieser Frage. Den Abschluss der von ihr Anfang 2016 angeregten Studie zur gesamtgesellschaftlichen Relevanz der Dienstleistungen der Landeskirchen im Kanton Bern wird sie nun aber leider nicht mehr erleben.

In einem Artikel über eine Vortragsreihe des amerikanischen Rechtsphilosophen Ronald Dworkin an der Uni Bern schrieb sie in Übereinstimmung mit dem Redner in der Zeitschrift frei denken. (1/2012): Wir haben das unveräusserliche Recht, fundamentale ethische Entscheidungen, die unser Leben bestimmen, in eigener Verantwortung zu treffen. Dazu gehören zum Beispiel Fragen der Sexualität, Homosexualität, Abtreibung und Fragen am Lebensende. Ethische Unabhängigkeit ist der Kern der Menschenwürde.“

In dieser freidenkerischen Überzeugung haben wir sie vor einer Woche auch am Welthumanistentag in Bern an einem kritischen Vortrag zu Scharia-Gerichten in England zum letzten Mal als engagierte Zuhörerin erlebt.

Anne-Marie Reys Leben hat deutliche Spuren hinterlassen in unserer Gesellschaft. Engagierte Menschen wie sie braucht es, damit das Projekt Aufklärung weiterentwickelt werden kann.

Uns bleiben die Dankbarkeit und die Erinnerung an diese zarte Kämpferin für die Freiheit. Die Freidenker-Vereinigung verneigt sich vor dem Lebenswerk von Anne-Marie Rey und wird ihre Anliegen weitertragen

Reta Caspar

Biografie:
Die Erzengelmacherin: Das 30-jährige Ringen um die Fristenregelung

Anne-Marie Rey (2007)

Vortrag 20. Juni, Bern: Elham Manea über die Auswirkungen von Sharia-Gerichten in Europa

Mittwoch, 8. Juni 2016

Aus Anlass des Welthumanistentags 2016 laden die Berner Freidenker zur Veranstaltung mit Dr. Elham Manea, Politologin und Privatdozentin an der Uni Zürich. Sie stellt ihr eben erschie-nenes Buch Women and Shari’a Law: The Impact of Legal Pluralism in the UK vor. Darin beleuchtet sie die Errichtung von Sharia-Räten und -Schiedsgerichten in Grossbritannien.

Sie zeigt die Konsequenzen unter-schiedlicher Rechtsordnungen für verschiedene Bevölkerungsgruppen – ein Ansatz, der auch schon für die Schweiz postuliert wurde. Der Fokus liegt dabei, wie der Titel des Buches verrät, auf den Frauen.