Kt. FR: Pro Natura zieht die Klage gegen Bussard zurück

Patrick Bussard, der Fribourger Bergführer, der in den Fribourger Alpen drei Gipfelkreuze abgesägt hat, muss sich nicht wegen Sachbeschädigung verantworten. Pro Natura, die sich als Besitzerin des einen Kreuzes ausgab, hat die Klage offenbar zurückgezogen. Bereits zuvor waren zwei KlägerInnen als nicht klageberechtigt ausgeschieden.

http://www.laliberte.ch/regions/pro-natura-retire-sa-plainte

Vorgeschichte: http://www.frei-denken.ch/de/2012/01/pro-natura-eigentumerin-von-gipfelkreuzen/

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13 Kommentare zu „Kt. FR: Pro Natura zieht die Klage gegen Bussard zurück“

  1. Reta Caspar sagt:

    Es ist anzunehmen, dass Pro Natura Fribourg, die dieses Jahr ein Jubiläum feiert, keine negativen Schlagzeilen wollte. Vielleicht war aber einfach auch die Eigentümerschaft nicht zu beweisen?
    Jedenfalls scheint sich das Gericht zu bemühen, denn Fall ohne Aufsehen vom Tisch zu kriegen.

  2. T.M. sagt:

    Mir schrieb Pro Natura Schweiz auf Anfrage, dass Pro Natura Eigentümer des Grundstücks sei, und zwar zweifelsfrei. Und man habe seinerzeit Anzeige wegen Sachbeschädigung erstattet, genau als ob einer eine Sitzbank oder einen Zaun beschädigt habe, und das habe ich zunächst auch nachvollziehen können.

    Dass allerdings ein Kreuz, das irgendwer in die Landschaft stellt, dann im Zweifelsfalle zulasten des Grundeigentümers gehen soll, ist tatsächlich fragwürdig. Ich schätze, es hat sich schlicht kein einziger Befürworter dieser Klage gefunden und so viel ideellen Wert hat es dann für Pro Natura auch nicht gehabt, dass es die Kosten gerechtfertigt hätte.

  3. Reta Caspar sagt:

    Nach schweizer Zivilrecht geht eine Baute, die fest mit dem Boden verbunden wird, ins Eigentum des Grundstückes über.
    Art. 671
    III. Bauten auf dem Grundstück
    1. Boden- und Baumaterial
    a. Eigentumsverhältnis
    1 Verwendet jemand zu einem Bau auf seinem Boden fremdes Material oder eigenes Material auf fremdem Boden, so wird es Bestandteil des Grundstückes.

  4. Anita sagt:

    schlage vor, dass man bei jedem Gipfelkreuz eine Säge deponiert. Es isch cheibe muehsam, au no jedesmol ä Sägi selber mitschleppe müessä. ;)

  5. T.M. sagt:

    Der SAC, dessen Mitglied ich auch bin, hat in seiner Zeitschrift “Die Alpen” (letztes Heft) einen mehrseitigen Artikel zum Thema Gipfelkreuze gebracht und darin vor allem die historische Entwicklung dargestellt. Online gibt’s leider nur die Bilder. Allerdings positioniert sich der SAC nicht. Der Artikel ist überraschend unkonkret und vermeidet jede Stellungnahme, abgesehen von ein paar offenen Fragen am Ende. Ich vermute, man will eine Diskussion anregen. Ich wollt noch etwas schreiben …

  6. Reta Caspar sagt:

    @ T.M.: “Der Kult der Gipfelkreuze ist noch nicht alt. Die Alpenpioniere des 19. Jahrhunderts kannten sie nicht. Sie leerten stets eine Flasche Wein oder Champagner auf den Gipfel, schoben ihre Visitenkarten hinein und steckten sie unter einen Steinmann. Ökologisch vielleicht nicht ganz korrekt, aber jedenfalls kein «Symbol des Todes, der Gewalt und der Macht» – eher des Lebens und der Lebensfreude. Und dazu wären doch die Berggipfel da – wozu denn sonst?” http://bergliteratur.ch/gipfelkreuz/
    Gibts im SAC-Artikel ergänzende Fakten zur Geschichte auf der Seite von Bergliteratur?
    Haben Sie Ergänzungen zu dieser Seite: http://www.frei-denken.ch/de/2009/10/gipfelkreuze-in-der-schweiz/

  7. T.M. sagt:

    Oh, also mir fallen zunächst gleich mehrere existente Gipfelkreuze ein, die können Sie in Ihre Auflistung aufnehmen:
    Turnen (2079m),
    Bunderspitz (2546m, ein modernes aus Holz),
    Faulhorn (2681m),
    Rotstock (2663m),
    Sunnighorn (1397m),
    Dreispitz (2520m),
    Bietenhorn (2756m),
    Schöngütsch (2320m, ein grosses, modernes aus Metall)
    Alle BE (nicht dass noch einer denkt, in BE gibt’s nur ein einziges).

