Armee und Religion

331 Sollstellen weist das VBS Ende 2008 für die Militärseesorge aus, davon sind nur 247 besetzt. Die Militärseelsorge hat grosse Rekrutierungsprobleme.

http://www.vtg.admin.ch/internet/vtg/de/home/militaerdienst/allgemeines/armeeseelsorge.html

Seelsorge

Die Seelsorger stellen sich gemäss dem Chef der Armeeseelsorge, Urs Aebi, jeweils am Anfang einer RS vor. Sie können von den Soldaten jederzeit – nicht über den Dienstweg – kontaktiert werden.

Bibel

Die Bibel kann im Krankenzimmer oder Arrest verlangt werden.
Der Chef der Armeeseelsorge, Urs Aebi, weiss nicht, ob die irgendwo unaufgefordert rumliegen.
Er erhält hin und wieder eine Anfrage, weil ein Soldat eine verlange. Das VBS liefert selber keine sondern verweist auf CEVI-Militärservice: http://www.cevi.ch/cms/

Militärwallfahrt

Seit dem 2. Weltkrieg reisen jährlich katholische Soldaten zur Wallfahrt nach Lourdes.
Gemäss dem Chef der Armeeseelsorge, Urs Aebi, habe dieser Anlass grosse Bedeutung gehabt zum Nachkriegs-”Schulterschluss” in Europa. Der Anlass sei heute noch wichtig, weil sich da Militärs aus ganz Europa treffen, er diene der militärischen Zusammenarbeit und dem Frieden.
Früher sei die Wallfahrt vom VBS organisiert worden, im Jahr 2000 ist sie auf Bestreben des VBS in einen eigenständigen Verein ausgelagert worden. Die Armee bestimme heute eine Delegationsleitung, d.h. die zuständige Stelle erhält einen Antrag zur Bewilligung.

Wieviele Leute da teilnehmen wird nirgends gesagt. Urs Aebi meinte jedoch, dass die Teilnehmerschaft überaltert sei.
1997 schrieb das Departement in einer Medienmitteilung: “Mit dabei sind jeweils auch 150 bis 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus der Schweiz.”
2008 haben offenbar 20 aktive Schweizergardisten teilgenommen.

Teilnahme
Die Teilnahme an der Wallfahrt wird gemäss Aebi niemandem als Diensttag angerechnet.

Diese Aussage steht im Widerspruch zm folgenden Bericht:

“Besonders erfreulich für unsere Schweizer Delegation ist es, dass der Bund es einem Detachement Rekruten und Durchdiener ermöglicht, an dieser Wallfahrt teilzunehmen und dass ihnen dieser Dienst auch angerechnet wird.”  http://www.horizonte-aargau.ch/upload/20100603083458.pdf

Auf unsere Nachfrage beim VBS, ob die Militärwallfahrt nach Lourdes als Diensttage angerechnet wird, die Auskunft des Chef Militärprotokoll vom 18.8.2010:
“Es werden keine zusätzlichen Diensttage geleistet und angerechnet. Diensttage, Erwerbsersatz und Sold erhalten nur diejenigen, die während einem normalen Truppendienst freiwillig teilnehmen – also diese Tage in Frankreich statt auf einem Waffenplatz in der Schweiz verbringen. Der Verein PMI kann sowohl noch dienstleistende Soldaten wie auch ausgemusterte Personen umfassen.”

Finanzen
Die Teilnehmer bezahlen gemäss Aebi selbst. Die Abrechnung laufe über den Verein.
Für die Delegation (1-2 Militärseelsorger) erhält der Verein vom VBS eine Pauschale.

Unklar ist die Frage weiterer Kosten.
Im Jahresbericht Newsletter der Armeeseelsorge steht etwa zum Thema “Vorbereitungskonferenz für internationale Soldatenwallfahrt 2010″: “In diesem Jahr durfte die Schweiz unter dem Patronat der Armeeseelsorge rund 40 Vertreterinnen und Vertreter aus 15 Nationen begrüssen und ihnen für ihre Arbeit die notwendige Unterstützung bieten. Vom 12.–17. Oktober diente das Kurhaus Kreuz in  Mariastein als ausgezeichneter Tagungsort. Zusammen mit den Ordensschwestern sorgten Urs Aebi und ein Detachement aus dem Betriebspersonal der Armeeseelsorge dafür, dass sich die internationalen Gäste nicht nur wohl fühlten,  sondern auch effizient arbeiten konnten. Zu den Höhepunkten der Konferenz gehörten der Eröffnungsabend, an dem auch der «Schweizer Militärbischof» Msgr. Norbert Brunner, Bischof von Sitten, Abt  Peter von Surry von der  Benediktinerabtei Mariastein und Brigadier Hans-Peter Walser teilnahmen, der Ausflug ins Greyerzerland und der Schlussabend, den unsere hauseigene Armeeseelsorgeband «the speedfingers» musikalisch gestalteten. Am Samstagmorgen verabschiedeten sich unsere Gäste, denen es bei uns sichtlich gefallen hat, und machten sich wieder auf den Weg  Richtung Heimat.”

