Keine religiösen Symbole in öffentlichen Schulen

Pressemitteilung 18.3.2011

Desavouierung der negativen Religionsfreiheit und Banalisierung des Kruzifixes – aber für die Schweiz ändert das nichts

Die FVS nimmt zur Kenntnis, dass die grosse Kammer des Europäischen Gerichtshofes für Meneschenrecht das einstimmige Urteil der kleinen Kammer von 2009 nicht bestätigt hat.  Die FVS unterstützt das Minderheitsvotum von Giorgio Malinverni (Schweiz) und Zdravka Kalaydjieva (Bulgarien), dass Art. 2 des Protokoll 1 und Artikel 9 der Konvention vom Staat strike konfessionelle Neutralität verlange. Diese ist nicht auf den Lehrplan beschränkt sondern betrifft auch das schulische Umfeld. Wo Schulpflicht herrscht, sollte der Staat die Kinder nicht den Symbolen einer Religion aussetzen.
Das Gericht verweist die Frage in den Beurteilungsspielraum der Staaten. In der Schweiz hat das Bundesgericht 1990 entschieden, dass der Staat an öffentlichen Schulen konfessionsneutral zu sein habe.

EGMR: “Das Kruzifix hat keine Wirkung”

Das Gericht hat am 18. März 2011 das einstimmige Urteil der kleinen Kammer von 2009 umgestossen und entschieden, dass sich nicht beweisen lasse, ob ein Kruzifix an der Wand eines Klassenzimmers einen Einfluss auf die Schüler habe, auch wenn es in erster Linie als religiöses Symbol zu betrachten sei.
Ein lediglich an der Wand angebrachtes Kruzifix könne nicht mit einem didaktischen Vortrag oder mit der Teilnahme an religiösen Aktivitäten verglichen werden.
Weiter kam das Gericht zum Schluss, dass sich die Entscheidung der italienischen Behörden, die Kruzifixe in den Klassenzimmern zu belassen, in den Grenzen jenes Beurteilungsspielraums bewege, der den europäischen Staaten in solchen Traditionsfragen zustehe. Ein Urteil zu Lasten der negativen Religionsfreiheit, zu Lasten der Nicht-Christen also, und zugunsten der tradtionsverhafteten Regionen.
Der Entschied fiel – unter ausserordentlichem politischen Druck der katholisch dominierter Staaten – mit 15 zu 2 Stimmen, anders entschieden hätten nur die Richter aus der Schweiz und aus Bulgarien.
In der Schweiz sollte das Urteil keine Folgen haben: Das Bundesgericht hat 1990 entschieden, dass sich das Kruzifix im Schulzimmer nicht mit der gebotenen Neutralität des Staates verträgt. Gemäss Tobias Jaag, Professor für Staats- und Völkerrecht an der Universität Zürich, gilt das Urteil nicht unmittelbar für die Schweiz und ist zu erwarten, dass das Bundesgericht bei seiner Rechtsprechung bleibt.

FD 2/2011

Mehr zum Urteil: http://www.frei-denken.ch/de/2011/03/egmr-kruzifix-als-passives-symbol-verletzt-das-recht-auf-bildung-nicht/

Pressemitteilung 5.11.2009

Die Freidenker-Vereinigung der Schweiz protestiert gegen die Darstellung der Schweizer Problemlage nach dem Kruzifix-Entscheid des EGMR durch Professoren der katholischen Universitäten Fribourg und Luzern im heutigen Tages-Anzeiger.

Der Staat (auch vertreten als Lehrperson) hat kein Recht, in seinen Schulräumlichkeiten ein religiöses Symbol anzubringen. Das hat das Bundesgericht 1990 im Fall Cadro klar entschieden: Das Anbringen eines Kruzifixes in den Schulzimmern einer Primarschule entspricht der in der  BV gewährleisteten Religionsneutralität nicht. (BGE 116 Ia 252)

Private haben in den staatlichen Schulräumlichkeiten schon gar keine religiösen Symbole anzubringen.

Musterbrief

Betroffenen Eltern empfehlen wir, ihr Begehren der betreffenden Lehrkraft schriftlich oder per E-Mail mitzuteilen.

Kt. LU

12.10.2010: In der Gemeinde Triengen hat sich ein Vater durchgesetzt, der verlangt hatte, dass in den Klassenzimmern seiner Kinder die Kruzifixe entfernt werden.

