Archiv für die Kategorie „Apostasie“

Interview mit dem säkularen Flüchtling Azam Khan in der BaZ

Dienstag, 8. Mai 2018

«Er habe irgendwann geahnt, dass er sterben werde, wenn er im Land bleibe. Darauf schrieb er mehreren westlichen Botschaften und bat um Hilfe. ‹Die Schweiz meldete sich zuerst, und ich bin sehr dankbar dafür.›»

Der in St. Gallen wohnhafte säkulare bengalische Flüchtling Azam Khan, den wir seit seiner Ankunft in der Schweiz unterstützen, erzählt dem Journalisten Dominik Feusi seine bewegende Geschichte.

-> Zum Artikel auf bazonline.ch

Volles Haus bei der Lesung von Rana Ahmad in Zürich

Donnerstag, 3. Mai 2018

Die saudische Atheistin Rana Ahmad sprach am Samstag, 28. April auf Einladung der Freidenker in Zürich. Gut zwei Dutzend Besucherinnen und Besucher mussten sich am vergangenen Samstag mit Stehplätzen begnügen oder sich neben der Bühne auf den Boden setzen – die Stuhlreihen im Debattierzimmer des Hauses der Zürcher Museumsgesellschaft reichten nicht annähernd aus, um allen Platz zu bieten, die gekommen waren, um ihr zuzuhören.

In ihrem Buch „Frauen dürfen hier nicht träumen“ berichtet Rana Ahmad von ihrem Leben in Saudi-Arabien, ihrer Empörung darüber, dass sie bereits als Mädchen weniger unternehmen durfte als männliche Altersgenossen, ihrer Entdeckung philosophischer und religionskritischer Texte im Internet, und von ihrer Flucht aus dem Land, da sie, inzwischen Atheistin geworden, um ihr Leben fürchtete.

Die Schauspielerin und Sprecherin Gabriela Leutwiler las drei Passagen daraus hervor. Die erste beschrieb eine traurige Szene in einem Vorort von Damaskus, dem Geburtsort von Rana Ahmads Eltern. Rana, ihre Geschwister und ihre Eltern verbrachten ihre gemeinsamen Sommerferien immer dort. Diesmal freute sich Rana – sie war zehn Jahre alt – ganz besonders auf den Urlaub. Denn ihr Vater hatte ihr kurz vor der Abreise ein Fahrrad geschenkt. In Riad durfte sie damit nicht herumfahren, aber während ihres Urlaubes in Syrien, das wusste Rana, würde dies möglich sein. Und wie das möglich war! Jeden Tag fuhr sie zum Lebensmittelhändler und kaufte für ihre Oma ein. Immer umfangreicher wurde ihre Einkaufsliste. Rana genoss die Freiheit, die ihr das Rad bot, und freute sich, ihrer Oma helfen zu können. Bis nach einigen Tagen Opa mit grimmiger Stimme meinte, sie sei zu alt, um Fahrrad zu tragen. Es sei nun ausserdem an der Zeit, dass sie einen Schleier trage.

Rana erzählte, wie sehr es sie bereits damals irritiert hatte, dass für sie als Mädchen allerlei haram war, was für ihren Bruder und andere Jungs absolut in Ordnung ging. Dennoch wollte sie auf jeden Fall tun, was ihre Mutter eindringlich einforderte: Allah zufrieden zu stellen. Und so trug und ertrug sie den Schleier, der fortan fest zu ihr und ihrem Leben gehören sollte.

Die zweite Passage handelt davon, wie ihr, sie ist inzwischen Mitte zwanzig, das Internet den Zugang in eine neue Welt beschert. Sie hatte sich bei Twitter angemeldet und genoss es, sich mit fremden Menschen austauschen zu können. Zunächst geht es um persönliches: das Internet lenkt sie nicht nur von ihrem Liebeskummer ab, sie kann sich darüber auch mit anderen Twitter-Nutzerinnen unterhalten. Doch dann taucht dieses seltsame Wort in einem Profil eines Unbekannten auf: Atheist. Sie kennt den Begriff nicht, er macht sie neugierig. Doch auch mit der arabischen Übersetzung kann sie nicht viel anfangen. Sie liest also den Wikipedia-Artikel dazu. Eine absolute Ungeheuerlichkeit wird da beschrieben: nicht an Gott zu glauben. Der Artikel wühlt Rana auf, raubt ihr den Schlaf. Sie will mehr darüber wissen, landet bei philosophischen und wissenschaftlichen Texten, beginnt Übersetzungen von Nietzsche, Voltaire und Dawkins zu lesen. In wenigen Wochen ist ihr Weltbild erschüttert.

