Neues FVS-Zentralpräsidium

Die Freidenker-Vereinigung der Schweiz (FVS) hat anlässlich ihrer Delegiertenversammlung in Olten am 26. Mai 2013 eine neue Führungscrew gewählt. Mit Andreas Kyriacou als neuem Zentralpräsidenten und Valentin Abgottspon als neuem Vize zeigt sich die FVS bestrebt, die positive Mitgliederentwicklung seit der Plakatkampagne „Da ist wahrscheinlich kein Gott“ fortzuführen und das Image der FVS als Interessenvertretung und Stimme der Konfessionsfreien in der Schweiz weiter zu schärfen. Die Strukturerhebung des Bundesamtes für Statistik zeigte: Ende 2010 waren 20.1 Prozent der Schweizer Wohnbevölkerung konfessionslos – nahezu eine Verdoppelung innerhalb von zehn Jahren.

Andreas Kyriacou, Berater für Wissensmanagement, will die Zahl der Veranstaltungen, an denen Wissenschaftler den aktuellen Stand der Forschung wiedergeben oder an denen ethische Positionen debattiert und erläutert werden, erhöhen: «Wir halten religiöse Welterklärungen für wenig hilfreich in der heutigen Zeit. Damit stehen wir in der Pflicht zu illustrieren, wieso weltliche Positionen glaubwürdiger und nützlicher sind.» Kyriacou initiierte das Wissensfestival Denkfest und das wissenschaftlich-humanistische Sommerlager für Schulkinder Camp Quest. Diese Aktivitäten und das soziale Engagement, beispielsweise im Rahmen des Hilfe-zur-Selbsthilfe-Projektes im indischen Keshavapuram, sollen zudem Grundlage für eine Anerkennung als gemeinnützige Organisation bilden.

Der Oberstufenlehrer Valentin Abgottspon stellt klar: «Die Mehrheit der Bevölkerung steht den Religionen, vor allem den institutionalisierten, distanziert gegenüber. Wir Freidenker müssen uns vermehrt politisch einbringen und für mehr staatliche Neutralität sorgen. Sei dies bei Fragen der individuellen Freiheit, Sexualmoral, Sterbehilfe oder Ausgestaltung staatlicher Schulen.»

Mit Sara Savona erhält der Zentralvorstand zudem Verstärkung aus der Hochschulgruppe frei denken uni basel. Weiter wurde der Genfer Eric Perruchoud neu in den Zentralvorstand gewählt.

Mit Applaus wurden die Leistungen der Zurücktretenden von den Delegierten verdankt: Grazia Annen, scheidende Copräsidentin, widmet sich künftig vermehrt der Sektion Zentralschweiz. Stefan Mauerhofer, der ebenfalls als Copräsident abtritt, bleibt Präsident der Sektion Solothurn/Grenchen und Zentralvorstandsmitglied. Der bisherige Vize Jean-Pierre Ravay schliesslich bleibt Präsident der Sektion Waadt.

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