Die Reaktion des Schulleiters lesen sie unten im zweiten Kommentar.
Der Gemeinderat von Triengen hat diese Argumentation “vollumfänglich” unterstützt und eine Kopie seines Schreibens an das Migrationsamt geschickt, weil der betreffende Vater deutscher Staatsangehöriger ist.
Einige Tage später hat die Schulkommission eingelenkt und erklärt, sie respektiere den Bundesgerichtsentscheid von 1990.

Kt. VS

8.10.2010: Im Wallis wurde einem Oberstufenlerher fristlos gekündigt, nachdem er sich geweigert hat, in seinem Klassenzimmer das seit mehr als einem Jahr abgehängte Kreuz wieder aufzuhängen.

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35 Kommentare zu „Keine religiösen Symbole in öffentlichen Schulen“

  1. A. Brunner sagt:

    Liebe Freidenker/innen,
    Bin mit Eurer Meinung absolut einverstanden. Zudem stören mich auch die vielen Kruzifixe in der schönen Schweizer Landschaft, vor allem entlang von Wanderwegen, wo meist gerade die besten Aussichtslagen damit verunstaltet werden. Vor allem in katholischen Gegenden kann man kaum Landschafts-Fotos machen, ohne so ein Menschen-Erniedrigungssymbol draufzuhaben! Ob dies übrigens für den Tourismus gut ist oder nicht, bezweifle ich sehr, auch wenn dies nicht das Haupt-Gegenargument ist. Diese Kruzifixe (und alles was damit an Heuchelei … usw. verbunden ist) können einem den Genuss der “FREIEN NATUR” geradezu vermiesen! Also am besten: Weg mit den Kruzifixen aus Schulen und öffentlichem Raum!
    Man müsste bald eine Wanderkarte mit K-freien Wander- und Radwegen veröffentlichen.
    Was denkt Ihr dazu?
    Gruss:
    A. Brunner

  2. David sagt:

    Liebe Leute!

    Auf meine Aufforderung hin, die Kuzifixe mit den angenagelten Lattengustls in den Klassenzimmern meiner Kinder abzuhängen ergab folgende e-mail an mich und CC an die ganze Gemeinde:

    Sehr geehrter Herr (…)

    Vielen Dank für Ihr Interesse an unserer Kultur. Ihnen dürfte demzufolge nicht entgangen sein, dass Sie sich in der Gemeinde des christlichen Abendlandes niedergelassen haben. Als Symbol für diese Kultur benutzen wir, wie Sie richtig vermuten, das Kruzifix. Dort wird es auch bleiben, bis mir jemand persönlich befiehlt, das runterzunehmen. Das müsste in in erster Instanz die Schulpflege sein oder bei späterer Gelegenheit die Luzerner Justiz.
    Bis es soweit ist und auf die Gefahr hin dass ich mich wiederhole, bleiben die Kruzifixe wo sie sind, so lange ich Schulleiter in Triengen bin.

    Gerne hoffe ich, dass Sie meine Argumente vielleicht nicht gerade teilen, so aber doch halbwegs nachvollziehen können.

    Mit freundlichen Grüssen

    Lukas Bucher

  3. Werter David,

    diese Verhaltensweise ist skandalös!

    Das Wissen um genau solche Spielchen und Verhaltensweisen von Schul- und anderen Behörden hatte mich im Gespräch mit der Dienststelle für Unterrichtswesen im Wallis dazu veranlasst, anzuregen, dass die Schulbehörden und Schulleitungen bzw. Schuldirektionen über die Rechtslage zu informieren seien.
    Siehe: http://www.sinnfrei.ch/freidenker/wordpress/kanton-wallis-verhaltnis-kirchereligion-und-offentliche-schulen/

    Ich würde das Verhalten von Lukas Bucher bezüglich Datenschutz nicht einfach so durchgehen lassen. Ich nehme an, dass es nicht rechtens sein kann, auf eine solche Anfrage mit einer E-Mail mit CC an die ganze Gemeinde zu reagieren.

    Ich würde ihm möglichst umgehend mitteilen, dass das Bundesgericht bereits entschieden hat, da braucht es keine Schulpflege oder Luzerner Justiz.

    Ich nehme an, die Geschäftsstelle der FVS wird gerne bereit sein zu helfen.

