NZZ
Eigentlich versteht sich die Schweiz als säkularer Staat. Doch die Trennung von Staat und Kirche macht anscheinend vor den Universitäten halt. An vielen theologischen Fakultäten reden die Kirchen bei der Bildung mit – praktisch und finanziell.
Artikel: http://www.nzz.ch/magazin/campus/studium/die_kirche_an_der_universitaet_1.15162628.html
Mehr zum Thema “Theologische Fakultäten” und “Imamausbildung”:
http://www.frei-denken.ch/de/2011/03/imam-ausbildung-in-der-schweiz-zu-lasten-der-theologischen-fakultaten-bitte/












Interessant ist in diesem Zusammenhang die Geschichte vom ref. Theologen Gerd Lüdemann* an der Uni Göttingen. Er hatte kritisch und ergebnisoffen geforscht und publiziert, kam dadurch immer mehr von den christlichen Dogmen ab und wurde deswegen akademisch kaltgestellt.
Dass gemäss Bundesverfassungsgericht das Recht der Fakultät, eine “bekenntnisgebundene Glaubenswissenschaft” (ein Paradoxon, denn Wissenschaft ist eine Methode, welche ergebnisoffen sein sollte) zu lehren, höher zu werten ist als die Wissenschaftsfreiheit, zeigt die Absurdität, theol. Fakultäten an öffentlichen Universitäten zu haben.
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“(Das Bundesverfassungsgericht) stufte die Versetzung Lüdemanns zwar als „Eingriff in die Wissenschaftsfreiheit“ ein, hielt diesen aber für gerechtfertigt. Die Wissenschaftsfreiheit finde ihre Grenzen an dem ebenfalls von der Wissenschaftsfreiheit geschützten Recht der Fakultät, ihre Identität als theologische Fakultät zu wahren, sowie am Selbstbestimmungsrecht der betroffenen Religionsgemeinschaft. Deren Mitwirkungsrecht sei „notwendige Folge der Entscheidung des Staates, an seinen Universitäten Theologie als bekenntnisgebundene Glaubenswissenschaft [...] zu lehren“. Es könne und dürfe nicht Sache des religiös-weltanschaulich neutralen Staates sein, über die Bekenntnisgemäßheit theologischer Lehre zu urteilen.”
http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_L%C3%BCdemann
Im Gegensatz zu den Religionswissenschaften ist das Theologiestudium weitgehend eine Berufsausbildung. Es könnte deshalb von einer privaten Trägerschaft oder von Fachhochschulen angeboten werden. An den Unis ist es im Grunde fehl am Platz.