Archiv für die Kategorie „Film“

Dieter Nuhr: Ein Kabbaretist spricht über Christentum, Islam, Facebook und andere Unannehmlichkeiten – Hörspiel der gbs

Dienstag, 27. Dezember 2016

Rainer Praetorius ist ein alter Medienhase. Als freier Autor und Journalist schreibt er seit Jahrzehnten Fernseh- und Hörfunkbeiträge für verschiedene öffentlich-rechtliche Sender sowie Artikel für renommierte Zeitungen. Natürlich kommt es immer mal wieder vor, dass Redaktionen sich nicht für Themen interessieren oder Beiträge ablehnen – aber was ihm mit seinem Feature über Dieter Nuhr passiert ist, das hat er in all den Jahrzehnten bisher noch nicht erlebt.

Im vergangenen Jahr schrieb Praetorius ein einstündiges Radioportrait über den streitbaren Kabarettisten. Eine Auftragsarbeit für eine öffentlich-rechtliche Sendeanstalt. Praetorius tat, was Autoren und Journalisten üblicherweise tun, wenn sie eine Person portraitieren: Er rückte einen zentralen Aspekt von Nuhrs Schaffen und Denken in den Mittelpunkt des Features – seine teils recht scharfe Religions- und Kirchenkritik. Um Nuhrs auf der Bühne und im Interview geäußerte Kritik an Religion im Allgemeinen sowie Islam und Christentum im Besonderen zu vertiefen, interviewte Praetorius für das Feature ferner den Philosophen Michael Schmidt-Salomon (gbs), der für seine kritischen Auseinandersetzungen mit Religion und Kirche bekannt ist.

Doch als Praetorius das Manuskript der Redaktion vorlegte, die ihn mit dem Radioportrait des Kabarettisten Dieter Nuhr beauftragt hatte, wurde es abgelehnt. Zu religionskritisch. Praetorius wollte im Verlauf der Auseinandersetzungen nicht auf einen Gegenvorschlag der Redaktion eingehen. Ein neues Manuskript hätte nur dann den Segen der Redaktion gefunden, wenn der Autor bereit gewesen wäre, seinen vorhandenen Text völlig auf den Kopf zu stellen. Religionskritische Inhalte hätte nur noch als kleines Randthema vorkommen dürfen.

Rainer Praetorius tat deshalb das, was freie Journalisten üblicherweise tun, wenn eine Redaktion ihr Skript ablehnt: Er bot es anderen öffentlich-rechtlichen Sendern an, die über geeignete Sendeplätze für ein solches Radioportrait verfügen. Doch bei keiner einzigen Redaktion hatte er Glück. Mit immer neuen Begründungen wurde sein Manuskript abgelehnt. Bei aller Vielfalt der Begründungen schien laut Praetorius eines immer wieder durch: Die Ablehnung erfolgte zu einem nicht unbeträchtlichen Teil auch deshalb, weil die Redakteure die im Feature geäußerte Religionskritik scheuten.

Nach den vielen Ablehnungen seitens der Rundfunkanstalten entschloss sich Rainer Praetorius dazu, sein Feature mit Unterstützung der Giordano-Bruno-Stiftung und unter der Regie von Daniela Wakonigg (hpd) frei zu produzieren. Hier kann man sich kostenlos zu Gemüte führen, was die Öffentlich-Rechtlichen ihren Hörern nicht zumuten wollten. Viel Vergnügen!

Livestream: Michael Schmidt-Salomon bei “Sternstunde” – Ist die Schweiz ein säkularer Staat?

Montag, 19. Dezember 2016

Der deutsche Philosoph und Autor Michael Schmidt-Salomon stellte bei seiner – von der Freidenkervereinigung der Schweiz initiierten – Lesetour sein aktuelles Buch “Grenzen der Toleranz” in 6 Schweizer Städten vor  Für den SRF wurde eine ausführliches Interview mit MSS für die Sendung “Sternstunden” aufgezeichnet und steht als Lifestream zur Verfügung:

Die Schweiz ist ein christliches Land, behaupten die einen. Die Schweiz ist ein säkularer Staat, sagen die anderen. Um die christlichen Wurzeln der helvetischen Kultur ist ein Streit entbrannt. Der scharfe Freidenker Michael Schmidt-Salomon schlägt eine Schneise durch das Dickicht der Wertedebatte.