    Gerne dürfen sie Herrn Bucher zudem auch anbieten, dass er mich (Valentin Abgottspon, Staldenried) einmal besuchen darf, ich würde ihm dann ein paar Dinge erklären, die er in Staatskunde wohl verpasst hat. Mit “Gemeinde des christlichen Abendlandes” haut er ja gehörig daneben. Wahrscheinlich unterrichtet er selber nicht Geschichte oder Staatskunde? Dass diese Themen in Ihrem Kanton allenfalls nicht auf dem Lehrplan stehen, heisst ja nicht, dass ein Schulleiter ein Unwissender sein darf bezüglich säkularem Staatsverständnis.

    MfG, Valentin Abgottspon, Präsident Sektion Wallis FVS, zudem Lehrer an der Orientierungsschule

  4. Annie Callaghan sagt:

    Ich hoffe, dass in den europäischen Schulen Kruzifixe noch lange ihren Platz haben werden. Schritt für Schritt nähern wir uns heutzutage einer neuen Christenverfolgung. Es fängt damit an, dass man in der Öffentlichkeit sozusagen nicht mehr dazu stehen darf, Christ zu sein. Was, eine Krankenschwester trägt eine kleine Kette mit Kreuz ? Man stelle sie an den Pranger!! Es ist politisch nicht mehr korrekt. Irgendwie ist es paradox, dass gerade die sogenannten Freidenker die Freiheit der gläubigen Christen einschränken.

    Annie Callaghan
    Proud to be a Catholic.
    God bless you all.

  5. Reta Caspar sagt:

    Christen müssen sich die Frage gefallen lassen, warum sie immer dadurch auffallen, dass sie ihren Glauben zur Schau stellen oder den andern gar aufdrängen wollen. Neuerdings versuchen Christen Muslime mit angedrohten Koranverbrennungen zu erpressen…
    Was Sie persönlich glauben, ist Ihre Privatsache, das ist Ihre Freiheit.
    Nichtgläubige und Nichtchristen möchten von den Christen einfach in Ruhe gelassen werden, das ist unsere Freiheit.
    Ist das Christenverfolgung?

  6. Annie Callaghan sagt:

    Gewisse Zeichen gehören zu jeder Religion – Kirchen, Moscheen, Synagogen etc. Alle Glaubensrichtungen haben eine Art, ihr Gedankengut weiterzugeben. Auch Sie haben verbreiten Ihre Ideen mit Begeisterung. Warum sollte diese Freiheit den Christen genommen werden ? Und by the way, zeigen Sie nicht nur auf denjenigen, der den Koran verbrennen wollte aber auch auf die zahlreichen Stimmen, vor allem aus der christlichen Ecke, die ihn daran gehindert haben. Gesteinigt ist bei den Christen schon lange niemand mehr…
    God bless you

    Annie Callaghan

  7. Stefan Mauerhofer sagt:

    “Alle Glaubensrichtungen haben eine Art, ihr Gedankengut weiterzugeben.” Nette Umschreibung für Gehirnwäsche.
    Aber Spass bei Seite. Um was es hier geht, ist das zur Schau stellen von religiösen Symbolen im öffentlichen Raum. Niemand hindert Sie daran eine Kirche aufzustellen und ihre Umgebung mit Glockengeläut zu belästigen (Wer verfolgt hier wohl wen?). Aber der Staat sollte in seinen Gebäuden und seinen Institutionen von solchen Praktiken Abstand nehmen und neutral bleiben, denn der Staat, das sind wir alle und nicht nur die Christen.

  8. Dimitrij Romanow sagt:

    @Stefan Mauerhofer
    –>Dein Stichwort “Gehirnwäsche”.
    …Das passt doch eigentlich eher zu dem was Atheisten durchsetzen wollen! Sprich: Ihr wollt doch, dass Kinder religionsneutral erzogen werden..!

    Hierbei möchte ich erwähnen, dass ihr Atheisten selber nicht das einhaltet was ihr verlangt!!!
    Neutralität bedeutet: Weder negativ, noch positiv zu einer Sache stehen…und genau das ist bei euch Atheisten nicht der Fall –> Ihr steht negativ zum Glauben/Religion und ihr erzieht eure Kinder auch dementsprechend! (Vielleicht gibts Ausnahmen…aber wenn, dann sehr wenige.)
    Wie wärs, wenn ihr Atheisten erstmal mit gutem Beispiel vormacht, was ihr verlangt und aufhört über gläubige Leute zu lästern.

    PS: Es hat keinen Zweck den letzten Abschnitt den ich geschrieben habe zu hinterfragen!!
    Auf dieser Web gibt es genügend Kommentare, die beweisen wie religionsnegativ ihr eingestellt seid.