Dem Publikum erzählt Rana, dass ihr Vater sie schon im Kindesalter geduldig gefördert hatte, wenn sie neugierig war und Fragen stellte. Doch in ihrer Schulzeit hatte der Koranunterricht dominiert. So vieles über die Welt war ihr verborgen geblieben. Das Internet lüftete nun so manchen Schleier. Doch Ranas Entdeckungsreise war für sie auch bedrückend. Sie konnte sich mit niemandem darüber austauschen, durfte sich nichts anmerken lassen. Sie bekam Angst. Vor ihrem hochreligiösen Bruder und weil Saudi-Arabien für den Abfall vom Glauben die Todesstrafe vorsieht. Rana entschloss sich zu fliehen, besorgte sich ein Einweg-Billett nach Istanbul und kam dort bei atheistischen Helfern unter, die sie auch bei ihrer Weiterreise unterstützten.

Die dritte Passage, die Gabriela Leutwiler vorliest, handelt von Ranas Leben in Deutschland. Sie wohnt in Köln und hat – endlich – wieder ein Fahrrad, ein Geschenk einer Deutschen Freundin. Sie erzählt im Buch, wie sie es einem anderen Flüchtling ausleiht, da dieser für das Freitagsgebet in seine Moschee wolle, diese aber zu Fuss zu weit weg sei. Sie freut sich, dass die beiden trotz unterschiedlicher Weltanschauung befreundet sein können und dass sie nun in einem Land lebt, in dem jeder seinen eigenen Weg gehen kann.

Diese zuversichtlichen Zeilen hätten ein schönes Schlusswort sein können. Doch im Buch geht dieses Kapitel mit dem Titel Der Preis der Freiheit noch weiter: Nicht alle kommen mit Ranas neuem Leben klar. Dies trifft nicht nur auf fast alle Mitglieder ihrer Familie zu. Es gibt viele, die keinen Zweifel an der Religion zulassen wollen. Rana erhält immer wieder Drohungen, die letzte ging wenige Tage vor der Veranstaltung in Zürich ein. Rana erzählte dem Publikum, dass sie davon ausgehe, dass die anonymen Absender aus Saudi-Arabien stammten. Sie lasse sich aber nicht einschüchtern.

Rana Ahmad hat ihren Weg gefunden, und sie verfolgt ihn zielstrebig. Sie spricht nach zweieinhalb Jahren Aufenthalt in Deutschland beeindruckend gut Deutsch, gibt sich aber mit ihrem Kenntnisstand nicht zufrieden und nimmt weiterhin Intensivunterricht. Und sie bereitet sich auf ihr geplantes Physikstudium vor. Es war denn auch ihr Ziel, Teilchenphysikerin zu werden, das sie temporär in die Schweiz führte: im April absolvierte ein Praktikum am CERN. Und dorthin will sie nach abgeschlossenem Studium umbedingt zurück. Rana Ahmad dürfte ein Vorbild werden für die – gemäss ihrer Einschätzung – mindestens 20% Atheistinnen und Atheisten Saudi-Arabiens.

Andreas Kyriacou

D: Atheismus kann Asylgrund sein

Dienstag, 24. Oktober 2017

“Ein Pakistaner aus Borken, der sich vom Islam abgewendet hat und Atheist geworden ist, hat Anspruch auf Asyl. Mit diesem Urteil hat das Verwaltungsgericht in Münster dem Mann am Montag (07.08.2017) recht gegeben. Das Bundesamt für Migration hatte seinen Asylantrag zuvor abgelehnt.”