Kreuze, Kruzifixe, Minarette oder Burka: Um religiöse Symbole wird in der Schweiz seit Jahren gestritten. Nun mündet die Auseinandersetzung in eine eigentliche Wertedebatte. Ist die Schweiz noch ein christliches Land? Wie ist der hohe Anteil der Konfessionslosen zu bewerten? Sind Freiheit, Gleichheit und Solidarität christliche Werte oder Errungenschaften der Aufklärung? Der Philosoph Michael Schmidt-Salomon ist in Deutschland der Inbegriff eines Freidenkers. In «Sternstunde Religion» erläutert er seine Vorstellung von Toleranz und einer offenen Gesellschaft und warnt vor religiöser Vereinnahmung.

“Sternstunde” mit Michael Schmidt -Salomon - Livestream ansehen

Filmempfehlung: “Kann man Gott beleidigen?” – Der Streit um die Blasphemie

Freitag, 16. Dezember 2016

“In der heutigen Zeit, in der Religion weltweit an Bedeutung gewinnt oder gar zu einem Politikum wird, das Terror und Gewalt auf den Plan ruft, ist Blasphemie ein brisantes Thema. Die Dokumentation geht der Frage nach, wie sich Künstler, Filmemacher und Karikaturisten positionieren, deren Werke sich aus unterschiedlichen Lagern den Vorwurf der Gotteslästerung eingehandelt haben.

Blasphemie ist ein brisantes Thema in Zeiten, in denen Religion weltweit an Bedeutung gewinnt oder sogar zu einem Politikum werden kann, das Terror und Gewalt auf den Plan ruft. Die Ereignisse seit der Fatwa gegen den Schriftsteller Salman Rushdie bis hin zum Terroranschlag auf die Satirezeitschrift “Charlie Hebdo” in Paris haben die Debatte um Blasphemie zugespitzt auf eine Frontstellung: hier die Meinungsfreiheit, dort der Respekt vor der Religion. Vor allem Künstler und Karikaturisten sehen sich seit jeher mit dem Vorwurf der Blasphemie konfrontiert, wenn sie mit ihren Werken eine Vertiefung religiöser Motive vorantreiben oder bewusst kirchliche Institutionen attackieren wollten. Die Dokumentation geht dem Streit um Blasphemie in der Kunst nach und fragt Vertreter aller Glaubensrichtungen, wie sie das Thema Gotteslästerung bewerten. Dabei schaut sie zurück auf die Ursprünge der Religion und ordnet das Thema Blasphemie historisch ein. Sie stellt Werke von Künstlern, Filmemachern und Karikaturisten vor, die als blasphemisch bezeichnet wurden und die teils drastische Konsequenzen nach sich zogen. Wie beim Karikaturisten Kurt Westergard, der seit der Veröffentlichung der Mohammed-Karikaturen unter Polizeischutz steht. Die österreichischen Künstler Herrmann Nitsch und Deborah Sengl thematisieren mit ihrer Kunst gesellschaftliche Missstände und setzen hierfür christliche Symbole ein. Der Karikaturist Gerhard Haderer hat sich häufig mit dem Machtphänomen der katholischen Kirche beschäftigt, und die Filme Ulrich Seidls liefern immer wieder Stoff für hitzige Blasphemie-Diskussionen.”

Der Film ist in der ARTE MEDIATHEK online verfügbar bis zum 14.03.2017:

>>Zum Film in der ARTE MEDIATHEK

“Arena” vom 21.10.2016: Die Schweiz und ihre christlichen Wurzeln

Montag, 24. Oktober 2016

Die Diskussion über schweizerische Identität und die Verteidigung christlicher Werte ist unter dem Eindruck des islamistischen Terrors und der Immigration zum Thema geworden. In der «Arena» diskutierte die Gesprächsrunde über das christlich geprägte Land und die Ansprüche anderer Religionen. (weiterlesen…)

