Sorge um Hamed Abdel-Samad!

Medienmitteilung:

Die Freidenker-Vereinigung der Schweiz ist in Sorge um das Leben des deutsch-ägyptische Politologen Hamed Abdel-Samad.

Die FVS hat Bundesrat Burkhalter ersucht, seine Kontakte zu nutzen, die ägyptische Regierung aufzufordern, sich deutlich und unmissverständlich von diesen Mordaufrufen zu distanzieren, deren Urheber rechtlich zu verfolgen und zugleich die Sicherheit von Hamed Abdel-Samad zu gewährleisten.

Hamed Abdel-Samad wird derzeit in Ägypten mit einer Hetzkampagne überzogen, für die er das direkte Umfeld des ägyptischen Staatspräsidenten Mohammed Mursi verantwortlich macht. Abdel-Samad vertrat in einem Vortrag in Kairo die These, dass der Islamismus ein verspäteter Faschismus sei. Kritiker werfen ihm vor, er habe damit den Propheten Mohammed und den Islam beleidigt. Zahlreiche Internetseiten der Salafisten und Muslimbrüder zeigten daraufhin das Bild des Autors mit der Überschrift “Wanted Dead!” Die Hasspropaganda gipfelte in einem vom ägyptischen Fernsehen ausgestrahlten Mordaufruf des Islamisten Scheich Assem Abdel-Maged im salafistischen TV-Sender Al-Hafez.

Hamed Abdel-Samad ist seit dem 12. Juni 2013 in Ägypten untergetaucht.
Die detaillierte Chronik der Ereignisse und der Medienberichterstattung auf: http://www.giordano-bruno-stiftung.de/meldung/mordaufrufe-gegen-hamed-abdel-samad

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10 Kommentare zu „Sorge um Hamed Abdel-Samad!“

  1. Reta Caspar sagt:

    Mordprediger und ihre Verharmloser: Kolumne von Valentin Abgottspon zum Thema http://www.news.ch/Mordprediger+und+ihre+Verharmloser/590554/detail.htm

  2. Peter sagt:

    @abgottspon
    Ich muss mich entschieden gegen weite Teile Ihres Artikels in news.ch wenden.

    Klar ist: Mordaufrufe gegen Menschen jeglicher Couleur ist inakzeptabel und schärfstens zu verurteilen.

    Sie aber, Herr Abgottspon, sie instrumentalisieren Hamed in einer Art die für mich befremdlich ist und ganz nahe an die intellektuellen Unredlichkeit heranreicht.

    Den verbalen Zweihänder schwingend machen Sie sich über sattsam bekannte Themen her:
    Irland, Mohammed Karikaturen, Trennung von Kirche und Staat, Verbannung der Religion aus Justiz und Schule, die Rolle der Medien usw. Sie bringen nichts Neues in die Diskussion ein-
    weder ein historischer Exkurs noch philosophische Fragen, nur eingeschliffene “Glaubenssätze”.

    Und dann ist noch dieser Daniel Brax, der Ihnen gar nicht ins Konzept passen will. Sie verurteilen ihn, und sie sprechen sogar eine Art von “Fatwa” aus.

    Das Seltsamste an Ihrem Artikel: Sie nehmen Ihrer Leserschaft das Denken ab. Ihr Zitat: “Bax formuliert so, dass man durchaus ein «selber schuld!» herauslesen kann.”
    Und sie beziehen sich, um Ihre Kritik an Brax zu belegen und zu legitimieren auf die zahlreichen wütenden Kommentare auf der taz.de Homepage. Hätten wir immer auf die wütende Meute gehört, lieber Herr Abgottspon, dann wären wir noch heute in der Steinzeit…

    Ich habe mir die Mühe genommen, den g a n z e n taz.de Artikel aufmerksam zu lesen. Ich kann nichts Verwerfliches darin entdecken. Haben Sie Herr Abgottspon vielleicht den Hamed schon heilig gesprochen oder ist er sogar ein Märtyrer? Sind sie deshalb so unerbittlich intolerant und streng gegenüber der etwas anderen Meinung von Daniel Brax?

  3. Reta Caspar sagt:

    25. Juni 2013: Antwort aus dem EDA:

    “Besten Dank für Ihr an Herrn Bundesrat Didier Burkhalter adressiertes und an unsere Abteilung übermitteltes Schreiben vom 20. Juni 2013.

    Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten verurteilt den Mordaufruf gegen den deutsch-ägyptischen Publizisten Hamad Abdel Samad. Als deutsch-ägyptischer Doppelbürger steht Herr Hamad Abdel Samad in direktem Kontakt mit dem Deutschen Auswärtigen Amt. Letzteres hat ihm gemäss Aussagen des deutschen Aussenministers vom 13. Juni 2013 konkrete Hilfe angeboten und kümmert sich nach Möglichkeiten um den Schutz ihres Staatsbürgers.

    In Zusammenarbeit mit der Schweizer Vertretung in Kairo werden wir die Situation von Herrn Hamed Abdel-Samad weiterhin verfolgen.

    Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA
    Politische Direktion
    Abteilung Mittlerer Osten und Nordafrika”

  4. andreas.kyriacou sagt:

    @Peter:
    Inwiefern ist es in Bezug auf die erfolgte Morddrohung relevant, dass Abdel-Samad für ein paar Fernsehsendungen mit Broder zusammenspann? Wozu soll die Etikettierung «angeblicher Insider» dienen ausser zur Diffamierung? Immerhin ist Abdel-Samad Sohn eines sunnitischen Imams und lebte bis zum 23. Altersjahr in Ägypten.

    Bax’ Kolumne vermittelt in der Tat nur eine Botschaft: selber schuld. Dies zu beklatschen ist höchst fragwürdig.

  5. Gaby M. sagt:

    Es gibt eine Petition, da kann man sich eintragen lassen. Sie wird von Zeit zu Zeit aktualisiert.

    Bitte möglichst auch verteilen, um Hamed unsere Unterstützung zu zeigen.

    https://www.change.org/de/Petitionen/an-die-regierung-der-bundesrepublik-deutschland-islamisten-rufen-zur-ermordung-von-hamed-abdel-samad-in-%C3%A4gypten-auf

  6. Grazia sagt:

    Vielleicht dürfen auch heute nur die Hofnarren gewisse Dinge aussprechen:

    https://www.youtube.com/watch?v=Ud1cyJE5EPc

  7. Peter sagt:

    @andreas kyriacou

    Ich beklatsche nichts noch nehme ich Partei für Bax.

    Ich sage nur, dass ich am taz-Artikel nichts Verwerfliches erkennen kann. Jedenfalls nicht so, dass man, wie es Abgottspon tut, dem Bax den Journalistentitel wegnehmen und ihn zusätzlich mit einer “unbefristeten Merkbefreiung” belegen müsste (was immer auch das heissen mag…).

    Übrigens:
    Wer ist Broder? Und warum bringen Sie den jetzt auch noch ins Spiel? Dar man den auch nicht nennen im Zusammenhang mit der Causa Hamed?

  8. Reta Caspar sagt:

    Hamed Abdel-Samad meldet kurz nach Mitternacht via Facebook: “Der salafistische Sender, der den Mordaufruf gegen mich machte, wurde gerade geschlossen und seine Mitarbeiter wurden verhaftet!”

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