Triengen: “Höhlenbewohnersymbol” statt Kruzifix?

Presseschau:

20 Min: Die Gemeinde Triengen ersetzt zwei Kruzifixe durch Steinkreuze.

“Den Entscheid haben der Gemeinderat, die Schulleitung und die Schulpflege gestern ­gemeinsam bekannt gegeben. Die Behörden orientieren sich dabei am Bundesgerichtsurteil von 1990, das festhält, dass Kruzifixe gegen die religiöse Neutralität in Schulzimmern verstossen. «Das Kreuz ohne ­Jesus ist ein allgemeines Symbol, mit dem sich Christen aber identifizieren können», sagt Schulpflegepräsident Peter ­Häfeli.”

“Die Gemeinde reagiert damit auf die Forderung des deutschen Familienvaters David Schlesinger, der keine Kruzifixe in den Schulzimmern seiner beiden Kinder will. Doch dieser gibt sich mit dem Kompromiss nicht zufrieden. «Ich will nicht, dass christliche Symbole in staatlichen Schulen hängen», so Schlesinger gestern zu 20 Minuten.”

http://www.20min.ch/news/zentralschweiz/story/21536682

Tages-Anzeiger: Kein Ende im Triengener Kruzifixstreit

“Die grundsätzlichen Fragen im Kruzifixstreit könnten die Laienbehörden einer 4500-Seelen-Gemeinde nicht lösen, sagte der Triengener Gemeindepräsident Martin Ulrich (FDP) vor den Medien. Schulpflege und Gemeinderat hätten nun eine salomonische Lösung gefunden: Die umstrittenen Kruzifixe würden aus den Schulzimmern entfernt und durch zwei schlichte Steinkreuze ersetzt. Das seien die Behörden der Bevölkerung, die sich über das «Diktat eines Einzelnen» ereifert habe, schuldig.”

“Für den Luzerner Theologen Lukas Niederberger ist es kein christliches Logo, sondern ein konfessionell neutrales Symbol, das schon die Höhlenbewohner benutzt hätten.”

Tages-Anzeiger, 21.10.2010

SF Schweiz Aktuell: Das Kreuz mit dem Kreuz

DRS 1: Kreuz soll Kruzifix in Triengen ersetzen

“Das kantonale Bildungsdepartement stützt den Entscheid der Gemeinde Triengen.”

http://www.drs1.ch/www/de/drs1/sendungen/regionaljournal-zentralschweiz/2748.sh10155557.html

Neue Luzerner Zeitung: Kreuz: Vater geht vor Gericht

“Obwohl sich das Urteil des Bundesgerichts auf Kruzifixe bezieht, ist es laut Paul Richli, Staatsrechtsprofessor an der Universität Luzern, sehr wohl möglich, dass das Bundesgericht für Kreuze zum selben Schluss gelangt wäre. Es ist also nicht auszuschliessen, dass die Gemeinde Triengen vor Gericht unterliegt.”

http://www.zisch.ch/navigation/top_main_nav/nachrichten/zentralschweiz/luzern/detail.htm?client_request_className=NewsItem&client_request_contentOID=342455

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17 Kommentare zu „Triengen: “Höhlenbewohnersymbol” statt Kruzifix?“

  1. Stefan Mauerhofer sagt:

    Das ist keine salomonische Lösung sondern ein Schildbürgerstreich. Man ersetzt ein religiöses Symbol einfach durch ein anderes religiöses Symbol und verdrängt damit, dass das religiöse Symbol an und für sich das Problem darstellt.
    Der Gemeinderat fühlte sich wohl den Dorftalibans und der Diktatur der Mehrheit mehr verbunden als den Grund- und Menschenrechten.

  2. Grazia sagt:

    Da wurde nichts ersetzt: das gewählte Modell ist nichts anderes als ein “modernes”, d.h. abstraktes, stilisiertes Kruzifix. Das werden sogar die Erstklässer – von blossem Auge – erkennen. Was sie hier bekommen ist bester Anschauungsunterricht, was das Motto “Respekt” in der Praxis bedeutet.