    §Dimi§

  9. Stefan Mauerhofer sagt:

    @Dimitrij: Ich bin persönlich gegenüber allen Religionen skeptisch bis negativ eingestellt. Das streite ich auch nicht ab, aber was wir verlangen ist nur, dass der Staat sich gegenüber Religionen neutral verhalten muss. Nur so können Sie und ich friedlich miteinander leben. Ich bin nicht der Staat und weder die Freidenker noch die Atheisten sind der Staat. Was haben Sie bloss für wirre Gedankengänge?

  10. Grazia sagt:

    Religionsfreiheit ist nach meinem Verständnis vor allem ein Abwehrrecht, schützt es doch den Einzelnen vor staatlichen, behördlichen oder sonstigen unstatthaften oder sonst ungewollten Vorschriften betr. seines persönlichen Glaubens und seiner intimsten Ueberzeugungen.

    Der Staat sorgt dafür, dass verschiedene Meinungen und Haltungen, solange rechtskonform, nebeneinander leben können. Meine Freiheit endet jedoch dort, wo die Freiheit des andern beginnt. Nicht die Freidenker wollen “ihre Zeichen”, sprich weltanschaulichen “Platzhalter” in den Garten des Nächsten pflanzen, sondern umgekehrt. Was umso unlauterer ist, als es in der Öffentlichkeit genügend solcher Symbole gibt.

    Obwohl klar mit Hoheitsansprüchen verbunden kann man Weg- und Gipfelkreuze gerade noch tolerieren und sie als kulturell bedingt betrachten. Man kann ihnen bis zu einem gewissen Grad sogar aus dem Wege gehen. Nicht so in der Volksschule. Denn der Schulpflicht kann sich ein Kind / Elternpaar im Normalfall nicht entziehen. DESHALB hat die Schule ein neutraler Raum zu sein und zu bleiben. In Kirchen und andern religiösen Orten bestimmt die jeweilige Gemeinschaft übers Mobiliar.

    @ Annie: Don’t preach in my school and I won’t think in your church.

  11. Dimitrij Romanow sagt:

    @Stefan Mauerhofer: Tut mir leid, dass ich mich ein wenig “wirr”, wie sie es nennen, ausgedrückt habe. Ich verstehe ja, was sie vom Staat wollen. Doch ich glaube kaum, dass es je soweit kommen wird… Religion und Staat sind in allen Ländern (in den einen etwas mehr) relativ stark verankert. Die Schweiz ist in diesem Falle ein gutes Beispiel…: Man wird wohl kaum das Schweizerkreuz von unserer Flagge entfernen, oder die Nationalhymne (Schweizer-Psalm) abändern. Und daher wird der Staat auch nie von der religion getrennt sein.

    PS: Ich bin nicht traurig darüber, dass es so ist. Schliesslich bin ich Katholik. Doch andererseits will ich nicht, dass sich andere leute an meinem Glauben stören.

    §Dimi§

  12. Stefan Mauerhofer sagt:

    @Dimitrij: Ich glaube da verstehen wir uns schon recht gut. Das Schweizerkreuz stört mich und wohl die allermeisten Freidenker nicht, weil es ein staatliches und kein religiöses Symbol ist. Die Form ist historisch bedingt und soweit abstrahiert, dass man es ja als ein Plus-Symbol sehen kann. Anders sieht es da schon mit dem Schweizerpsalm aus. Der Text ist eindeutig religiös und wenn man von mir verlangen würde ihn zu singen, dann würde das meine Grundrechte verletzen. Staat und Religion kann man sehr wohl trennen, man muss nur wollen. Aber bitte verzweifeln sie nicht, wir arbeiten daran!

  13. anita sagt:

    Keine Kruzifixe! keine Kopftücher und keine anderen religiösen Symbole, gleich welcher Glaubensrichtung!!! Kein Streit über Kopftücher, Kruzifixe und a.m. Raus aus unseren Schulhäusern und Schulzimmern damit und zwar sofort und ohne Diskussion. Dort gehört dieses Zeugs einfach nicht hin, sondern ausschliesslich in den privaten Bereich.

    Kruzifixe kann man zuhause oder in Kirchen aufhängen soviel man will. Zuhause und in Moscheen können Kopftücher getragen werden so oft man will. An beide Orte, weder in Kirchen, Moscheen noch zu den betreffenden Leuten nach Hause muss hingehen, wenn ich nicht will. In Schulhäuser und Schulzimmer müssen wir aber alle irgendwann hingehen, ob wir wollen oder nicht.!