 

http://www1.wdr.de/nachrichten/westfalen-lippe/asyl-wegen-religion-100.html

“Für ihre Familie ist sie jetzt tot” – Autobiographie einer Aussteigerin aus der Ultra-Orthodoxen jüdischen Szene New Yorks

Montag, 29. Februar 2016

Über ihren Ausstieg aus der ultraorthodoxen jüdischen Szene in New York hat Deborah Feldman ein Buch geschrieben, das in den USA eine Millionenauflage erreichte. Am Montag erscheint es auf Deutsch. (weiterlesen…)

Freidenker erfreut über voraussichtliche Begnadigung Raif Badawis

Samstag, 28. November 2015

Medienmitteilung

Freidenker erfreut über voraussichtliche Begnadigung Raif Badawis, danken Schweizer Diplomatie und hoffen auf Freilassung auch von Waleed Albukhair

Die Schweizer Freidenker sind hoch erfreut, dass Raif Badawi begnadigt werden soll, und hoffen, dass er baldmöglichst zu seiner seiner Frau Ensaf Haidar und seinen drei Kindern nach Kanada ausreisen kann. Sie hoffen, dass auch das Urteil gegen Badawis Anwalt, Waleed Albukhair aufgehoben wird. Er vertrat seit 2007 politische Gefangene in seinem Heimatland Saudi-Arabien und wurde schliesslich 2014 selbst verhaftet, als er als Verteidiger Badawis wirkte.

Raif Badawi, Ensaf Haidar und Waleed Albukhair erhielten in Anerkennung ihres mutigen Einsatzes für säkulare und humanistische Werte am 9. Oktober dieses Jahres den erstmals verliehenen Schweizer Freidenker-Preis.
http://www.frei-denken.ch/de/2015/10/freidenkerpreis-2015-geht-an-ensaf-haidar-raif-badawi-und-waleed-abulkhair-2/

Ensaf Haidar konnte den Preis an einer von den Freidenkern, dem Forum für Demokratie und Menschenrechte und Amnesty Schweiz organisierten Lesung persönlich entgegennehmen. Das Publikum konnte sie als starke Persönlichkeit kennenlernen, die mit unermüdlicher Energie auf das willkürliche Urteil gegen ihren Mann aufmerksam macht. Ihr Buch “Freiheit für Raif Badawi” ist aber weitaus mehr als ein Appell zugunsten ihres Mannes, es bietet auch einen spannenden Einblick in die Saudische Gesellschaft und die Erwartungen vieler junger Saudis, dass ihr Land liberaler und säkularer wird.

Während ihres dreitägigen Schweiz-Aufenthaltes wurde Ensaf Haidar auch von Somonetta Sommaruga empfangen. Die Freidenker danken der Regierung und der Schweizer Diplomatie für ihren Einsatz für Raif Badawi.

Freidenkerpreis 2015 geht an Ensaf Haidar, Raif Badawi und Waleed Abulkhair

Samstag, 10. Oktober 2015

Die Schweizer Freidenker verliehen gestern erstmals den mit 10’000 Franken dotierten Freidenkerpreis. Er geht an die drei Saudischen Staatsbürger Ensaf Haidar, Raif Badawi und Waleed Abulkhair. Der Preis würdigt ihren mutigen Einsatz für humanistische und säkulare Werte.

Ensaf Haidar nahm den Preis gestern an der von den Freidenkern, Amnesty Schweiz und dem Forum für Demokratie und Menschenrechte organisierten Lesung selbst entgegen. In ihrem Buch «Freiheit für Raif Badawi, die Liebe meines Lebens» beschreibt sie ihre Familiengeschichte und ihren Kampf um die Freilassung ihres zu 1000 Peitschenhieben und zehn Jahren Gefängnis verurteilten Ehemanns, der sich ab 2008 als Blogger für gesellschaftsliberale Anliegen aussprach. Insbesondere setzte er sich für Frauenrechte und eine Trennung von Staat und Religion ein. Zahlreiche Beiträge Badawis wurden zunächst von saudischen Zeitungen abgedruckt, und er wurde regelmässig für Kolumnen angefragt.

Wegen zunehmender Drohungen legte Badawi seinen Blog jedoch zeitweise still, die Familie emigrierte vorübergehend nach Malaysia. Es zog sie jedoch zurück in ihre Heimat, worauf Badawi eine Neulancierung seines Diskussionsportals wagte. Ensaf Haidar war von da an selbst auch aktive Teilnehmerin.

Im Jahr 2012 wurde Badawi jedoch verhaftet, Haidar setzte sich mit den drei gemeinsamen Kindern auf Umwegen nach Kanada ab, wo sie politisches Asyl erhielt. Seither engagiert sie sich mit bewundernswertem Elan für die Freilassung ihres Mannes und hilft so mit, dass der öffentlich Druck auf das Saudische Regime nicht abflaut.

