Deutscher Ethikrat einstimmig für die Beschneidung

Ungeachtet tiefgreifender Differenzen in grundlegenden Fragen empfiehlt der Ethikrat einmütig, rechtliche Standards für eine Beschneidung minderjähriger Jungen aus religiösen oder weltanschaulichen Gründen zu etablieren und dabei folgende Mindestanforderungen umzusetzen:
1.         umfassende Aufklärung und Einwilligung der Sorgeberechtigten
2.         qualifizierte Schmerzbehandlung
3.         fachgerechte Durchführung des Eingriffs sowie
4.         Anerkennung eines entwicklungsabhängigen Vetorechts des betroffenen Jungen.
http://www.ethikrat.org/presse/pressemitteilungen/2012/pressemitteilung-09-2012/

Bericht der FAZ über die Sitzung: http://www.faz.net/aktuell/politik/ethikrat-jacobs-beschneidung-11875890.html

 

Zusammensetzung des Ethikrates

Vorsitzende

Prof. Dr. med. Christiane Woopen  Universität zu Köln  Institut für Geschichte und Ethik der Medizin  Forschungsstelle Ethik

Stellvertretende Vorsitzende

Wolf-Michael Catenhusen  Staatssekretär a. D.  Berlin   Präsidium des Deutschen Evangelischen Kirchentages

Prof. Dr. theol. Peter Dabrock  Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg Lehrstuhl für Systematische Theologie II (Ethik)

Prof. Dr. iur. Jochen Taupitz
   Institut für Deutsches, Europäisches und Internationales Medizinrecht, Gesundheitsrecht und Bioethik der Universitäten Heidelberg und Mannheim


Prof. Dr. med. Katrin Amunts  Strukturell-funktionelles Brain Mapping an der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik
am Universitätsklinikum Aachen

Constanze Angerer  Präsidentin a. D. des Landgerichts München I  Geschäftsstelle Deutscher Ethikrat, Berlin Vorstand des Landesverbands Bayern des Kinderschutzbundes

Prof. Dr. med. Frank Emmrich  Institut für Klinische Immunologie und Transfusionsmedizin  Leipzig

Dr. med. Christiane Fischer  BUKO Pharma-Kampagne  Bielefeld

Prof. Dr. med. Dr. phil. Thomas Heinemann  Philosophisch-Theologische Hochschule Vallendar  Lehrstuhl für Ethik, Theorie und Geschichte der Medizin

Prof. Dr. iur. Wolfram Höfling   Institut für Staatsrecht  Köln

Prof. Dr. theol. Dr. h. c. Wolfgang Huber  Bischof a. D.  Berlin

Dr. (TR) Dr. phil. Ilhan Ilkilic   Institut für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin  Mainz   Islamische Medizinethik und Bioethik

Prof. Dr. med. Leo Latasch   Amt für Gesundheit  Frankfurt am Main  Gemeinderat der Jüdischen Gemeinde Frankfurt

Weihbischof Dr. theol. Dr. rer. pol. Anton Losinger   Bistum Augsburg

Prof. Dr. iur. Reinhard Merkel Fakultät für Rechtswissenschaft  Hamburg

Herbert Mertin   Justizminister a. D. des Landes Rheinland-Pfalz

Prof. Dr. med. habil. Dr. phil. Dr. theol. h. c. Eckhard Nagel  Institut für Medizinmanagement und Gesundheitswissenschaften Bayreuth seit 2001 Mitglied des Präsidiumsvorstands des Deutschen Evangelischen Kirchentages

Dr. phil. Peter Radtke
  Geschäftsstelle Deutscher Ethikrat  Berlin

Ulrike Riedel  Rechtsanwältin, Staatssekretärin a. D.

Prof. Dr. iur. Edzard Schmidt-Jortzig  Bundesminister a. D.  Juristisches Seminar Kiel   Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (bis 2007)

Prof. Dr. theol. Eberhard Schockenhoff  Arbeitsbereich Moraltheologie  UNI Freiburg

Prof. Dr. med. Elisabeth Steinhagen-Thiessen  Charité – Universitätsmedizin Berlin  Forschungsgruppe Geriatrie

Prof. Dr. iur. Silja Vöneky  Abteilung 2: Völkerrecht und Rechtsvergleichung  Freiburg im Breisgau

Prof. Dr. rer. nat. Heike Walles   Lehrstuhl für Tissue Engineering und Regenerative Medizin Würzburg

Prof. Dr. med. Claudia WiesemannAbteilung Ethik und Geschichte der Medizin  Göttingen

Dipl.-Psych. Dr. phil. Michael Wunder   Evangelische Stiftung Beratungszentrum Alsterdorf  Hamburg

http://www.ethikrat.org/ueber-uns/mitglieder/mitglieder-des-deutschen-ethikrates

Von 25 Mitgliedern des Ethikrats haben 10 offensichtliche Verbindungen zu oder Funktionen in den Kirchen oder jüdischen/muslimischen Gemeinschaften.

5 Kommentare zu „Deutscher Ethikrat einstimmig für die Beschneidung“

  1. Danke für die Zusammenstellung! – Hab sie gefunden, als ich grade selbst über die religiösen Hintergründe der Mitglieder recherchierte.

    Prof. Christiane Woopen hat an einem evangelischen KH gearbeitet (Aip und Assistenzärztin), ist also vermutlich evangelisch.

    Constanze Angerer, hat, genau wie ihr Ehemann, Karriere im Bayrischen Regierungsapparat gemacht, ohne Konfession wäre das wohl kaum möglich gewesen.

    Dr. med Christiane Fischer hat auch evangelische Theologie studiert
    (Quelle: http://www.ethikrat.org/ueber-uns/mitglieder/mitglieder-des-deutschen-ethikrates und Google)

    Wieviele wirklich NICHT-religiöse sind im Ethikrat vertreten? Und warum kann kein humanistischer/atheistischer Verband da jemanden reinbringen (proportional zum Bevölkerungsanteil natürlich)? – So geht das nicht.

  2. Ergänzung: Sehe grade erst, daß es sich hier um eine SCHWEIZER Organisation handelt und danke daher besonders für die nachbarschaftliche Recherche-Hilfe :-)

  3. Theodor Ebert sagt:

    Frau Woopen ist katholisch, sie hat als Mitarbeiterin der Bischöflichen Studienstiftung Cusanuswerk gearbeitet (laut Wikipedia).
    Auch Herr Heinemann steht in einem solchen Verhältnis zur Kirche; er ist Mitglied des Trägerübergreifenden Ethikrats im Bistum Trier, Mitglied Görresgesellschaft.
    Vielleich lassen sich diese Infos noch einfügen.

  4. [...] Straftat eine Debatte losgetreten, die schon lange überfällig ist. Leider leider wurde durch eine übergeordnete religiös infiltrierte Ethik-Kommission schliesslich doch der Status Quo zementiert. Ich bin der Ansicht, dass die Körperliche [...]

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