Archiv für die Kategorie „Ethikunterricht“

St. Galler Lehrplan für neues Fach «Ethik, Religion, Gemeinschaft»

Montag, 20. März 2017

 

Artikel auf suedostschweiz.ch vom 17.03.2017:

Im Kanton St. Gallen bleiben das Fach Ethik, Religion, Gemeinschaft sowie der Religionsunterricht mit dem Lehrplan 21 in der Stundentafel der Volksschule. Die beiden Konfessionen haben zusammen mit Fachleuten einen Lehrplan entwickelt, der die verlangten Kompetenzen konkretisiert.

Alle 20 Jahre komme ein neue Lehrplan – und die kantonalen Besonderheiten gerieten unter Druck, sagte Martin Schmidt, Kirchenratspräsident der evangelisch-reformierten Kirche des Kantons St. Gallen, an der Medienorientierung vom Donnerstag. Zu den Besonderheiten des Kantons St. Gallen gehört, dass das Fach Ethik, Religion, Gemeinschaft (ERG) als Wahlpflichtfach in die Stundentafel der Volksschule aufgenommen wird. Auch der freiwillige Religionsunterricht ist wie bisher in die Stundenpläne integriert.

Schüler müssen wählen

Die Schülerinnen und Schüler müssen sich künftig – ab der dritten Klasse – entscheiden, ob sie die eine Wochenlektion Ethik, Religion, Gemeinschaft in der Variante Schule oder Kirche absolvieren möchten. Je nach Wahl erhalten sie dann Unterricht von der Lehrkraft der Volksschule oder von einer kirchlichen Lehrperson.

>>Zum Artikel auf suedostschweiz.ch

“Der Einfluss der Kirchen im Schulzimmer eckt an” – St. Galler Sonderlösung zum Lehrplan 21 irritiert

Samstag, 4. März 2017

Artikel auf suedostschweiz.ch vom 03.03.2017:

Das neue Schulfach «Ethik, Religion, Gemeinschaft» wird im Kanton künftig von den Schulen und den Kirchen parallel angeboten – das passt nicht allen. Rapperswil-Jona geht jedoch einen anderen Weg und setzt sich über die kantonalen Vorgaben hinweg.

Der Streit um die Einführung des Unterrichtsfachs «Ethik, Religion, Gemeinschaft» (ERG) treibt bisweilen seltsame Blüten: So soll die Katechetin in einer St. Galler Gemeinde ihren Schülern Schokolade verteilt haben, als sie die Anmeldetalons austeilte – prompt setzte die Mehrheit der beschenkten Kinder das Kreuzchen für den «ERG-Kirche». In einigen St. Galler Gemeinden hat das Buhlen um die Schülergunst begonnen.

St. Galler Sonderlösung irritiert

Der Hintergrund: Für das kommende Schuljahr, wenn der Lehrplan 21 eingeführt wird, müssen sich die Schüler entscheiden, ob sie künftig «ERG-Schule» oder «ERG-Kirche» besuchen möchten. Für das im Lehrplan vorgesehene neue Fach ERG, hat St. Gallen eine schweizweit einzigartige Lösung kreiert: ERG soll nämlich den «Interkonfessionellen Religionsunterricht» (Ikru), der bisher von den Landeskirchen getragen wurde, ersetzen.
Gemäss Lehrplan 21 obläge die Verantwortung für den ERG-Unterricht neu den Schulen. Diesen Einflussverlust wollten die hiesigen Landeskirchen nicht einfach hinnehmen. Ihr Vorschlag, den ERG-Unterricht in zwei Varianten aufzuteilen und die Schüler entscheiden zu lassen, wurde vom St. Galler Regierungsrat wohlwollend aufgenommen. Nicht zuletzt auch deshalb, weil die Kirchen den religionskundlichen Unterricht seit Jahren mittragen, finanzieren und Lehrer ausbilden.
Allerdings löste der Entscheid zur Zweiteilung des ERG-Unterrichts teils Irritationen aus. In der Stadt St. Gallen etwa empörten sich einige Eltern, dass ihre evangelisch-reformierten Kinder gezwungen würden, «ERG-Kirche» zu wählen, um zur Konfirmation zugelassen zu werden. SP-Kantonsrat Ruedi Blumer, Schulleiter in Wil, kann nicht viel Verständnis für die St. Galler Sonderlösung aufbringen. Er hat eine entsprechende Interpellation bei der Regierung deponiert. «Es ist pädagogisch unsinnig, Klassen in genau jenem Fach aufzusplitten, in dem ‹Gemeinschaft› vermittelt werden soll», sagt er.

>>Artikel auf suedostschweiz.ch lesen

Deutschland: “69% der Deutschen wollen den Religionsunterricht abschaffen”

Freitag, 30. September 2016

“Die Mehrheit der Deutschen würde den Religionsunterricht an Schulen am liebsten abschaffen und durch einen gemeinsamen Werteunterricht für Schüler aller Konfessionen ersetzen.

