Wädenswil ZH: Lärmschutz-Klage wegen Kirchenglocken

Die reformierte Kirche soll auf nächtlichen Stundenschlag und Glockengeläut verzichten, fordert ein Anwohner. Die Kirchenpflege hat teilweise eingelenkt und das Frühgeläut verschoben. Der Anwohner will dennoch eine Lärmschutzklage einreichen.
http://www.zsz.ch/artikel_272346.html

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8 Kommentare zu „Wädenswil ZH: Lärmschutz-Klage wegen Kirchenglocken“

  1. kalberer m sagt:

    guten tag, gibt es news zu dieser lärmklage?

    vielen dank für ihr feedback.

  2. Alfred Naef sagt:

    Nun ist es soweit, die Kirche und die Stadt kämpfen mit je einem Anwalt gegen meine Eingabe betreffend abstellen des Zeitschlags der Kirche in der Nacht. Interessant ist doch, dass die Mitmenschen willkürlich am schlafen gehindert werden, ja terrorisiert werden, um die arrogante Vorherrschaft der Kirche zu demonstrieren. Es ist nicht nur gesetzeswidrig sondern auch unanständig. Und ist es auch nicht zu aufwändig mit Steuergeldern ZWEI Anwälte zu beschäftigen mit dem Auftrag möglichst die illegale Lärmimmission zu verteidigen. Dazu gibt es auch ein schöner Artikel vom Kolumnisten Peter Schibler im Bund ( http://www.derbund.ch/bern/nachrichten/Sommernacht——/story/30824804

  3. atosta sagt:

    Ich denke das es Lebewesen gibt die heutzutage ihre Ruhezeit besser in einer Isolationskammer ohne Strom und nichts verbringen. Das selbe gilt natürlich auch für ihre Schlafenszeit in der Nacht. Da wär totale Ruhe. Bitte begeben sie sich auch nicht ohne Raumanzug in die Öffentlichkeit, es kann ja sein das einer summt oder spricht. Denkt mal nach warum die Glocken sind danach kann man wieder diskutieren.

  4. Stefan Mauerhofer sagt:

    Ein Minimum an Rücksichtname und Anstand sollte man eigentlich von einer öffentlich-rechtlich anerkannten Institution erwarten dürfen. Das ist aber bei den Kirchen wohl schon zu viel verlangt.

  5. Reta sagt:

    Das kantonale Baurekursgericht hat einen Rekurs eines Wädenswiler Ehepaars teilweise gutgeheissen: Die reformierte Kirche Wädenswil muss deshalb den nächtlichen Viertelstundenschlag abstellen.
    http://www.baurekursgericht-zh.ch//files/entscheidauszug_aus_brge_ii_nr._0193-2015_vom_15._dezember_2015.pdf

  6. Ralf Tegtmeyer sagt:

    Ganz ehrlich? Ich brauche GAR KEIN Glockengebimmel von diesen jeweiligen Sekten, und Gruppen die sich anders nennen, welche sich herausnehmen, ganze Täler zu beschallen (aus welchen logischen Gründen auch immer – wo heute jeder eine Uhr hat). Habe ich gegen 22 Uhr die Musik ein wenig lauter, kommt schon mal die Polizei vorbei und wird “lauter” (bei dieser Aktion dann natürlich gleichgestimmt das wesentlich lautere Glockengebimmel im Hintergrund) – welches komischerweise als “normal” angesehen wird. So ich lese nun Pawlow weiter, der mit dem Hund und Glocke…

  7. Reta Caspar sagt:

    Bundesgericht: Viertelstunden-Glockenschlag der evangelisch-reformierten Kirche in Wädenswil: Nächtliche Einstellung nicht gerechtfertigt
    “dass der nächtliche Glockenschlag in Wädenswil fest verwurzelt ist und eine lokale Tradition darstellt, sich mehr als 2000 Personen aus Wädenswil in einer Petition für die Beibehaltung der Viertelstundenschläge ausgesprochen haben und die Autonomie der Gemeinde in einem Bereich tangiert wird, für den das Bundesrecht keine Lärmgrenzwerte vorsieht. Insgesamt spricht die Interessenabwägung damit gegen die nächtliche Einschränkung der Viertelstundenschläge.”
    https://www.bger.ch/files/live/sites/bger/files/pdf/de/1C_383_2016_yyyy_mm_dd_T_d_12_48_06.pdf

    Vor 10 Jahren lehrte man an der Uni noch, dass der Glockenlärm nicht unter die Lärmschutzverordnung falle, weil die nur Lärm als Nebenprodukt einer Aktivität (Bau, Verkehr etc.) regle, nicht Lärm, der Zweck der Aktivität ist. Jetzt unterstellt das BGer den Glockenlärm zwar der Verordnung aber urteilt mangels gesondertem Grenzwert für Glockenlärm zugunsten der Befürworter.
    Zeit also, dass der Bundesrat die Verordnung ergänzt.

