“Im Mai 2009 sprachen, anlässlich der Vereidigung der neuen Schweizergardisten, auch der Zürcher Justizdirektor Markus Notter und Regierungspräsidentin Regine Aeppli zusammen mit Benno Schnüriger, dem Präsidenten der Zürcher Kantonalkirche, im Vatikan vor. Sie erklärten Staatssekretär Tarcisio Bertone die Vorzüge des staatskirchenrechtlichen Systems und äusserten Bedenken, dass die Ernennung Grichtings den religiösen Frieden stören könnte.”
(…)
“Grichting kämpft seit Jahren gegen die demokratisch verfassten Landeskirchen, in erster Linie gegen die verhasste «Zürcher Gegenkirche». Der Kirchenrechtler, der an der Opus-Dei-Universität Santa Croce in Rom unterrichtet, stellt das in der Schweiz bewährte duale System von innerkirchlichen und demokratisch-staatskirchenrechtlichen Instanzen infrage. Er ist Vordenker einer hierarchischen Kirche, die das «Joch des Staatskirchentums» abgeschüttelt und sich aus der «babylonischen Gefangenschaft» des demokratischen Gedankenguts befreit hat.”
Auszüge aus: http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Die-Angst-vor-einem-zweiten-Fall-Haas-/story/20313192
Schlagworte: Landeskirche, Trennung von Staat und Kirche












Warum “Freidenker” das hier posten? Weil es aufzeigt wessen Spiessgesellen im Geiste sie sein wollen? Die “Freidenker” kämpfen an der Seite des rechtsaussen anti-Demokraten Grichting gegen das Staatskirchenrecht. Peinlich. Kein Wunder fällt keinem dieser aufgeklärten Intelligenzbestien etwas als Kommentar dazu ein. Nun: auch die Kommunisten waren die treuesten Antidemokraten, die Hitlers weg an die Macht ebneten. Und auch “Freidenker” könnten einmal ex post als nützliche Idioten in die Geschichte eingehen.
Hitler kam vor allem durch die Stimmen der katholischen Zentrumspartei an die Macht. Sie haben wohl ihren Geschichtsuntericht in der Lotterie gewonnen.
Lieber Mauerhofer. Sie mögen ein wackerer Techniker sein, einem Historiker Lektionen in Geschichte erteilen zu wollen, zeugt nur von einer schrecklichen Unbedarftheit. Im Kursus “Statistik für Historiker” habe ich Stundenlang mit den Datensätzen der Reichtagswahlen 1932-33 “gespielt”. Und, lieber Mauerhofer, sie liegen kreuzfalsch. Die stärkste Zustimmung hatte dei NSDAP in evangelischen Landstrichen. Das ist für mich als reformierten eigentlich wenig schmeichelhaft. Dennoch muss ich die Fakten anerkennen. Warum ist das so? Der Mensch ist eine Kanaille. Wenn er einen Gott und einen Papst hat, dann lässt er sich weniger durch einen “Führer” irre machen. Die evangelischen Preussen hingegen, die keinen Papst mehr hatten und denen man den Kaiser genommen hatte, deren Autoritätsbedürfnis wurde sehr gut durch den österreichischen Gefreiten befriedigt. Sorry. Aber mit dem Schwachsinn sind Sie an den falschen geraten. Man darf “freidenken”, man darf auch mittelalterlichen Pfaffenhass kultivieren (solange der Landfrieden gewahrt bleibt), aber in einer modernen Wissensgesellschaft sollte man sich an Fakten halten.
Im übrigen gibts für mich als Schweizer Reformierten einen Lichtblick: Karl Barth hat 1934 in der Barmener Erklärung deutlich gemacht, dass Hitlertum und Christentum unvereinbar sind. 1937 machte dies der Papst in seiner Schrift “Mit brennender Sorge” dann auch noch etwas Halbbatzig.
Lieber Mauerhofer, als Ex-Kathole können sie stolz sein, das katholische Fussvolk war Hitler gegenüber kritischer als das lutherische, aber die reformierten “Chef-Intellektuellen” hatten im Widerstand gegen Hitler die Nase vorne. Aber so differeniert will das ein ex-katholischer Techniker nicht wissen. “Pfaffen! Geschwätz!” noch ein Bier! Prost Mauerhofer! Der freidenker-Stammtisch ist halt schon gemütlich: viel Freiheit, wenig Denken.
@Giorgio Giradet
“Wenn er einen Gott und einen Papst hat, dann lässt er sich weniger durch einen “Führer” irre machen”…..
Au hoppla: Gott gibt es ja nicht, ergo kann er kein Führer sein. Aber der Kaspar in Rom ist doch so etwas wie der Obersturmbandführer. Er führt! Siehe Spanien vor kurzem, wo seine hörigen Fans in Scharen anreisten.
Was die Leute zu sowas antreibt, darüber kann ich nur mutmassen. Aber das behalt ich wohl besser für mich. Es wird wohl Ähnliches sein, wie in vergleichbaren Situation, in denen ähnlich Gelagerte die halbe Welt bereisen um an einem Führer, Guru o.ä. von weiten unten hochzuschauen. Das steile Hochschauen bewirkt, dass das Hirn (soweit noch vorhanden) ganz weit nach hinten runter rutscht. Bei einigen von sehr weit unten Hochschauenden und die Glück haben, klemmt das Hirn dann im letzten Moment im Nacken ein und sie haben so die Chance, dass es sich irgend wann wieder an den dafür vorgesehenen Platz zurückverschiebt Das kann Jahre dauern. Bei einigen hat es leider schon den Arsch erreicht und folglich ist Hopfen und Malz verloren, weil es nun in totaler Scheisse liegt. Selbständige “Intelligenzbestien” mag der römische rsp. vatikanische Kaspar in seiner Maske aber nicht zu erreichen. Die haben ihr Hirn noch am vorgesehenen Platz.
Uebrigens: lange nicht gehört von Girardet. Nun, das übliche: Beschimpfungen, Abwertungen….na ja, das Übliche!
@Anita: nette Satire. Schön wie Du die katholische Kircher “satirisch” aufwertest. Wir schreiben hier vor der deutschsprachigen Weltöffentlichkeit. Einer meiner liebsten Grundsätze des deutschen Aufklärers Lichtenberg war stets das Vertrauen, das der Vorwitzige durch einen wahrhaft Witzigen seinen Meister findet. Und Anita, du bist mir zu sympathisch, als dass ich mich nicht deinem Genie bereitwillig unterwerfe. Im übrigen Urteile das Publikum.
“intelligenzbestien” ist keine Beleidigung, es ist das anerkennende Lob in einem Verein, der alles vom “Denken” abhängig macht. Als Christ bin kein Denker, sondern ein Sünder. Was mich aber keineswegs unfrei im Denken macht.