Zurzeit gehören 31 Partner-Hilfsorganisationen zur Glückskette-Familie. Davon haben 10 eine christliche Ausrichtung, arbeiten ihrerseits mit christlichen Hilfswerken zusammen oder unterstützen religiöse Projekte.
Damit verhilft die Glückskette mit Spenden von Privaten und der öffentlichen Hand Hilfswerken zu Prestige, welche religiösen Gruppierungen als Aushängeschild für ihr soziales Engagement dienen und in der Diskussion um die Trennung von Staat und Kirche in die Waagschale geworfen werden.
Aus dem Jahresbericht der Glückskette (er wird sogar auf Romanisch herausgegeben!?) geht nicht hervor, welche Partner-Organisationen wie viel Geld erhalten.
Partnerorganisationen
(Stand Webseite der Glückskette am 19. August 2010):
Adventistische Entwicklungs- und Katastophenhilfe (ADRA)
ADRA Schweiz ist eine vom Staat unabhängige, selbständige Organisation der protestantischen Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten.
Aerzte ohne Grenzen – Schweiz
Explizit nichtkonfessionelle Organisation
Association pour le soutien de l’enfance en détresse (ASED)
Explizit nichtkonfessionelle Organisation
Brücke/Le Pont
Getragen wird Brücke · Le pont von Travail.Suisse, der Dachorganisation der Arbeitnehmenden, und der Katholischen ArbeitnehmerInnen Bewegung (KAB).
Caritas Schweiz
Verbandszweck: Erfüllung der interdiözesanen und gesamtschweizerischen Caritas-Aufgaben der Bistümer der römisch-katholischen Kirche der Schweiz
CBM Christoffel Blindenmission
Die CBM Christoffel Blindenmission ist ein unabhängiges christliches Hilfswerk und weltweit in Entwicklungsgebieten tätig.
Christlicher Friedensdienst
Der cfd ist eine feministische Friedensorganisation. Er ist aktiv in der Internationalen Zusammenarbeit, der Migrationspolitik und Friedenspolitik. Er orientiert sich an der Vision eines guten Lebens für alle Menschen.
CO-OPERAID
CO-OPERAID ist ein gemeinnütziges, humanitäres, politisch und konfessionell unabhängiges Schweizer Hilfswerk.
Enfants du Monde (EDM)
Son objectif est d’aider et de protéger les enfants des pays défavorisés à travers des projets de développement en éducation et en santé.
Kein weltanschaulicher Bezug erkennbar.
Fastenopfer
Das Fastenopfer ist das Hilfswerk der Katholikinnen und Katholiken in der Schweiz.
Frères de nos Frères
Frères de nos Frères (FdnF) ist eine unabhängige Schweizer Hilfsorganisation (NGO), ohne politische oder konfessionelle Zugehörigkeit.
Handicap International
Kein religiöser Bezug ersichtlich.
Die Heilsarmee ist eine internationale Bewegung und Teil der weltweiten christlichen Kirche. Ihr Auftrag ist es, das Evangelium von Jesus Christus zu predigen und menschliche Not ohne Ansehen der Person zu lindern.
Helvetas
Helvetas wurde 1955 als erste private Entwicklungsorganisation der Schweiz gegründet. Sie ist ein politisch und konfessionell unabhängiger Verein
Hilfswerk der Evangelischen Kirchen Schweiz (HEKS)
HEKS handelt im Auftrag der Evangelischen Kirchen der Schweiz.
Iamaneh Schweiz
IAMANEH Schweiz ist politisch und konfessionell neutral.
Medair
Medair ist eine Nichtregierungsorganisation (NGO) mit Mitarbeitern aus verschiedenen Nationen, die sich – geleitet durch ihren christlichen Glauben – für Menschen in Not einsetzen und zwar ungeachtet deren ethnischer Zugehörigkeit, Religion und politischer Haltung.
Médecins du Monde
Abspaltung von Médecins sans Frontières. Kein religiöser Bezug ersichtlich.
