“Betroffene begrüssen Aufklärung” – Erfolgreicher Start der Online-Plattform gegen Mädchenbeschneidung

Luzern, 10.7.17 (kath.ch)

Die Mitte Mai online gestellte Plattform gegen Mädchenbeschneidung erreicht erwiesenermassen auch Betroffene. Das sagt Nadia Bisang, Projektverantwortliche Fachstelle zur Prävention von Mädchenbeschneidung bei Caritas Schweiz.
«Die Betroffenen reagieren vor allem auf die Videos», erklärt Bisang gegenüber kath.ch. Die auf mädchenbeschneidung.ch publizierten Videos, die über Mädchenschneidung aufklären, sind über Facebook beworben worden.Dort hätten sich Betroffene denn auch gemeldet und die Kampagne als positiv und wichtig bezeichnet. «Mit den Videos wollten wir insbesondere auch Menschen erreichen, die weder lesen noch schreiben können», sagt Bisang.

Eingriff kann tödlich sein

In einem der Videos auf der Plattform erklären zwei Männer und eine Frau auf Tigirinja, einer in Eritrea verbreiteten Sprache, welche negativen Folgen die Genitalvestümmelungen bei Frauen hat und dass sie sich beim katholischen Hilfswerk Caritas Beratung und Hilfe holen können. Dem Argument, die Beschneidung aus Tradition vorzunehmen, wird entgegnet, dass schlechte Traditionen fallen gelassen werden sollten. Keine Religion schreibe Beschneidung von Frauen und Mädchen vor, heisst es im Video weiter.

In einem zweiten Video erklärt eine Ärztin einer Patientin anhand eines Modells, was Beschneidung ist. Sogar das Urinlassen könne wegen dem Eingriff verunmöglicht werden, was sogar zum Tode führen könne, sagt die Ärztin.

Die Plattform gegen Mädchenbeschneidung war Mitte Mai vom Netzwerk gegen Mädchenbeschneidung Schweiz lanciert worden. Dahinter stehen Caritas Schweiz, Terre des femmes Schweiz, Sexuelle Gesundheit Schweiz und das Schweizerische Kompetenzzentrum für Menschenrechte. Die Online-Plattform wurde im Auftrag des Bundesamts für Gesundheit (BAG) und des Staatssekretariats für Migration (SEM) realisiert. (rp)

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