Mit dem Preisgeld soll auch ein kleiner Beitrag an die Milderung der finanziellen Nöte der Preisträger geleistet werden. Im Fall von Waleed Abulkhair geht der Betrag an dessen Frau. Badawi und Abulkhair wurden nicht nur eingesperrt, der Staat verwehrt ihnen auch den Zugang zu ihren Bankkonten.

Der Schweizer Freidenkerpreis wird künftig im Zweijahresrhythmus verliehen und über eine Erbschenkung finanziert.

Preisträgerin Ensaf Haidar

Valentin Abgottspon, Ensaf Haidar und Andreas Kyriacou

Elham Manea und Ensaf Haidar

Voller Saal - in einen zweiten wurde live übertragen

Freiheit für Raif Badawi!

Donnerstag, 29. Januar 2015

Diese Rede wurde heute um 12:05 im Namen der FVS auf dem Casinoplatz gehalten:

Öffentliche Enthauptungen, Prügelstrafen, Steinigung, Amputation von Körperteilen und die Unterdrückung jeglicher Meinungs- und Religionsfreiheit setzen wir gleich mit den vermummten Rebellen des IS, die im Namen eines Gottes Angst und Schrecken verbreiten. Der Name «Islamischer Staat» ist ein Hohn, denn das Wort «Staat» setzen wir gleich mit «Rechtsstaat» – und diesen mit «Demokratie».

Dabei gibt es zahlreiche Beispiele, wo diese einfache Rechnung nicht aufgeht. Im UNO- und G20-Mitglied Saudi Arabien werden genau diese Strafen – Enthauptung, Prügel, Steinigung, Amputation – verhängt. Und nicht etwa nur für Mord oder ähnlich schwere Vergehen; denn Schwert oder Steinigung gibt es auch für Ehebruch, Abfall vom Glauben oder «Hexerei». Dabei werden auch minderjährige oder geistig behinderte Menschen nicht verschont. Der Hauptunterschied zwischen dem saudischen und dem islamischen Staat liegt deshalb allein in der unterschiedlich grossen Geldbörse.

Unter dem kürzlich verstorbenen König Abdullah wurden mehr als 500 Menschen hingerichtet. In der nur zehnjährigen Regierungszeit des Despoten starb also jede Woche mindestens ein Mensch durch staatliche Gewalt – alleine im August 2014 mehr als zwanzig Menschen! Wieviele während dieser Zeit im Gefängnis oder durch «Unfälle» ums Leben kamen, kann nicht beziffert werden.

Wir stehen hier, um gegen die öffentliche Verprügelung Raif Badawis zu protestieren. Sein Verbrechen war es, die Frage nach der Freiheit zu stellen, in einem Land, wo die Mächtigen Angst vor dieser Freiheit haben. Gewalt ist die Sprache der Feiglinge und Versager, die Sprache derer, denen die Argumente ausgegangen sind. Das gilt für Individuen wie die Attentäter von Paris, das gilt aber ebenso für Regierungen. Mit jedem Todesurteil, das in Saudi Arabien vollstreckt wird, mit jedem einzelnen Peitschenhieb, den Raif erdulden muss, belegt die saudische Führung ihre moralische, politische und menschliche Schwäche.

Wir trauern deshalb nicht um König Abdullah, einen Monarchen, der für den Tod hunderter Unschuldiger verantwortlich ist, sondern erinnern uns an ihn als Verbrecher gegen die Menschlichkeit!

Wir trauern auch nicht um ein marodes Staatssystem, das sich durch Vetternwirtschaft und der Ausbeutung der Umwelt legitimiert und das dem unabwendbaren Ende seiner Zeit entgegenblickt. sondern unterstützen die saudische Zivilbevölkerung nach Kräften in ihrem Kampf für Demokratie und Menschenrechte!

Wir trauern auch keinen Trugbildern hinterher, keinen heiligen Büchern und keinen göttlichen Gesetzen, sondern fordern Schweizer Volk, Parlament und Regierung auf, sich auf allen Ebenen für die Freilassung Raif Badawis einzusetzen, mit Berufung auf Menschlichkeit, Menschenwürde und Menschenrechte!

 

Wir fordern das Ende von Prügelstrafen weltweit – jetzt!

Wir fordern die unbedingte und sofortige Freilassung von Raif Badawi – jetzt!

Wir fordern ein Ende aller nicht-humanitären Geschäftstätigkeit mit verbrecherischen Regimes – jetzt!