Nouvelle Planète
Nouvelle Planète zeichnet sich durch eine strikte politische und konfessionelle Neutralität aus,
Schweizerisches Arbeiterhilfswerk (SAH)
Das Schweizerische Arbeiterhilfswerk engagiert sich seit 1936 für eine sozial, politisch und ökonomisch gerechtere Gesellschaft.
Schweizerisches Rotes Kreuz (SRK)
Die Rotkreuz-Grundsätze, die Grundwerte der Bewegung, sind humanitäre Prinzipien, die nicht verdreht oder gegen Menschen missbraucht werden können.
Sentinelles
Kein religiöser Bezug ersichtlich.
Solidarmed
Nennt Christian Health Association of Lesotho (CHAL) als Partnerorganisation.
Stiftung Kinderdorf Pestalozzi
Kein religiöser Bezug ersichtlich
Swissaid
Kein religiöser Bezug ersichtlich.
Swisscontact
Swisscontact ist die Entwicklungsorganisation der Schweizer Wirtschaft. Sie fördert durch Beratung, Aus- und Weiterbildung die privatwirtschaftliche und soziale Entwicklung in ausgewählten Ländern des Südens und Ostens.
Terre des hommes – Kinderhilfe
Charta 1960: Diese Tätigkeit wird ohne politische, konfessionelle oder ethnische Erwägungen und im Streben nach Gerechtigkeit als zwischenmenschliche Hilfe weitgehend anonym ausgeführt.
Terre des Hommes – Schweiz
Charta 1960: Diese Tätigkeit wird ohne politische, konfessionelle oder ethnische Erwägungen und im Streben nach Gerechtigkeit als zwischenmenschliche Hilfe weitgehend anonym ausgeführt.
Traditions pour Demain
Unterstützt Kleinprojekte im Bereich traditioneller Kultur, auch Glauben und Zeremonien.
Vétérinaires sans Frontières Suisse
Humanitärer, parteipolitisch und konfessionell neutraler Verein.
Vivamos Mejor
Kein religöser Bezug ersichtlich.
Pakistan 2010
Laut 20 Min haben folgende Kantone gespendet:
Kt. ZH 500 000.-
Kt. BE 200 000.-
Kt. AG 80 000.-
Kt. SG 60 000.-
Kt. TG 50 000.-
Kt. SZ 50 000.-
Kt. SO 30 000.-
Kt. UR 25 000.- Franken.
1 Million aus kantonalen Steuergeldern. Davon dürfte mindestens 1/3 an Hilfswerke gehen, die sich einer religiösen Gruppe zurechnen lassen.
Schlagworte: Glückskette, Humanitäre Hilfe





FAQ zu Beschneidung > 






Wer an einer Studie über die Transparenz von Hilfswerken interessiert ist:
http://www.aidrating.org/downloads/zusammenfassung091212.pdf
Die Kritik am System der Glückskette finde ich nicht berechtigt. Die Glückskette ist ideologisch neutral und nimmt eben jede Hilfeleistung an. Wäre doch auch eine Gelegenheit für die FVS offiziell da mitzumachen, ein bisschen Prestige täte auch uns gut. Insbesondere da die FVS den Status der Gemeinnützigkeit anstrebt.
@Daniel:
Ich denke, die Kritik ist durchaus berechtigt.
Erstens geht es darum, dass Transparenz geschaffen wird, was mit Spendengeldern passiert bzw wohin sie verteilt werden. Und die Botschaft ist hier klar: wer – aus welchen Gründen auch immer – keine kirchlichen oder religiös motivierten Hilfswerke unterstützen will, spendet auch nicht bei der Glückskette.
Zweitens muss festgehalten werden, dass hier unter dem hochgeachteten Label “Glückskette” zumindest im Fall Heilsarmee eine Qualität unterstellt wird, die nicht haltbar ist (die Heilsarmee ist meines Wissens nicht ZEWO-zertifiziert).
Drittens geht es auch darum, dass letztens Jahr 1 Million Franken aus Steuergeldern (!) an unter anderem kirchliche Hilfswerke verteilt werden. Dies ist besonders deshalb stossend, weil hier wieder einmal mehr eine Subventionierung derjenigen Aufgaben stattfindt, mit deren Erfüllung sich die Kirchen bekanntlich brüsten und mit denen sie ihre Privilegien im Bereich Steuern legitimieren.
