Archiv für die Kategorie „Evolution“

Die Evolution religiösen Verhaltens

Montag, 11. Juli 2011

heise.de
Andreas Kilian unternimmt mit seinem Buch Die Logik der Nicht-Logik einen interessanten Versuch, das Phänomen Religion naturwissenschaftlich zu ergründen. Wer das Wirken und die Auswirkungen von Religionen im Alltag verstehen will, tut seiner Ansicht nach gut daran, sich zunächst mit ihrer Entstehung in der Evolution und Geschichte auseinandersetzen. Also auch damit, warum wir überhaupt manche Glaubensinhalte annehmen. Kilian widmet sich daher zunächst den biologischen Ursprüngen der menschlichen Fähigkeiten, die zur Spiritualität führen können.

http://www.heise.de/tp/artikel/35/35016/1.html

Samstag, 19. März 2011 15:45 in Zürich: Lesung von Gottfried Schatz

Donnerstag, 17. März 2011

Restaurant Johanniter
Niederdorfstrasse 70

Wie wird man ein gefeierter Biochemiker, ohne auch nur eine einzige Lehrveranstaltung in diesem Fach besucht zu haben? Gottfried Schatz hat das Unwahrscheinliche geschafft: Der Orchestergeiger und Chemiestudent wurde ein weltweit bekannter Biochemiker, der das Erbmaterial der Mitochondrien mitentdeckte.

Jetzt erzählt er die Geschichte seines wechselvollen Lebens zusammen mit der einer biologischen Jahrhundertentdeckung in einem fesselnden, mit einem sympathischen Schuss Selbstironie verfassten Buch. Am 19. März liest Gottfried Schatz erstmals daraus vor.

Eine Veranstaltung der Freidenker Zürich. Eintritt frei.

Gottfried Schatz, Autor von «Jenseits der Gene», «Feuersucher»

Hörspiel: «Naturkunde für Altweltaffen» von Gerhard Meister

Samstag, 26. Februar 2011

DRS 2
Wer sind wir, wenn wir auch nicht besser sind als die Regenwürmer, deren Exkremente Charles Darwin im Alter so hingebungsvoll erforschte? Wer sind wir, wenn die Welt nicht eigens für uns und unsere Zwecke erschaffen wurde? Was sollen wir mit unserem Leben, wenn nicht ein Schöpfergott, sondern die Evolution es lenkt?

Mit: Darwin: Graham F. Valentine; Philosophin: Yvon Jansen; Märchentante: Ella Sägesser / Julia Schmidt; Durchschnittsbürger: Gottfried Breitfuss; Kreationist: Siggi Schwientek

Musik: Martin Schütz – Regie: Erik Altorfer – Redaktion: Franziska Hirsbrunner – Produktion: Schweizer Radio DRS, 2009 – Dauer: 51’06″

Hören auf: http://www.drs2.ch/www/de/drs2/sendungen/hoerspiel-drs-2/2668.sh10163792.html

Gottfried Schatz: Schöpfer Zufall

Donnerstag, 17. Februar 2011

Wie chemische Zufallsprozesse dem Leben Vielfalt schenken.

Fehler beim Kopieren des Erbguts und andere chemische Zufallsereignisse beeinflussen Wachstum und Entwicklung – und sind Quellen des Neuen. Ohne sie wären wir alle noch Bakterien.

http://www.nzz.ch/nachrichten/kultur/aktuell/schoepfer_zufall_1.9562044.html

weiter:

“Gottfried Schatz outete sich gleich zu Beginn seiner Ausführungen als Fan von Carl Sagan, dessen Credo er ausdrücklich zustimme: ‘Wissenschaft ist eine Kerze in einer dunklen von Dämonen beherrschten Welt.’”

http://www.scienceblogs.de/echolot/2010/07/die-natur-liebt-es-bunt-oder-warum-wir-nicht-sklaven-unserer-gene-sind.php

Lehrmittelempfehlung: Tatsache Evolution

Freitag, 4. Februar 2011

Video zu Ursprungstheorien

Video 1: Was ist Evolution?