 

 

 

 

 

 

 

 

Freiheit für Gewissensgefangene in Saudi-Arabien!

Donnerstag, 15. Januar 2015

Zu eintausend Peitschenhieben, zehn Jahren Gefängnis und einer Geldstrafe von über 200’000 Franken verurteilte ein saudi-arabisches Gericht den Blogger Raif Badawi in Dschidda. Jeden Freitag soll der 31-Jährige nun vor einer Moschee ausgepeitscht werden. Sein «Verbrechen»: Badawi hatte 2008 das Online-Forum «Freie Saudische Liberale» gegründet, das Debatten über religiöse und politische Themen in Saudi-Arabien anstossen sollte.

Dank den weltweiten Demonstrationen und Interventionen wurde Raif Badawi nach dem 9. Januar nicht mehr öffentlich ausgepeitscht. Er selber hat verlauten lassen, dass sich die Befreiungsbemühungen nun auch auf weitere Gefangene ausdehnen sollen: Neben Raif Badawi werden auch andere Menschen in Saudi-Arabien wegen ihrem Einsatz für die Freiheit gefangengehalten, unter anderen sein Anwalt und Schwager.

http://www.amnesty.ch/de/medien/minute-mit-manon/dok/2015/eine-minute-mit-manon-saudische-gewissensgefangene-verteidigen

7. Juni 2014: Das Oberste Gericht hat die gegen den Blogger Raif Badawi verhängte Strafe von 10 Jahren Haft und 1000 Stockhieben bestätigt. Das Urteil ist damit endgültig.

 

Petition von Amnesty International unterzeichen >>

Veranstaltungen:

11.6.2014: Bern

http://www.frei-denken.ch/de/2015/06/ubereifriger-botschaftsschutz-hilft-saudischem-despotenregime/

10.6.2014: Bern

12 Uhr, auf dem Casinoplatz in Bern

7.6.2014

Das Oberste Gericht hat die gegen den Blogger Raif Badawi verhängte Strafe von 10 Jahren Haft und 1000 Stockhieben bestätigt. Das Urteil ist damit endgültig.
http://www.amnesty.ch/de/laender/naher-osten-nordafrika/saudi-arabien/dok/2015/saudi_arabien-skandalurteil-gegen-raif-badawi-vom-obersten-gericht-bestaetigt

7.5.2014: Zürich

Am 7. Mai 2014 verurteilte das Strafgericht in Jeddah Raif Badawi zu 10 Jahren Haft und 1000 Stockhieben. Aus diesem Anlass finden weltweit Mahnwachen und Proteste statt – von Amsterdam bis Zürich: Freitag, 7. Mai, 17-19 Uhr auf der Bahnhofbrücke.

5.5.2015: Basel  

19 Uhr: Lesung von Texten Raif Badawis & Diskussion. Literaturhaus Basel, Barfüssergasse 3. Mehr Infos hier.
http://www.tageswoche.ch/de/2015_19/kultur/687063/

3.5.2015: Zürich  

20 Uhr: Lesung von Texten Raif Badawis & Diskussion.  Kulturhaus Helferei, Kirchgasse 13, Zürich (Breitinger-Saal) – . Mehr Infos hier.

16.4.2015: Bern

12:00 Demo Casinoplatz.

28.3.2015: Lausanne

11:00, Escaliers de l’église St. Laurent

27.3.2015: Zürich

17-18.30 Uhr, Bahnhofbrücke

http://www.spiegel.de/politik/ausland/raif-badawi-auf-wundersame-weise-ueberlebt-a-1025963.html

21.3.2015: Lausanne

11:00, Escaliers de l’église St. Laurent

14.3.2015: Lausanne:

11:00, Escaliers de l’église St. Laurent

13.3.2015: Zürich

17-18.30 Uhr, Bahnhofbrücke
http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Die-Schweizer-Stimme-des-saudischen-Bloggers/story/17932504

12.3.2014: Bern

12:15 Uhr, Casinoplatz.

Der saudische Blogger Raif Badawi ist zu 1.000 Stockschlägen, und damit faktisch zum Tod verurteilt worden. Er äußerte sich für die Trennung von Religion und Staat, der die Religionsfreiheit schützen solle. Experten sehen in Badawi das Opfer einer konservativen Wende in Saudi-Arabien und des großen Erfolgs von IS.

http://www.deutschlandfunk.de/stockschlaege-fuer-saudischen-blogger-ein-exempel-gegen-al.886.de.html?dram:article_id=314016

5.3.2014: Bern

Donnerstag, 5.3.2015: 12 Uhr, Casinoplatz.

