Die fristlose Kündigung, die der Oberstufenlehrer Valentin Abgottspon vor einer Woche in Stalden (VS) erhalten hatte, war damals gar noch nicht rechtsgültig. Abgottspon hatte sich geweigert, in seinem Schulzimmer das Kruzifix aufzuhängen. Die Schulkommission der Orientierungsschule fällte nach längerem Hin und Her den Kündigungs-Entscheid, doch eine Entlassung eines Lehrers ohne aufschiebende Wirkung muss vom Vorsteher des kantonalen Erziehungsdepartements bestätigt werden.
Dies ist nun erfolgt. Auf Anfrage der «NZZ am Sonntag» sagt der Walliser Staatsrat Claude Roch (fdp.), dass er am Mittwoch die fristlose Kündigung gutgeheissen habe. «Das Vertrauen zwischen der Schulkommission und dem Lehrer ist nicht mehr da», so begründet Roch den Entscheid und wirft Abgottspon vor, seine Haltung gegenüber der Schulkommission sei nicht tragbar. Allerdings stellt Staatsrat Roch in Abrede, dass die Kündigung wegen des Widerstands gegen das Kruzifix ausgesprochen wurde: «Das Kruzifix ist hier nicht die Frage.» Am Montag hatte der freisinnige Politiker gegenüber der Westschweizer Zeitung «Le Matin» allerdings noch anders argumentiert. Der Lehrer müsse den Entscheid der Schulkommission respektieren, das Kruzifix aufzuhängen, meinte er gegenüber der Zeitung.
Dass der Staatsrat die fristlose Kündigung bestätigte, wusste Abgottspon nicht. «Dieser Beschluss wurde weder meinem Anwalt noch mir mitgeteilt.» Die Behörden wollten das Verfahren wohl verzögern, um einen Wiedereinstieg nach den Herbstferien zu verhindern, vermutet der Oberstufenlehrer. Die fristlose Kündigung sei völlig unverhältnismässig. «Zur sofortigen Auflösung eines Arbeitsverhältnisses kommt es bei sexuellem Missbrauch oder Gewaltanwendung, aber nicht bei der Auseinandersetzung um ein Kruzifix», sagt Abgottspon.
Er kann auch nicht verstehen, dass ihm jetzt ein gestörtes Vertrauensverhältnis zur Schulkommission vorgeworfen wird. «Eltern und Behörden waren bisher mit meinen Leistungen zufrieden.» Nun musste er aber am Freitagnachmittag unter Aufsicht eines Mitglieds der Schulkommission sein Schulzimmer räumen. Dabei kam Abgottspon ein Arbeitszeugnis vom Januar 2009 in die Hände. Darin wird er als «äusserst zuverlässige Lehrperson» gelobt. Das Zeugnis hält auch fest, dass Abgottspon das nötige Diplom für die Oberstufe fehle. Die Schulleitung rät ihm aber, «unbedingt einen Abschluss anzusteuern», und verspricht, dass «ihm bei uns jederzeit alle Türen offen stehen, wenn er die nötigen Papiere vorweisen kann». Seit einem Jahr absolviert Abgottspon an der Uni Freiburg das berufsbegleitende Nachdiplomstudium und hat deswegen sein Arbeitspensum reduziert. Offenbar zählt das nicht. Staldens Gemeindepräsident Egon Furrer begründet Abgottspons Kündigung damit, dass er der Aufforderung zur Nachqualifikation nicht nachgekommen sei.
In ihrer Haltung unterstützt wird die Schulkommission ausgerechnet von muslimischer Seite. Der Islamische Zentralrat Schweiz (IZRS) bedauert in einer Stellungnahme auf seiner Homepage, dass Einzelne immer wieder versuchten, «anderen das Recht auf religiöse Manifestation und Selbstentfaltung zu beschneiden». Der IZRS befürwortet Kruzifixe in Schulzimmern, solange das Kreuz lediglich präsent sei und die Lehrer keine Glaubensinhalte verbreiteten oder religiöse Riten praktizierten. Die Freidenker sollten sich am «bewährten Prinzip der interreligiösen Toleranz» orientieren, empfiehlt der IZRS.
Stellungnahme von Valentin Abgottspon auf RRO:
http://www.rro.ch/audio/podcast-e334fd9dac68f13fa1a57796148cf812.mp3
Schlagworte: Kruzifix












Auch vom Kantonsgericht ist nichts Besseres zu erwarten:
http://roteanneliese.ch/wp-content/uploads/2008_RA_Nr_203.pdf
Fristlose Entlassung einer Kindergärtnerin: Traurige Rolle von Staatsrat und Kantonsgericht
Steinigung, auf Walliser Art!
Kann mir mal jemand sagen, was uns hier in der Schweiz, bezüglich religiösem Funtalismus, von einem Land wie Iran, Pakistan, Afganistan und anderen funtamentalistischen islamischen Ländern, wo Abgottspon sehr wahrscheinlich gesteinig oder gehängt worden wäre, unterscheidet?