Prozessionen

Wallis: “Hergottsgrenadiere”.
“Die Herrgottsgrenadiere verleihen den Prozessionen an Fronleichnam, am darauf folgenden Sonntag (Segensonntag) und an den Kirchweihfesten mit ihren historischen Uniformen ein ganz besonderes Gepräge. Die Uniformen gehen zum Teil auf die fremden Kriegsdienste zurück; teilweise bestehen sie auch aus früheren Ausrüstungen der Schweizer Armee. ”

2012: http://www.frei-denken.ch/de/2012/01/wieder-militar-an-religioser-prozession/

Luzern: Hergottskanoniere

“So pflegen die Herrgottskanoniere an Fronleichnam über ihre Hauptaufgabe, dem Salutschiessen (Waffen- und Pferdedienst) hinaus, Gottesdienste, die sie im Geiste Jesu in der Eucharistiefeier zusammenführen. Sie feiern am Vorabend eine Andacht vor den Kanonen, einen Morgengottesdienst an Fronleichnam, sowie am Sonntag danach, am Titularfest, einen feierlichen Gottesdienst.”

Ein weiterer Text der FVS

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2 Kommentare zu „Armee und Religion“

  1. Reta Caspar sagt:

    Im Sommer 2010 hat die FVS die Bundesverwaltung darauf hingewiesen, dass der Verein Militärwallfahrt sich mit dem Logo des Bundes schmückt. Es wurde dann versprochen, dass die Bundeskanzlei sich der Frage annehmen würde.
    Ein Jahr später stellten wir fest, dass sich nichts verändert hat. Eine erneute Nachfrage hat dann schliesslich dazu geführt, dass das Schweizerwappen aus dem Logo des Vereins entfernt wurde: http://www.pmilourdes.ch/

  2. Freiherr sagt:

    Waehrend eines “normalen Truppendienstes” relativ sicher und besoldet nach Lourdes zu reisen, statt riskieren zu muessen, bei maessiger Lawinengefahr mit Ruhen des zivilen Bergganges zum Ausloesen einer keulenden Lawine kommandiert zu werden, oder eusserst schmerzhaft Fusskrank, aber mit noch ganzen Knochen, von einem Profifrauen- und doppelnudligen Hobiwaffenplatzarzt nicht von einem Gewaltmarsch mit ueber den fuer Kriegsgefangene absolut hoechstens zulaessigen 25 kg Marschgepaeck (nur bei einer niedrigeren Mannlastgrenze des Gewahsamstaates gilt diese) dispensiert zu werden, motiviert auch einen Un- oder andersgleubigen zur Teilnahme. Das ist aus saeckularer Sicht ebenso skandaloes wie die DR-Vorschrift, dass bei Truppengottesdiensten in der Unterkunft bleibende Un- und Andersgleubige auch waehrend dieser Zeit zur Arbeit genoetigt werden duerfen.

    Es ist zwar ein Anfang – und besser als goar nix – die Verschleuderung von Staatssteuergeldern fuer bibeltheokratische Zwecke beim Aerar und insbesondere der internationalen militaerischen Kollaboration statt neutralen Selbstbehauptung auch bei biblistischen Wallfahrten anzuprangen. Ein Argument mehr auch zur Abschaffung der Wehrpflicht, zu der auch un- und andersgleubige Maenner, aber nicht einmal christliche Frauen gepresst werden.

    Allerdings rufen die Milliardenfluesse aus Staats- und staatlich subventionierten Landeskrichenkassen zur Zwangsmissionierung der Armen im In- und Ausland schon inbezug auf deren schiere Astronomie ebenfalls nach einer freidenkerischen Transparierung fuer den saeckularen Staats- und Kirchensteuerzahler….

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