1.3.2015

Das saudische Strafgericht will den islamkritischen Blogger Badawi offenbar wegen “Abfalls vom Glauben” anklagen. Darauf droht im schlimmsten Fall die Todesstrafe.

http://www.spiegel.de/panorama/justiz/saudi-arabien-blogger-raif-badawi-droht-todesstrafe-a-1021215.html

28.2.2015: Lausanne

11.00, bei den Treppen der Kirche St.Laurent

27.2.2015: Zürich

17.00 – 18.00, Bahnhofbrücke

21.2.2015: Lausanne

11.00, bei den Treppen der Kirche St.Laurent

19.2.2015: Basel

18:30, Theaterplatz (beim Tinguely-Brunnen); Infos hier.

18.2.2015

Das saudiarabische Berufungsgericht hat das Urteil von 15 Jahren Gefängnis für den prominenten Menschenrechtsanwalt  Waleed Abulkhair betätigt. Er war auch der Verteidiger von Raif Badawi und ist mit dessen Schwester verheiratet.
http://www.middleeasteye.net/news/saudi-court-upholds-15-year-sentence-human-rights-lawyer-894395603#sthash.iXlrElBu.dpuf

14.2.2014: Lausanne

14., 21., 28 Februar, 11 Uhr, Escaliers de l’eglise de St. Laurent

13.2.2015

Keine Auspeitschung heute, aber sonst keine News: http://e-activist.com/ea-action/action?ea.client.id=1770&ea.campaign.id=32768

12.2.2015: Basel, Genf, Zürich

Europa-Parlament verurteilt die Auspeitschung von Raif und fordert seine sofortige, bedingungslose Freilassung.
http://www.europarl.europa.eu/news/en/news-room/content/20150206IPR21213/html/Human-rights-Raif-Badawi-mass-graves-in-Cyprus-Bob-Rugurika

Demonstrationen:
Bern: AI hat leider keine Demo organisiert.
Basel
: 12. Februar, 18:30, Theaterplatz (beim Tinguely-Brunnen); Infos hier.
Zürich: 12. Februar, 16.30 – 18.00, Bahnhofbrücke
Genf, 12. Februar, 18.00, Place des Nations

5.2.2015: Basel, Bern

Fall Badawi geht erneut ans Strafgericht

Bern: Donnerstag, 5.2.2015: 12 Uhr, Casinoplatz.
Basel: Donnerstag 5.2.2015: 18:30, Theaterplatz: http://extranet.amnesty.ch/de/aktuell/themen-laender/dok/2015/anmeldung-kundgebungen-fuer-raif-badawi

1.2.2015

http://www.fr-online.de/politik/saudi-arabien-wird-blogger-badawi-begnadigt-,1472596,29719468.html

30.1.2015

Die Auspeitschung wurde erneut ausgesetzt.

http://www.20min.ch/ausland/news/story/Pruegelstrafe-fuer-Blogger-wird-erneut-ausgesetzt-11352692

29.1.2015: Basel, Bern

Bern: Donnerstag, 29. Jan.: 12 Uhr, Casinoplatz. http://www.frei-denken.ch/de/2015/01/freiheit-fur-raif-badawi/
Basel: Donnerstag, 29. Jan.,  18.30 Uhr, Marktplatz. Infos http://wp.me/p3zxNC-AD

Deutschland: http://www.dw.de/bundestag-fordert-freilassung-badawis/a-18225051

31.1.2015: Lausanne

Samstag, 31. Jan., 11 Uhr: Demo, devant l’Eglise St.Laurent

28.1.2015: Lausanne:

Mittwoch, 28. Jan., 18 Uhr: Demo, devant l’Eglise St.Laurent

23.1.2015: Bern

12:00 Demo auf dem Casinoplatz in Bern

22.1.2015: “Wie die Botschaft des Königreiches Saudi Arabien in Berlin ZAPP heute mitteilte, soll der Blogger Raif Badawi offenbar keine Peitschenhiebe mehr erhalten. Zudem stellt Botschafter Prof. Dr. med. Ossama bin Abdul Majed Shobokshi in Aussicht, dass Badawi, nachdem die Auspeitschung gestoppt wurde, auch nicht seine gesamte Haftstrafe von zehn Jahren absitzen müsse.”
http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/zapp/Pruegelstrafe-fuer-saudischen-Blogger-offenbar-gestoppt,badawi116.html

