Archiv für die Kategorie „Beratung“

“Betroffene begrüssen Aufklärung” – Erfolgreicher Start der Online-Plattform gegen Mädchenbeschneidung

Freitag, 14. Juli 2017

Luzern, 10.7.17 (kath.ch)

Die Mitte Mai online gestellte Plattform gegen Mädchenbeschneidung erreicht erwiesenermassen auch Betroffene. Das sagt Nadia Bisang, Projektverantwortliche Fachstelle zur Prävention von Mädchenbeschneidung bei Caritas Schweiz.
«Die Betroffenen reagieren vor allem auf die Videos», erklärt Bisang gegenüber kath.ch. Die auf mädchenbeschneidung.ch publizierten Videos, die über Mädchenschneidung aufklären, sind über Facebook beworben worden.Dort hätten sich Betroffene denn auch gemeldet und die Kampagne als positiv und wichtig bezeichnet. «Mit den Videos wollten wir insbesondere auch Menschen erreichen, die weder lesen noch schreiben können», sagt Bisang.

Eingriff kann tödlich sein

In einem der Videos auf der Plattform erklären zwei Männer und eine Frau auf Tigirinja, einer in Eritrea verbreiteten Sprache, welche negativen Folgen die Genitalvestümmelungen bei Frauen hat und dass sie sich beim katholischen Hilfswerk Caritas Beratung und Hilfe holen können. Dem Argument, die Beschneidung aus Tradition vorzunehmen, wird entgegnet, dass schlechte Traditionen fallen gelassen werden sollten. Keine Religion schreibe Beschneidung von Frauen und Mädchen vor, heisst es im Video weiter.

In einem zweiten Video erklärt eine Ärztin einer Patientin anhand eines Modells, was Beschneidung ist. Sogar das Urinlassen könne wegen dem Eingriff verunmöglicht werden, was sogar zum Tode führen könne, sagt die Ärztin.

Die Plattform gegen Mädchenbeschneidung war Mitte Mai vom Netzwerk gegen Mädchenbeschneidung Schweiz lanciert worden. Dahinter stehen Caritas Schweiz, Terre des femmes Schweiz, Sexuelle Gesundheit Schweiz und das Schweizerische Kompetenzzentrum für Menschenrechte. Die Online-Plattform wurde im Auftrag des Bundesamts für Gesundheit (BAG) und des Staatssekretariats für Migration (SEM) realisiert. (rp)

Netzwerk gegen Mädchenbeschneidung Schweiz

Montag, 19. Juni 2017

Auf der Web-Plattform Mädchenbeschneidung.ch finden Betroffene und Fachpersonen Informationen und Hilfe zum Thema Mädchenbeschneidung:

In der Schweiz leben viele Menschen, die aus Ländern mit hohen Beschneidungsraten stammen. Gemäss Schätzungen geht man von rund 14’700 betroffenen oder gefährdeten Mädchen und Frauen aus.
Die weibliche Genitalbeschneidung (Female Genital Mutilation/ Cutting, FGM/C) wird in afrikanischen Ländern, im Nahen Osten und in Asien praktiziert. Da in der Schweiz viele Menschen leben, die aus Ländern mit hohen Beschneidungsraten stammen, sind auch Fachpersonen hierzulande mit der Thematik konfrontiert. In der Schweiz ist die weibliche Genitalbeschneidung verboten.

Anzahl der Betroffenen

Gemäss Schätzungen aus dem Jahr 2013 geht man in der Schweiz von ungefähr 14’700 betroffenen oder gefährdeten Mädchen und Frauen aus. Dies ist eine Hochrechnung. Sie wurde anhand der Statistik der jeweiligen ausländischen Wohnbevölkerung erstellt und in Bezug gesetzt zu den Vorkommensraten in den Ursprungsländern.1 Genauere Aussagen zur Prävalenz können zurzeit nicht gemacht werden, da in der Schweiz kein Monitoringsystem existiert, welches relevante Daten gesamtschweizerisch erheben würde.

Wer ist betroffen?