Und viertens schliesslich wehre ich mich dagegen, die FVS zu einer Entwicklungshilfe-Organisation umzubauen. Wir sind die Interessenvereinigung der Schweizer Konfessionsfreien und keine säkulare Caritas.
Eine Idee wäre natürlich, neben der FVS eine entsprechende Hilfsorganisation aufzubauen. Dies sehe ich aber als langfristiges Projekt.
Die Glückskette hat in der Schweiz eine sehr hohe Akzeptanz und wird sicher nicht als religiöses Hilfswerk wahrgenommen. Es machen ja auch explizit konfessionsfreie Organisationen mit. Die Glückskette beeindruckt mit ideologieneutraler Solidarität und rascher Hilfe. Die FVS könnte sich doch einfach mal menschlich = solidarisch zeigen?
Die FVS soll soziale Leistungen bieten und unterstützt den Schutz von Mensch und Umwelt. So stehts in den Statuten.
Wie gesagt: wir streben die Gemeinnützigkeit an. Nur um Steuern zu sparen? Worte und Absichtserklärungen alleine sind jedenfalls nicht gemeinnützig.
Die Glückskette ist kein Hilfswerk sondern eine Spendenplattform. Sie entscheidet anschliessend an welches der Hilfswerke die Spenden weitergeleitet werden. Die Hilfswerke selber verwenden die Glückskette-Gelder im eigenen Namen und deshalb auch zu eigenem Prestige.
Es geht nur um Transparenz und darum, dass man besser bestimmen kann wohin man spenden will, wenn man direkt an ein Hilfswerke spendet.
@Aellig Daniel
“Die FVS könnte sich doch einfach mal menschlich = solidarisch zeigen?”
Sind Sie sich im Klaren, was sie da rauslassen. einfach mal menschlich????? das heisst doch gleichzeitig, dass die FVS ist sonst unmenschlich ist, oder?
Die Glueckskette ist ohnehin nicht heikel. Einst wurde fuer Ueberschwemmungsopfer “in der Schweiz” gesammelt. Ein Teil des Geldes floss dann spendenaufrufswidrig nach Italien und Frankreich ab. Dafuer wurden im Wallis die Gemeinden und die individuellen Spendenempfaenger bei der Nachpruefung der Spendenverwendung bis aufs Blut sekkiert. Ob die Verwendung der spendenaufrufswidrig nach Ialien und Frankreich abgeleiteten Gelder auch so korintenkackerisch ueberprueft wurde ist zu bezweifeln.
Staatliche, bibeltheokratische und gynokratische Sozialdiktaturwerke sind heute personell, materiell und vertraglich so unuebersichtlich verbandelt, dass alles diktiert und finanziert wird, aber niemand mehr fuer die Verschleuderung der Steuer- und Kirchensteuer rechtenschafts- und bei Missbrauch haftpflichtig gemacht werden kann. Dabei werden auch staatliche personelle und materielle Mittel in riesigem Umfang fuer theokratische und gynokratische Zwecke fehlgeleitet, ohne dass dies je politisch oder strafrechtlich untersucht wird.
Als ein uebles Beispiel von vielen, seien die von der Aussenclownin vor der Bewilligung der Steuergelder versprochenen Fischerdoerfer in Suedostasien nach dem Tsunami erwaehnt. Die Schulen missionierten zwangs. Den Schuelern wurde gar verboten, un- oder andersgleubige Anhaenger an ihren Halsketten zu tragen. Der Masse der Bevoelkerung, die sich nicht zwangsmisionieren lassen wollte, floh. Der Schweizer DEZA-Dorfschef, auf die dadurch verursachte Leere angesprochen: “Das macht nix, das Projekt ist auf langfristige Hilfe ausgerichtet.” Oder im Klartext, es werden sich mit den Jahrzehnten schon genug Notleidende finden, die fuer ein Bett und eine Bildung ihre Seele brutalster Zwangsmissionierung verkaufen….