Video 2: Was ist Kreationismus?

Video 3: Was ist Intelligentes Design?

Video 4: Was ist Lebensenstehung?

Leserbrief Walliser Bote: “Denke weiter – und du wirst glauben!”

Montag, 22. November 2010

Leserbrief im Walliser Boten, Uli Schmid, 22. November 2010, Seite 12. Nimmt Bezug auf die Arena-Sendung vom 29. Oktober 2010.

Denke weiter – und du wirst glauben!
Die schockierende «Arena»-Sendung vom 29. Oktober, in der das staatliche Schweizer Fernsehen Beda Stadler auf breitem Podium ermöglichte, seinen Atheismus zu predigen, bleibt wohl noch eine Zeitlang in unseren Knochen stecken. Mit dem überheblichen und primitiven Spruch «denkst du schon oder glaubst du noch» will dieser Professor uns gläubige Christen als dumm und dämlich darstellen.
Mit der Lehre Darvins (sic!), der Evolution (Zufallsentstehung), begründet er seine Aussage, dass es keinen Schöpfer Gott geben könne. Dabei schrieb Darvin selber einem Fachkollegen: «Beim Anblick eines Auges überfällt mich ein Fieber wegen des so gründlichen Versagens meiner Evolutionstheorie.»
Hören wir viel besser auf die Stimmen weltbekannter Wissenschaftler, die gedacht und geglaubt haben: Albert Einstein, Physik-Nobelpreisträger: «Im unbegreiflichen Weltall offenbart sich eine grenzenlos überlegene Vernunft.»
Stephen Hawking, Astrophysiker: «Die Zeit ist eine Eigenschaft des Universums, das Gott geschaffen hat.»
Denis Diderot, Schriftsteller und Philosoph: «Das Auge, der Flügel eines Schmetterlings genügen, um einen Gottesleugner zu vernichten.»
Werner Heisenberg, Physik-Nobelpreisträger: «Der erste Schluck aus dem Becher der Wissenschaft führt zum Atheismus; aber auf dem Grund des Bechers wartet Gott.»
Wir müssen annehmen, dass Herr Stadler beim ersten Schluck stecken geblieben ist.
Deshalb rufen wir ihm zu: «Denke weiter – und du wirst glauben!» Uli Schmid, Naters

Leserbrief als PDF-Dokument.

SF 1 10:00: Richard Dawkins

Sonntag, 31. Oktober 2010

Kein Gott und keine Schöpfung
Der Evolutionsbiologe und Religionskritiker Richard Dawkins im Gespräch mit Judith Hardegger
Er ist wohl der berühmteste Atheist der Welt und zweifellos der leidenschaftlichste. Mit seiner 2007 in Deutsch erschienenen Streitschrift «Der Gotteswahn» landete Richard Dawkins einen Bestseller und löste heftige Kontroversen aus, die bis heute nicht verstummt sind.

http://www.sendungen.sf.tv/sternstunden/Nachrichten/Archiv/2010/10/21/sternstundeneinzel/Sternstunde-Religion-vom-31.-Oktober-2010
Wiederholungen auf SFinfo:
Dienstag, 02. November 2010 um 11.00 Uhr
Samstag, 06. November 2010 um 08.00 Uhr

Videoportal SF:
http://www.videoportal.sf.tv/sendung?id=1451cc43-0b57-4aa2-9700-0bde073a8e25

Moralischer Naturalismus

Freitag, 30. Juli 2010

Woher kommt unser Sinn für das was richtig oder falsch ist? Die meisten Leute denken, das sei eine Gabe Gottes, der seine Gesetze geoffenbart habe und uns mit seiner Liebe erhöhe. Eine kleinere Zahl von Menschen denkt, dass wir die Regeln des Zusammenlebens selber definieren durch unsere Fähigkeit vernünftig zu denken und ein philosophisches System zu wählen.