  8. Vendetta sagt:

    Die nachfolgende Geschichte ist aus meinem Ärger über dieses, einmal mehr, rückgratlose Bundesgericht entstanden. Sie könnte durchaus den Tatsachen entsprechen obwohl sie fiktiv ist. Solange die Schweiz kein unabhängiges Verfassungsgericht hat, wird es weiterhin normal sein, dass die Verfassung, die Gesetze und Verordnugen mit Füssen getreten werden und wir nur in stiller Ohnmacht ohne jede Rekursmöglichkeit den gottähnlichen Urteilen dieses Gremiums ausgeliefert sind.
    Ähnlichkeiten mit noch lebenden oder hoffentlich bald verstorbenen Personen sind rein zufällig.
    Euer lieber Onkel Vendetta

    Das Telefon des Bundesgerichtspräsidenten schlug an, auf dem Display erkannte er die Nummer sofort. „Hallo Vitos, wie geht’s wie steht‘s?“ „Gut, K, gut, wenn nicht diese leidige Sache mit dem Nachtgeläut wäre. Du weisst, wir dürfen uns keine Blösse mehr geben. Meine Schäfchen laufen in Scharen davon und wenn ihr jetzt noch wegen diesem gefühlsduseligem „Volksgesundheitswahn“ auch noch unser Geläut abstellt, können wir gleich einpacken!“
    „Ganz ruhig, Vitos. Du kannst dich auf mich verlassen. Ich habe bereits meine willfährigen Kandidaten zusammengestellt um das Urteil nach unserem Geschmack abzuwandeln. Nebenbei bemerkt, diesmal wird’s wohl ein wenig teurer. Ein Haus steht zur Sanierung an dazu kommt noch ein kleiner Anbau. Ein anderer wird wohl in die Frühpension gehen, da er dem befürchteten Shitstorm aus dem Weg gehen möchte, alles Kleinigkeiten halt.“ scherzte K. Vitos seufzte: „Ja ja, habe ich mir schon gedacht, dass ihr die Situation gnadenlos ausnutzt. Zum Glück haben wir in Rom genügend Reserven für solche Fälle. Also, ich verlasse mich auf dich.“
    Sekunden später läutete das Telefon wieder. „Hallo Gottfrid, wie geht’s wie steht’s?“ „Schlecht, immer weniger Menschen glauben unseren Christenmärchen und laufen in Scharen davon, jetzt auch noch dieses leidige Thema wegen des Nachtgeläutes. Wir dürfen uns hier keine Blösse geben, dass ist dir wohl klar?“ „Ganz ruhig, Gottfrid. Du kannst dich ……etc.“ (siehe oben). „Geld spielt in diesem Fall keine Rolle, machs einfach!“ sagte Gottfrid und legte auf.
    Der Bundesgerichtspräsident rief seine Kandidaten zusammen. „Hört mal, wir haben ein Problem. Es geht um dieses „Nachtgeläut“. Wir können nicht dulden, dass der Pöbel unsere glorreiche christliche Vergangenheit mir nichts dir nichts abschafft.“ Eppenberger, der bereits beim ersten getürkten Urteil mit von der Partie war, wagte einzusprechen:“Diesmal wird’s aber fast unmöglich, unsere Willkür durchzusetzen. Sie haben die Macht der Volksgesundheit entdeckt.“ „Einen Moment!“ brauste K auf. „Die Volksgesundheit interessiert mich einen Dreck! Hier geht’s um Macht! WIR sind die Macht! Niemand steht über uns! Niemand hat uns etwas zu sagen! Wir sind das Gesetz! Was wir urteilen, kann niemand anfechten! Wir sind GOTT! Hast du das verstanden?“ „Oje“ dachte Eppenberger: „Ich glaube, die Macht hat ihm ein ganz klein wenig den Verstand geraubt.“ „Ja ja, ist schon klar“ meinte er: „Nur denke ich, wenn wir wieder die Gesetze mit Füssen treten, muckt das Volk möglicherweise auf. Denn diesmal können sie wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse vorbringen, um das Nachtgeläut als Gesundheitsschädigend anzuprangern.“ „Hör mal, Kollege. Du willst doch noch mal wiedergewählt werden, und das geht nur über mich, klar? Gut, ich stelle mir das Urteil folgendermassen vor: Nach unserem grossem Vorbild, Dr. Roland Freisler, werden wir Argumente für unser christliches Abendland erfinden. Bereits während des Prozesses werdet ihr ihre Argumente in der Luft zerreissen, ihnen das Wort im Mund umdrehen, sie erniedrigen bis sie zu Kreuze kriechen! Jaaah, wir werden es ihnen zeigen.“ Er lachte sein schmutzigstes Lachen in das die auserwählten Bundesrichter mit einstimmten. „Auf auf, Buben, macht euch an die Arbeit!“ rief K hämisch grinsend zum Abschluss der Sitzung.

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