In der Schweiz sind insbesondere (aber nicht nur) Menschen aus Eritrea, Somalia, Äthiopien, Sudan und aus Ägypten betroffen.1 Die Beschneidungsraten in diesen Ländern sind hoch: So sind dort zwischen 74% (Äthiopien) und 98% (Somalia) aller Mädchen und Frauen beschnitten. Migrantinnen aus diesen Ländern haben in der Schweiz oft mit vielfältigen Schwierigkeiten zu kämpfen. Ein ungewisser Aufenthaltsstatus, Diskriminierung auf verschiedenen Ebenen und eine prekäre finanzielle Situation erschweren die Integration. Zudem erlitten oder erleiden etliche Frauen (sexualisierte) Gewalt – sei das im Herkunftsland, auf der Flucht oder im Aufnahmeland. Deswegen ist FGM/C – wenn es denn von den Betroffenen überhaupt als Problem wahrgenommen wird – nur eines von Vielen.

Und die Fachpersonen?

Fachpersonen aus unterschiedlichsten Berufsfeldern kommen mit betroffenen oder gefährdeten Mädchen und Frauen in Kontakt. Laut einer Studie von UNICEF Schweiz gaben 40% der befragten Fachleute aus dem medizinischen bzw. 42% aus dem Asyl- und 27% der befragten Fachpersonen aus dem Sozialbereich an, mit beschnittenen Mädchen und Frauen konfrontiert zu sein. Dabei haben Gynäkologen und Gynäkologinnen (79%) sowie Hebammen (66%) am häufigsten Kontakt mit Betroffenen. Dies ist nicht erstaunlich, zumal die weibliche Genitalbeschneidung häufig erst im Rahmen einer Schwangerschaft oder Geburt festgestellt wird. Der Umgang mit dem Thema FGM/C ist für viele Fachpersonen nach wie vor eine grosse Herausforderung, der Informationsbedarf gross.2 Umso wichtiger ist die Einbindung des Themas FGM/C in Aus- und Weiterbildungen. Im Weiteren ist es wichtig, das Thema zu institutionalisieren, d.h. Vorgehen und Abläufe betr. FGM/C innerhalb einer Institution/Betrieb müssen definiert werden.3 Wann immer möglich sollte das Thema in bestehende Strukturen eingebunden werden.

MultiplikatorInnen

Multiplikatorinnen und Multiplikatoren vermitteln zwischen den betroffenen Gemeinschaften, Beratungsstellen und Fachpersonen. Sie sind für die Prävention sehr wichtig, indem sie die betroffenen Gemeinschaften (Communities) dazu anregen, das tabuisierte Thema der weiblichen Genitalbeschneidung (Female Genital Mutilation/Cutting, FGM/C) zu diskutieren und diese Tradition und Praxis kritisch zu hinterfragen.

Engagement von Bund und Kantonen

Die Motion von Maria Roth Bernasconi zu weiblicher Genitalverstümmelung war der Auslöser für ein Engagement von Seiten des Bundes. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) engagiert sich im Rahmen des Nationalen Programms Migration und Gesundheit seit 2003 mit der Finanzierung von Sensibilisierungs- und Präventionsmassnahmen gegen FGM/C. Seit 2010 beteiligt sich auch das Staatssekretariat für Migration (SEM) an diesen Aktivitäten. 2015 hat der Bundesrat beschlossen im Zeitraum von 2016 bis 2019 ein Netzwerk gegen weibliche Genitalverstümmelung zu unterstützen. Die Aktivitäten auf kantonaler Ebene sind sehr heterogen: Die vier Kantone Genf, Neuenburg, Waadt und Freiburg setzen bzw. setzten kantonale Strategien oder Kampagnen um.

Jahresbericht 2015 – “Infosekta.ch”

Montag, 24. Oktober 2016

“Beispiele aus der Beratertätigkeit und neuer Anfragerekord zu den Zeugen Jehovas” (weiterlesen…)

Telenova gegen weibliche Beschneidung – Entertainment-Format als Überzeugungsmethode

Freitag, 14. Oktober 2016


Im Sudan testet ein Forscherinnenteam, ob Telenovelas zum Thema Beschneidung die Einstellung der Menschen dazu nachhaltig verändern können. Ergebnis: Sie können.
Es geht um Träume, Karriere, Liebe und – weibliche Beschneidung. (weiterlesen…)

Sterbehilfe Kanton Neuenburg: Heilsarmee blitzt vor Bundesgericht ab – Wegweisendes Urteil für Alters- und Pflegeheime!