Moralische Naturalisten hingegen glauben, dass wir moralische Gefühle haben, die sich aus einer langen Geschichte von Beziehungen entwickelt haben. Um Moral zu lernen, braucht man demnach werder eine Offenbarung noch eine Metaphasik – man beobachte lediglich das praktische Zusammenleben von Menschen.

Diese Woche trafen sich moralische Naturalisten in Connecticut an einer Konferenz der Edge Foundation. Einer der Teilnehmer, Marc Hauser aus Harvard, hatte seine Forscherkarriere mit dem Studium von Primaten begonnen und für ihn und andere moralische Naturalisten begann die Geschichte der Moral denn auch in der Vergangenheit der Evolution: mit der Art wie Insekten, Ratten und Affen zu kooperieren  lernten.

Als sich die Hominiden entwickelten, hatte die Evolution bereits ein festes Fundament für den moralischen Sinn geschaffen. Jonathan Haidt von der University of Virginia argumentiert, dass dieser moralische Sinn ähnlich wie unser Geschmackssinn funktioniere:  Wir haben natürliche Rezeptoren, die uns helfen, Süsses und Salziges zu unterscheiden. Auf die gleiche Weise haben wir Rezeptoren  die uns helfen, zwischen fairem und grausamen Verhalten zu unterscheiden. So wie einige universelle Geschmacksvarianten in verschiedenen Küchen verändert werden, so können sich ein paar moralische Sinne in viele verschiedene moralische Kulturen entwickeln.

Paul Bloom von der Universität Yale wies darauf hin, dass dieser moralische Sinn früh im Leben beobachtet werden kann. Er und seine Kollegen haben Experimente mit Kleinkindern durchgeführt, bei denen ihnen Bilder gezeigt wurden von einer Figur, die einen Hügel hinaufzuklettern versucht, einer weiteren Person, die ihr dabei behilflich war, und einer dritten, welche sie daran hindern wollte. Bereits im Alter von sechs Monaten haben die Kinder einer Präferenz für den Helfer gezeigt. Wenn der Störer belohnt oder bestraft wurde, haben acht Monate alte Kinder jene Person bevorzugt, welche den Störer bestrafte. Bloom schliesst daraus, dass die Menschen eine angeborenen, rudimentären Sinn für Gerechtigkeit haben. Das bedeutet nicht, dass sie von Natur aus “gut” seien. Aber es bedeutet, dass soziale Normen auf einen vorbereiteten Grund fallen. Wir sind von Natur aus dazu fähig, Fairness und andere Tugenden zu lernen.

Diese moralischen Fähigkeiten strukturieren die Art, wie wir die Welt wahrnehmen und auf sie reagieren. Wenn jemand Spenden sammelt mit einem Bild eines kranken Kindes, wird er mit hoher Wahrscheinlicheit doppelt soviel sammeln wie wenn er mit einer Liste von acht Kindern sammeln würde. Unser Geist reagiert stärker auf die Bitte eines Individuums als auf  jene einer Gruppe.

Diese moralischen Fähigkeiten basieren auf emotionalen, intuitiven Prozessen zur Unterscheidung von Gut und Schlecht. Wer schlechter Laune ist, wird härtere moralische Urteile fällen als jemand der in guter Lauene ist oder gerade eine Komödie gesehen hat. Elizabeth Phelps von der New York Universität führte aus, dass Gefühle des Ekels den Wunsch hervorrufen, etwas loszuwerden – selbst wenn diese Sache keinen Bezug hat zur ursprünglichen Stimmung. Allgemeine Angstgefühle bewirken, dass die Menschen Risiken vermeiden, Wut lässt sie das Risiko suchen.

Wer sich moralisch verhält, tut dies nicht generell weil er mehr weiss. Er tut es, weil er eine grössere Sensibilität hat für die Sicht von anderen. Hauser berichtete von Experimenten die zeigten, dass Rüpel erstaunlich gut die Absichten von anderen lesen können, aber sie sind nicht gut darin, Gefühle und Schmerzen von anderen vorwegzunehmen.

