Türkei – Charles Darwin fliegt aus türkischen Lehrplänen

Professoren und Studenten der Technischen Universität Ankara protestierten im Jahr 2009 gegen die Verbannung der Evolutionstheorie aus Artikeln und der Titelseite eines wissenschaftlichen Journals des türkischen Foorschungsrates anlässlich Darwins 200. Geburtstag. Auf der Tribüne des Universitätsstadions, auf dem das Wort “Devrim” (Revolution) steht, versammelten sie sich auf dem Anfangsbuchstaben, wodurch nur noch “Evrim” (Evolution) zu lesen war.

Türkischer Regierungssprecher nennt Evolutionstheorie “verfault” -

Artikel auf derstandard.at vom 24. und 29. Januar 2017:

“Säkularismus”, “Wiedergeburt” und “Atheismus” sollen in Religionsbüchern als “problematische Überzeugungen” und als “Krankheiten” eingestuft werden.

Die Evolutionstheorie von Charles Darwin muss aus den gymnasialen Lehrplänen gestrichen werden.

Der Gründer der laizistischen Republik, Mustafa Kemal Atatürk, soll immer mehr aus den Unterrichtsinhalten verschwinden.

Diese Neuerungen in den türkischen Lehrplänen kündigte nun Bildungsminister Ismet Yilmaz an. Zwar handelt es sich noch um Vorschläge, doch geht es nach dem Willen des Bildungsministeriums, soll das Maßnahmenpaket bereits ab Februar in Kraft treten.

 

>>Charles Darwin fliegt aus türkischen Lehrplänen – derstandard.at vom 24.01.2017

>>Türkischer Regierungssprecher nennt Evolutionstheorie “verfault” – derstandard.at vom 29.01.2017 

14 Kommentare zu „Türkei – Charles Darwin fliegt aus türkischen Lehrplänen“

  1. Vendetta sagt:

    Türkei: Das neue Paradies für Kreationisten.

  2. Walter sagt:

    Die Evolutionslehre von Charles Darwin hätte auch bei uns keine Berechtigung, als absolute Wahrheit in den Schulen gelehrt zu werden.
    Sie kann weder den absoluten Ursprung des Lebens und des Bewußtseins erklären, noch ist sie bewiesen oder beweisbar. Charles Darwin entwickelte seine Lehre im 19. Jahrhundert, zu dieser Zeit gab es noch nicht einmal DNA. Unterdessen hat sich das Wissensgebiet der Biochemie und die Möglichkeiten in der Forschung explosionsartig vergrössert und immer mehr Wissenschaftler weisen darauf hin, dass alle komplexen Systeme, die wir in den Lebewesen antreffen, nur funktionieren können, wenn alle Teile gleichzeitig entstanden sind, gleichzeitig miteinander in Kontakt kamen und sofort einer vorteilhaften Funktion dienten.
    Wenn Arten aus anderen Arten entstanden sind, warum gibt es keine fossile Funde der unzähligen Übergangsformen?
    Eigentlich glauben wir nur an eine Evolution, weil die einzige Alternative dazu der Schöpfungsakt Gottes ist!

  3. Pin sagt:

    @ Walter
    Kurz nach dem Urknall begannen vier fundamentale Kräfte bei gleichen Bedingungen immer gleich zu wirken. Die Wechselwirkungen vernetzten sich und wurden zunehmend komplexer. Physikalische Kräfte ermöglichten die chemischen Kräfte und aus den Wechselwirkungen der chemischen Kräfte entstand „Leben“. Die Substanz des Lebens, d. h. die Erbsubstanz sind Nukleinsäuren, die während der ganzen Evolutionsgeschichte unveränderlich sind. Aber wiederum sind es die Wechselwirkungen der biologischen Kräfte die eine Evolution ermöglichten.
    Deshalb sind in unserem Jahrhundert experimentelle Ergebnisse und nicht Religionsdogmen beweiskräftiger .

  4. Walter sagt:

    @Pin
    Der Mensch besteht aus 56% Sauerstoff, 28% Kohlenstoff, 9.3% Wasserstoff, Stickstoff, Calcium. Phosphor usw.
    Bitte bringen Sie doch diese Elemente mit Ihrer wissenschaftlichen Methode zum Leben. Das sollte eigentlich unter Laborbedingungen problemlos ein zweites Mal möglich sein, wenn man schon so genau weiss, wie es beim ersten Mal funktioniert hat …

  5. Pin sagt:

    @Walter
    Bereits im Jahr 2010 wurde Leben künstlich hergestellt. Das Team von Craig Venter hatte damals die Nukleotid-Abfolge eines Bakteriengenoms aus chemischem Rohmaterial synthetisiert und in eine andere Bakterienhülle verpflanzt.

