Internationale Religionsfinanzierung

Die Finanzierung von muslimischen Zentren durch arabische Institutionen wird aktuell am Beispiel des Islam in der Schweiz deutlich. Petrodollars sollen in Form von Grossprojekten in die Schweiz zurückkehren.
Die Finanzierung regionaler Glaubensgruppen durch wohlhabende Länder oder die Weltkirchen hat eine lange Tradition.

Position der FVS

Religiöse Bauten sind gleich zu behandeln wie andere private Bauten. Unser Planungs- und Baurecht kommt mit Grossbauten zurecht – es muss auch mit sakralen Bauten zurechtkommen. Störungen des Ortsbildes und andere Immissionen werden dort berücksichtigt.
Aber: Die FVS verlangt, dass sakrale Bauten einem regionalen Bedürfnis entsprechen müssen. Reine Prestigebauten sind nicht zuzulassen
.

Dass gewisse Kreise sich durch bestimmte religiöse Bauten gestört fühlen, begründet kein öffentliches Interesse und ist an sich keine Störung des Religionsfriedens.
Aber: Insgesamt gibt es in der Schweiz zu viele religiöse Bauten, die nicht mehr bestimmungsgemäss genutzt werden. Die FVS ist der Ansicht, dass die Umnutzung, der Umbau und letztlich auch der Abbruch von nicht genutzten religiösen Bauten aus Sicht der betroffenen Steuerzahlenden kein Tabu sein darf.

Siehe auch  FVS-Position gegen das Minarettverbot (2008).

Islam

2007 lancierte der Dachverband der bernischen Muslimvereine Pläne für ein islamisches Zentrum in Bern-Wankdorf. Es sollten zwischen 60 und 80 Millionen investiert werden.

http://www.nzz.ch/2007/04/29/il/articleF4X7Z.html

Damals wurde das Projekt vom Gemeinderat der Stadt abgelehnt mit der Begründung:

“Weil die Baufelder für ein neues regionales Spitalzentrum reserviert sind, wird auf die ersten, unverbindlichen Anfragen des Dachverbands der Berner Muslimvereine nicht weiter eingetreten. Auch anderswo in der Stadt Bern sehe sie keine Möglichkeit, sagte die zuständige Gemeinderätin, Barbara Hayoz zu einer Mitteilung der Stadt vom Freitag.”

http://www.swissinfo.ch/ger/Home/Archiv/Kein_Islam-Zentrum_in_Bern.html?cid=5926380

2012 wird ein neues Projekt des Islamistischen Zentralrats bekannt:

http://www.sonntagszeitung.ch/home/artikel-detailseite/?newsid=203536

Kommentare auf: http://www.20min.ch/news/schweiz/story/-Muslime-setzen-Religions-Frieden-aufs-Spiel–28530669

Katholische Kirche

Die Finanzierung von Minoritätenkirchen hat auch bei der RKK Tradition:

http://www.kirche-in-not.ch/de/projekte/projektgruppen.html?L=0

Reformierte Kirche

Die Reformierten der Schweiz unterstützen seit 1842 in erster Linie “Diaspora” Gemeinden in der Schweiz.

http://www.soliprot.ch/deutsch/unsere-geschichte/

Daneben aber auch schweizer Kirchen im Ausland.
Stand 2011:

  • Swiss Church of London: eine Pfarrerin und eine Jugend- und Gemeindearbeiterin
  • Iglesia Evangélica Suiza en la Argeñtina: Pfarrer Martin Günthardt
  • Chiesa Cristiana Protestante in Milano

http://www.sek-feps.ch/media/pdf/CHKiA/Jahresbericht_CHKiA_2011_d.pdf

Ein weiterer Text der FVS

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8 Kommentare zu „Internationale Religionsfinanzierung“

  1. MS sagt:

    Das üble ist, dass die Mehrheit der Bevölkerung der Kirchenpropaganda aufsitzt, dass Gelder zur Unterstützung von Kirchen und Glaubensgemeinschaften “gemeinnützig” seien.