  14. Yannick sagt:

    Wieso lancieren die Freidenker eigentlich keine Initiativen?:

    - Die Streichung der Präambel in der Bundesverfassung
    - Für die Freiwilligerklärung der Steuer für juristische Personen
    - Gegen Lärmemissionen der Kirchtürme
    - Für eine Ethiklektion während der Primarschulzeit

  15. Stefan Mauerhofer sagt:

    Das wäre schon schön, aber Initiativen kosten Geld, das wir nicht haben. Uns fehlt ein oder mehrere Mäzene, welche sowas finanzieren könnten.
    Ausserdem dürfte die eine oder andere Vorlage im Moment ziemlich chancelos sein, aber für eine schweizweite Diskussion wäre die Initiative durchaus ein mögliches Mittel.

  16. Claude Fankhauser sagt:

    @Yannick: weil die Freidenker…

    … im Gegensatz zu den Landeskirchen keine Säuglinge zu Mitgliedern rekrutieren
    … deshalb im Gegensatz zu den Landeskirchen nicht aus Staatsmitteln (mit)finanziert werden
    … viele der angesprochenen Punkte auf Kantonsebene geregelt werden müssen und wir momentan schlicht nicht die Mittel haben, 26 mal dasselbe Problem zu lösen.

    Aber keine Sorge: wir arbeiten daran.
    ;)

  17. Yannick sagt:

    Naja, die GSOA hat doch auch keine wirklichen Geldgeber, oder? :)

    Die Streichung der Präambel ist doch keine Kantonsangelegenheit. Und das Lärmemissionen ginge spätestens seit dem Minarettverbot auch.

    Haut rein! ;)

  18. David Schlesinger sagt:

    Ich kenne Schweizer, die das Kreuz auch aus der Fahne weggemacht haben wollen. So einer schreibt mir: “Für mich gilt: Das Kreuz ist Ort des Martyriums, Teil des Grauens, Foltersymbol.”

    Aber bei der Fahne, die ja ein Hoheitszeichen eines Staates ist, kann man es ggf. anders sehen. Doch vergleicht’s mal mit der israelischen Flagge: die ist auch eindeutig religiös, obgleich Israel auch muslimische Einwohner hat und nicht zu knapp.

    Dänemark etc hat auch das Kreuz in der Fahne und solange sich die Christen nicht deutlichst vom “christlichen Abendland” distanzieren, so wie die Mosleme sich vom radikalen Islam zu distanzieren haben in “westlichen” Augen, sollte das Kreuz immer mit der höchsten Skepsis gesehen werden.
    Man sieht ja an dem Triengener Streit, wie extrem das Symbol in den Köpfen der Leute verankert wurde – auch weil sie es als Kinder über sich im Klassenraum hängen hatten…

  19. Bruno sagt:

    Wenn die Freidenker so tolerant sind wie sie vorgeben sollte man auch ein Kruzifix tolerieren können.
    Alles andere ist Sektierertum!

  20. [...] Und warum? Weil sie ein Recht einforderten gegenüber einer religiösen Minderheit, den Katholiken. Das Recht auf  kreuz- und kruzifixfreie Schulzimmer. Das Recht auf Toleranz gegenüber verschiedenster Denkens-, Meinungs-, Religions-, Glaubens- und [...]

  21. Walliser sagt:

    http://www.1815.ch (nur Auszüge kopiert, den Resat müsst ihr selbst lesen)

    Mit einem neuen Vorstoss sorgt eine Gruppe von Privaten schweizweit für Kopfschütteln. Neben der Diskussion um eine Verbannung von Kruzifixen aus Klassenzimmern und Kreuzen auf den Gipfeln, will jene Gruppierung nun die Bibel zensurieren lassen. Auch Valentin Abgottspon unterstützt das Begehren, doch provozieren will er damit nicht.