  3. Yannick sagt:

    Auch in diesem Fall gilt: Ein Winkeladvokat findet sich immer. Den Gemeindeoberen empfehle ich endlich unsere Verfassung zu lesen und zu respektieren.

  4. MS sagt:

    Glaubensfreiheit ist nicht nur eine Freiheit, sondern auch eine Pflicht – nämlich die Pflicht, Andersdenkende vollumfänglich zu respektieren. Und: Glaubensfreiheit beinhaltet auch die Freiheit, frei von Glauben zu sein. Dass nun ausgerechnet das Kreuz zum “Symbol der Menschenrechte” umgedeutet wird, um dann auf dem Menschenrecht der Glaubensfreiheit herumzutrampeln, ist ein Hohn.

  5. Baboonheart sagt:

    Wenn es sich nur um ein Höhlenbewohner-Symbol handelt, spricht ja nichts dagegen es verkehrtrum aufzuhängen, nicht ?

  6. anita sagt:

    @Baboonheart
    Was soll das mit dem verhrtrum aufhängen? Wie meinen sie das? es bleibt trotzdem ein kreuz ausser mä hauts uugspitz in bode ine!

  7. GodBlessYou sagt:

    Nur Satanisten hängen ein Kruzifix kopfüber auf. Satanisten beten das Vaterunser auch jeweils rückwärts. Immer das pure Gegenteil von Gut.

  8. Grazia sagt:

    Das Gegenteil von gut ist in vielen Fällen “gut gemeint” :-)

  9. maurus candrian sagt:

    habe heute erfahren, dass der gemeindemuni von triengen das fdp-parteibüechli hat. o jemine. 1848 bei der gründung unseres modernen bundesstaates war die fdp die modernste partei der schweiz, die modernste partei europas und damit die modernste partei unseres globus. sic tempora mutantur, so ändern sich die zeiten ….. wenn nun auch die fdp den imbéciles von cvp und svp nachrennt, wozu braucht es diese partei dann überhaupt noch? …..

    ps: immerhin hat das kreuz, welches die kreativen typen aus triengen künftig anstelle des gekreuzigten aufhängen wollen, für ein angebliches symbol aus der steinzeit mit dem elegant geschwungenen bogen ein erstaunlich modernes design; heisst, man soll auch höhlenbewohner nicht unterschätzen :-)

  10. [...] pietra sostituiranno i tradizionali simboli che vegliano sugli studenti da secoli a questa parte. David Schlesinger (foto), libero pensatore svizzero, è andato su tutte le furie: “questo è un esperimento [...]

  11. Kris der Wikinger sagt:

    Habe gerade gelesen, dass die deutsche Familie nun nach diesem Schildbürgerstreich Triengen verlässt, leider nachdem es massive Morddrohungen gegeben hat. Der Familie wünsche eingen guten Neustart, wohin sie es auch verschlagen mag.

    Dem Triegener Gemeinderat wünsche ich, dass sie endlich mal auf den Boden des heutigen Jahrhunderts niederkommen. Denn die sind doch die Schande jedes christlichen Gläubigen, dass die so ein Affentheater und Schildbürgerstreich veranstaltet!

    Es wäre an der Zeit, dass die Schweiz wirklich die Bundesverfassung 1:1 umsetzten sollte und zwar dort ist die Kirche vom Staate getrennt! Leider gibt’s in der Schweiz immer noch die mächtige Landeskirche, die sich gerne auch von Nichtgläubigen via Steuern aushalten lassen.

    Triengen ist die Schande jedes modernen, demokratischen Staates!

