O Gott, ich bin Atheist!

Offenbar heute auf  Radio DRS gelesen, hier zum Nachlesen:

Lieber Herr Gott,

immer soll man Toleranz zeigen, als Atheist. Immer soll man sich anpassen, als Atheist. Immer soll man dir zustimmen, als Atheist. Aber nie werden wir gefragt, was wir wollen, wir Atheisten.

“Ich glaube nicht an Gott.” Das ist ein Satz, für den man heute noch Mut braucht, um ihn sagen zu können, denn nirgendwo stößt man damit auf Verständnis.

Sofort bekommt man von allen Seiten Spott und muss sich anhören, was für eine Sünde es sei, nicht an Sie, Herr Gott, den Erschaffer der Welt, zu glauben. Das ist fast ähnlich, als würde man sagen: “Ich bin schwul.” Man outet sich in den meisten Gesellschaften einfach mit so etwas nicht.

Die zweite Frage ist dann sofort: “Warum glaubst du denn nicht an Gott, den Allmächtigen?” Blöde Frage. Einfache Antwort: Ich glaube nicht an Sie, Herr Gott, weil ich mir mein Leben nicht von jemandem vorschreiben lassen möchte, von dem nicht mal bewiesen ist, dass er überhaupt mal gelebt hat. Ich will der Herr über mein eigenes Leben sein.

Fortsetzung: http://www.abendblatt.de/hamburg/schueler-machen-zeitung/article1915920/O-Gott-ich-bin-Atheist.html

2 Kommentare zu „O Gott, ich bin Atheist!“

  1. Andres Lamanda sagt:

    Bravo ein ausgezeichneter Text!

  2. Anita sagt:

    Heute im St. Galler Tagblatt: nota bene die Zeile “womöglich sogar Atheisten”. Ein starkes Stück.

    Salzkorn
    Lohnt sich Lügen nicht? Ökonomen
    der Universitäten Oxford
    und Bonn haben herausgefunden,
    dass die meisten Menschen
    ehrlich sind. Im Rahmen einer
    Studie wurden ganz normale
    Menschen zu Hause angerufen
    und gebeten, eine Münze zu werfen,
    um beim Ergebnis «Zahl»
    15 Euro zu verdienen. Die Wissenschafter
    erwarteten, dass
    etwa drei Viertel der Befragten
    den Gewinnwurf behaupten
    würden. Weit gefehlt.
    Ob Frauen, Männer, Katholiken
    oder Protestanten, womöglich
    sogar Atheisten, mehr als
    die Hälfte gaben zu, nur einen
    «Kopf» zu haben. Sie verzichteten
    auf den kleinen Beschiss, der
    ihnen satte 15 Euro eingebracht
    hätte. Warum nur?
    Die Fachleute sind auch deshalb
    überrascht, weil bei Experimenten,
    die mit Studenten in
    den Universitätsräumen durchgeführt
    wurden, deutlich mehr
    Schummler am Wurfwerk
    waren. Sind diese einfach besser
    trainiert? Kann man Mogeln
    lernen? Da müsste man vielleicht
    doch eher Bankprofis
    fragen oder die Gewinneinsätze
    ändern. G.P.

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