HEKS: nur zu 4% von den Kirchen finanziert

Zweck der Organisation
HEKS handelt im Auftrag der Evangelischen Kirchen der Schweiz. Seine Tätigkeitsbereiche sind durch Mandate dieser Trägerschaft vorgegeben. Im Ausland sind dies: «Zusammenarbeit mit Kirchen und Aufbauhilfe in Europa», «Entwicklungszusammenarbeit in Afrika, Asien und Lateinamerika» sowie «Humanitäre Hilfe». Im Inland sind dies: «Flüchtlingsarbeit», «Hilfe für sozial Benachteiligte» sowie «Öffentlichkeitsarbeit» (Information in der Schweiz).

Der Ertrag des Werkes kommt nur zu 4% von den Trägerkirchen, d. h. wenigstens teilweise aus Kirchensteuererträgen, auch von juristischen Personen.
Obwohl also weit mehr Einnahmen aus allgemeinen Steuermitteln stammen als von der Kirche selbst, wird die Tätigkeit der Kirche zugerechnet und in der Diskussion um die Trennung von Staat und Kirchen als deren Leistung für die Allgemeinheit eingebracht!

16% sind allgemeine Steuergelder von Bund/Kantonen/Gemeinden

39% sind Spenden

21% kommen von “diversen Organisationen”, davon fast 50% von der Glückskette

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6 Kommentare zu „HEKS: nur zu 4% von den Kirchen finanziert“

  1. Maja Strasser sagt:

    Ich spende nur Zewo-zertifizierten Organisationen. Kirchen sind nicht gemeinnützig, denn Gemeinnützigkeit ist unabhängig von Religion und Konfession, und nur ein marginaler Bruchteil der Kirchenausgaben wird wohltätig verwendet.

    Ausschnitt aus den Kriterien der Zewo:
    “Übt eine Organisation sowohl eine gemeinnützige als auch eine politische, religiöse oder weltanschauliche Tätigkeit aus, so muss die gemeinnützige Tätigkeit im Vordergrund stehen.
    Nicht als gemeinnützig gelten Organisationen, deren Tätigkeit nur gegenüber Mitgliedern erbracht wird (z.B. Selbsthilfeorganisationen) oder die durch politische, religiöse oder weltanschauliche Bindungen eingeschränkt wird.

    Art. 6 Organisatorische Kriterien
    1. Mitglieder des leitenden Organs (Vorstand, Stiftungsrat, Patronatskomitee etc.) arbeiten ehrenamtlich (unentgeltlich) bis zu 100 Stunden jährlich. Für darüber hinausgehende zeitliche Belastungen können Entschädigungen ausgerichtet werden. Spesen können in jedem Fall ausgerichtet werden. Allfällige Entschädigungen müssen zusammen mit den entrichteten Spesen in der Erfolgsrechnung oder in einem Anhang hierzu separat, das heisst als Gesamtsumme, ausgewiesen werden. Allfällige Entschädigungen an die Präsidentin oder an den Präsidenten müssen zusätzlich individuell ausgewiesen werden. Die Höhe der Entschädigung sollte dem gemeinnützigen Charakter der Organisation Rechnung tragen.
    2. Mitglieder des leitenden Organs dürfen in keinem entgeltlichen arbeitsrechtlichen Verhältnis (Arbeitsvertrag) zur Organisation stehen. Vorbehalten bleibt ein auftragsrechtliches Verhältnis im Rahmen von Ziffer 1 oder eine Personalvertretung gemäss Ziffer 4.”

  2. Marc sagt:

    HEKS, die wichtigsten Regionen der Caritas und viele andere Organisationen mit christlicher Schlagseite sind ja gerade Zewo-zertifiziert. Und eingeschränkt fühlt sich bloss die potentielle Klientel, nicht aber das vorselektionierte Personal mit “einem positiven Bezug zum Christentum”. Die Kriterien sind ja gut und recht. Aber solange Tierschutzorganisationen als nicht-gemeinnützig erachtet werden, religiös geprägte Sozialkonzerne jedoch weiterhin das Label führen können, bleibt das ein gross aufgezogener aber sehr schwammiger Papiertiger ohne praktische Wirkung. Immerhin führt sich die Caritas in der CH nicht annähernd so destruktiv auf wie in Deutschland.

  3. Maja Strasser sagt:

    Logo sind HEKS und Caritas Zewo-zertifiziert. Aber die Kirchen sind es nicht. Und wer die Tätigkeit von HEKS und Caritas “der Kirche zurechnet und in der Diskussion um die Trennung von Staat und Kirchen als deren Leistung für die Allgemeinheit einbringt”, hat nicht begriffen, dass diese Hilfswerke nicht mit den Kirchen zu verwechseln sind.
    Das Argument, dass die Kirchen nicht den Zewo-Kriterien entsprechen, hat noch jede Diskussion um die Wohltätigkeit der Kirchen erfolgreich beendet.

  4. Reta Caspar sagt:

    Auf der Webseite von HEKS steht:
    “Am 1. Januar 1946 nimmt HEKS im Auftrag der Evangelisch-reformierten Landeskirchen seine Arbeit auf. Seither stellt HEKS Hoffnung gegen Resignation und setzt christliche Nächstenliebe in Taten um.”

    Da wird nichts verwechselt, aber da wird sich mit Federn aus allgemeinen Steuern und allgemeinen Spenden z.B. der Glückskette geschmückt.

  5. Marc sagt:

    oder man betrachte einfach einmal wer so schön prominent auf der Erklärung “armut halbieren” an Organisationen und Personen aufgelistet ist. Dass der aktuelle Geschäftsleiter, zufällig der einzig prominente CSP-Politiker ist, passt da schön in’s Bild :
    http://www.armut-halbieren.ch/media_features/_armut/dl/Erkl_rung_Armut_halbieren_deutsch.pdf

    Es geht nicht um die vermeintliche Wohltätigkeit der Landeskirchen, sondern deren ausührenden Instanzen HEKS und Caritas. Die werden bei Gesprächen im Übrigen sehr wohl mit ihren Auftraggebenden gleichgesetzt. Trotzdem arbeiten diese Sozialriesen vor allem mit allg. Steuergeldern, ohne jedoch auf ihren grossartigen Bezug auf diejeweilige Landeskirche verzichten zu können. Die Verbindungen sind ja auch vielfältig und sehr eng, was anhand des untenstehenden Links auf Seite 3 des Dokumentes leicht ersichtlich ist:
    http://www.caritas-luzern.ch/cm_data/Leitbild_CaLu.pdf

    Da geht die Diskussion um “christliche Nächstenliebe” und die “Mildtätigkeit der Kirche” erst los und ist definitiv nicht beendet…

  6. Marc sagt:

    Nachtrag:
    In der ganzen Diskussion darf natürlich das blaue Kreuz, im Speziellen das Jugendsozialwerk nicht vergessen gehen. Im Leitbild heisst es bspw. “Als christliches Werk praktizieren die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein lebendiges geistliches Leben. Das Gebet im Team nimmt einen zentralen Stellenwert ein. ”

    Wer bezahlt das Gebet im Team? Zuallerst die Allgemeinheit…

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