    Sowie eine Spruchtafel (aus einem Evangelium) auf dem Gipfel des Brienzer Rothorns.

    Diese leider auch nicht vollständige, aber illustre Aufstellung dürfte Ihnen das Herz höher schlagen lassen :)

    Ja, der Artikel im SAC-Heft vollzieht die Aufstellung von Gipfelkreuzen seit dem ausgehenden Mittelalter anhand von Beispielen nach, bis etwa in die 50er Jahre. Danach seien kaum noch welche hinzugekommen. Auf aktuelle, neu installierte Kreuze wird allerdings kaum eingegangen.

  8. T.M. sagt:

    (Bei dieser Auflistung zeigt übrigens ein Blick ins Gästebuch, mit welcher Klientel man es zu tun hat.)

  9. Reta Caspar sagt:

    Danke. Interessant wäre tatsächlich, von diesen Kreuzen das Jahr der Erstellung zu erfahren. Es scheint eben viel mehr Kreuze aus den letzten 50 Jahren zu geben als allgemein angenommen wird.

  10. Andy Svensson sagt:

    Ich bin protestantisch aufgewachsen und nicht katholisch, halte mich aber eher für einen sprituell offenen Menschen. Dass früher auf Bergrouten und Berggipfeln Kreuze aufgestellt wurden, kann ich durch die katholisch geprägte Schweizer Kultzur nachvollziehen. Nebstdem gab es früher nicht so viele Bergbahnen & Gondelbahnen zu jedem Berggipfel. In den Bergen kann das Wetter schnell mal umschlagen und es kann dann auch heute noch eine Frage von Leben und Tod sein, ob man auch lebend wieder vom Berg runter kommt. Da kann ein Kreuz inspirierend sein. Ich finde man sollte die Kreuze die schon lange da sind, aus Kulturellen Gründen dort auch stehen lassen. Neue Kreuze müssen aus heutiger Sicht jedoch nicht unbedingt gebaut werden. Eine Wetterstation mit Notrufsäule, angetrieben mit Solarzellen wäre wohl sinnvoller.

  11. F.S. sagt:

    Es ist sehr interessant diese Meinungen zu lesen…
    Ich bin praktizierender Katholik. Nicht immer ganz einverstanden mit der Meinung unseres Oberhauptes, aber trotzdem stark mit der Kirche und dem Christlichen Glauben verbunden.
    Ich habe mal eine Frage an alle die dieses Thema mit den Gipfelkreuzen dazu verwenden, um wieder einmal ausf die Religionsfreiheit pochen und eben die absolute Trennung von Staat und Kirche vordern: Wie steht es mit unseren, von der Christlichen Kultur ausgewählten Feiertagen? Müssten diese nicht auch verbannt werden? Es kann ja nicht sein, dass wir Christen jeden Bürger der Schweiz an diesem Feiertag zwingen die Arbeit nieder legen zu müssen. Auch würde ich dann vorschlagen die Zeit Messeung nicht mehr nach n.Chr bzw. v.Chr zu bennen.
    Ich würde mich sehr über differnzierte Antworten auf meine Fragen freuen.

  12. Reta Caspar sagt:

    Zu oft gehört und deshalb nur ultrakurze Antwort:
    Festtage zu den verschiedenen Jahreszeiten gab es schon lange vor dem Christentum, Ostern macht das besonders deutlich.
    In Kanada gibt es zum Beispiel einfach jeden Monat ein Holiday-Weekend, manche fallen mit alten Festtagen wie Ostern zusammen, andere nicht.
    Zeitrechnungen gab und gibt es weltweit verschiedene. Es ist heute schon unproblematisch anstatt v.Chr. und n.Chr. einfach v.u.Z. und n.u.Z zu schreiben, wobei u.Z. unsere Zeitrechnung meint.

  13. Grazia sagt:

    Was die christlichen Feiertage anbelangt: fallen sie auf einen Sonntag, so erübrigt sich eine Diskussion und jeder feiert sie ja sowieso nach seinem Gutdünken. Wenn sie arbeitsfreie, entlöhnte Tage mit sich bringen, so werden sie uns doch keineswegs von der Kirche “geschenkt”, d.h. bezahlt! Die modernen Arbeitsbedingungen sind ja nicht zuletzt das Resultat langer, zäher Verhandlungen und von den Gewerkschaften mitverantwortet.

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