    Ich bezweifle nicht, dass die Kirchen gewisse soziale Aufgaben haben. Allerdings wird ein grosser Teil dieser Gelder für kultische Zwecke verwendet werden (im Kt. BE z. B. 70%!), und der Rest wird zwar für soziales eingesetzt, jedoch überwiegend für Mitgliederdienste. Echte Gemeinnützigkeit hingegen wäre unabhängig von Religion und Konfession. Wenn die Kirchen den ZEWO-Kriterien* entsprechen würden, könnte man von echter Gemeinnützigkeit sprechen – dies ist jedoch klar nicht der Fall.

    *Auszug aus den ZEWO-Kriterien:

    „Übt eine Organisation sowohl eine gemeinnützige als auch eine
    politische, religiöse oder weltanschauliche Tätigkeit aus, so muss die
    gemeinnützige Tätigkeit im Vordergrund stehen.
    Nicht als gemeinnützig gelten Organisationen, deren Tätigkeit nur
    gegenüber Mitgliedern erbracht wird (z.B. Selbsthilfeorganisationen)
    oder die durch politische, religiöse oder weltanschauliche Bindungen
    eingeschränkt wird.

    Art. 6 Organisatorische Kriterien
    1. Mitglieder des leitenden Organs (Vorstand, Stiftungsrat, Patronatskomitee
    etc.) arbeiten ehrenamtlich (unentgeltlich) bis zu 100
    Stunden jährlich. Für darüber hinausgehende zeitliche Belastungen
    können Entschädigungen ausgerichtet werden. Spesen können in jedem
    Fall ausgerichtet werden. Allfällige Entschädigungen müssen zusammen
    mit den entrichteten Spesen in der Erfolgsrechnung oder in einem
    Anhang hierzu separat, das heisst als Gesamtsumme, ausgewiesen
    werden. Allfällige Entschädigungen an die Präsidentin oder
    an den Präsidenten müssen zusätzlich individuell ausgewiesen werden.
    Die Höhe der Entschädigung sollte dem gemeinnützigen Charakter der
    Organisation Rechnung tragen.
    2. Mitglieder des leitenden Organs dürfen in keinem entgeltlichen
    arbeitsrechtlichen Verhältnis (Arbeitsvertrag) zur Organisation stehen.“

  2. Daniel sagt:

    Das Schweizer Volk würde Weitsicht beweisen, dieses Grossprojekt zu verhindern. Abzusehen wäre ein fanatischer Tourismus aus Deutschland. Ausserdem verstehen wir nicht was in dieser “religiös gemeinnützigen” Anlage gesprochen wird. Dem Missbrauch und der Radikalisierung sind somit Tür und Tor geöffnet.

  3. Andreas Lamanda sagt:

    Blancho und Illi treiben wieder mal wieder ihr Spielchen. Wenn ich darüber nachdenke so kommt mir folgendes in den Sinn:

    Die wissen ganz genau, dass Moscheen den meisten Schweizern relativ egal sind, aber in gewissen Kreisen (SVP, EDU) halt für helle Aufregung sorgen – also fährt man am Besten gleich mit einem Grossprojekt ein, die Medien springen dankbar auf. Ist doch zu 100% aufgegangen.

    Dann wird provoziert mit der Finanzierung die man in fundamentalistischen Kreisen sucht. Ja und? Es ist eine lange Tradition, dass die Schweiz die Milliarden von irgendwelchen zwielichtigen Diktatoren hortet und Schwarzgelder aus aller Welt versteckt. Die 20 Millionen die ein paar wirre Isamisten spenden wollen – who cares, das ist nun echt nichts Neues? Deren Geld ist sowieso schon hier bei uns. (Allein in Genf liegen 2 Billionen Kundengelder von Arabern und Juden auf Privatbanken).