  12. Emanuel sagt:

    Zur Erinnerung für EUCH ALLE!!!! Euer eigener Test, alle die einen Kommentar geschrieben haben falle durch, David Schlesinger fällt auch durch:
    .Ich denke, dass das Ideal der Ethik, das Leid in der Welt zu mindern, nicht von einer Gottheit verordnet sondern von Menschen erdacht und erfühlt worden ist.
    Ich halte Fairness für die grundlegende Verhaltensmaxime im Umgang mit anderen.
    Ich habe keine Angst vor Autoritäten und Traditionen, sondern bediene mich meines Verstandes.
    Ich bin offen für Kritik, wende mich gegen Dogmatismus jeglicher Art und trete mit diesem Vorbehalt für meine Überzeugungen ein.
    Ich geniesse mein Leben, denn mir ist höchstwahrscheinlich nur dieses eine gegeben.
    Ich halte die Evolutionstheorie für die einleuchtendste Erklärung unserer Herkunft.
    Ich toleriere religiöse Meinungen anderer, solange sie nicht im Widerspruch zu den allgemeinen Menschenrechten stehen.
    Ich finde, dass die organisierten Religionen mehr Schaden als Nutzen anrichten.
    Ich finde, die Trennung von Staat und Kirche sollte in allen Kantonen der Schweiz vollzogen werden.
    Ich gehöre keiner Kirche oder Glaubensgemeinschaft an.

    Ich bin ein Mitdenker, praktizierend, nie würde ich denken, dass mich ein Kreuz beeinflussen könnte oder mich beleidigen könnte. Auch keine Moschee, kein Kuhfladen und kein Schlesinger. Nie würde ich der Religion der Freidenker beitreten. Da denke ich lieber FREI! Das Merkmal eines Psychopathen ist, dass er denkt alle andern seien Psychopathen. Am meisten bin ich enttäuscht, dass alle Kommentare von Euch Freidenkern nur das gleiche wiederholen und keinerlei Differenzierungen zeigt. Ihr fällt über die Trienger her, die sich im übrigen in Anbetracht des veranstalteten Unsinns doch recht freundlich benehmen. (Ausgenommen die völlig unakzeptablen anonymen Droher) Warum kann ein Pilzefressender Drogenabhängiger der die Existenz seiner eigenen Familie aufs Spiel setzt, bei Euch Mitglied sein? Die heiligen Pilze mit Pator sind doch ganz klar eine Religion? Ich wünsche Euch allen ein positives Leben und die denkerische Freiheit zu unterscheiden wo es sich lohnt zu streiten und wo nicht.

  13. maurus candrian sagt:

    @ emanuel: hallo hallo: “ein pilzefressender drogenabhängiger”: sind solche formulierungen i h r e ethik? falls sie es nicht gemerkt haben sollen: eine rhetorische frage …..

    noch kurz zur sache: zu den freidenkern passt, wer liberal, tolerant und pluralistisch gesinnt ist, eben in der tradition der aufklärung. die freidenker verfügen über soviel gesunde persönlichkeitsstruktur, dass sie nicht in ihren psychisch-mentalen grundfesten erschüttert werden, wenn eines ihrer mitglieder hin und wieder ein paar gramm eines fliegenpilzchens konsumiert.

    übrigens nehmen die menschen der nördlichen hemisphäre schon seit jahrtausenden fliegenpilze zu sich, zwecks bewusstseinserweiterung. ob dies sinnvoll ist oder nicht, möchte ich offenlassen. ich persönlich konsumiere weder fliegenpilze noch andere “drogen”.

    mit absoluter sicherheit jedoch ist die konsumation von ein paar gramm fliegenpilz für die gesellschaft sehr viel weniger (wenn überhaupt) schädlich als z.b. der “volkssport” breiter ch-schichten, welche sich (nicht nur am wochenende) mit alkohol volllaufen lassen, herumpöbeln und dann noch den autoschlüssel nehmen und immer wieder unbeteiligte leute totfahren.

    ich will damit einfach ausdrücken, dass wer fliegenpilze konsumiert, keiner fliege etwas zuleide tut, dies im gegensatz zu anderen kreisen, welche mit anderen arten von “volkssport” regelmässig personen umbringen

  14. Alois sagt:

    Liebe Freidenker…ich bin auch aus der Kirche ausgetreten…Ihr verhaltet Euch aber wie eine religiöse Gemeinschaft die meint die Wahrheit zu kennen…Toleranz wäre gefragt…viel Spass bei Eurem Kampf…Ihr seit eine lächerlicher Verein.