  6. Walter sagt:

    @Pin
    Nicht Leben wurde künstlich hergestellt, sondern „nur“ Erbgut (DNA), welches in eine „lebendige“ Zelle eingepflanzt wurde, so dass ein lebensfähiges Bakterium entstanden ist.
    Das mag beeindrucken, den Ursprung des Lebens erklärt das aber nicht.
    Als logisch denkender Mensch kann ich nicht ohne weitere Erklärung den Urknall an den Ursprung aller Dinge setzen und annehmen, dass alles Weitere Zufall sein soll.
    Ich denke, Gott möchte uns in aller Deutlichkeit die Grenzen unseres menschlichen Denkens aufzeigen – was hindert uns eigentlich daran das einzugestehen?
    Römerbrief 1,20: Weil Gott die Welt geschaffen hat, können die Menschen sein unsichtbares Wesen, seine ewige Macht und göttliche Majestät mit ihrem Verstand an seinen Schöpfungswerken erkennen. Deshalb kann sich niemand damit entschuldigen, dass er von Gott nichts gewusst hat.
    Wissenschaft und Schöpfungskraft Gottes widersprechen sich nicht – vielmehr gibt Gott den Menschen durch die Wissenschaft Einblick in seine unglaubliche Kreativität.

  7. Pin sagt:

    @ Walter,
    ich bin einverstanden mit Ihnen, dass ein Organismus, der von synthetisch hergestelltem Erbgut gesteuert werden kann, den Ursprung des Lebens nicht erklärt. Der Hyperzyklus von Manfred Eigen, Steuerung der dissipativen Strukturen durch Informationsprozesse, Nukleinsäuren auch als Informationsspeichermedium helfen zwar die Emergenz dieses Phänomens besser zu verstehen. Aber die Komplexität der vielen Wechselwirkungen vermag der Homo sapiens nicht zu begreifen, so wenig wie die Frage wie und warum die Gesetze und der Anfangszustand des Universums gewählt wurde.

  8. Hans Regli sagt:

    Einen Beweis für die Evolution hat eigentlich jeder Mann direkt vor seinem Gesicht. Man mache nur einmal seine Brust frei und schaue auf seine Brustwarzen. Die Frage ist doch eigentlich: Wieso gibt es Menschen, die die hahnebüchene Story einer Sekte glauben, nämlich die Erschaffung von allem durch ein Fingerschnippen eines unerklärlichen Wesens. Wieso bevorzugt ein rational denkender Mensch diese Story gegenüber einer wissenschaftlich untersuchten, die an Drosophilafliegen nachvollzogen werden kann? Ist es bloss Ungebildetheit? Ich glaube es liegt daran, dass Sekten bereits im Kindesalter ihre Kinder brainwashen. Dummerweise scheint diese “deprogrammierung des Verstandes” extrem beständig zu sein, sodass die Leute ihr Leben lang vernünftigen Argumenten keinen Glauben mehr schenken, sondern lieber einer Fantasiestory. Schade.

  9. Walter sagt:

    @Hans Regli
    Nach meinem „deprogrammierten Verstand“ (danke!) sollten man mit „rationalem Denken“ Dinge vom Anfang bis zum Ende nachvollziehen können.
    Evolution hat weder einen Anfang noch ein Ende – sie ist immer nur ein Veränderungsschritt von einem, zum anderen Zustand.
    Evolution kann auch nicht den Ursprung des Lebens- und die Entstehung der Materie erklären (weder mit Brustwarzen noch mit Drosophilafliegen).
    Welches die Fantasiestory ist – Evolution nach Zufallsprinzip oder die bis ins Detail perfekt durchdachte Schöpfung – sei Ihrem (hoffentlich richtig programmierten) Verstand zur Beurteilung überlassen!!

  10. Volker sagt:

    @Walter: Ich würde es einmal so sagen: Die Bibel ist im AT ein Sammelsurium an vorchristlichen Mythen, die Naturreligionen abgekupfert worden sind. Im Bereich des NT ist es sehr zweifelhaft – darüber streiten natürlich Wissenschaftler unterschiedlicher Couleur – ob es einen real existierenden Jesus überhaupt jemals gegeben hat. Weiter ist auch dort mannigfaltig aus anderen Traditionen und Überlieferungen – und je nach aktueller Dogmen- und Interessenlage – hinzugedichtet worden. Die Bibel ist ein einfaches Zeugnis menschlicher Manipulationsversuche.
    Ich gebe Ihnen Recht, mit der Evolutionslehre sind viele Fragen – bisher – nicht klärbar. ABER: Sie schreitet munter voran, und je grösser die Zahl der “Wunder” der Bibel, die sie auflöst, desto mehr verweist sie diese dahin, wo es hingehört: In die Sammlung antiker Mythenerzählungen. Dafür ist sie ein gutes Zeugnis. Mehr aber nicht.
    Es scheint mir ein recht typisches Verhalten “gläubiger” Christen, bis zu einem gewissen Grad sich den-offensichtlichen- Wahrheiten über die Story des Christentums zu öffnen, und ebenso die überwältigende Beweislast der Forschung anzuerkennen, dann aber immer wieder an dem Punkt offener Forschungsfragen den Dreh zum Christengott hinzutricksen. Nehmen Sie doch einfach eine agnostische Haltung ein, das ist doch völlig korrekt, denn: Ob und was es noch so alles geben kann in den unendlichen Weiten des Weltalls, das zu wissen werden wir Menschen wohl noch einige Jährchen brauchen ;-)