Übrigens: wenn es um diese Länder geht, dann wissen wir doch stets genau, was dort geändert rsp. abgeschafft werden soll. Hören wir auf damit, und putzen wir zuerst unseren eigenen diesbezüglichen Saudreck vor unserer eigenen Tür rsp. in unserem eigenen Haus! Fangen wir endlich an!!!!!
Es gibt doch ein schönes Sprichwort, das sehr “träf” ist.
Und willst Du nicht mein Bruder sein, dann schlag ich Dir den Schädel ein.
Leider in gewissen Kreisen immer noch an der Tagesordnung.
Da scheint die Achse der Religiösen einmal wieder voll durchzudrücken. Eine Krähe hackt der anderen natürlich kein Auge aus. Katholiban und Taliban Hand in Hand gegen die Gottlosen.
Beschämend finde ich nur, dass ein Vertreter der FdP in diesem Spielchen mitspielt. Hat dieser Claude Roch überhaupt einmal mit Valentin gesprochen oder die Argumente beider Seiten angeschaut?
“gestörtes Vertauensverhältnis”, das neue Killerargument gegen missliebige Lehrpersonen. Das letzte Wort dürfte wohl ausserhalb des Kantons gesprochen werden.
@stefan Mauerhofer
Hoffentlich wird das letzte Wort anderswo gesprochen werden. Eigentlich müssten die Leute endlich auf die Strasse gehen, um solche religiösen Fundamentalisten daran zu hindern, uns, wie Hans Mohler sagt, weiterhin die “Schädel einzuschlagen”
Und wenn der moslemische Zentralrat CH die Haltung der Schulkommission unterstützt und meint, dass Einzelne immer wieder versuchten, «anderen das Recht auf religiöse Manifestation und Selbstentfaltung zu beschneiden» und Kruzifixe befürwortet, versteht jeder Normalbegabte die dahintersteckende Schlauheit. Sebstverständlich hat der IZRS seine eigenen Manifestationen und Selbstentfaltungen im Sinn. Es ist halt überall so: jeder versucht auf den für ihn günstigen fahrenden Zug aufspringen und sich auch noch schnell ein Stück dieses (vergifteten?” Kuchens abzuschneiden. Es “menschelet” halt überall.
die meisten der typen, welche sich berufen fühlen, politiker zu spielen (sei es nun, als regierungsrat völlig visionslos ein bisschen die verwaltung zu verwalten, wie fdp-roch, oder im dörflichen inzuchtkuchen ein bisschen als gemeindemuni den imbécile abzugeben, wie cvp-furrer), sind leider hochgradig opportunisten. diese schmierigen typen, die sich jetzt als super-christen geben und die werte des christlichen abendlandes zu verteidigen vorgeben, würden, hätten wir eine taliban-mehrheit, die super-taliban spielen. da kann man nur sagen (selbst als atheist
): pfui teufel
Padre Benedetto gratuliert dem Vorgesetzten des gottlosen Lehrers mit dieser bewegenden Videopredigt: http://www.youtube.com/watch?v=xVPtRUi4_js
Halleluja!
@Padre Benedetto
Hab mich köstlich amusiert!!!
Dabei habe ich fast vergessen, wie ernst die Sache eigentlich ist. So ernst nämlich, dass ich mich ernsthaft frage, wann der/die erste FreidenkerIn hier bei uns auf dem Altar des Scheiterhaufens verbrannt und Gott als Opfer dargebracht wird.
Macht der freisinnige Staatsrat bewusst auf Appeasement oder ist er einfach in der falschen Partei?
Der Rechtsanwalt der Schulkommission Stalden ist wahrlich nicht zu beneiden: die fristlose Kündigung von Valentin Abgottspon verstösst gegen ein Bundesgerichtsurteil, gegen die Schweizerische Bundesverfassung, gegen die Europäische Menschenrechtskonvention und die UNICEF-Kinderrechte, und nun widersprechen sich Protagonisten wie E. Furrer und C. Roch ständig selbst. Wenn’s nicht traurig wäre, wäre es lustig. Diese Leute sind Realsatire pur.
Wir haben eine Chronologie des Falles aufbereitet welche ganz klar beweist der Kündigungsgrund Vertrauensverhältnis unhaltbar ist. Padre Benedetto hat ja das grandios in Szene gesetzt:
http://www.sinnfrei.ch/freidenker/wordpress/nzz-walliser-staatsrat-genehmigt-fristlose-kundigung-von-valentin-abgottspon/
Hier noch einen Link zu einem Vortrag zu Prof.Lesch: (Patrik hat ihn auf der Seite “www. nachtruhe.info” im Forum veröffentlicht. Lesch versteht es ausgezeichnet, komplizierte Zusammenhänge für jedermann verständlich auf den Punkt zu bringen.
http://www.br-online.de/br-alpha/alpha-centauri/alpha-centauri-erde-2001-ID1208433934547.xml
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