Freitag, 7. Oktober 2016

“Gott und nur Gott allein entscheidet, wann wir zu sterben haben, das ist für die Heilsarmee klar. Es ist völlig ausgeschlossen, dass die Heilsarmee Suizide tolerieren könnte. Nun ist diese Überzeugung aber keine rein theologische Frage, weil die christliche Organisation auch Pflegeheime führt. - Als der Kanton Neuenburg entschied, dass Sterbehilfeorganisationen der Zugang zu Heimen gewährt werden muss, sah die Heilsarmee ihre Glaubensfreiheit verletzt und zog vor Bundesgericht.”

Zwar gestanden die Richter der Klägerin zu, dass ihr Glaubensfreiheit verletzt wird. Jedoch bewertet das Bundesgericht das Recht schwerkranker Menschen auf Entscheidungsfreiheit höher als das Recht der Heilsarmee. Gleichzeitig wird darauf hingewiesen, dass andernfalls Heimbewohnern das Recht auf selbstbestimmten Suizid verwehrt würde, nur weil sie über keine eigene Wohnung mehr verfügen.
Weiter stellen die Bundesrichter der Heilsarmee anheim, auf staatliche Subventionen zu verzichten und ihre Heime in privat geführte Institutionen umzuwandeln. In diesen stünde es der christlichen Organisation frei Regeln zu erstellen.

 

>>Zum Artikel auf srf.ch

 

>>Zum Artikel der nzz.ch

 

 

>>Stellungnahme Heilsarmee Schweiz

 

 

Belgien: Erstmals Sterbehilfe für einen Minderjährigen geleistet

Montag, 19. September 2016

Belgien hat eines der liberalsten Sterbehilfe-Gesetze weltweit. Seit 2014 ist die Tötung auf Verlangen sogar bei Minderjährigen erlaubt. Nun wurde die Regelung erstmals bei einem Teenager angewandt. (weiterlesen…)

Artikel auf Südostschweiz.ch: “Kassenpflicht für PID wäre konsequent”

Montag, 29. August 2016

Es sei “eine Frage der Zeit”, bis eine Bezahlung der PID durch die Krankenkassen gefordert werde, befürchten die Gegner. Auf Patientenseite hält man diesen Wunsch für fair, da vergleichbare Tests während der Schwangerschaft bezahlt werden. Die Kassen sind skeptisch.Die Schätzung des Bundesrats, dass künftig pro Jahr 500 bis 1000 Paare von den neuen Möglichkeiten Präimplantationsdiagnostik (PID) Gebrauch machen könnten, hält Felix Häberlin, Präsident der Schweizerischen Gesellschaft für Reproduktionsmedizin, für realistisch. (weiterlesen…)

Oberhausener Klinik verzichtet auf religiöse Beschneidungen

Sonntag, 20. März 2016

Die Kinderchirurgie des Evangelischen Krankenhauses Oberhausen (EKO) führt nur noch Beschneidungen durch, die medizinisch notwendig sind. Dies bestätigt Krankenhaussprecherin Pia Voigt auf Anfrage. Eingriffe aus religiösen Gründen lehnt das EKO dagegen ab, weswegen das Krankenhaus auch insgesamt einen Rückgang der Vorhautoperationen verzeichnen kann.

(weiterlesen…)

Pressemitteilung der Uni Zürich zur Mädchenbeschneidung

Freitag, 25. September 2015

Entgegen der Annahme, dass die Mädchenbeschneidung einem sozialen Zwang in Dorfgemeinschaften zugrunde liegt, ergibt eine Studie der Uni Zürich ein anderes Bild – und stellt die gängige Methode, über kollektive Änderung der Bedeutung von Mädchenbeschneidungen Erfolge zu erzielen, in Frage. (weiterlesen…)

“Kein Staatsanwalt am Sterbebett!”

Donnerstag, 3. September 2015

Humanistisches Bündnis Deutschland legt Sechs-Punkte-Papier gegen die geplante Kriminalisierung der Suizidhilfe vor.

>> Zum Artikel…