  11. Walter sagt:

    @Volker
    Die historische Zuverlässigkeit von klassischen Werken beruht auf der Anzahl von handschriftlich überlieferten Manuskripten.
    Das neue Testament der Bibel hat mehr Handschriften und umfangreich abgestützte Texte als die zehn besten Stücke der klassischen Weltliteratur zusammen. Bei der letzten Zählung waren es fast 5700 handgeschriebene griechische Manuskripte. Zusätzlich dazu gibt es mehr als 9000 Texte in anderen Sprachen (z. B. Koptisch, Latein und Aramäisch).
    Für andere klassisches Werk sind zehn Handschriften schon sehr viel (z.B. Julius Cäsar) – kein Mensch kommt auf die Idee, deren Zuverlässigkeit auch nur ansatzweise zu hinterfragen.

    Zum neutestamentlichen Geschehen äussern sich auch nichtbiblische Quellen. Die Person Jesu und das Entstehen der christlichen Urgemeinde werden bei den Geschichtsschreibern Tacitus, Josephus Flavius, Suetonius, Plinius dem Jüngeren, Lucian und Tertullian erwähnt.
    Jahrhundertelang wurden der Bibel geschichtliche Irrtümer und Legenden vorgeworfen, die sich dann doch immer als richtig herausstellten: Das Volk der Hethiter (von dem einzig die Bibel berichtet) habe nie existiert; ebenso die Stadt Ninive, der Teich Bethesda in Jerusalem usw. Erst vor wenigen Jahrzehnten entdeckten Archäologen in der Türkei die Reste einer gewaltigen Stadt, in der Tafeln gefunden wurden, die sie als Hauptstadt der Hethiter auswiesen. Auch die Mauern von Ninive sind inzwischen entdeckt, ebenso der Teich Bethesda in Jerusalem. Alles nur Zufall?

    Anders als andere religiöse Bücher verlangt die Bibel keinen blinden Glauben. Sie respektiert unsere Zweifel und lädt sogar selbst zur Prüfung ein. Wir müssen weder unseren Verstand ausschalten noch blind irgendeinem Führer oder Guru folgen.

  12. Pin sagt:

    @ Walter
    Es ist das Typische an Mythen, dass ein Grossteil wahr ist und der Rest frei erfunden. Was zählt, sind Quellenkenntnis und Forschungsstand.
    Ehrliche Forscher geben zu, dass „Gott“ ein erfundener Begriff ist, um das Unwissen über den Ursprung des Kosmos und die phänomenalen Urkräfte zu erklären.

  13. Walter sagt:

    @Pin
    Und wie ist es mit denjenigen Forschern, deren „Quellenkenntnis und Forschungsstand“ in die entgegengesetzte Richtung zur Evolution zeigen – sind das die „Unehrlichen“?
    Michael J. Behe, ein amerikanischer Biochemiker, zeigt in seinem Buch „Darwin’s Black Box“ sehr beeindruckend auf, dass mit der Erforschung „irreduzierbar komplexer Systeme“ deutliche wissenschaftliche Ergebnisse vorliegen, die auf die Unmöglichkeit einer darwinistischen Entstehung des Lebens hinweisen, respektive für das Vorhandensein eines intelligenten Schöpfers sprechen (Intelligent Design).
    Inzwischen weisen immer mehr Wissenschaftler darauf hin, dass alle komplexen Systeme, die wir heute in den Lebewesen antreffen, nur funktionieren können, wenn alle Teile gleichzeitig entstanden sind, gleichzeitig miteinander in Kontakt kamen und sofort einer vorteilhaften Funktion dienten. Es muss sofort alles da sein und sofort alles positiv zusammenspielen, wenn das nicht der Fall ist, kann die natürliche Selektion nicht greifen. In den vergangenen 20 Jahren hat die Biochemie laufend weitere „irreduzierbar komplexe Systeme“ entdeckt.
    Immer noch halten viele Naturwissenschaftler an der Evolutionstheorie fest, obschon in den letzten Jahren kaum wissenschaftliche Arbeiten publiziert worden sind, die sich um wirkliche Grundlagen der Evolutionsvorgänge kümmern. Man macht sich gar nicht die Mühe, genau nachzuforschen, wie komplexe Systeme entstanden sein könnten – aus welchen Gründen wohl?.

  14. Pin sagt:

    @ Walter
    Ich denke, dass sich viele die Mühe gemacht haben komplexe Systeme zu erforschen, aber nichtreduzierbare komplexe Systeme auf experimentell nachvollziehbarem Wege widerlegt werden konnten. Ob eine Struktur nichtreduzierbar komplex ist, ist empirisch im Prinzip einfach prüfbar. Man kann jedes einzelne Element des Systems aus dem System entfernen und untersuchen, ob die Funktion wenigstens teilweise noch erhalten bleibt.

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