Deutschland: Gottlos glücklich? Reportage des ARD zu Atheismus in Deutschland

Montag, 24. Oktober 2016

Jens Tobias ist überzeugter Atheist. Den lieben Gott” braucht er nicht. Der Unternehmensberater aus Leipzig ist, wie die Mehrheit der Ostdeutschen, ohne Kirche und Religion aufgewachsen. Sind die Ostdeutschen deshalb amoralischer oder weniger anständig als die christlichen Westdeutschen? Studien legen nahe: Ihr Leben ist nicht weniger sinnhaft, sie setzen sich nicht weniger für die Gemeinschaft ein und sie sind auch nicht weniger interessiert an ethischen Fragen. (weiterlesen…)

“Das Leben des Brian”: Trotz Verbot am Karfreitag

Freitag, 12. Februar 2016

“Zum vierten Mal schon lehnt sich die Initiative „Religionsfrei im Revier“ gegen religiöse Bevormundung und bürokratischen Schwachsinn auf, in dem sie an Karfreitag die Jesusparodie „Das Leben des Brian“ öffentlich zeigt – obwohl das verboten ist.” (weiterlesen…)

ARTE: Du sollst nicht schwul sein

Donnerstag, 14. Mai 2015

Ob Bibel, Thora oder Koran – die heiligen Bücher lehnen Homosexualität allesamt ab: Bis heute diktieren die jahrtausendealten Schriften den Umgang der Religionen mit ihren ungeliebten Söhnen und Töchtern. Um ihrem Gott, ihrer Religionsgemeinde oder einfach nur der eigenen Familie zu gefallen, sollen die Homosexuellen heterosexuell werden – oder ein Leben lang Verstecken spielen.

http://www.arte.tv/guide/de/051864-000/du-sollst-nicht-schwul-sein

Kinotipp: Timbuktu

Donnerstag, 11. Dezember 2014

Frankreich, 2014  Drama  100min
Die von Mythen umwobene malische Stadt Timbuktu wird von Dschihadisten übernommen, die ihre Regeln der Bevölkerung aufzwingen wollen. Die Beduinen-Familie von Kidane lebt friedlich in ihrem Zelt, bis ein Zwist mit dem Fischer Amabou alles durcheinander bringt. Abderrahmane Sisskao schafft es auf bewegende Weise, dem grassierenden Fundamentalismus auf sanfte Art ein zutiefst menschliches Filmgedicht entgegenzuhalten. [Pressetext]
Regie: Abderrahmane Sissako
Kinostart in der Schweiz: 18.12.2014 (Deutschschweiz) – 10.12.2014 (Romandie) – 25.09.2014 (Tessin)  Wann und wo?
Gratistickets für FVS-Mitglieder sind vergeben.


Heute: “God Loves Uganda” im Kino Lichtspiel Bern

Dienstag, 9. Dezember 2014

Der Film God Loves Uganda (USA/Uganda 2013) dokumentiert den fatalen Einfluss der «Entwicklungshilfe» evangelikaler Christen in Uganda und ihr Mitwirken an den neuen Anti-Homosexuellen-Gesetzen des Landes.
Die Freidenker-Sektion Bern zeigt den Dokumentarfilm am Dienstag, 9. Dezember anlässlich des Tages der Menschenrechte im Kino Lichtspiel.

Türöffnung 19 Uhr, Beginn 19.30 Apéro nach dem Film. Eintritt frei, Kollekte.

Der Film wird auf Englisch ohne Untertitel gezeigt.

Siehe auch menschenrechtstag.ch und Twitter-Account humanrights_day.

Filmtipp: Iraner

Samstag, 15. November 2014

“Gerade wenn man sich nichts zu sagen hat, ist ein Gespräch das Allerwichtigste”

Der iranische Regisseur Mehran Tamadon lebt in Frankreich, ist Atheist und verheiratet mit einer Christin. Er überzeugt vier Mullahs, allesamt vehemente Vertreter der Islamischen Republik, zu einem Experiment: Während zwei Tagen sollen sie in einem Haus zusammen wohnen und debattieren. Unter dem gemeinsamen Dach mischen sich kontroverse Diskussionen um Themen wie Vor- und Nachteile einer säkularen Gesellschaft, den Schleier, Abtreibung und Pressefreiheit mit den Dingen des täglichen Zusammenlebens; es wird gekocht, gescherzt, gesungen. Ist ein Mit- oder ein Nebeneinander möglich, wenn man so unterschiedliche Werte und Ansichten hat?

Kinostart: 27. November 2014. Wann und wo?