    Provokation von eichy
    Ich frage mich was Provokation ist, wenn nicht dieses Verhalten.
    Provokation (v. lat. provocare ‚hervorrufen‘, ‚herausfordern‘) bezeichnet das gezielte Hervorrufen eines Verhaltens oder einer Reaktion bei anderen Personen. Hierbei agiert der Provokateur bewusst oder unbewusst in einer Weise, dass die provozierte Person oder Personengruppe ein tendenziell erwünschtes Verhalten zeigt.
    Wikip

    Freidenker schaffen sich Probleme von en natischer
    kein wunder dass sich alle über diese leute aufregen, die ganze “debatte” nervt langsam; und die medien greifen das thema auch noch ständig auf…

    zu extrem von Sabine
    Das alles nervt nur noch… Die Idee der Freidenker fand ich Anfangs Super und hab mich sogar auf ihrer Homepage eingelesen. Jetzt geht es zu weit. Alles das ins Extreme fällt ist nicht gut. Zu extreme Christen sind nicht gut, zu extreme Freidenker auch nicht…

    :-) von Sabine
    menschen die aufrichtig an gott glauben, werden über diese debatte schmunzeln. menschen die aufrichtig frei denken, auch.

  22. Grazia sagt:

    Super, dass die Medien die Sache endlich aufgreifen und sich die Leute nerven, das heisst, dass da ein Nerv getroffen wurde? Die Sache wird eben nicht einfach “ausgesessen”, wie sich die Behörden und Kirchen erhoffen. Die Sache ist zu wichtig, um sie mit einem “die Spinnen, die Freidenker” zu archivieren. Und die zuständigen Stellen kapieren vielleicht langsam, dass da einfach zuviel auf dem Spiel steht, wie schon letztes Jahr mit den Plakaten. Man kann doch nicht einfach eine Meinung, die einigen sauer aufstösst verbieten, will man gar Meinungen für illegal erklären? Durch wen? Den Bischof oder den Kaiser von China? Und auch hier geht es eben nicht nur um ein paar Kreuze, sondern dafür, was sie symbolisieren, was man bereit ist, dafür zu opfern, und ob es sich auf Dauer und bei näherer, emotionsloserer Betrachtung für das Allgemeinwohl auszahlt.

  23. Stefan Mauerhofer sagt:

    Manchmal muss man halt anstössig sein um eine Diskussion anzustossen um dieses Land endlich ins dritte Jahrtausend zu führen. Wir können nur friedlich zusammen leben, wenn der Staat gegenüber Religion neutral bleibt. Religion ist Privatsache.

    Unsere Ethik geht viel weiter als in den Religionen. Die Wissenschaft lehrt uns, dass wir mit allem verwandt sind, mit jedem Bakterium, Wal, Feldhase, Hagebutten, usw. Wir werden in dieses Leben geworfen ohne dass wir gefragt werden. Also machen wir das Beste daraus.

    Hier ein kleines Beispiel: Humanistische Ethik endet nicht beim Menschen, sondern beginnt bei ihm. Wir sind für ein Schächtverbot. Um zu leben müssen wir anderes Leben vernichten, sei es nun Tier oder Pflanze. Aber wenn wir schon Tiere töten, dann bitte so schnell und schmerzlos wie möglich. Das Schächten ist eine Barbarei sondergleichen, die mit der Religionsfreiheit begründet wird. Wir sind der Auffassung, dass Religion niemals dazu verwendet werden darf, um Tiere zu quälen. Hier muss der Tierschutz vorrang vor der Religionsfreiheit haben in einer fairen und durchdachten ethischen Güterabwägung. “Normales” Fleisch, so man denn überhaupt Fleisch essen will, ist genauso geniessbar wie geschächtetes.

  24. Crinna sagt:

    Ich finde manche Einstellungen der Freidenker gar nicht so verkehrt, aber ich muss bei dem Thema mit den Kreuzen (weil es gerade aktuell ist) noch mal nachfragen.
    Wenn so ein Kruzifix (oder was auch immer) irgendwo steht, hängt oder liegt, verursacht das Schmerzen, finanzielle Probleme, ansteckende Krankheiten, Kriege, Hungersnöte oder irgendwas anderes?
    Wenn es nur darum geht, dass ein Staat neutral sein sollte, dann meine ich, es gibt Millionen von wichtigeren Themen bei denen man mit so einer Hingabe aktiv werden sollte. Auch hier möchte ich wieder betonen, dass ist eine ernsthafte Frage und in freundlicherweise geschrieben.

  25. Nicolai sagt:

    @Crinna: Gegenfrage: Verursacht ein fehlendes Kruzifix Probleme oder ansteckende Krankheiten?
    Und ist ein fehlendes Kruzifix nicht neutraler als ein Symbol eines Hinrichtungswerkzeugs, das für die Schüler während ihrer gesamten Schulzeit sichtbar ist?
    Sicher gibt es wichtigere Themen, aber das sollte uns nicht davon abhalten, uns auch mit etwas weniger wichtigen Fragen zu befassen.