Welche Rolle der Vernunft in moralischen Entscheidungen zugemessen werden soll, ist umstritten. Einige, wie Haidt, glauben, dass wir moralische Urteile intuitiv fällen und anschliessend die Rechtfertigungen für das Urteil konstruieren. Andere, wie Joshua Greene von Harvard, vergleichen moralische Denken mit einer Kamera. Meistens verlassen wir uns auf die Automatik, aber manchmal machen wir uns Überlegungen und überspringen den automatischen Prozess. In jedem Fall erzählen wir Geschichten und führen Gespräche, um moralische Vorstellungen zu verbreiten und verfeinern.

http://www.nytimes.com/2010/07/23/opinion/23brooks.html?_r=1&ref=davidbrooks

Freidenker-Hochschulgruppe fordert Stopp von missionarischen Veranstaltungen an der ETH

Mittwoch, 14. Juli 2010

Die evangelikalen Lobbyorganisationen Campus Live und Dozentenforum führen am Dienstag, 13. 7.2010 und 15. 7.2010 eine Propagandaveranstaltung mit dem Chemiker Henry F. Schaefer III. an der ETH Zürich durch. In seinem kruden Vortrag “Der Urknall, Stephen Hawking und Gott” suggeriert der Fellow des kreationistischen, d.h. anti-evolutionären Discovery Institutes (Seattle) die absurde These, die Urknalltheorie lasse auf die Existenz des christlichen Schöpfergottes schliessen.

Schaefers Ideen entbehren jeder wissenschaftlichen Grundlage, er vertritt eine äusserst fragwürdige, rein religiöse Glaubenslehre. Die Hochschulgruppe frei denken – eine junge Vereinigung naturalistisch und säkular orientierter Angehöriger verschiedener Bildungsinstitutionen im Hochschulraum Zürich – sieht den guten Ruf der ETH in Forschung und Lehre durch derartige Auftritte gefährdet. Sie fordert die ETH in einem Protestbrief auf, sich vom genannten Vortrag zu distanzieren und künftig auf die Durchführung unwissenschaftlicher und missionarischer Veranstaltungen dieser Art zu verzichten.

Die Veranstaltung war gespickt mit missionarischen Einwürfen (wie z.B. der Empfehlung, täglich eine Stunde in der Bibel zu lesen) und auf dem Feedback-Formular der Organisatoren (Campus Live & Dozentenforum) hätte man sich für ein weiteres “Treffen mit Prof. Schaefer zum Thema wie kann ich Gott persönlich kennen lernen” und für “Alpha-Live-Kurse” anmelden können. Für den Anlass am Donnerstag planen wir (noch) mehr kritische Fragen im Anschluss an die Veranstaltung sowie das Verteilen von Flugblättern, in welchen die Widersprüchlichkeit und Unwissenschaftlichkeit von Schaefers Thesen aufgezeigt wird.

Freidenker Hochschulgruppe

Gefühl für Gerechtigkeit ist im Gehirn verankert

Donnerstag, 25. Februar 2010

Menschen haben ein Grundbedürfnis nach Gerechtigkeit. So lautet eine gängige Hypothese der Sozialwissenschaftler. Neurobiologen haben diese jetzt bestätigt. Mit Tomografientersuchungen konnten sie bestimmte Hirnareale ausfindig machen, die bei ungerechter Behandlung besonders aktiv sind.

“Schon das sehr kleine Kind entwickelt – wahrscheinlich gegen Ende des zweiten Lebensjahres – ein Urbedürfnis nach Gerechtigkeit”, sagt Léon Wurmser. Es sei ein “Gefühl dafür, dass ein Miteinander der Menschen nur möglich ist, wenn eine Art primitive Gerechtigkeit herrscht”, so der weltweit anerkannte Schweizer Psychoanalytiker. Diese gängige Hypothese in den Sozialwissenschaften besagt, dass Menschen das Bedürfnis haben, ungleiche Verteilungen zu reduzieren, da sie sonst einen Gewinn nicht richtig genießen können.

Weiter lesen: http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,679931,00.html