22.1.2015: Die für morgen angesetzte Auspeitschung wurde erneut aus medizinischen Gründen ausgesetzt.
http://www.theguardian.com/world/2015/jan/22/flogging-saudi-blogger-raif-badawi-postponed

16.1.2015: Bern

Die Auspeitschung wurde für heute offenbar aus medizinischen Gründen (!) ausgesetzt.
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/raif-badawi-auspeitschung-von-blogger-verschoben-a-1013316.html
Rund 40 Personen demonstrierten an der kurzfristig einberufenen Mahn-Demo in Bern.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

17:05 Auf Geheiss des Königs soll Saudiarabiens oberster Gerichtshof Raif Badawis Fall neu beurteilen!
http://www.bbc.com/news/world-middle-east-30856403

15.1.2015

Schweiz fordert: Stopp der Auspeitschung von Raif Badawi in Saudi-Arabien

9.1.2015

http://www.frei-denken.ch/de/2015/01/raif-badwani-ausgepeitscht-wegen-blasphemie/

 

27.5.2014

Die FVS hat sich an den Schweizer Bundespräsidenten und die Schweizer Diplomatie gewandt und sie aufgefordert, ihre Einflussmöglichkeiten wahrzunehmen und sich an geeigneter Stelle für die Freiheit in Saudi-Arabien im Allgemeinen und jene von Raif Badawi im Besonderen einzusetzen.

http://www.frei-denken.ch/de/2014/05/saudi-arabien-freiheit-fur-raif-badawi/

 

Mauretanien: Gericht verhängt Todesstrafe für „Apostasie“

Mittwoch, 7. Januar 2015

Erneut hat ein Gericht eines islamischen Staates einen „Ungläubigen“ zum Tod verurteilt. Wie mehrere Nachrichtenagenturen übereinstimmend berichteten, soll ein junger Mann sterben, weil er sich abfällig über den islamischen Propheten geäußert haben soll. Die Urteilsverkündung löste Jubel in der mauretanischen Bevölkerung aus.
Die Präsidentin der Internationalen Humanistischen und Ethischen Union, Sonja Eggerickx, rief die Regierung des Landes zur Aufhebung des Urteils sowie der Gesetze gegen „Blasphemie“ (Religionskritik) und „Apostasie“ (Abfall von einem religiösen Glauben) auf.
http://www.diesseits.de/perspektiven/nachrichten/international/1420498800/mauretanien-gericht-verhaengt-todesstrafe-apostasi

Int. Tag der Menschenrechte: 1. weltweiter Bericht über die Situation von Atheisten und Nichtreligiösen

Dienstag, 10. Dezember 2013

Weltweit machen Religiöse den Nichtreligiösen das Leben schwer oder verfolgen sie sogar. Zum Internationalen Tag der Menschenrechte, am 10. Dezember 2013, hat die Internationale Humanistische und Ethische Union (IHEU) ihren zweiten Bericht über den rechtlichen Status und die Diskriminierung von Humanisten, Atheistinnen und Religionsfreien publiziert.

Gewalt wegen Abfall vom Glauben
Insgesamt 31 Länder – zwölf in Afrika, neun in Asien und zehn im mittleren Osten – schnitten katastrophal ab. In einigen davon schüren die Regierungen selbst offen den Hass gegen Atheisten oder sie scheitern systematisch in der Verfolgung von Verbrechen gegen Atheisten. In den zwölf schlimmsten Staaten können Atheisten für das Verbrechen des Glaubensabfalls mit dem Tod bestraft werden – in allen Fällen betrifft dies den Abfall vom Islam.

Gewalt wegen Blasphemie
Weltweit wird über 55 Länder berichtet, in welchen Blasphemiegesetze die Kritik oder «Verletzungen» von Religion verbieten. In 39 davon wird die Tat mit einer Gefängnisstrafe bedroht.
In Pakistan, Saudi Arabien und Iran sogar die Todesstrafe.
In weiteren drei Staaten agieren militante Islamisten als Religionspolizei und verfahren nach der Scharia, welche ebenfalls die Todesstrafe vorsieht für «Beleidigung der Religion»: Es sind dies die Al-Shabaab in Somalia, Boko Haram und andere Islamisten in Nigeria, und die Taliban in Afghanistan.