  26. Grazia sagt:

    Crinna, Sie haben recht, nach der “Symboldebatte” wird es eine Debatte ums Eingemachte geben müssen, es bleibt zu hoffen, dass sie nicht mit emotional-nostalgischem Geschwurbel verunmöglicht wird. ZBsp. zur Kirchenfinanzierung, direkt wie indirekt, inkl. Denkmalpflege, Quersubventionierungen, Indoktrination der Jüngsten (Kindertaufe?) etc. Darauf darf man tatsächlich gespannt sein.

  27. Mäse sagt:

    In der Schweiz leben Kinder in Armut und wir diskutieren über die Verbannung von Kreuzen etc. *kopfschüttel*

  28. Anita sagt:

    @mäse
    Was hat das eine mit dem andern zu tun? Vielleicht tut aber ein bisschen Kopfschullen gut. Es besteht die Möglichkeit, dass ein paar graue Hirnzellen am richtigen Ort eingereiht werden.

  29. Crinna sagt:

    @Nicolai: Ich bin mir sicher wir können beide Fragen mit einem klaren “Nein” beantworten. Also warum über ein vorhandenes oder nicht vorhandenes Kreuz streiten? Ich war auf einer katholischen Grundschule, aber evangelisch getauft und später auch konfirmiert, ebenfalls haben wir auch morgens gebetet. Heute bin ich ohne Konfession und habe auch noch nie wirklich an die Bibel oder sowas geglaubt. Daher bin ich der Meinung, wenn man seine Kinder selbst entscheiden lässt woran sie gerne glauben möchten, werden sie bestimmt die richtige Entscheidung für sich treffen. Ausserdem bin ich immer noch der festen Überzeugung, dass die Kinder nicht wirklich interessiert, was da an der Wand hängt oder an Wanderwegen rumsteht. Anyway, jeder Mensch hat eben seine Prioritäten im Leben und ich finde, das sollte auch jeder andere Mensch tolerieren bzw. respektieren.

  30. Eresh sagt:

    @Crinna: Wie recht Sie mit Ihrem letztem Satz haben! Doch gerade dafür benötigt man einen Staat, der weder wertet und noch urteilt. Staatliche Schulen sind Stätten der Bildung, religiöse – oder viel eher weltanschauliche – Symbole sind hier – ausser zu anschauungszwecker während der Lektion – fehl am Platze. Die einseitige Bevorzugung christlicher Symbolik mag zwar bei Bergkreuzen traditionelle Kriterien haben, an einer Schule ist diese jedoch unangebracht. Insbesondere, weil damit nur ein unnötiger Graubereich entsteht. Dann wenn Kreuze erlaubt sind, stört ein Bildnis des Jesus mehr? Oder die Heilige Mutter Gottes Maria? Wie gross darf ein Kreuz sein? Wie viele Kreuze hängen im Klassenzimmer innerhalb der oftbeschworenen Toleranz? Weshalb sollen Schulkinder nicht auch religiöse Lieder singen, sind doch nur Worte, mehr Schein als Sein? Und wenn man religiöse Lieder singt, weshalb sollte man dann nicht auch das Glaubensbekenntnis als Deutschdiktat nehmen können? Die Antwort ist denkbar einfach: Weil die Aufgabe der Wertevermittlung – vernünftigerweise – den Eltern überlassen wird. Aufgabe der Schule ist die Förderung der Kulturtechniken und Vermittlung von Wissen. Alles andere führt zwangsläufig zu einer Bevorteilung der einen und Diskriminierung von anderen Weltanschauungen. Aus diesem Grund tritt (so denk ich mal) der Freidenkerverein für neutrale Schulen ein.
    Und Sie werden mir wohl zustimmen, dass zwischen Schulen (Leherer sind oft ein Vorbild – bis zu der Pubertät ;) ) und Bergspitzen und Wanderwegen ein wesentlicher Unterschied besteht.

  31. O. Diethelm sagt:

    Frei denken produziert manchmal einfach auch nur BULLSHIT!

  32. Gianni Mazzucchelli sagt:

    Liebe Freidenker
    freie Gedanken sollten ermöglichen alle Religionssymbole so auszustellen, dass Schülerinnen, Schüler und Lehrer zum Dialog eingeladen werden und die Gedanken aus dem Sklaventum des Extremismus befreien.

