Leeraussagen der Bischofskonferenz zum Fall Huonder

Huonder Bahnhof Visp

Huonder Plakat am Bahnhof Visp

Die Schweizer Bischofskonferenz drückt sich weiterhin um einen Positionsbezug im Fall Huonder. In der heutigen Medienmitteilung zu ihrer dreitägigen Versammlung wird zwar festgehalten, dass sich mit Huonders Aussagen eine «schwierige Situation» ergeben habe. Und es wird betont, dass die Kirche alle Menschen unabhängig ihrer sexuellen Orientierung vorbehaltlos annähme.
Die Bischofskonferenz geht aber nicht wirklich auf inhaltliche Distanz zu den Aussagen Huonders und Loveys, der im Mai gesagt, «dass dass es ein Leiden gibt bei der Person, welche Homosexualität lebt, und auch in deren Umfeld.»

Die Bischofskonferenz lässt mit ihrer Leeraussage völlig offen, ob sie homosexuellen Menschen endlich zugesteht, ihre Sexualität mit anderen erwachsenen Personen auszuleben. Mit keinem Wort gingen die Bischöfe auf die Proteste der katholischen Basis ein, auch der Umgang mit dem Pfarrer von Bürglen, Wendelin Bucheli, blieb gänzlich unerwähnt. Und natürlich macht sie keinerlei Anzeichen, dass sie einsieht, dass die Diskriminierung Homosexueller im Ehe- und im Adoptionsrecht beendet werden muss.
Für die weltoffenen Katholiken hat sich damit nichts verändert. Sie müssen sich weiterhin damit abfinden, dass sie mit ihrer Mitgliedschaft das System stützen, das Huonder hervorgebracht hat und  ihn weiterhin protegiert. Die zentralen Fragen, die im offenen Brief der Freidenker aufgeworfen werden, bleiben damit für diese Personen bestehen: Ist eine Mitgliedschaft noch zu verantworten oder ist das Auf-Distanz-gehen, sprich: der Austritt der richtige Weg?
Die Plakatkampagne der Freidenker stellt demnach weiterhin die richtige Frage: «Liebe Katholiken: Huonder tritt nicht aus. Wie steht’s mit Euch?» Die Plakate hängen noch diese Woche in den Gemeinden Chur, Landquart, Davos, Brig, Visp und Sitten.

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