Das geht aus einer repräsentativen Umfrage des Instituts YouGov hervor. 69 Prozent der mehr als 1000 Befragten würden damit dem Modell folgen, das Luxemburg zu diesem Schuljahr eingeführt hat. 20 Prozent lehnen dieses Modell ab. (weiterlesen…)

“Leben und Gesellschaft” statt “Religion”: Luxemburg schafft Religionsunterricht ab

Freitag, 23. September 2016

Mit dem neuen Schuljahr führt Luxemburg auch ein neues Unterrichtsfach ein: Leben und Gesellschaft. Mit der Abschaffung des Religionsunterrichts wird die Trennung von Kirche und Staat vorangetrieben. (…) Mehrere Lernfelder sollen das Fach strukturieren: Ich, Mensch, Natur und Technik, Ich und die anderen, Kultur und Kommunikation, Lebensform und Welt und Gesellschaft. Dabei geht es um Weltreligionen, Kulturen, Sex, Gewalt, Liebe und die Arbeitswelt. Über ein Internetportal haben die Lehrer, die zuvor an einer entsprechenden Weiterbildung teilgenommen haben, Zugriff auf Materialien. (weiterlesen…)

“Ethik ist wichtiger als Religion”

Sonntag, 17. Juli 2016

Artikel in der Frankfurter Rundschau vom 12. Juli 2016: “Dem religiösen Fanatismus wollen Kirchen mit mehr Religion entgegenwirken. Dabei sollte der Ethikunterricht an Bedeutung gewinnen: Er lehrt die humane Lebensgestaltung.” (weiterlesen…)

Der Glaube nimmt immer mehr ab, die Kirchensteuer wird immer umstrittener

Montag, 20. April 2015

Radio Rottu Oberwallis berichtete anlässlich der neuen Zahlen zur Religiosität in der Schweiz:

Der Glaube in der Schweiz nimmt immer mehr ab. Das beschäftigt auch den Oberwalliser Pfarrer Rolf Kalbermatter. (Audio als MP3 beim Link)

http://www.rro.ch/cms/der-glaube-in-der-schweiz-nimmt-immer-mehr-ab-das-beschaeftigt-auch-den-oberwalliser-pfarrer-rolf-kalbermatter-77927#pos

Oberwallis: Die umstrittene [Kirchen-]Steuer

http://www.rro.ch/cms/die-praxis-des-automatischen-abzugs-der-kirchensteuern-ist-nicht-unumstritten-die-meinungen-ueber-deren-transparenz-gehen-weit-auseinander-77939#pos

Zu Wort kommt auch Valentin Abgottsponn, Vize-Präsident der FVS und Präsident der FreidenkerInnen Wallis

Unsere Stellungnahme befindet sich hier: Abwendung von Religion im Allzeithoch: Trennung von Staat und Kirche muss endlich angepackt werden.

Wallis: Teilsieg für die entlassene Ethiklehrerin

Freitag, 21. Februar 2014

Der Bischof von Sitten schickte im letzten Frühjahr eine Ethiklehrerin in die Wüste. Jetzt hat sie einen ersten Teilsieg errungen. http://www.infosperber.ch/Artikel/Gesellschaft/Religionsunterricht-Wallis-ERG

Bistum Sitten: Lehrverbot für nicht-christliche Ethik-LehrerInnen

Freitag, 29. November 2013

Bischof Norbert Brunner wartet kurz vor seiner Pensionierung mit einer weiteren, haarsträubenden Empfehlung auf: Lehrverbot für nicht-christliche Ethik-LehrerInnen. Weiter bei infosperber.ch.

Kt. ZH «Religion und Kultur»: «Minderheitenprogramm für Kinder, die in einem Klima gelebter Religion aufwachsen»

Samstag, 6. Juli 2013

Die NZZ-Redaktorin Dorothee Vögeli, studierte Literaturwissenschafterin und Philosophin, hat die Lehrmaterialien «Blickpunkte 2 und 3», die gestern von der Bildungsdirektion vorgestellt wurden, kritisch beäugt. Unter dem Titel «Zürcher Religions-Lehrbuch mit zentraler Lücke» kommentiert sie es – äusserst kritisch, wie diese beiden Absätze aufzeigen:

«Zwar stellen sie das Christentum wie von der Bildungsdirektion verlangt in die Reihe der fünf grossen Weltreligionen und geben Hinweise auf Differenzen und Gemeinsamkeiten. Und gestalterisch wirken die drei Bände, welche die spezifisch geschulten regulären Lehrer der verschiedenen Volksschulstufen nun einsetzen, ansprechend und modern. Dazu gehören Bezüge zur Alltagswelt, mit denen insbesondere der Band für die Unterstufe arbeitet. Trotzdem entpuppt sich dieser als ein Minderheitenprogramm für Kinder, die in einem Klima gelebter Religion aufwachsen. [...]

Stattdessen wird der Eindruck erweckt, als seien allein die Religionen für ethische Belange zuständig. Der Standpunkt, nicht religiös zu sein und trotzdem ethischen Grundwerten nachzuleben, taucht im Band für die Oberstufe nur am Rand auf. Absolut stiefmütterlich wird die grosse Mehrheit behandelt, die sich nicht explizit von Religion lossagt, in deren Alltag sie aber nicht präsent ist.»

Frankreich: Kurse über säkulare Moral an Schulen

Dienstag, 23. April 2013

Ab 2015 sollten Schüler mindestens 1 Stunde pro Woche und die Gymnasiasten mindestens 18 Stunden pro Jahr Kurse über “säkularen Moral” erhalten. Das kündigte der Minister für nationale Bildung, Vincent Peillon, am Montag an. Der Unterricht soll auf die Verbreitung der “Werte der Republik”, aber nicht einer “Staatsmoral” gerichtet sein. “Laizistische Moral ist das Gegenteil von Staatsräson”, weil “jeder Bürger sich frei sein Urteil bilden müssen kann” sagte der Minister: “Eine demokratische Gesellschaft kann nicht nur in Angst vor der Polizei leben, sondern mit dem “was von innen kommt, dass wir in uns tragen, das was man Moral nennt.”
http://www.liberation.fr/societe/2013/04/22/peillon-confirme-des-cours-de-morale-laique-a-partir-de-2015_898019