11. 11. 14.30 Uhr Olten: Vortrag von Sektenexpertin Katharina Meredith

Kinder und Eltern in totalitären Gemeinschaften: Wenn Glaubenssysteme Angst und Druck erzeugen und somit die Familieneinheit zerstören

Nicht alle Kinder wachsen mit der Möglichkeit auf, sich frei entwickeln und ihren eigenen Weg gehen zu dürfen. Was für Folgen kann es haben, wenn Eltern an eine unsichtbare Macht oder einen lebendigen Guru glauben? Wenn sie in ein System geraten, in dem sie enormen Druck ausgesetzt werden und anfangen unter Endzeitängsten zu leiden? Was verändert sich in der Familie und in der Eltern-Kind-Bindung?

Wenn Eltern extremen religiösen, esoterischen oder politischen Gruppierungen beitreten, werden sie bald mit Nachdruck aufgefordert, ihre Kinder im Sinne dieser „höheren Macht“ zu formen. Die Eltern richten ihren Blick nach oben, in geistige Welten, sowie in die versprochene Zukunft und verlieren den Blick für das Kind, das sie im Hier und Jetzt dringend braucht. Diese Lücke füllt die neue Gemeinschaft und übernimmt nach und nach die Erziehung des Kindes.
Familiäre Beziehungen stehen in Konkurrenz zu den Hierarchien der Gruppe und den narzisstischen Ansprüchen von Gruppenführern. Daher werden diese systematisch zerstört. Für Kinder verändert sich die ganze Welt. Sie suchen Sicherheit, Schutz und Trost bei ihren Eltern, werden aber plötzlich von ihnen abgewiesen und müssen sich mit einer angstmachenden Ideologie sowie einem neuen sozialen Umfeld auseinandersetzen.

Bald werden die Gruppe und die Ideologie ihr neuer Halt. Sie tun alles, dem Idealbild der Gruppe zu entsprechen, auf Kosten ihrer eigenen Individualität, denn nur Anpassung wird belohnt. Wenn dies nicht gelingt, werden sie oft von den eigenen Eltern als Gefahr für das Überleben der Gruppe und der Stellung der Eltern in ihr gesehen und ausgeschlossen. Die Eltern glauben, im Interesse der Kinder zu handeln, während sie diese willig missbrauchen oder misshandeln um ihnen als auch sich selbst einen Platz im Paradies zu sichern.

Katharina Meredith bietet Beratung und Psychoedukation rund um das Thema Zwang und Manipulation in Glaubensgemeinschaften und Extremismus an.

Sie hat einen Bachelor in Psychologie, Training als Selbsthilfegruppenleiterin für Häusliche Gewalt und arbeitet mit InfoSekta in der Schweiz und der International Cultic Studies Association in den USA zusammen. Außerdem bietet sie Seminare und Kurse für Sektenaussteigern. Sie leitet je eine Webseite auf Englisch und Deutsch und zwei Blogs mit einem starken Fokus auf die Bindung zwischen Eltern und Kindern innerhalb abgeschotteten Gruppen und den schwierigen Übergang ins normale Leben.

Katharina Meredith wurde 1982 in Deutschland geboren, verließ ihre Heimat mit 10 Jahren, als ihre Eltern einer esoterischen Sekte beitraten und wuchs unter anderem in Belize, Mittelamerika auf. Nach ihrem Ausstieg 2012, verbrachte sie 12 Jahre in der USA. Seit Anfang 2015 wohnt sie mit ihrem Mann und zwei Kindern in der Schweiz. Sie bietet Beratung und Psychoedukation rund um das Thema Zwang und Manipulation in Glaubensgemeinschaften und Extremismus an.

5 Kommentare zu „11. 11. 14.30 Uhr Olten: Vortrag von Sektenexpertin Katharina Meredith“

  1. Walter sagt:

    Dieser Bericht ist, wie meistens bei sogenannten „Sektenexperten“, wieder mal sehr einseitig formuliert.
    Da hatte jemand eine schlechte Kindheitserfahrung – und schon werden christlicher Glaube, Sektiererei, Esoterik, Extremismus usw. undifferenziert in den gleichen Topf geworfen.
    Es gibt unzählige Menschen die bestätigen können, dass der Glaube an Jesus Christus und den Gott der Bibel eine völlige Veränderung ihres Lebens zum Guten bewirkt hat (Werbelink entfernt)

  2. admin sagt:

    @Walter: Katarina Meredith wird bei anderer Gelegenheit wieder zu hören sein. Vielleicht bringen Sie dann die Geduld auf zuzuhören? Sie als jemand, der hier in schöner Regelmässigkeit krude Kreationistenlinks bewirbt, könnten von ihren Ausführungen ganz besonders profitieren…

  3. Walter sagt:

    @admin: Katarina Meredith anzuhören kann ich mir wohl ganz gut ersparen…
    Ich kann mir sehr gut vorstellen, was sie sagen wird – nämlich genau das, was man von ihr in humanistischen Kreisen hören will.

  4. Andreas Kyriacou sagt:

    @Walter: Katarina Meredith erläutert, wie destruktiv religiöse (und nicht-religiöse) Kulte sein können. Wer nicht mit unangenehmen Wahrheiten konfrontiert werden möchte, bleibt solch aufklärerischen Anlässen wohl in der Tat besser fern. Spart ja auch viel Energie, stattdessen zu Hause die eigenen Vorurteile zu pflegen…

  5. Walter sagt:

    Religiöse Kulte, Götzenverehrung, Hexerei usw. sind genau die „unangenehmen Wahrheiten“, die Gott im Alten Testament der Bibel bekämpfte. Ja, es gab dabei Tote – aber es war die Notbremse.
    Jesus selber hatte zu seiner Zeit das Heu mit der damaligen religiösen Elite (Pharisäer) nicht auf der gleichen Bühne. Extreme Religiosität ist so ungefähr das Gegenteil von dem, was Gott von den Menschen will.

    Christen sind keine Extremisten, Sektierer usw. weil sie an den zwar unsichtbaren, aber erfahrbaren Gott der Bibel glauben. Ihre Kinder sind weder traumatisiert noch unaufgeklärt noch leiden sie an Endzeitängsten (ganz im Gegenteil). Kinder brauchen Werte, an denen sie sich orientieren können – ihnen den christlichen Glauben bewusst vorzuenthalten ist auch Manipulation.

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