Blasphemie in westlichen Ländern
Die einleitenden Worte zur Rolle der westlichen Länder (siehe Kasten) bestätigen sich dort, wo – eher unerwartet – einige schlecht punkten in den 44 Merkmalen, welche in eine Bewertungsskala münden von «frei und gleich» über «mehrheitlich zufriedenstellend», «systemische Diskriminierung», «schwere Diskriminierung» bis zu «schwerwiegende Verletzung».
Auch unter westlichen Länder klassieren sich einige als schwerwiegende Verletzer, weil sie Menschen wegen «Blasphemie» und anderweitiger freien Rede über Religion mit Gefängnis bestrafen können: Island (Gefängnis bis zu drei Monate), Dänemark (bis zu vier Monate), Neuseeland (bis zu einem Jahr), Polen (bis zu zwei Jahren), Deutschland (bis zu drei Jahren) und Griechenland (bis zu drei Jahren). Das betrifft die Straftatbestände der «Gotteslästerung» im Falle Griechenlands oder die «Beschimpfung von Bekenntnissen, Religionsgesellschaften und Weltanschauungsvereinigungen» in Deutschland.
Bob Churchill, der Herausgeber des Berichts, kommentierte dies so: «Es mag eigenartig anmuten, dass diese Länder hier gleichauf neben Usbekistan oder Äthiopien stehen,  aber wie Kacem und Alber in der Einleitung schreiben: Diese westlichen Gesetze setzen auch einen Trend. Wenn es dort nicht gelingt, diese Straftatbestände aufzugeben, bedeutet das, dass sie anderswo ebenfalls in Kraft bleiben und verheerende Folgen haben. Und auch in den westlichen Ländern selber gibt es Hinweise darauf, dass sie die freie Meinungsäusserung behindern. In Griechenland und Deutschland gibt es  aktuelle Fälle, in denen Menschen wegen «Blasphemie» verfolgt und ins Gefängnis gesteckt werden. Diese sechs Länder verdanken ihr schlechtes Rating allein ihren Blasphemiegesetze. Ohne hätten sie zwar keine weisse Weste, würden aber nicht mehr zu den schweren Verletzern gehören.»

Schweiz: systemische Diskriminierung
In der Schweiz wirken sich vor allem die überkommenen Privilegien der anerkannten «Landeskirchen» diskriminierend auf anders- oder nichtgläubige Menschen aus, die etwa via allgemeine Steuern die Aktivitäten der Kirchen mitzufinanzieren gezwungen sind. Auch die in der Mehrheit der Kantone erhobenen Kirchensteuern für juristische Personen werden im Bericht kritisiert. Explizit erwähnt wird auch der Kanton Wallis und sein Schulgesetz, welches die Erziehung von Kindern zu Christen als Ziel nennt.
Auch die Schweiz hat immer noch einen Blasphemieartikel (Art. 261 StGB), der mit einer Geldstrafe bis zu 180 Tagessätzen droht.

Blasphemiegesetze aufgeben!
Der Bericht zeigt auf, dass die weniger gravierende aber systemische Diskriminierung in den meisten Ländern Religion privilegiert, und will zur Minderung der Verletzungen weltweit beitr.agen. «Die Abschaffung des Blasphemietatbestands ist Ziel der EU-Richtlinien für Religions- und Glaubensfreiheit; dies fordert auch der Uno-Sonderberichterstatter für
Religions- und Glaubensfreiheit: die globale Abkehr von Blasphemiegesetzen, um das individuelle Recht auf Glauben oder Nichtglauben zu schützen. Wenn es diese sechs Länder nicht schaffen, welche Hoffnung soll dann bestehen für Menschen in Ländern, welche darauf die Todesstrafe setzen?»
Quelle IHEU, Übersetzung: Reta Caspar

Der “Freedom of Thought”-Bericht der International Humanist and Ethical Union, IHEU wurde erstmals 2012 über 60 Länder erstellt. Die Ausgabe 2013 umfasst nun alle Länder und wird ergänzt durch Fallbeispiele wie jenes des mittlerweile in der Schweiz als Flüchtling anerkannten Marokkaners Kacem El Ghazzali.

Ganzer Bericht auf Englisch: http://freethoughtreport.com/download-the-report/