  33. Fredi Hafner sagt:

    Liebe Freidenker,
    ich hoffe, auch noch dieses Jahr, 2012, ist das Thema der religiösen Symbole noch aktuell.
    Nach dem Durchlesen der 32 Kommentare dazu kann ich nicht anders, als auch noch Stellung zu nehmen. Dass religiöse Symbole in öffentlichen Räumen wie z.B. Schulen nichts zu suchen haben ergibt sich automatisch, wenn eine Nation sich zur Religionsfreiheit verpflichtet. Die Schweiz ist ein solcher Staat, Iran, so glaube ich, nicht? Ich will damit aber unter keinen Umständen einen Religionskrieg, auch keinen erneuten Sonderbundskrieg (wie z.B. die Minarettinitiative), heraufbeschwören oder unterstützen.
    Wie frei glauben denn Christen, Moslems und viele andere Angehörigen einer Religion, wenn sie in öffentlichen Räumen nicht auf ihre Symbole verzichten können. Eine Schule ist doch keine Kirche. Ausserdem verbietet niemandem einem/r Schüler/in ein Kreuzlein am Hals zu tragen, weil es eine Privatsache ist. Werden aber in öffentlichen Räumen bestimmte Symbole bevorzugt, so stachelt das indirekt Ablehnung zwischen Religionen an. Bevorzugung erzeugt Ablehnung bei Andersdenkenden!
    Viel krasser wird aber die Religionsfreiheit verletzt, wenn Kinder im privaten oder halb-öffenlichem Raum (z.B. in Familien) dazu gezwungen werden, bestimmte religiöse Handlungen vorzunehmen. Dass Menschen in eine bestimmte Kultur, ja auch Religion, hineinleben finde ich nicht unbedingt falsch. Die Frage ist nur, wie dies geschieht. Unter Zwang oder unter Androhungen? Wenn jemand nur noch aus Angst vor Strafen an ?? glaubt, was für ein Glaube ist denn das? Sicher kein freier Glaube! Gerade darum, weil ich dafür bin, dass Menschen aus freier, innerer Überzeugung glauben können und dürfen, bin ich für die Religionsfreiheit. Es zeugt auch für keinen freien Glauben, wenn Andersgläubige verteufelt, abgewertet werden. Auch wenn Nichtglaubende verteufelt werden. Woher wissen sie denn alles so genau. Haben sie die Wahrheit mit Löffeln gegessen?
    Ich verwundere mich als ein sogenannter ‘Nicht(etwas bestimmtes)gläubiger’ über die Arroganz und Besserwisserei vieler Gläubiger. Demut und Ehrfurcht Andersdenkenden gegenüber würde wohl mehr ihre religiöse Gesinnung offenbaren. Auch die Ehrfurcht den Pflanzen und Tieren gegenüber!
    Ich gebe noch eines zu bedenken:
    Glaubt ein Jugendlicher eher, dass es die Dreifaltigkeit gibt, wenn er eine Ohrfeige von einem Priester bekommt, wenn er auf folgende Frage die falsche Antwort gibt:
    Wie manchen Gott gibt es? Antwort vom Schüler: drei; Reaktion vom (Ver)Bildenden: eine Ohrfeige! Das ist mir im sogenannten freien katholischen Religionsunterricht widerfahren!
    Meine Antwort darauf: ein echter Religionsunterricht sollte den Kindern die Wahlfreiheit einer Religion ermöglichen, also auch Kenntnisse anderer Religionen dabei haben.

  34. H. Müehlebach sagt:

    Ich als Agnostiker wundere mich über die Eiferer der Freidenker.Lasst doch die Kreuze sein wo sind. Sich daran zu stören ist wohl eher ein Zeichen von Unsicherheit in der eigenen Überzeugung. Als ein Zeichen der Tolreanz die eigentlich Bestandteil freien Denkens sein müsste.

  35. Sehr geehrter Herr Müehlebach,

    es geht vor allem um religiös-ideologisch neutral gestaltete Gerichtssäle und Schulzimmer.

    Es ist und war kein Zeichen von Unsicherheit, dass ich damals auf einem neutralen Schulzimmer bestand (und damit die Einhaltung eines Bundesgerichtsentscheides aus dem Jahre 1990 verlangte). Leider folgte daraufhin eine fristlose Entlassung.

    Es scheint nicht so “einfach”, wie ich denk Eindruck habe, dass Ihr Eindruck von diesen Angelegenheiten sei.

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