    Provoziert wird mit absolut lächerlichen Details, wie den nach Geschlechtern getrennten Parkhäusern, die man bauen werde. Man bedenke: Letztlich wird es bei einem Baugesuch völlig irrelevant sein, ob später nur Frauen oder nur Männer ein Parkhaus benutzen, das wird bestimmt nicht angegeben, also warum druckt man das in einem Zeitungsartikel überhaupt ab? Pure Anstachelei von irrelevanten Diskussionen. (Wer stört sich daran, dass es im Mormonentempel in Zollikoven kein WC gibt? ist doch menschenfeindlich, darüber hätte ich noch nie ein Wort gelesen).

    Im Kanton Bern gibt es 78 verschiedenen evangelikalen Freikirchen. Einige davon betreiben eine sehr aktive Expansion (z.B. ICF), das scheint absolut keine Schwein zu stören. Ich habe selbst die Erfahung gemacht, dass es weder Pfarrer noch die Behörden in irgendeiner Wiese interessiert, wenn die übelsten Gruppen leichtgläubige menschn um ihr Hab und Gut bringen. Dagegen sind die Islamisten ja fast noch harmlos. Wenn die ICF für Millionen Gebäude kauft, und fundamentalistische Bibelschulen einrichtet, wenn die Mormonen ihr Schweizer HQ in Zollikofen haben dürfen, die Bewegung Plus ihr HQ in Burgdorf errichtet, sie Shiks in Langenthal ihr Zentrum haben, die Anthroposophen ihr Zentrum im Rütihubelbad, warum dann nicht die Muslime in Bern?

    Wer sich über eine hypothetische Grossmoschee ereifert, der sieht nicht was vor der eigenen Haustüre passiert. Im Raum Bern kreuchen und fleuchen religiöse Fundamentalisten die unsere Verfassung und die Menschenrecht mit Füssen treten, rum. Pastoren die parasitär von ihrer Fischligemeinde in Saus und Braus leben und deren Gemeinden natürlich steuerbefreit sind. Sie belasten das soziale System mit den Opfern die sie produzieren – völlig unbehelligt von der Öffentlichkeit. Wollte man also islamistischen Grossbauten entgegen wirken, so müsste man religiösen Vereinigungen generell entgegen wirken, sonst haft der Sache immer der Makel der Islamophobie an – gerade darauf spekulieren Blancho, Illi und Co.

  4. Vendetta sagt:

    Ein interessanter Beitrag liefert Carsten Frerk zur Finanzierung der kath. Kirche.
    http://www.aha.lu/images/stories/Vortraege20110926vortragkirchenfinanzenluxemburg.pdf

    Bin gespannt, wie Schorschi die Geschichte klittert um Herrn Frerk’s These zu widerlegen.

  5. Vendetta sagt:

    Zum obigen Beitrag:
    Link für das Download ist fehlerhaft. Besser mit http://www.aha.lu/index.php?option=com_content&view=article&id=152&Itemid=6 die Homepage anschauen und den 2. Vortrag als PDF manuell öffnen.

  6. Reta Caspar sagt:

    Bei der Swiss Church of London, die wesentlich aus Spenden von schweizer Reformierten finanziert wird, ist laut Printausgabe von reformiert., Urs Schmid, stv. Schweizer Botschafter in London, als Botschaftsvertreter mit beratender Stimme Mitglied im Kirchgemeinderat.

    Es fragt sich, ob unter dem Deckmantel “Kultur” auch Transferzahlungen an die Reformierten gehen.

    Zudem: “Während der Olympischen Sommerspiele, die 2012 in London ausgetragen werden, ist die Schweizer Kirche im House of Switzerland präsent.”

    http://www.reformiert.info/artikel_11154.html

    Die Präsidentin des Kichgemeinderats der Swiss Church in London meint zudem: “Die Swiss Church braucht es: weil die Schweiz hier auch mit einem spirituellen Element vertreten sein muss.”
    Muss sie das?

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