WEF: “Religiöse Spannungen in Europa überwinden”

Am WEF wird über religiöse Spannungen diskutiert – einmal mehr ohne säkulare VertreterIn. Das Ergebnis dürfte einmal mehr ein Votum für den Schulterschluss der Religiösen sein:

Freitag, 27. Januar 2012, 15.30 Uhr – 17.00 Uhr

Gastredner:
Pinchas Goldschmidt, Vorsitzender der Europäischen Rabbinerkonferenz
Espen Barth Eide, Verteidigungsminister, Norwegen
Amr Khaled, Chairman of the Board of Trustees, Right Star Foundation International, Ägypten
Gottfried Locher, Präsident des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes SEK
Hamid Shadi, Direktor, Forschung, Brookings Doha Center, Katar

Moderatorin: Barbara Bleisch, Redaktorin/Gesprächsleiterin Sternstunden, Schweizer Radio und Fernsehen

7 Kommentare zu „WEF: “Religiöse Spannungen in Europa überwinden”“

  1. Warum sollten Säkulare teilnehmen? Säkulare bleiben doch den Spannungen entspannt fern. Ohne Vertikalspannung keine Horizontalspannungen.

  2. Grazia sagt:

    Weil Säkulare den “Dialog” zwischen den Religiösen erst ermöglichen? Ohne die Pufferzone zwischen den Extremen, wie sie für die Gauss’sche Normalverteilung typisch sind, könnten die jeweiligen radikalne Positionen ungebremst aufeinanderprallen. Was vermutlich eine wenig entspannte Sache wäre.

  3. Ist es nicht so, dass Säkulare einfach nicht “religiös musikalisch” sînd (es scheint ja ein Religions-Gen zu geben). Wenn eine Tuba (Kathole), eine Querflöte (Protestanten), ein Gong (buddhisten) und eine Rassel (hindus) zusammen Musik machen, und einen gemeinsamen Groove suchen, dann ist es für den tauben Säkularen, der nichts hören kann, dasselbe, wie wenn er den Affen im Zoo zuschaut. Und so affig äussern sich ja auch viele geharnischte Atheisten hier. Zum Dirigenten – wie Grazia meint – ist der Taube nun vollends ungeeignet. Aber gern wäre der Säkulare wohl der Verkehrspolizist der Religiösen. Nur zum Dirigieren braucht es Musikgehör.

  4. Grazia sagt:

    Giorgio, vom “Dirigieren” sprach ich nicht, sondern von Miteinbezogenwerden. In diesen “illustren” Zirkeln beweihräuchern oder belehren sich Religiöse doch unergiebig im Sinne von: alles beim Alten, aber schön, haben wir darüber gesprochen…..Was unter “Dialog” läuft ist im Grunde nicht viel mehr als ein staatl. verordnetes Beruhigungsprogramm. Eine Stimme aus dem “off”, ein Höhrender in diesem Gespräch unter Tauben wäre da, wenn nicht für die Religiösen, aber vlt. für die interessierte Oeffentlichkeit erhellend gewesen.

  5. Es ist ja schon gspässig: sie deklarieren mit Religion nichts am Hut haben zu wollen, und wollen dann ins “religiöse Gespräch” miteinbezogen werden. Was will der säkulare? Warum will er sich an einem Gespräch beteiligen, wo es um Dinge geht, die nach seiner Ansicht entweder inexistent oder irrelevant sind? Fühlt er sich ausgeschlossen? Er kann sich ja an-schliessen: einer Religion. Kein Problem. Aber wie will man jemanden Ein-Schliessen, der den Selbst-Ausschluss aus der Runde gewählt hat? Die Aporie des Idioten.

  6. Reta Caspar sagt:

    Bei solchen Anlässen geht es in der Regel eben nicht um einen interreligiösen, primär theologischen Dialog, sondern um die Einflussnahme des Religiösen in der Politik. Deshalb sind Säkulare interessiert.

  7. MS sagt:

    @G. Girardet: Sie fragen: “Was will der säkulare?” Die meisten Säkularen wollen, dass die Lebensphilosophien, gleich ob religiös oder säkular, Privatsache werden. Dass Kinder nicht mehr vereinnahmt werden, dass nicht mehr Milliarden von Steuergeldern an eine oder wenige Weltanschauungen gehen und die anderen benachteiligt werden, und dass man zu einer plausiblen Weltanschauung stehen kann, ohne soziale Nachteile und Vorurteile gewärtigen zu müssen.

    Das ist etwas anderes als “mit Religion nichts am Hut haben zu wollen”. Die Frage, ob es Götter gibt, interessiert mich schlicht nicht. Mich interessiert, welchen Status Kirchen und Lebensphilosophien in unserer Gesellschaft haben sollen.

    Und: nein, ich suche keinen Anschluss – danke, ich habe einen Freundeskreis. Ich kann mich nicht einer Religion anschliessen, weil mich keine überzeugt. Alle Religionen mit personaler Gott-Idee sind allerhöchstunplausibel.

Kommentieren


Refresh