  15. maurus candrian sagt:

    @ alois: schon eher allgemeinplätze, ihre vorwürfe. argumentieren sie doch bitte auf der sachebene, widerlegen sie haltungen, aussagen etc.

    aber solches wäre eben ein bisschen anspruchsvoller …..

    nur noch ganz kurz konkret: “toleranz wäre gefragt”: ja, ganz richtig, toleranz und der rechtsstaat wären gefragt. wenn aber behörden versuchen, mit bundesverfassungswidrigem verhalten (fall wallis) existenzen zu zerstören oder ein religiöser mob (fall triengen) – ich habe den verdacht, zumindest von den dortigen lokalen behörden geduldet – morddrohungen ausspricht, dann m u s s die toleranz eines jeden rechtschaffenen bürgers und des rechtsstaates aufhören. wer dies nicht kapieren will, der tut mir leid …..

  16. Grazia sagt:

    Wenn das Verteidigen der Rechtssicherheit bereits als extrem und fundamentalistisch gilt fragt sich, wieso überhaupt jemand die Gesetze befolgt. Man könnte als Behörde im Falle von Delikten ja mal zuwarten und gucken, wie die “Mehrheit” gefühlsmässig reagiert.

  17. Martin Uebelhart sagt:

    Die Schweiz habe sich als „Gottesstaat geoutet“, sagt David Jan Schlesinger laut Tages-Anzeiger, und in einer „psychopathischen und ausländerfeindlichen Gesellschaft“ könne er sich „nicht integrieren“. Die Freidenker-Vereinigung schreibt von „Hexenjagd im 21. Jahrhundert“ und von „Katholiban“. Wie bitte? Habt Ihr alle zu viel Fliegenpilze gefressen? Die inakzeptablen Morddrohungen müssen selbstverständlich untersucht werden. Aber von „Gottesstaat“, “Katholiban” und „Hexenjagd“ zu reden, ist ein absoluter Verhältnisblödsinn, nicht nur historisch betrachtet.
    Der andere Aspekt: „Pastor David“ soll ein „Freidenker“ sein? Dann: Gute Nacht, Freidenker-Vereinigung! Schauen wir genauer hin. Der „Freidenker“ Schlesinger ist „Pastor“ der von ihm gegründeten „Sacred Mushroom Church of Switzerland“, eine Sekte, die sich „urchristlich-altägyptischen“ Mythologie-Surrogaten verschrieben hat (die es im Esoterikmilieu übrigens in ungezählten Varianten gibt). Er hat ein Verfahren wegen Handels mit halluzinogenen Pilzen am Hals. Es ist doch so: Als der Mann gemerkt hat, dass er mit seinem dubiosen Pilzhandel, den er bereits in Deutschland betrieb, juristisch in die Bredouille kommt, hat er flugs eine „Kirche“ gegründet und beruft sich für sein Gewerbe nun auf „Glaubensfreiheit“. Und er hat offensichtlich hinreichend Dumme gefunden, die ihm nachlaufen.
    Der „Sacred Mushroom“ wird übrigens wie folgt angepriesen: er bewirke höhere Bewusstseinsebenen, heile Geisteskrankheiten und mache viele Medikamente überflüssig. Nun, das ist nicht nur verantwortungslos, es ist kriminell!
    Nein, für den fahrlässigen und eitlen „Heiligen Krieg“ des mehrfachen Vaters und Pilzefressers „Pastor David“ sollte sich die Freidenker-Vereinigung nicht hergeben, wenn sie mit ihren wichtigen und richtigen Anliegen (die ich im Grundsatz unterstütze) noch ernst genommen werden will.

    PS. Übrigens lohnt sich ein Besuch US-amerikanischer Websites, in denen der „Sacred Mushroom“ und u. a. „Pastor David from Switzerland“ erwähnt werden. Man stösst da rasch auf Links zu Zirkeln, die obskuren Verschwörungstheorien anhängen. Ich gehe davon aus, dass die Freidenker-Vereinigung Schweiz mit diesem okkulten Sektensumpf nichts zu tun hat und nichts zu tun haben will.

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